Andrii (Name geaendert) 12 Jahre alt, kommt aus einem kleinen Dorf in der Naehe von Turka. Turka ist eine Kleinstadt, ca. 150 km von Lemberg entfernt. Die Stadt Lemberg liegt in der westlichen Ukraine und war einer der vier ukrainischen Austragungsorte der Fussball-Europameisterschaft 2012. Reisebuecher besingen Lembergs Schoenheit aber nur wenigen wissen was sich wirklich hinter diese Fassade verbirgt. Genauso zaubert Andrii bei jeder Ansprache ein strahlendes Lachen in sein Gesicht, sodass man sich kaum vorstellen kann, welches Schicksal das Kind schon hinter sich hat.
Andrii kam vor rund 2 Jahren zu den Salesianern, er wurde 1999 geboren. Seine Mutter ist gestorben, als er noch sehr klein war. Sein Vater hat daraufhin eine neue Frau genommen, die den Jungen nicht bei sich haben wollte. Andrii wurde weggeschickt und landete mit 6 Jahren allein in Turka, lebte auf sich selbst gestellt auf der Strasse.
Das Sozialamt hat ihn aufgegriffen und in eine Pflegefamilie gegeben. Dort wurde er geschlagen und lief erneut davon. Wieder lebte er laengere Zeit auf der Strasse. Salesianer Pater Mihailo Chaban, Leiter des Don Boscos Waisenhaus in Lemberg, erzaehlt, dass der Junge ueberlebte, in dem er sich vor parkende Autos legte und so tat, als waere er angefahren worden. Die Fahrer gaben ihm dann in der Regel Geld, damit er nicht die Polizei rufe. So schlug er sich durch.
Das Sozialamt griff ihn erneut auf und brachte ihn in einer amerikanischen Pflegefamilie unter, aber auch dort funktionierte es nicht und so lief Andrii erneut davon. Danach brachte das Sozialamt ihn fuer drei Monate in ein staatliches uebergangsheim und dann zu den Salesianern.
Die ersten Monate ? so erzaehlt P. Mihailo ? rief das Amt immer wieder an, um zu fragen, ob Andrii noch nicht weggelaufen sei. Aber seit er bei Don Bosco ist, ist Andrii nicht mehr weggelaufen.
Auf die Frage, was ihm hier gefaellt, sagt er, er fuehlt sich wohl, weil er alles hat, was er braucht und weil man ihn hier liebt. Andrii moechte nicht mehr in eine Pflege- oder Adoptionsfamilie, er will hier bleiben, das Waisenhaus ist sein Zuhause.
Er geht in die 7. Klasse der nahen oeffentlichen Schule und am liebsten lernt er Mathe und Zeichnen. Fussballspielen ist sein Sport und sein Hobby. Ihm fehlt hier nichts, sagt Andrii. Was er gerne haette: Einen Tretroller haette er gerne. Einen solchen hatte er bei der amerikanischen Familie und er liebte es, damit zu fahren.
Wenn er einmal gross ist, will Andrii Erzieher werden und im Familienhaus der Salesianer arbeiten.
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