Zweiundvierzigkommaeinsneunfünf Kilometer

Nachdem Nelson Penedo wegen Kniebeschwerden in die Marathonstaffel gewechselt ist, wird dennoch ein Läufer mit feuerrotem Don-Bosco-Shirt auf die Marathonstrecke gehen. Jens Röskens versucht sich zum ersten Mal an der Königsdisziplin.

(S.D): Stell dich bitte kurz vor. Wer bist du? Was machst du?

Mein Name ist Jens Röskens. Ich bin 28 Jahre alt und wollte eigentlich nie laufen. Jede Sportart ohne Ball habe ich abgelehnt. Bis zum 1. Januar 2011. An diesem Tag begann ich, ausgerüstet mit Pulsuhr und einem guten Neujahrsvorsatz, gegen die zunehmenden Büropfunde anzulaufen.

(S.D): Was machst du bei Don Bosco Bonn?/ Wie ist deine Bezug zu Don Bosco Bonn?

Angefangen habe ich als Praktikant bei der Bildungskampagne „Discover Sudan“ 2007. Weiter ging es als Studentische Hilfskraft und Assistent bei Don Bosco Volunteers. Heute kümmere ich mich um die finanzielle Abwicklung des internationalen Volontariats und anderer Aktivitäten.

(S.D):Wie bereitest du dich auf den Wettkampf vor?

Gut schlafen, das richtige Frühstücken und die Schuhe nicht zu eng schnüren. So lautet jedenfalls die Theorie meiner letzten 10 Stunden Vorbereitung.

Bis heute bin ich 1000 km in der unmittelbaren Vorbereitung gelaufen. Fast so viel wie im ganzen letzten Jahr.

(S.D): Wie lange läufst du schon? Welche Lauferfahrung hast du?

Seit dem 1.1.11. Vorher habe ich mich nur beim Fußball oder Basketballspielen laufend bewegt. Seither bin ich einige 10-km-Rennen gelaufen und 2 Halbmarathons. Den ersten in Bonn. Ein tolles Gefühl! Ich hatte Blut geleckt und wusste, dass ich einen Marathon laufen muss. Aber so kurz vor dem großen Tag bin ich mir nicht mehr sicher, ob ich das Richtige tue.

(S.D):Was ist dein persönliches Ziel?

Ich würde gerne behaupten, dass mir ankommen genügt. Doch allen guten Ratschlägen und der Vernunft zum Trotz will ich mehr. Unter 3:30 Stunden wäre fantastisch.

Geschrieben von Don Bosco Bonn am 21. April 2012 | Abgelegt unter Allgemein | Keine Kommentare

Der Countdown läuft – noch 2 Tage

Noch zwei Tage bis zum Wettkampftag. Heute stellen wir euch mit Susanne Röskens zum vorletzten Mal ein Mitglied des Don Bosco Laufteams vor.

(S.D): Stell dich bitte kurz vor. Wer bist du? Was machst du?

Ich bin Physiotherapeutin, Kunsthistorikerin, Studentin, Studentische Hilfskraft, Mama…

(S.D): Was machst du bei Don Bosco Bonn?/ Wie ist deine Bezug zu Don Bosco Bonn?

Meine Freundin, mein Patient und mein Mann arbeit(et)en dort.

 (S.D): Wie bereitest du dich auf den Wettkampf vor?

Schwimmen, Fahrrad fahren, viel und lecker essen, schlafen… und natürlich die Brückenrunde in allen Varianten – mit und gegen den Uhrzeigersinn, klein, groß, mittel, langsam, „schnell“…

 

(S.D): Wie lange läufst du schon? Welche Lauferfahrung hast du?

Laut www.jogmap.de exakt 84 Stunden, 37 Minuten und 30 Sekunden.

(S.D): Was ist dein persönliches Ziel?

Nach dem Halbmarathon ungefähr 86 Stunden, 31 Minuten und 30 Sekunden Lauferfahrung zu haben.

Geschrieben von Don Bosco Bonn am 20. April 2012 | Abgelegt unter Allgemein | Keine Kommentare

Das Ziel is klar!

Ein weiterer Laeufer ist der er hier. Benedict Steilmann und er hat Angst. Warum wohl?

(S.D): Stell dich bitte kurz vor. Wer bist du? Was machst du?
Mein Name ist Benedict Steilmann, bin fast 38 Jahre alt. Ich habe Angst weil, meine Staffelkollegen einem Leistungsgedanken folgen, den ich fuerchte, nicht erfuellen zu koennen. Ich habe es gestern ausprobiert und es sah gar nicht gut aus. Natuerlich frage ich mich derzeit, ob sie noch mit mir sprechen, wenn ich den Kilometer nicht unter 4 Minuten laufe. Mobbing im beruflichen Kontext ist ja gerade in aller Munde…
(S.D): Wie ist dein Bezug zu Don Bosco Bonn?
Ich bin Referent fuer Bildung und Kommunikation bei Don Bosco Mission. Da kuemmere ich mich um Einsatzmoeglichkeiten fuer unsere Volunteers, die nach ihrem Jahr im Ausland noch weiter mit uns an einer Welt arbeiten wollen, in der mehr Don Bosco drin ist. Ausserdem arbeite ich mit Lehrern und Schulklassen. Globales Lernen heisst das Stichwort. Da geht es darum, Schueler auf eine Welt vorzubereiten, die nicht perfekt ist und deswegen auf ihre Einmischung und ihre Ideen wartet.
(S.D): Wie bereitest du dich auf den Wettkampf vor?
Einfach nicht dran denken.
(S.D): Welche Lauferfahrung hast du?
Ich bin vor etwa 70 oder 80 Jahren zweimal den Muenster Marathon gelaufen. Ausserdem eine Hand voll Halbmarathons, der letzte im vergangenen Jahr, als uns die Volontaerin Barbara Walther mit ihrer Initiative aufgeschreckt und auf die Strecke geschickt hat. Schlimmer Muskelkater aber persoenliche Bestzeit! Und ein schickes rotes T-Shirt.
Eigentlich ging es mir immer nur darum, fuer die wirklich spannenden Dinge fit zu bleiben, also die Alpen, Sommers wie Winters. Aber seit ich Kinder habe, sind die Berge etwas ausser Sicht geraten. Dass ich immer noch laufe, liegt wohl an den diesen gluecklich machenden Botenstoffen, von denen alle sprechen und die zurzeit noch voellig legal sind.
(S.D): Was ist dein persoenliches Ziel?
Meinen Senkrechtstarter-Kollegen Jens Roeskens naechstes Jahr ueber die volle Marathon-Distanz zur Bedeutungslosigkeit zu verdammen.

Geschrieben von Don Bosco Bonn am 18. April 2012 | Abgelegt unter Allgemein | Keine Kommentare

Nur noch 5 Tage!!

Heute stellen wir Don Bosco Mission Geschaeftsfuehrer und 2010 Bonner Stadtmeister, Dr. Nelson Penedo vor. 

(S.D): Stell dich bitte kurz vor. Wer bist du? Was machst du?
Ich bin Nelson Penedo, Jahrgang 1973, seit 11 Jahren verheiratet. Meine Kinder Elias (7) und Sophia (5) sorgen dafuer, dass ich dauernd neue Sachen mache (z.B. Inlinerfahren =8-0) und ich mich ueber jeden Augenblick freue, in dem ich nichts mache.
(S.D): Was machst du bei Don Bosco Bonn?

Ich bin seit 2011 der Geschaeftsfuehrer von Don Bosco Mission. 2006 habe ich hier als Projektreferenten fuer Afrika angefangen. Damit hatte ich die Moeglichkeit, die Welt von Don Bosco – im Ausland wie in Inland – sehr gut kennen zu lernen. Ich war von Anfang an fasziniert, weil es mich in einer ganzen Persoenlichkeit anspricht und Spiritualitaet mit Lebensfreude verbindet.
(S.D): Wie bereitest du dich auf den Wettkampf vor?
Gar nicht. Im Ernst: Ich wollte eigentlich beim Marathon starten. Ich bereite mich ueber den Winter sehr unspezifisch vor (Waldlaeufe und MTB-Fahren). 8 Wochen vor Start fange ich mit einem sehr spezifischen Trainingsplan an, der 7 Einheiten mit bis zu 130 km pro Woche vorsieht. Damit wollte ich eigentlich unter 2:40 h laufen. Leider hat mir dieses Jahr mein rechtes Knie ein Strich durch die Rechnung gemacht, so dass ich eigentlich nur ein paar Laufkilometer trainiert habe. Jetzt bin ich froh, dass mich das Staffel-Team ueberhaupt mitlaufen laesst… 
(S.D): Wie lange laeufst du schon? Welche Lauferfahrung hast du?
Ich laufe seit meinem 12. Lebensjahr. Seit meinem ersten Marathon (1999) bin ich unzaehlige Male gestartet (v.a. 10 km, Marathon und Triathlon) und lande meistens unter den Top 10. In Bonn landete ich 2010 auf dem 3. Platz (Stadtmeister) und 2011 auf dem 6. Platz.
(S.D): Was ist dein persoenliches Ziel?
Mein Knie zwingt mich zu bescheidenen Zielen… Ich wuerde mich freuen, wenn wir mit der Staffel unter 2:50 h bleiben. Nach dem Lauf ist die vegetarische Grillwurst im Don Bosco Zentrum mein Ziel!!

Geschrieben von Don Bosco Bonn am 17. April 2012 | Abgelegt unter Allgemein | Keine Kommentare

Unsere Freunde machen mit!

Freunde von Don Bosco Bonn sind auch dieses Jahr dabei, um unser Team, zu unterstuetzen. Zwei davon sind Mitja, der Sohn von Don Bosco Mission Mitarbeiterin Andrea Bayer und Gerrit der durch Mitja ueber den Marathon erfahren hat.

Strassenkind.de (S.D): Stell dich bitte kurz vor. Wer bist du? Was machst du
Mitja: Ich bin Mitja Bayer und Arbeite als Tischler

Gerrit: Ich bin Gerrit Richter, bin 21 Jahre alt und komme aus Rheinbach. Arbeite als Elektroniker.

(S.D): Wie bereitest du dich auf den Wettkampf vor?
Mitja: Ich schaetze mal es ist ein ganz normales Lauftraining. Zusaetzlich halte ich mich im Fitnessstudio fit.

Gerrit: Ich laufe in meiner Freizeit sehr viel und nehme an Wettkaempfen teil, von 5 bis 20km

(S.D): Wie lange laeufst du schon? Welche Lauferfahrung hast du?
Mitja: Ich laufe eigentlich erst wieder seit diesem Winter. Ich habe dieses Jahr aber schon meinen ersten Wettkampf hinter mich gebracht und werde zu Ostern noch einen weiteren bestreiten.

Gerrit: Ich laufe seit 4 Jahren im Ausdauerbereich, habe schon mehrere grosse Wettkaempfe und Laeufe mit gemacht (Strongmanrun)
(S.D): Was ist dein persoenliches Ziel?
Mitja: Schoen waere eine Zeit unter 50min. auf 10km

Gerrit: Eine Zeit unter 39 auf die Zehn Kilometer zu absolvieren.

Geschrieben von Don Bosco Bonn am 3. April 2012 | Abgelegt unter Allgemein | Keine Kommentare

Andrea Wilmes und Ruben Greif

Diese Woche stellen wir Euch zwei weiteren Teilnehmern vor. Andrea Wilmes ist bei Don Bosco Mondo Projektreferentin fuer Laender in Afrika und Indien. Ruben greif unterstuetzt die Geschaeftsfuehrung von Don Bosco Mission insbesondere im Bereich Wissens-und Ressourcen Management.

Strassenkinder.de (S.D): Stell dich bitte kurz vor. Wer bist du? Was machst du?

Andrea: Welch hochphilosophische Frage! Ich arbeite bei Don Bosco Mondo und mache in meiner Freizeit viel Musik.
 Ruben: 28 Jahre alt und aufgewachsen am linken Niederrhein, verschlug mich dereinst mein Studium nach Bonn, wo ich Don Bosco und sein Werk kennenlernte. Ansonsten bin ich noch ein Weitblicker(.org) und spiele gerne Badminton und Fussball.

(S.D): Wie bereitest du dich auf den Wettkampf vor?
Andrea: Ich laufe zwei- bis dreimal die Woche.
Ruben: Regelmaessige Rheinbruecken-Runden, viel Fahrradfahren und gesteigerter Selleriekonsum.

(S.D): Wie lange laeufst du schon? Welche Lauferfahrung hast du?
Andrea: Seit ca. 10 Jahren laufe ich regelmaessig im Gruenen. Ich habe bisher an 3 Halbmarathons teilgenommen. Am liebsten Treff ich mich morgens mit Freunden zum Laufen und brunche danach ausgiebig.

Ruben:   1.Koelner Stadionlauf „Kirche laeuft“ 2009 (10 km). 9. Rhein-Energie Halb-Marathon Bonn 2009 (21,0975 km in 2:05:27) und 5. Firmenlauf Bonn 2011 (5 km)

 
(S.D): Was ist dein persoenliches Ziel

Andrea: Mit Spass und einer guten Zeit die 10 km zu laufen.
Ruben: den Halbmarathon keinesfalls schneller als in 2 Stunden „finishen“. Ein schoenes Mannschaftserlebnis, ein starkes Zeichen unserer Solidaritaet mit allen jungen Menschen, die Don Bosco weltweit unterstuetzt zeigen.

Geschrieben von Don Bosco Bonn am 29. März 2012 | Abgelegt unter Allgemein | Keine Kommentare

Andreas und Silvia Cromm

Unsere naechsten zwei Laeufer sind schon lange ein Team. Es ist das Ehepaar Cromm. Silvia Cromm eine gebuertige Schweizerin ist seit 16 Jahre in Koeln Zuhause. Sie ist begeistert von Literatur, Wanderungen, Reisen, Natur, Tanz. Ihre Ehemann Andreas Cromm ist Heilpraktiker und leidenschaftlicher Laeufer. Wir haben die beiden auch nach ihren Motiven beim Bonn Marathon gefragt.
(S.D): Wie ist deine Bezug zu Don Bosco Bonn?
Silvia: Ich arbeite seit gut 10 Jahren in verschiedenen Funktionen bei Don Bosco Mondo und leite jetzt die Programmabteilung von Don Bosco Mondo und Don Bosco Mission.
Andreas: Meine Frau Silvia leitet die Projektabteilung von Don Bosco Mondo in Bonn.

(S.D): Wie bereitest du dich auf den Wettkampf vor?

Silvia: Ich bin keine Laeuferin, sondern eine Joggerin. Ich laufe in der Regel 4-mal in der Woche ca. 50 Minuten. Ohne Zeitambitionen, mit Freundinnen und Zeit zum reden. Fuer den Marathon mache ich kein weiteres Training, sondern behalte einfach den Rhythmus von mindestens 4-mal Laufen pro Woche bei.
Andreas: Keine spezielle Wettkampfvorbereitung. Ich starte aus dem normalen Training heraus.

(S.D): Wie lange laeufst du schon? Welche Lauferfahrung hast du?


Silvia: Ich habe vor ca. 15 Jahren mit dem Laufen / Joggen angefangen. Wettkaempfe besuche ich in der Regel nicht. Ich laufe als Ausgleich fuer das viele Sitzen bei der Arbeit, also hauptsaechlich um gesund und froehlich zu bleiben.

Andreas: Seit meinem 12. Lebensjahr laufe ich. Persoenliche Bestzeiten: 5000 m 14.35; 10000m 30.18, Marathon: 2.26:30

(S.D): Was ist dein persoenliches Ziel?

Silvia: Mitmachen, Spass haben, Bonn Marathon schnuppern, Don Bosco dabei zeigen, keine Ambitionen auf eine bestimmte Zeit.

Andreas: Ein schoenes Lauferlebnis mit netten Staffelkollegen und zur oeffentlichen Wahrnehmung von Don Bosco beizutragen.

Geschrieben von Don Bosco Bonn am 27. März 2012 | Abgelegt unter Allgemein | Keine Kommentare

Silja und Markus im Läuferinterview

Don Bosco Bonn beim Bonn Marathon 2012

Die ersten zwei Laeufer, die wir Euch vorstellen sind Silja Engelbert und Markus Koth.  Silja ist Mitarbeiterin bei Don Bosco Mission und ist dort Projektreferentin fuer Afrika. Sie war schon einmal als Studentin fuer ein halbes Jahr in Medellín (Kolumbien) und hat dort mit Strassenkindern in einer Don-Bosco-Einrichtung gearbeitet.
Markus ist Mitarbeiter bei Don Bosco Mondo und dort fuer die Betreuung oeffentlich gefoerderter Projekte (BMZ Foerderung)  zustaendig. Ein Grossteil der von ihm bearbeiteten Projekte liegt dabei  in Indien. Wir haben den beiden ein per Fragen zur Vorbereitung  auf den Bonn-Marathon gestellt.

 

1. Strassenkinder.de (S.D): Wie bereitest du dich auf den Wettkampf vor?

Silja: Laufen, laufen, laufen. Vielleicht auch mal schwimmen zwischendrin? Keine Ahnung. Auf jeden Fall keine spezielle Diaet oder irgendwas in der Richtung.

Markus: Da es nicht mehr lange bis zum Lauf dauert, sollte ich langsam anfangen mich regelmaessig in Bewegung zu setzten. Ich bin im Moment in einem Fitnessstudio angemeldet und werde mich da wohl zur Vorbereitung auf einen Ergometer setzen.
Ausserdem bin ich auf den Geschmack von Zuckerrohr gekommen und werde damit wohl meinen Energiehaushalt auffuellen wenn moeglich!

 

2. (S.D): Wie lange laeufst du schon?

Silja: Habe mit ungefaehr 1 Jahr angefangen zu laufen. Das Joggen habe ich erst im Juli 2011 angefangen (beim Training fuer  den Bonner Firmenlauf) so mit 2-3x pro Woche (mit Auszeiten…). Erfahrung ist also eher duerftig, die Motivation dafuer umso groesser

Markus: In meinem gefuehlten ersten Leben habe ich intensiv Sport betrieben, als Leichtathlet und vor allem als Fussballer. Da gehoerte regelmaessiges Laufen zur Tagesordnung und als laengste Strecke habe ich dabei mal eine Halbmarathon- Strecke zurueckgelegt. Lang, lang ist’s her…

 

3. (S.D): Was ist dein persoenliches Ziel?

Silja: Dem Team keine Schande machen! In aufrechter Haltung die Ziellinie ueberschreiten! Zumindest die Durchschnittszeit (welche auch immer das ist) erfuellen und moeglichst uebertreffen.
Markus: Seit Monaten bin ich nicht mehr gelaufen weshalb ist es mein persoenliches Ziel, laufend und ohne Unterbrechung einigermassen ordentlich, und vor allem lebend, ins Ziel zu kommen. Und damit mich die Kollegen nicht erschlagen weil ich den Schnitt total ruiniert habe, werde ich noch zusehen, dass ich mich nicht im letzten Viertel der Laufgruppe aufhalte!

Geschrieben von Don Bosco Bonn am 22. März 2012 | Abgelegt unter Allgemein | Keine Kommentare

Mwen renmen Haiti – Eindrücke einer Projektreise

15. bis 26. Mai 2011

Das erste Mal in einem Entwicklungsland und dazu noch in Haiti. Gefasst auf das Schlimmste, war mein erster Eindruck nach über 20 Stunden Anreise überwältigend und unerwarteter weise positiv. Trotz  der offensichtlichen Armut, die uns schon in den ersten Minuten, die wir durch die Straßen von Port-au-Prince fahren, begegnet – in Form von Müllbergen, kaputten Straßen (wenn man die Straßen denn noch Straßen nennen kann) und Blechhütten -  hat man nicht das Gefühl, dass die Menschen in Haiti verzweifelt sind. Es herrscht ein reges Treiben: Männer die einen Zaun reparieren, Frauen, die Mangos verkaufen, Kinder, die  in sauberen Schuluniformen zur Schule eilen. Man hat den Eindruck, diese Menschen haben Hoffnung auf eine bessere Zukunft und nehmen ihr Leben in die Hand. Etwas befremdlich ist es dann, aus dem Auto heraus Fotos zu machen und die Situation zu filmen. Man möchte nicht den Eindruck erwecken, man ist ein neugieriger Tourist.

In den Slums von Port-au-Prince

Dieser sehr positive Eindruck des ersten Tages verändert sich, wenn wir die Slums von Port-au-Prince besuchen. Zwar herrscht auch hier ein reges Treiben, aber das Elend der Menschen und Kinder, dass wir hier sehen,  ist nur schwer zu ertragen. Flüsse voll Müll, bestialischer Gestank und mittendrin verwaiste Kinder.  Trotzdem bekommt man hier und da ein Lächeln, insbesondere von den Kindern, die sich über jedes Foto, das man von Ihnen macht freuen und die die Fotos mit Begeisterung auf dem Display meiner Kamera anschauen. Leicht vergisst man da, dass man sich in einer sehr unsicheren Umgebung befindet. Dies wird einem dann schlagartig wieder klar, wenn ein Truck der UN mit schwerbewaffneten Soldaten vorbeifährt und wenn der Sicherheitsmann immer wieder betont, man solle sich doch schnell wieder ins Auto setzen anstatt Fotos zu machen. Ich erkläre ihm den Grund, warum wir Fotos benötigen, habe aber nicht den Eindruck dass er uns nun für weniger verrückt hält. Nur gut, dass uns unser Begleiter, Salesianerpater Zucchi , erst später erzählt, dass es bereits einen Mordanschlag auf ihn gegeben hat. Daher hat er vor unserem Besuch in den Slums Freunde auf Motorrädern organisiert, die sich wohl immer in unserer Nähe befanden, um im Notfall schnell Hilfe holen zu können.

P. Zucchi ist ein sehr engagierter und bewundernswerter Salesianerparter, der sich neben seinem Engagement im Berufsbildungszentrum ENAM, auch um die Kleinen Schulen in den Slums kümmert – sie finanziell unterstützt und mit Essen versorgt. Manche Slumbewohner sehen, dass P. Zucchi diese Dinge macht und gehen davon aus, dass er viel Geld hat und es Ihnen schenken könnte. Sie verstehen nicht, dass das Geld nicht ihm persönlich gehört, sondern es Spendengelder sind, die den ärmsten Kindern und Jugendlichen Haitis eine Schul- und Berufsausbildung ermöglichen sollen. Aus Unverständnis und Ärger,  dass der vermeintlich „reiche Mann“ Ihnen nichts abgeben will, versuchen Sie ihn umzubringen.

Diese Härte und Brutalität ist die andere Seite von Haiti und man findet sie wohl in allen Ländern und Regionen, die unter einer solchen Armut leiden müssen. Dies ist die Seite, die wir auf unserer Projektreise zum Glück nicht kennengelernt haben. Allein die Tatsache, dass wir immer mit Fahrer unterwegs waren und uns nicht frei bewegen durften, machte uns jedoch deutlich, dass es für uns nicht sicher ist durch Haiti zu spazieren. Auf der anderen Seite begegnen wir in den Einrichtungen der Salesianer, die durch Umgebungsmauern geschützt sind, aber auch in den kurzen Momenten, wo wir uns außerhalb der Mauern befinden, sehr offenen, herzlichen Menschen. Wenn man Sie fragt, wie es Ihnen geht und es schafft einen Satz auf creolisch zu sagen, bekommt man schnell ein breites Grinsen. „Mwen renmen Haiti“  – „Ich liebe Haiti“.

Unterwegs in Haiti

Auf unserer Projektreise besuchen wir verschiedene Einrichtungen der Salesianer und bleiben nicht allein in Port-au-Prince. Als besonders mutig empfinde ich unseren Inlandsflug nach Cap Haïtien, der 800.000 Einwohner Stadt an der haitianischen Nordküste. Mit einer 20 Mann Maschine fliegen wir innerhalb von 20 Minuten von der Hauptstadt nach Cap Haïtien. Mit dem Auto und bei der „Straßen“-situation in Haiti hätten wir für 250 km mindestens 8 Stunden benötigt. Von Straßen kann eigentlich nicht die Rede sein, da diese Straßen hauptsächlich aus Schlaglöchern bestehen. Erschwerend kommt das allgemeine Verkehrschaos hinzu. Ob es keine Verkehrsregeln in Haiti gibt oder ob es welche gibt, sich nur keiner an sie hält, das weiß man nicht so genau. Was man sagen kann, es herrscht Rechtsverkehr. Ansonsten gilt das Hup-Gesetz. Mit der Hupe macht man auf sich aufmerksam: „Hallo hier komme ich“ oder aber auch „hallo hier bin ich, fahr mich nicht um“. Ob man überholen oder nicht angefahren werden will, hupen ist das richtige Mittel, um auf sich aufmerksam zu machen.

Der Hinflug ist sehr ruhig und bei schönen Wetter, was der Tatsache geschuldet ist, dass wir morgens fliegen und es morgens auch in der Regenzeit in Haiti immer schönes Wetter ist. Dies wird sich bei unserem Rückflug noch ändern, dazu aber später mehr.

Straßenkinder in Cap Haïtien

In Cap Haïtien holt uns P. Stra vom Flughafen ab. P. Stra ist gebürtiger Italiener, der jedoch seit 35 Jahren in Haiti wohnt und zuvor 20 Jahre in Vietnam im Einsatz war. Ihm merkt man besonders an, dass er bei der Arbeit mit den Kindern aufgeht. P. Stra ist aber auch jemand, der es mal eben mit einem UN-Panzer aufnimmt. In einer gewagten Überholaktion schneidet er  mit seinem alten, kleinen Auto absichtlich einen UN-Panzer und lacht. Ich schaue zurück und sehe lächelnde UN-Soldaten. Scheinbar haben Sie den Humor von P. Stra verstanden, ob Sie ihn schon kennen? In Cap Haïtien leitet P. Stra das Straßenkinderzentrum der Salesianer. Zuvor war er in Port-au-Prince tätig, wechselte jedoch nach dem Erdbeben im Januar  nach Cap Haïtien, um sich von seinen Verletzungen zu erholen und etwas mehr Ruhe zu haben. Von Ruhe kann in der quirligen Stadt Cap Haïtien, jedoch eigentlich nicht die Rede sein.

Nach unserer Ankunft nimmt uns P. Stra mit nach Lakay, der dritten Station des Straßenkinderprogrammes der Salesianer, dessen Erfinder P. Stra selbst war. Das Straßenkinderprogramm setzt sich zusammen aus 3 Stationen. Auf der Straße (La rue) nehmen pädagogische Mitarbeiter Kontakt zu Straßenkindern auf, erste Anlaufstelle und 2. Station des Straßenkinderprogrammes ist der Hof (Lakou), wo die Kinder spielen, schlafen und lernen. Die 3. Station ist das Zuhause (Lakay), wo die Kinder und Jugendlichen eine Ausbildung absolvieren und übernachten können.  In Lakay erwartet uns ein großes Schauspiel! Auf ca. 20m2 Fläche tummeln sich bis zu 80 Personen, alles Familien der Straßenkinder, um mit Pater Stra die Messe und anschließend den Muttertag zu feiern. 4 Stunden lang tragen Kinder Gedichte vor, singen, spielen Theater und führen Kunststücke vor. Es ist für mich einer der bewegendsten Momente in Haiti, da wir nun mittendrin sind – in der unglaublich tapferen und bewundernswerten Art und Weise wie Menschen aus ärmsten Verhältnissen eine Gemeinschaft teilen und Spaß miteinander haben, etwas das man auf manchen Pfarrfesten in Deutschland vergeblich sucht.

Beeindruckt von den Beiträgen der Kinder und der herzlichen Art, wie wir von allen aufgenommen werden, fahren wir nach dem Mittagessen nach Lakou. Hier erzählt uns P. Stra einige Einzelschicksale der Jungs die wir dort treffen. Die meisten Straßenkinder haben zwar Eltern, jedoch führt die materielle Armut und die Perspektivlosigkeit der Familien oft zu vermehrten Alkohol und Drogenkonsum der Eltern, innerfamiliärer Gewalt und letztendlich zum Auseinanderbrechen der Familien. „Viele Kinder haben 2, 3 Väter, aber halt keinen richtigen.“ P. Stra kümmert sich liebevoll um diese Kinder und weiß den richtigen Ton zu treffen. Wir sind sehr beeindruckt davon, wie die Kinder ihn respektieren und auf das hören, was er sagt. „Ihr wisst, dass Lesen wichtig ist?“ Im Chor rufen Sie „Oui!”

Unser Rückflug wird leider nicht so ruhig wie der Hinflug. Durch eine dicke Wolkendecke schaukeln wir nachmittags Richtung Port-au-Prince. Zwischendurch resümiere ich über mein Leben und denke mir, dass es ja eigentlich recht erfüllt war. Nach gefühlten 30 Minuten Landeanflug, verlassen wir die Maschine und mich überkommt der Wunsch, den Boden zu küssen – halte mich aber dann doch dezent zurück.

Schule und Ausbildung in Gressier

Weiteres Ziel unserer Reise – zum Glück gut mit dem Auto zu erreichen – ist Gressier. Gressier liegt ca. 25 km westlich von Port-au-Prince, direkt am Meer und erscheint fast wie ein romantisch, verschlafenes Küstenörtchen, übersieht man den Müll und brennende Dinge am Straßenrand. Die Salesianer besitzen hier ein riesiges Gelände auf dem vormals eine Grund- und Sekundarschule stand, die jedoch durch das Erdbeben komplett zerstört wurde.

Zusammen mit Ersatzteilen für einen Traktor, die wir auf dem ENAM Gelände ausgepackt und nun eigenhändig nach Gressier transportieren dürfen, fahren wir nach Gressier, um vor allem den Baufortschritt zu sehen und über weitere Projekte mit P. Nau, den Leiter der Einrichtung, zu sprechen. Auch P. Nau merkt man an, dass er sich voll und ganz für seine Schüler einsetzt und oft müssen wir ihn auf dem riesigen Gelände suchen und finden ihn dann im Gespräch und lachend mit Kindern. Trotz Großbaustelle können die Kinder in provisorischen Zelten am Unterricht teilnehmen und seit Anfang des Jahres können Jugendliche Ausbildungskurse in Elektrik und Schreinerei besuchen.  P. Nau erzählt uns von seinen zukünftigen Plänen für Gressier und trotz der momentanen bescheidenen personellen Besetzung (es sind gerade mal er und ein weiterer Salesianer vor Ort),  schaut er optimistisch in die Zukunft. Neben der Grund- und Sekundarschule entsteht zurzeit ein College (Schule für die Klassen 11-13), ein Internat und es sollen noch weitere Ausbildungsmöglichkeiten angeboten werden können.

Ein sehr einprägendes Erlebnis ist die Begegnung mit 2 Jungs, die uns die Umgebung von Gressier zeigen. Hier trauen wir uns zu uns auch außerhalb der Mauern zu bewegen, immerhin haben wir einen geschätzt 80jährigen Guide an unserer Seite, der eine Machete mit sich führt. Nun gut. Zunächst wissen wir noch nicht so recht warum uns die Jungs eigentlich begleiten, bis wir feststellen, dass sich mit uns zu unterhalten, eine willkommene Abwechslung für sie ist. Zudem sagen sie uns, dass sie die Chance nutzen wollen Englisch mit uns zu sprechen. Es rührt mich von ihnen zu hören, was sie in Zukunft machen möchten. Arzt, um Kranken zu helfen. Handwerker, um Häuser zu bauen. Das Erdbeben hinterlässt seine Spuren.

Was bleibt?

Das Ende unseres Aufenthaltes nähert sich und nachdem ich dachte schon viel erlebt und in Port-au-Prince die Zerstörung des Erdbebens gesehen zu haben, erzählt man mir, dass ich ja bisher immer nur um das Zentrum herum gefahren sei. Kurzerhand nutze ich die letzten Stunden und fahre mit einem Salesianer in das Zentrum von Port-au-Prince. Das Bild, das sich einem hier darstellt ist unglaublich. Wie in einem Hollywood Armageddon Film, wie durch eine Geisterstadt fahren wir durch das vom Erdbeben zerstörte Zentrum der Hauptstadt. Trotz aller Berichte und Fotos, die ich zuvor gesehen hatte, war ich darauf nicht vorbereitet. Und noch mehr wurde mir klar, wie viel Respekt man vor dem Eifer der Menschen haben muss, die angesichts solcher Zerstörung weiter machen und nicht aufgeben.

Was kann man also nach 10 Tagen in Haiti sagen? Vieles, was ich vorher nur schwer verstehen konnte, stellt sich mir nun klarer dar. Insbesondere die Langsamkeit über die sich alle Seiten beschweren. Hauptursache dieser Langsamkeit ist wohl einmal die Infrastruktur Haitis. Man weiß eigentlich nie ob man mit dem Auto für 3 km 2 Stunden oder 15 Minuten braucht. Bei Regenfällen weiß man nicht, ob man überhaupt noch nach Hause kommt. Die Zustände der Straßen sind so unglaublich, dass ich mich wohl nie mehr über die Straßen in Deutschland beschweren werde.  Dazu kommen regelmäßige Stromausfälle. Man hat gerade eine Email fertiggeschrieben und dann fällt der Strom aus. Um überhaupt unter diesen Umstände zu arbeiten (und wenn man überhaupt eine Stromquelle oder ein Auto hat sind das ja gute Umstände in Haiti), muss man sich wohl eine gewissen Entspanntheit zulegen, die auch leicht als eine Lässigkeit oder sogar Gleichgültigkeit missverstanden werden kann wirken kann. Natürlich kann auch ich nach 10 Tagen nicht sagen, ob Gleichgültigkeit tatsächlich ein vorherrschendes Phänomen in Haiti ist. Sicherlich ist es auch ein Phänomen. Aber Gleichgültigkeit entsteht ja erst, wenn man merkt, dass man an seiner Situation nichts ändern kann und hier war mein Eindruck doch ein anderer. Ich habe doch die Hoffnung, dass vor allem die Kinder und Jugendlichen es schaffen nicht in eine Lethargie zu verfallen und sie die Chance auf eine bessere Zukunft nutzen. Hier hat mich die Arbeit der Salesianer sehr positiv gestimmt und tief beeindruckt. Auch die Wahl des neuen Präsidenten Martelly hat bei vielen Haitianern Hoffnungen geweckt, die er hoffentlich trotz noch ungeklärter politischer Lage zumindest teilweise erfüllen kann. Es geht ein Ruck durch das Land – das ist mein persönlicher Eindruck, den ich von Haiti habe.
Mwen renmen Haiti!

Geschrieben von Don Bosco Bonn am 22. Juni 2011 | Abgelegt unter Allgemein | Keine Kommentare

Zu Gast in der Cite Soleil, dem größten Slum Haitis.

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Geschrieben von Don Bosco Bonn am 10. Januar 2011 | Abgelegt unter Allgemein | Keine Kommentare

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