Neue Lücken im Blog, und: Gibt es Qualtitätsmanagement bei den Salesianern?
Heute werde ich versuchen, zu rechtfertigen, dass ich ab jetzt nur noch sehr sporadisch hier schreiben werde, z.B. wenn wir von unserer Kerala-Reise wieder da sind, aber sicher nicht mehr jede Woche, wie am Anfang.
Zu erst möchte ich aber mal eine Frage an alle Salesianer Don Boscos und mit den Salesianern Involvierten stellen, die diesen Blog eventuell zu Gesicht bekommen.
Gibt es bei Ihnen so etwas wie Qualitätsmanagement?
Wenn ich eine Canon oder Nikon Kamera kaufe, dann hat sie idealer Weise in Deutschland den selben Qualitätsstandard wie in Indien, Frankreich oder China.
Zumindest ist genau das das Ziel des Qualtiätsmanagements. Gibt es diese Idee auch bei den Salesianern?
Leider glaube ich, dass es nicht der Fall ist, nachdem ich heute folgendes mitbekommen habe:
Die Volontärin, die sechs Monate im Projekt Chiguru einen 5 am – 10 pm Job gemacht hat, hatte öfter die Kinder besucht, um die sie sich schließlich ein halbes Jahr gekümmert hatte.
Leider sind ihr, und auch mir, denn es handelt sich bei der Volontärin um meine Freundin Barbara und ich bin bei den Besuchen in der Regel dabei gewesen, immer wieder Dinge aufgefallen, die nicht so gut laufen. Genaugenommen lagen sie auf einer Skala zwischen Katastrophe und “Das ist jetzt aber nicht so toll” ausschließlich im schlechteren Bereich.
Beispiele: Kinder, die keine Unterhosen tragen, und deswegen im Genitalbereich schwere Entzündungen haben, Kinder werden geschlagen, und Schlagen ist generell praktisch die einzige Erziehungsmaßnahme, Kinder schlafen ohne Matratze, obwohl Matratzen verfügbar sind, im Zimmer nebenan.
Solche Beispiele häufen sich hier in letzter Zeit, und wir Volontäre haben schließlich in einer Art Krisensitzung auf diese Dinge ein weiteres Mal hingewiesen, und verlangt, das sich etwas verändert. Das waren nicht nur wir zwei, sondern insgesamt zwölf Volontäre, die sich einig waren, dass dieses Projekt derzeit nicht die Richtlinien der Salesianer verfolgt.
Das Resultat hat heute seinen Höhepunkt gefunden, als Barbara mitgeteilt wurde, dass sie besser nicht mehr ins Chiguru fahren sollte.
Das heißt, jetzt wird einer Volontärin, die einen bezahlten Job ein halbes Jahr mit aller Kraft ausgefüllt hat, verboten, die Kinder, für die sie sechs Monate ihr Herzblut vergossen hat, zu besuchen, weil man dann kein Problem mehr damit hat, dass sie sich über Dinge beschwert, die nicht richtig sind, und zwar nach dem Denken der allgemeinen Vernunft und im speziellen nach der Philosophie der Salesianer Don Boscos;
und dieses Verbot wird von einem Father der Salesianer Don Boscos ausgesprochen.
Ganz ehrlich: Besuchen Sie Ihre Projekte, oder hören sie auf ihre Volontäre, wenn sie sich beschweren! Es handelt sich nicht immer nur um Jugendliche, die mit dem Kulturschock nicht klarkommen.
Weiße Seiten im Tagebuch
Von den ersten Einträgen zu den Kurznotizen, zu endlosen Blogartikeln zwischen immer größer werdenden Lücken; gar nicht so leicht, so ein Online-Tagebuch immer mit der selben Motivation zu führen.
Die knappe Zeit mit Internetzugang ist sicherlich ein Grund. Doch wenn ich selbst nochmal so durch die ersten Sätze auf dieser Seite scrolle, merke ich, dass die Begeisterung über alles neue und befremdliche, die mich vor sieben Monaten wöchentlich zu neuen Einträgen getrieben hat, mittlerweile einfach nachgelassen hat.
Es ist ganz bestimmt nicht so, dass die Dinge hier nicht mehr spannend oder neu oder aufregend sind, und es ist auch nicht der Fall, dass einfach nichts mehr passiert.
Mittlerweile ist es aber so, dass vieles, was anfangs interessant, weil neu, spannend, weil anders war, einfach nervt. Ich kann es nicht anders sagen. Als Beispiel nehmen wir den Einkauf des neuen Kühlschranks letzte Woche im Vimukthi. Konsti und ich hatten noch etwas Geld von den Watercooler-Spenden übrig, und entschieden, dafür einen neuen Kühlschrank zu kaufen, so dass wir die Lebensmittel, vor allem Milch und Joghurt richtig lagern können.
Die nervenaufreibende Geschichte jetzt nochmal komplett aufzurollen bringe ich nicht fertig, und in 5 Monaten ist sicher eine nette Anekdote daraus geworden.
Nur so viel: Rikschahfahrten mit einem bis zwei Kühlschränken aufgeladen, drei Geschäfte, Kühlschrankhandel von viertel vor Sieben bis viertel nach Elf in der Nacht, der Schwiegervater vom Chef hilft dann auch noch beim Verhandeln, irgendwann verschwimmt die Grenze zwischen eigenem Wahnsinn und dem um einen Herum.
Kurz und Gut: Ich will meine Leser nicht alle vergraulen, sondern bitten, trotzdem ab und zu mal wieder nachzuschauen. Aber leider weiß ich, dass ich nicht mehr über alles, was hier so passiert, ausführlich berichten werde.
In den Projekten läuft es im Moment allgemein nicht besonders rund, wie auch aus dem ersten Teil dieses Artikels zu entnehmen ist. Da macht es einen nur noch mehr fertig, darüber zu schreiben und doch nichts tun zu können, weil Veränderungen hier scheinbar nicht gewollt sind.
Von unseren Reisen und bestimmt auch noch von anderen Gelegenheiten werde ich trotzdem berichten. Bis dahin, frohe Ostern,
Konrad
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Haben die Boscos schon auf deinen Eintrag reagiert?
Mich würde wirklich interessieren, was die sagen. Ich finde es auch gut, dass du das aufgeschrieben hast. Denn das ist ja immer das Problem mit den Spendengeldern…
Heute haben wir beim eiersuchen an euch gedacht und dass wir letztes jahr im warmen frühlingswetter unterm nussbaum gesessen haben…
schöne brille!
Ist doch auch klasse, wenn man sich wieder richtig auf zu Hause freuen kann und eure Krise – ist denn da niemand, dem ihr euch anvertrauen könnt?
Ich meine die Lösung, nicht mehr ins Projekt zu fahren ist natürlich völlig daneben.
Unverständlich.
Verstehe euch gut. Mama
Ohren steif halten, alter Freund! Ihr packt das schon