Auf geht’s in die letzte Woche
Als ich am 2. September 2010 hier in Abidjan angekommen bin, dachte ich mir, dass so ein Jahr lang werden kann und lebten mit der Gewissheit, dass ich noch 336 Tage Afrika vor mir haben werde, in den Tag hinein, ohne groß zu zählen oder Strichlisten zu führen. Nur mein Kalender verriet mir alle paar Wochen, wer Geburtstag hat … so habe ich, glaube ich, kaum einen Geburtstag vergessen.
Als Weihnachten kam, fragte ich mich, wo die vergangenen 4 Monate abgeblieben sind… Während des Zwischenseminars im Februar schielte ich auf die Halbzeit und beruhigte mich durch den einfachen Vergleich, dass ich im bei einem Fussballspiel jetzt gerade einmal in Minute 45 befinde.
Als ich dann aus meinem „Exil“ in Togo wieder nach Abidjan kam, hatte ich immer noch die Gewissheit über 10 Wochen, also etwa ein Viertel meiner Zeit vor mir zu haben. Das beruhigte zu diesem Zeitpunkt, angesichts der Aufgaben und Herausforderungen, die noch bevorstanden, sehr. Und jetzt?
Jetzt habe noch eine lächerliche Woche vor mir und bekomme allmählich richtigen Bammel vor der Rückkehr. Die Baustelle wird zum großen Teil fertig sein, wenn ich meinen Flieger nach Hause nehme. Das ist es nicht, was mich beunruhigt. Auch die Tatsache, dass ich nicht einmal das Camp mit den Kids beenden kann, stört mich zwar sehr, ist aber nicht der Grund für dieses merkwürdige Gefühl. Es ist vielmehr das Zurücklassen der Kinder, der Freunde, der Kommunität, des Projektes, der Provinz der Salesianer und auch der Stadt Abidjan und dieses Landes.
Es hört sich zwar komisch an, weil ich gerade einmal ein knappes Jahr, also 11 Monate und ein paar Tage, hier gelebt habe (davon abzuziehen sind auch noch die Tage in Togo, beim Zwischenseminar und im Urlaub). Trotzdem fühle ich mich unglaublich verwurzelt in dem was ich hier mache…
Am Freitag werde ich offiziell im Foyer verabschiedet. Wir feiern also meinen Abschied. Ich bin schon sehr gespannt. Am Samstag lade ich die Erzieher zu einem Bier ein und am Sonntag geht’s zur Vortour auf unseren Zeltplatz in der Nähe von Gr. Bassam. Das Zeltlager werde ich bis zur Hälfte, also bis zum Mittwoch mitmachen… an diesem 3.8.2011 werde ich mich von den Kindern verabschieden und nach Abidjan fahre, meinen Koffer zu Ende packen, ein letztes Mal die Kinder des Viertels, wie jeden Samstag-, Sonntag- und Mittwochnachmittag, bespaßen und dann abends meinen Flug nach Paris (von wo aus es am Morgen des 4. nach Düsseldorf geht) … Heute wirkt das alles noch sehr unwirklich…
Bis dahin gibt es aber noch viel zu tun. Die „fête“ will gut vorbereitet werden und das Zeltlager auch. Zudem kommt noch die Baustelle. In der Galerie befinden sich einige Bilder, die den aktuellen Stand der Bauarbeiten dokumentieren.
Dort sieht man, dass im Duschraum, nur noch Kleinigkeiten -also die Stromversorgung und sowie die Wasserversorgung – zu machen sind. Im Pissoir fehlt ebenfalls nur der Wasseranschluss; der Schlafsaal, sowie der Essensraum warten noch auf die Moskitonetze und die Fensterläden; dem Schrank im Schlafsaal fehlen noch Böden und kleinen Türen; das gesamte Haus wird außerdem noch gestrichen werden. Die Mittel dazu sind mittlerweile auch angekommen.
Meine ehemalige Schule, das GaW in Düren, hat nämlich einen Teil des Erlöses des Schulfestes für mein Projekt gespendet. Insgesamt sind es etwa 1800 Euro, die nach Abidjan überwiesen werden. Ich freue mich riesig und bin froh, dass wir die Baustelle mit diesem Geld komplett beenden können! Vielen Dank an den Schulleiter Wilhelm Gödde, die verantwortlichen Lehrer und alle GaWler, ob Schüler oder Elternteil, die das Schulfest organisiert, durchgeführt oder besucht haben.
Auf geht’s in die letzte Woche!
PS: Ich weise noch auf den untenstehenden Artikel hin. Er beschreibt meinen kurzen Besuch im Flüchtlingslager von Duékoué…


























































































































































