Ein Jahr Indien- das wars!

Das wars.

Das war ein Jahr Indien, voll Abenteur, Erlebnis und Schoenheit.

Noch wenige Stunden und ich steige in den Flieger. Wie am 20. August 2010, nur umgekehrt, in die andere Richtung, gen Heimat.

Doch ausser ein paar Klamotten lasse ich nichts und niemanden zurueck, keins der Kinder, keines der wunderschoenen, bereichernden Erlebnisse. Kein hupendes Taxi, keinen ueberfuellten Zug; erst recht nicht die vielen Tassen Tee, jedes entwaffnende Laecheln und jedes gute Wort.

Ich nehme alles mit, in meiner Erinnerung, in meinem Herzen. Manches werde ich vermutlich schnell wieder vergessen, doch dieses Jahr Indien, dieses Jahr Mumbai, dieses Jahr unglaublich praegender Erfahrungen, steckt in mir drin; dieses Jahr ist Teil von mir, ein grosses Stueck Elias.

Inmitten aller umherschwirrenden Gedanken und Gefuehlen, kristallisiert sich eines heraus: Dankbarkeit. Ich bin dankbar fuer so Vieles was ich erleben durfte, fuer so viel mit mir geteilte Gefuehle und Liebe, fuer so viel Zuneigung und Respekt. Ich bin zutiefst dankbar fuer all die wunderbaren Menschen die ich getroffen habe, fuer jedes Hoch und Tief, fuer jedes Laecheln und jede Traene.

Gewagt habe ich mich, in die Fluten Indiens zu springen, ohne Ahnung oder Idee von dem was kommen mag. Es war nicht immer leicht, manchmal sogar sau-schwer!, doch ich habe mich von den Wellen tragen lassen, durch ein unvergleichlich schoenes Jahr.

Jetzt heisst es Abschied nehmen. Vom Shelter Don Bosco, von den Jungs, von Indien. Schwer ist es denen lebewohl zu sagen, die man lieben gelernt hat. Doch es geht auch zurueck nach Deutschland, zurueck zu Freunden und Familie.

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

Danke Indien. Danke Shelter Don Bosco. Danke an die wundervollen Kinder von und auf den Strassen Mumbais.

Zu allerletzt bleibt mir noch mich bei euch allen, bei meinen Freunden, meiner Familie, meinen Bekannten- jedem einzelnen Leser und Interessierten zu danken. Danke fuer euer Interesse und eure Unterstuetzung!

Auf Wiedersehen geliebtes Indien!

Euer Elias

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Ab in den Sueden – wunderschoenes Kerala!

In der offenen Zugtuer sitzend rauscht Indien an mir vorbei. Die Menschen auf den Reisplantagen winken mir zu, nie waren die vom Monsun getraenkten Felder gruener. Unzaehlige Tassen Tee, gute Gespraeche, ein gutes Buch und mehrere Muetzen Schlaf lassen diese 31- stuendige Zugfahrt dann doch recht “zuegig” ;) vergehen.

Hinter mir liegen elf Tage Urlaub im wunderschoenen Kerala, einem kleinen Bundesstaat im Suedwesten Indiens. Hinter mir liegen tosende Wellen, ueber das Wasser haengende Kokusnusspalmen, von Muscheln gespickte Straende und Buchten, Netze auswerfende Fischer, sich ueber Berge erstreckende Teeplantagen und vor allem jede Menge Erlebnis und Schoenheit.

Aber der Reihe nach.

Der Zauber nahm seinen Anfang am 25. Juni mit einer 1 ½ taegigen Zugfahrt, einem hoffnungsvoll ueberwiegend mit kurzen Hosen, T-Shirts und Sonnencreme beladenen Rucksack sowie jeder Menge guter Laune.

Die Keralesen scheinen ihre Haupstadt nur Thiruvananthapuram genannt zu haben um uns daemliche Europaer auf die Frage hin, wo wir denn hinwollen, hilflos stammeln zu sehen. Ausser einem witzig pompoesen Namen hat die Stadt noch angenehme Herberge, durch die Strassen laufende Elefanten, ein schoenes Tempelviertel und weltbeste Schokoladenmilchshakes zu bieten.

Ab gehts mit dem Bus weiter gen Sueden in das schoene Kovalam.

Vom Monsun abgeschreckt  sind in den vielen Hotels, gemuetlichen Restaurants und am Strand kaum eine Hand voll Reisende aus dem Westen zu sehen. Kaum angekommen stuerzen wir uns auch schon mit lautem Kriegsschrei in die Fluten; das arabische Meer hat uns wieder! Unsere Unterkunft liegt fuenfzig Meter vom Meer entfernt  in einem paradisischen Palmenhain, die Restaurants bieten frisch gefangenen Fisch feil, die Seeluft weht uns bei herrlichem Sonnenschein um  die Nase, waehrend  der auf den Klippen stehende Leuchtturm die gemuetliche Atmosphaere vollendet.

Wenige Tage spaeter sizten wir schon in einer kleinen Barke und werden von einem Dorfbewohner durch die traumhaften Backwaters, ein riesiges Kanalsystem, dass sich durch den Grossteil Keralas erstreckt, gepaddelt. Wir stoppen in kleinen Doerfen, koennen den Menschen bei der Verarbeitung von Kokunsnuessen zusehen, schluerfen leckere Kokusnussmilch und lernen das Dorfleben kennen. Gekroent wird dieser Trip am Ende, als wir vom Boot in das herrliche in der Sonne glitzernde Wasser springen und neben unserem Boot dahintreiben.

Todesangst und Wahnsin sind die ersten beiden Worte die mir ueber die Busfahrt weg vom Meer und hoch hinauf nach Munnar (1500 ueber NN) einfallen. Mit ueber hundert Sachen zwei Lkws in der Kurve zu ueberholen- nichts leichter als das! Mit viel Humor und Stossgebeten kam unser Hoellenschlitten dann doch nach stundenlanger Fahrt zum stehen, Glueck gehabt!

Die auf einem Berg gelegene Stadt Munnar ist eine der Teemetropolen des Suedens und gleichzeitig ein Augenschmaus. Teeplantagen erstrecken sich wohin das Auge reicht, zahllose Frauen pfluecken sich in langen Reihen den Berg hinauf. Mit der Rikscha fahren wir zu Stauseen, sehen den Menschen auf den Feldern zu, feuern einen Elefanten an, der einen riesigen Baumstamm auf einen Lastwagen hievt und geniessen die Aussicht von einer Huegelstation. Am Abend schauen wir noch in einer der grossen Teeverarbeitungsfabriken rein, was fast genau so cool ist wie eine Brauereibesichtigung ;) .

Ueber die Zwischenstation Kochin, eine sehr schoene von Kolonialbauten gepraegte Stadt, machen wir uns auf in den Norden. In der kleinen, stilecht- typisch indischen Stadt, beginnen wir unsere abenteuerlichen Rikschafahrten zu verlassenen, wunderschoenen Straenden. Ausser zwei Fischern, die ihre Netze auswerfen, einer Frau, die am Wasserfall die Sachen der Familie waescht und einem Mann, der fuer uns eine Palme raufkrachselt um mit uns gemeinsam Kokusnuesse zu geniessen, sind die Straende menschenleer. Von Felsen eingerahmte Buchten laden uns zum Schwimmen und verweilen ein, die Palmen haengen vom Ufer ueber das Meer und der mit  kleingeriebenen Muscheln durchmischte Sand verleiht einen Anblick, den man nur von Karibikbildern in Kalendern kennt.

So verbringen wir zwei Tage an den paradischen Straenden, die Sonne lacht, als haette sie noch nie den Namen Monsun vernommen, die Wellen laden immer wieder zu einem herrlichen Tanz ein, waehrend mitgebrachte Kekse sich mal wieder als das allerbeste Wegproviant erweisen. Das Leben ist schoen!

Und Zack die Bohne: Der Urlaub ist um. Es war gigantisch, beeindruckend oder auch einfach nur der “Oberhammer”.

Heute ist der 10 July und die Zeit schreitet in riesigen Schritten voran. Bis zu meiner Abreise am 5. August bleibt nicht mal mehr ein Monat, ein komisches Gefuehl. Die Shelter Boys, viele Menschen um mich herum und dieses Land sind mir sehr ans Herz gewachsen und ich bin froh fuer alles was ich erleben durfte und darf.

Und wieder stuerze ich mich hinein in die Fluten, in das Leben in Mumbai, in die Arbeit und in einen letzten Monat Indien. Dieses Mal ohne Kriegsschrei, doch trotzdem frohen Mutes! :)

Ende July werde ich mich vermutlich zum letzten Mal hier auf meinem Blog mit einer Art Abschiedsbericht melden, ueber meine Zeit hier in Indien reflektieren und ein paar Erlebnisse zusammengefasst wieder hochleben lassen. Ich wuerde mich freuen, wenn ihr dann nocheinmal reinschaut!

Liebe und vor allem froehliche Gruesse,

Elias

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Ressam Pi Di Di- Nepal, ein Reisebericht

Fünf steinerne Buddhas kehren mir ihren Rücken zu. Sie sitzen im Schneidersitz auf dem Torbogen eines buddhistischen Klosters und schauen majestätisch auf die ihnen zu Füßen liegende Stadt Katmandhu. Meditieren und zur Ruhe kommen, nachdenken und Energie auftanken; umgeben von zahlreichen, glatzköpfigen Mönchen. Diese zwei Tage hier bilden den Abschluss unserer fulminanten Reise durch das paradiesische Nepal.

Auf der Suche nach dem Yeti beginnen wir aber nicht im Kloster, sondern im Himalaya. Neben dem sagenumwobenen Mount Everest, beheimatet Nepal weitere sieben der zehn höchsten Berge der Welt.

Da die Besteigung eines solchen steinernen Riesen eine 50.000$ schwere Gebühr erfordert, entscheiden wir uns relativ schnell dafür klein anzufangen. Die Zeit aber ist nah, in der wir Reinhold Messner in Sachen Bartwuchs und Bergsteigen Parole bieten werden.

Eine Tour ist schnell ausgesucht und auch ein Guide relativ schnell gefunden. Der Gute heißt Prakash und wird uns in den folgenden Tagen einige Lacher entlocken aber auch den einen oder anderen Nerv kosten.

Unsere populäre Trekkingtour, der Annapurna Sanctuary Trekk, beginnt nach einer abenteuerlich holprigen Busfahrt in Naya Pul. Bewaffnet mit einem zehn Kilo schweren/leichten Rucksack beginnen wir hier unseren neuntägigen Trip, in den ich mich allzu rasch verlieben sollte.

Jeder Tag ist anders, jeder Abschnitt abwechslungsreich und wunderschön. Unser Weg führt uns durch traditionelle Dörfer, moosbedeckten Dschungel, Weizenfelder und Reistrassen, lässt uns tosende Wasserfälle bestaunen und schwingende Hängebrücken überqueren. Um fünf Uhr morgens schleppen wir uns in absoluter Dunkelheit den Poon Hill hinauf, um bei eisiger Kälte dem malerisch schönen Sonnenaufgang über den schneebedeckten Gipfeln des Himalayas „Hallo“ zu sagen. Wir baden in heißen Quellen, keine fünf Meter entfernt vom tobenden Gletscherbach und singen Liebeslieder auf Nepali.

Zahlreiche Teehäuser säumen den Weg, in denen wir jede Nacht erschöpft in die Federn fallen, literweise schwarzen Tee aus stilvollen Stahlkännchen schlürfen und gemeinsam mit Reisenden aus der ganzen Welt bei Rakshi, lokalem Wein (warm!), über Gott und die Welt philosophieren.

Nach einigen Tagen kristallisiert sich eine allabendliche Trekkinggemeinde heraus, die sich jeden Morgen in ihre Bestandteile auflöst und sich abends im Essenssaal wiedervereint. Drei Koreaner mittleren Alters, zwei ausgesprochen hübsche Norwegerinnen, ein spanischen Pärchen aus Bilbao, ein Holländer Anfang 60 mit seinen zwei Grazien im Schlepptau, mehrere Chinesen, drei gut gelaunte und nicht dudelsackspielende Schotten, zwei englischsprechende Franzosen (!), ein Pole und einige Deutsche schaffen eine unglaublich lebendige, schöne und witzige Atmosphäre. Zu dieser, spontan zusammengefundenen, Stammtischrunde gesellen sich regelmäßig andere Nationalitäten, neue spannende Geschichten und beindruckende Erlebnisse. Gipfel unseres Treks ist das berühmte Annapurna Base Camp, kurz ABC, das im März noch von meterhohem Schnee eingeschneit ist und auf 4130 Metern über Normal Null liegt.

Das Wetter ist großartig, sodass ich am sechsten Tag in kurzer Hose und T-Shirt durch das schneebedeckte Tal zum Base Camp hinauf stapfe. Zu beiden Seiten unseres Weges reichen steinerne Ungetüme weitere 4000 Meter in die Lüfte. Die Luft ist glasklar und gewährt einen einzigartigen, atemberaubenden Blick auf die höchsten Berge unseres Planeten. Dort oben wohnen die Götter, sagen die Nepalesen und wie mir scheint, haben sie eine gute Wahl für ihr Zuhause getroffen. Selbst der kleine Schneehase scheint von dem Ausblick beeindruckt und kommt für einen kurzen Augenblick aus seiner Höhle gekrochen.

Glücklich und mit Schnee in den Schuhen treffen wir hier, am Hochpunkt unseres Weges, auf bekannte und neue Gesichter. Die Stimmung ist heiter und euphorisch. Überschwänglich wird der nepalesische Volkshit „Ressam Pi Di Di“, der uns schon einige Tage treu begleitet hat, angestimmt. Schnell schwillt unsere kleine Gruppe zum Mob an, bis schließlich das ganze Base Camp, zur Freude aller anwesenden Nepalesen, klatscht, lacht und mit einstimmt.

Pünktlich um neun wird, wie gewohnt, das letzte Kerzenlicht gelöscht und Ruhe kehrt ein, hier mitten im Herzen der Berge. Ein Schlafsack und zwei Decken trotzen der Kälte gekonnt und der Schlaf lässt nach diesen anstrengenden Tagen nicht lang auf sich warten.

Früh morgens wird erst einmal draußen mit einem Eimer Eiswasser Zähne geputzt, ein leckeres Müsli verzehrt und zeitig aufgebrochen.

Gestern noch himmlisches Wetter, hängt nun dichter Nebel über dem Himalaya und lässt den Sonnenaufgang noch nicht einmal erahnen. Klirrende Kälte und eine Sichtweite von weniger als zehn Metern lassen eine Atmosphäre aufkommen, wie sie bei der Mt. Everest Besteigung wohl vorherrschen muss. Der Pfad ist gute zwanzig Zentimeter breit, ein Tritt abseits bedeutet nicht den sicheren Tod (würde sich aber ziemlich gut anhören ;) ), sondern bis zur Hüfte im Schnee zu verschwinden.

Je länger der Abstieg desto mehr verschwinden die Berge in meinem Rücken und Traurigkeit macht sich in mir breit, dass ich diesen schönen Trekk schon wieder verlasse. Als hätten die Menschen meine Gedanken gelesen, regnet es plötzlich Farbe. Holi- das berühmte hinduistische Fest der Farben! Ehe wir uns versehen, sind wir von Kopf bis Fuß mit jeder erdenklichen Farbe beschmiert. Lachen steckt ja bekanntlich an und so macht es einen Heidenspaß den Dorfbewohnern zuzusehen, wie sie einen jeden ahnungslosen Wegreisenden Teil eines Farbenmeeres werden lassen.

„Kombee!“ heißt es später am Abend, als die Koreaner unserer internationalen Abendgesellschaft das koreanische Zuprosten beibringen und für einen ordentlichen Klamauk sorgen.

„Wann kommst du wieder?“ fragen mich viele Guides, Teehausbesitzer und Dorfbewohner. „So schnell wie nur irgendwie möglich“ antworte ich und mir wird auf einmal bewusst, wie sehr ich die Menschen, das Land und das Trekking im traumhaften Himalaya in mein Herz geschlossen habe.

Angekommen in Pokhara gönnen wir uns einen Tag Verschnaufpause, besichtigen die „World Peace Pagoda“ mit Ausblick über die gesamte Stadt und den zweit größten See Nepals und treffen abends witzigerweise einige unserer temporären Weggefährten wieder.

Mit den Gedanken noch halb in den Bergen, geht es auch schon zum Chitwan National Park. Einen Augenschlag später sitzen wir auch schon auf dem Rücken eines Elefanten und schaukeln uns den Weg durch den Park. Mittags wartet auch schon das nächste Highlight auf uns: Elefantenbaden! Da auch Dickhäuter gerne baden, zieht jeden Mittag eine Elefantenkarawane zum Fluss, um dort, in einem riesigen Spektakel, gewaschen, gebürstet und massiert zu werden. Schwups diwups und wir finden uns auf dem nackten Rücken eines grauen Riesen wieder.

Auf Kommando latscht der Dickhäuter in den Fluss, nimmt eine kräftige Nase Wasser und duscht uns volles Rohr von oben bis unten ab. Da das unserem Benjamin genauso gut wie uns selbst zu gefallen scheint, gönnt er uns eine kalte Dusche nach der anderen. Auch tauchen steht auf dem Programm und so taucht der Gute ohne Vorwarnung, mit uns auf seinem Rücken, komplett ab. Zur Belohnung massieren wir unserem großen Freund noch den dicken Bauch und verabschieden uns mit einem fröhlichen „Namastei“.

Die nächsten zwei Tage pirschen wir, beschützt von zwei Park-Guides durch das Unterholz und halten das ein oder andere Mal kräftig den Atem an, wenn unser Guide warnend die Hand hebt oder es gewaltig im Gebück raschelt. Wir beobachten Nashörner beim Baden, Hirsche beim Kampf um die Gruppenführung, unzählige Rehe, Eisvögel und Krokodile von nahem, während Affen über uns von Baum zu Baum springen. Von Wildelefanten, Leoparden, Tigern und Bären sehen wir leider nur Fußabdrücke, die Chance auf eine Sichtung dieser Tiere ist allerdings auch verschwindend gering.

Ach ja: Einem Tiger unbedingt in die Augen schauen und möglichst viel Lärm veranstalten um ihm Angst einzujagen und ihn zu verscheuchen ;) , vor Bären und Wildelefanten aber sofort die Flucht ergreifen, ein Kleidungsstück fallen lassen und auf den nächst hohen Baum klettern :D .

Abends krönen wir unsere Tour noch mit der Übernachtung bei einer traditionellen Tharufamilie in ihrem Dorf. Dort stellen die Frauen des Stammes mit Entzücken fest, dass sogar Weiße in der Lage sind, riesige Portionen Dhal bhaat (nepal. Nationalgericht) zu verdrücken.

Mit Umweg über Lumbini, Geburtsstätte Buddhas, geht es anschließend mit gewohnt rumpelnden Bus im Schneckentempo zurück nach Katmandhu.

Nach zwei erholsamen und interessanten Tagen im buddhistischen Kloster, lassen wir unseren wundervollen Urlaub in ausgesprochen guten und gemütlichen Restaurants und Bars der Hauptstadt ausklingen. Das ein oder andere Souvenir wird noch für das Shelter erworben, dann geht auch schon unser Flieger zurück nach Delhi und schließlich auch unser Zug nach Mumbai.


Good Bye Nepal, hello Mumbai!

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Sommer, Sonne, Sonnenschein

36 Grad und es wird noch heisser….

Nein, der indische Sommer ist noch nicht angebrochen. Es ist Fruehling und der Sommer steht noch vor der Tuer. Die Temperaturen klettern stetig, fuenf Minuten Fussbal spielen heisst zu schwitzen wie ein Wasserfall und der Wasserverbrauch pro Kopf steigt exponentiell. Ventilatoren rattern rund um die Uhr, kalte Duschen werden zum heiligen Gral und Mangos und Wassermelonen werden von Tag zu Tag atraktiver.

Indische Versprechungen, dass jetzt noch wirklich kein Grund zum jammern ist und die Hoelle erst in wenigen Wochen anfaengt, tun ihr uebriges um meinem, von der momentan stattfindenden Cricketweltmeisterschaft schon vorgeschaedigten, Gemuet arg zuzusetzen.

 Spass beiseite, ist alles halb so schlimm. Der Mensch gewoehnt sich an alles. Selbst an achtstuendige, oder auch noch laengere, Cricketspiele, mit

"Klippenspringen" in Goa

minimaler Spannung ausschliesslich in der letzten halben Stunde. Tageszeitungen titeln “Warum Cricket so langweilig ist”, kaum einer guckt das ganze Spiel und trotzdem ist das Land irgendwie im Cricketweltmeisterschaftswahn.Ich konnte mich an Ratten gewoehnen, an Bollywood Filme und Musik, an indische Zug- und Taxifahrten und letzten Endes auch an Cricket- unfassbar!

Die aelteren Shelter-Boys, die die 10te Klasse besuchen, haben momentan ihre Abschlussexamen, auf die sie monatelang hingearbeitet haben. Bestehen sie diese, haben sie die mittlere Reife unter Dach und Fach und koennen entweder auf das Juniors College, vergleichbar mit dem deutschen Gymnasium, gehen oder eine Ausbildung machen. Jedem Jungen wird individuell in Job und Studium geholfen und keiner wird alleingelassen mit all seinen Sorgen rund um das Erwachsenwerden.

Samstag geht es auch schon los, ab nach Nepal mit Zwischenstopp in Delhi. Ich freue mich schon riesig auf unsere ersten richtigen Ferien und bin gespannt auf viele neue und schoene Erlebnisse.

Nach gut einmonatiger Internetabstinenz werde ich mich dann wieder life aus Mumbai mit einem kleinen Reisebericht zu Wort melden. Bis dahin wuensche ich euch alles Liebe, viel Erfolg fuer alle die Abiturklausuren oder sonstiges vor sich haben und wenigstens warme Gedanken. Falls ihr euch fragt, was guter Fussball ist, koennt ihr euch auch gerne ein Spiel von Niedersachsens Nr 1 aus Hannover anschauen!

Good bye crocodile, see you later alligator,

Elias

PS: Um eventuellen Plagiatsvorwuerfen zuvorzukommen: Hier ist nix geklaut, ausser ein paar Phrasen, dem Titel, und… ;)

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A wonderful time

We welcome you dear friends today,

We hope you’ll have a wonderful time,

Oh, hey, hey, hey

On this annual day

Mit lauter Stimme, schief aber gleichzeitig imposant, eroeffnen wir Mitarbeiter den “Jahrestag” des Shelter Don Boscos.

Reden werden geschwungen, Taenze, Taenze und noch mehr Taenze aufgefuert, der Annual Report zum besten gegeben, gegessen und getrunken.

Tagelang wurden die verschiedenen Taenze einstudiert, von Karate- bis zum traditionellen Gebetstanz, fuer das Aufhaengen von zwei Girlanden und ein

Boys im Prayer Dance Outfit

paar Blumen  extra ein Dekorationsteam eingeteilt und die Jungs mit Hemd und geputzten Schuhen auf Hochglanz poliert. Wir haben alle viel Spass, die Jungs zeigen auf der Buehne was sie koennen- ein gelungener Abend!

Eine Woche spaeter geht es fuer mich ins oeffentliche Krankenhaus, eine stinknormale indische Hautinfektion. Von alle Seiten wurde mir empfohlen, ja in ein privates zu gehen, aber die Gelegenheit dieses Spektakel miterleben zu duerfen, wollte ich mir auf keinen Fall entgehen lassen. Die Groesse des Komplexes ist locker die eines kleinen Dorfes, die Gebauede erinnern an Berlin-Marzahn.

Schon vor dem Eingang kommen mir etliche humpelnde Menschen entgegen, die Verbaende haengen lose von den Beinen herunter, ich blicke in schmerzverzehrte Gesichter. Na das kann ja was werden… Waehrend wir uns den Weg durch die vielen Menschen zum Eingang der Abteilung Hautprobleme bahnen, schauen mich viele Augen unglaeubig und staunend an: Was macht der denn hier?

Es stinkt. Na gut, das ist jetzt nichts neues in Mumbai. Und es ist dreckig, kenne ich doch auch schon.

Die Korridore entlang, rechts, links, grade aus, runter, hoch- allein waere ich verloren! Egal welches Krankenhaus in der Welt, warten ist angesagt. Ich werde in das Behandlungszimmer gebeten, welches sich vier Aerzte teilen. Die Maenner und Frauen in den weissen Kitteln sind sehr freundlich, sprechen perfekt Englisch und machen auf mich den Eindruck gute Aerzte zu sein. Da haette ich jetzt von aussen nicht unbedingt mit gerechnet.

Als ich wieder hinter dem Vorhang, hinter dem mich der Arzt untersucht, hervorkomme, stehen auf einmal, und natuerlich total zufaellig, 15 Krankenschwestern im Zimmer, die alle kichern und mich anstarren, als waere ich eine Mischung aus Sharukh Khan und einem Zirkusloewen. Leicht irritiert bekomme ich zwei Salben und Tabletten verschrieben. Nachdem ich noch in ein anderes Buero geordert wurde,  um das Interesse eines Arztes zu stillen, was ich denn in Mumbai mache, wie ich denn die indischen Maedels faende und wie das Essen sei, sehe ich noch zwei Aerzte mitte 40, die Hand in Hand, im indischen Stil guter Freunde, durch die Flure spazieren. – Laecheld verlasse ich das Krankenhaus mit  spannenden, witzigen, absurden und interessanten neuen Erfahrungen im Gepaeck. Achja, der Ausschlag ist weg! :)

Im Shelter laeuft es momentan sehr gut, ich verstehe mich praechtig mit den Jungs und den Mitarbeitern und es wird eigentlich nie langweilig. Gott sei Dank haben wir das alte Volleyballnetz wieder ausgegraben und so wird des oefteres anstatt Cricket ein vernuenftiger Sport im Shelter gespielt ;) .

Vom 6. bis zum 31. Maerz geht es fuer uns ab nach Nepal, Ferien! Wenn alles klappt, wollen wir im Himalaya eine mehrtaegige Treckking Tour und eine Dschungel-Safari auf dem Ruecken eines Elephanten machen, uns die Hauptstadt Katmandhu ansehen und auf dem Weg noch das Taj Mahal, eines der sieben Weltwunder, in der Naehe Delhis, mitnehmen. Das ein oder andere Foto werde ich schon klicken, und wer weiss, vielleicht werdet ihr dann ja ein wenig neidisch ;) .

Noch einen kleinen Witz zum Ende, den ich von Tobi, der grad mit Don Bosco in Goa rumturnt, geklaut habe:

Wer schummelt im Dschungel?

Mogli :)

Bis dann,

Elias

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Noch einmal Schwein gehabt!

Feiern, tanzen, Spass haben. Alles wie immer an Silvester.

Unter freiem Himmel, in Hemd, direkt am Meer. Die Wellen scheinen dem Rhytmus der Musik zu folgen, die Palmen scheinen wie gemacht fuer das Feuerwerk, dass am 1.1. 2011 hinter ihnen in die Luefte schiesst. Um fuenf Uhr morgens eintauchen in die Fluten, anschliessend warten auf den ersten Bus, erschoepft und gluecklich am Fruehstueckstisch sizten- alles wie immer?

Ort des Geschehens ist Goa, ein kleiner, wunderschoener Bundesstaat im Suedwesten Indiens. In dessen Hauptstadt Panjim werden Thomas, Jonas und ich am 30. 12.2010, nach 16 Stunden holpernder Busfahrt, von den anderen elf, in Indien arbeitenden, Don Bosco volunteers willkommen geheissen. Es gibt viel zu erzaehlen, hat man sich doch ein halbes Jahr lang nicht gesehen, so viel Neues, Aufregendes, Spannendes und Lustiges erlebt.

Das gefuehlt eine Million Inder, halb Russland und eine Menge Nasen aus dem Westen ueber Silvester nach Goa stroemen, ist an den zwei bis drei Touri- Straenden deutlich zu sehen und vor allem zu hoeren. Da Goa aber noch hunderte andere Straende auf Lager hat, mit wundervollen Ecken und Plaetzen nicht geizt, schafft dieser kleine Staat es gekonnt, die ganzen Touris gut zu verstecken und sich somit nichts von seiner Schoenheit rauben zu lassen.

Neben dem am zweiten Jannuar beginnenden Zwischenseminar bleibt mir genuegend Zeit um mich in diesen Flecken Erde zu verlieben. Eine Jeep-Safari Tour zu einem rauschenden Wasserfall, Abendessen am Strand, Waelder aus Kokusnusspalmen, ueberall spriessendes Gruen und die froehlichen Menschen um mich herum- Goa ist wundervoll!

Zu unserem Zwischenseminar sind auch Wolfgang Kirchner und Jean-Paul Mueller gekommen, mit denen wir fleissig unsere bisherige Zeit in Indien und Kambotscha reflektieren, aufarbeiten und entstandene  Probleme diskutieren. Jeder hat viel zu erzaehlen, in Vielem sind wir uns einig und ergaenzen uns gegenseitig, Manches jedoch hat jeder von uns unterschiedlich erlebt. So gestaltet sich das Seminar hochinteressant und spanned. Als wir uns schliesslich am 8. Jannuar zum Abschied in die Arme fallen, bin ich traurig, dass diese schoene Zeit schon wieder vorbei ist. An dieser Stelle noch einmal ein dickes Dankeschoen an unsere volunteers in Goa, Tobias und Daniel, die alles super organisiert und durchgeplant haben!

Kaum in Mumbai wieder angekommen und im Shelter ueberschwaenglich begruesst, geht es auch schon mit dem naechsten Highlight weiter: Eine indische Hochzeit!

Nach zwei Stunden Autofahrt erreichen wir Vasai, einen schoenen und gemuetlichen Vorort Mumbais. Father Williams Neffe und gleichzeitig Braeutigam Ashley begruesst uns wie gute, alte Freunde und bevor wir uns versehen sind wir schon mittendrin statt nur dabei, um nicht zu sagen adoptiert. Wer glaubt, dass indische Hochzeiten aehnlich wie deutsche ablaufen, der hat sich aber gruendlich geschnitten.

Am Abend vor der Hochzeit treffen sich sowohl die Familie des Braeutigams als auch die der Braut, um getrennt voneinander Essen vorzubereiten, eine Menge Schabernack zu treiben, zu tanzen und –ausschliesslich das maennliche Volk- das Glas zum trinken zu heben. Anschliessend ziehen die Familien – seperat voneinander- in einer grossen, trommelnden, singenden und tanzenden Karawane zu einem Haus ihrer Verwandten, um Wasser fuer das morgendliche Waschen der Beiden vor ihrem grossen Tag zu holen.

Mit Pauken und Trompeten, Floeten und Trommeln wir der kuenftige Ehemann dann am Hochzeitstag von einer Band sowie seinen Freunden und Verwandten zur Kirche eskortiert. Dort angekommen darf der Arme erst einmal darauf warten, dass die Band ohne ihn wieder umkehrt um seine Perle ebenfalls von ihrem zu Hause abzuholen.

Die Hochzeitsmesse laueft, da das Paerchen katholisch ist, quasi genauso ab wie in Deutschland. Der Spruch, der einen jeden Liebesfilm kuehrt, Frauenherzen in der ganzen westlichen Welt dazu animiert Geld fuer Hochzeitsschuhe zu sparen, Kinder kichern und Priester grinsen laesst- der fehlt jedoch. Statt “Sie duerfen die Braut jetzt kuessen” ein sparsames “Herzlichen Glueckwunsch, Ihr seid jetzt Mann und Frau”. Normalerweise bin ich ja fuer sowas nicht zu begeistern, aber ich muss mir den lauten Ausruf “Meine Guete, kuess sie doch endlich” wirklich verkneifen.

Nach der Messe zieht der ganze Hochzeitsmob erst einmal unter lautem Getoese zu dem Haus der Braut, wo das Paar in einer kleinen Zeremonie von den Eltern und Grosseltern willkommen geheissen wird. Etliche Snack, kalte Getraenke und viele Lieder spaeter findet der selbe Tobabo noch einmal im Haus des Brauetigams statt. Tanzenden Fusses geht es nun zur eigentlichen Hochzeitsveranstaltung auf ein riesiges Feld. Lichterketten schmuecken die Baeume, alles ist pompoes dekoriert, unzaehliche Tische reihen sich aneinander. Ein roter Teppich ist ausgerollt ueber den das frisch vermaehlte Paar zur Buehne schreitet, um noch stundenlang das Blitzlichtgewitter mit einem professionellen Laecheln zu ertragen.

Natuerlich fehlt auch der Hochzeitstanz nicht und angestossen wird erstmal kraeftig mit Champangner (natuerlich nur mit Familie und den engsten Freunden, also uns inbegriffen :D ). Nach leckeren Fruehlingsrollen und Softdrinks, stuerze ich mich schnell rein in das Buffet, welches mein Herz noch heute schneller schlagen laesst. Um Zehn Uhr abends ist der Spass aber schon leider wieder vorbei. Mit vollem Magen, Blasen an den Fuessen und einem abgekaempften aber um so gluecklicherem Laecheln, finden wir schnell den Weg in das Land der Traueme.

Am fruehen morgen um sechs Uhr klopft es an unsere Tuer: Schweine schlachten fuer die Nach-Hochzeitsfeier. Als ich die drei Maenner draussen auf dem Schwein knien sehe, ein Inder das Messer senkt um dem armen Vieh die Kehle aufzuschneiden und es gut eine halbe Minute nach dem ersten Schnitt noch am quiecken ist, da bin ich verdammt froh Vegetarier zu sein. Alter Schwede!

Nach einem Hausbesuch, gemeisames Schweinebraten, dickem Essen, vielem Haendeschuetteln und guten Gespraechen treten wir auch wieder die Heimreise an. So eine spannende, ausgelassene und witzige Hochzeitfeier habe ich noch nie erlebt und es war wahnsinnig schoen das alles erleben zu duerfen!

Etwas verspaetet bleibt mir noch euch ein Frohes Neues Jahr 2011 zu wuenschen. Moege dieses Jahr euch viel Froehlichkeit und Glueck schenken. Die allerbesten Gruesse,

Elias

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Weihnachtsfreuden

Ramjan und Rohan grinsen ueber beide Ohren, als sie von Father William ihr Weihnachtsgeschenk uebbereicht bekommen. Den Schulrucksack gefuellt mit Suessigkeiten, Unterwaesche, einem T-Shirt und anderen Kleinigkeiten

Merry Christmas!

tragen sie stolz auf ihrem Ruecken.  Als es Zeit ist fuer das gute Weihnachtsessen, Reis und Huehnchen satt, haben die Kinder immer noch ihr Geschenk auf dem Ruecken und weigern sich beharrlich wenigstens beim Essen den Ruecksack abzusetzen. Ramjan zeigt mir – stolz wie Oskar- dass auf seinem Ranzen sein Name geschrieben steht. Es ist nicht irgendein Geschenk, es ist nun der ganz persoenliche Besitz von ihm.

Es ist ein unglaublich grosser Spendenbetrag zusammengekommen, der mich ehrlich gesagt ueberwaeltigt hat. Bis zum heutigen Tag sind atemberaubende 420 Euro auf meinem Konto als Spende eingegangen, die ich in Form von 25.200 Ruppees (1 Euro=60 Rs) an das Shelter Don Bosco weitergeleitet habe. Von diesem Geld konnte nicht nur Unterwaesche in guter Qualitaet (100 Paar fuer 9000 Rs) fuer alle Jungs gekauft, sondern auch der groesste Teil der Schulrucksaecke (100 Stk. fuer 22.000 Rs) bezahlt werden.

Ein riesiges Dankeschoen an alle, die mit ihrer Spende die Jungen zum Strahlen gebracht haben. Danke, fuer jedes Laecheln, was ihr den Kindern geschenkt habt. Danke fuer das unglaublich grosse Spendenaufkommen. Vor allem danke fuer eure Guete, Menschlichkeit und euer Vertrauen!

Neben Geschenken und gutem Essen hatte der Weihnachtstag natuerlich noch mehr zu bieten. Tanzeinlagen und verschiedene Spiele machten den fehlenden Tannenbaum mehr als nur wett und den Tag zu einem gelungenem Weihnachtsfest!

Am Abend rief eine Bombendrohung zwar erhoehte Polizeipraesenz, nicht aber Angst und Schrecken, bzw einen verminderten Besucherstrom des Weihnachtsgottesdienstes auf dem Gelaende der Don Bosco Kirche hervor.

Schulranzen stapeln muss gelernt sein!

Zwischen ueber fuenftausend Menschen war mein erstes Weihnachten ohne meine Familie zwar ein riesen Erlebnis, doch konnte das meine am Abend einsetzende Melancholie mit dem Gedanken an zu Hause nur wenig schmaelern. Da mir jedoch ein bisschen, oder auch ein bisschen mehr, Heimweh an Weihnachten allzu legitim erscheint, habe ich mich aber schon wieder aus dieser ganz kurzen Phase gekonnt herausmanoevriert.

Mittwoch Abend um sieben Uhr geht es auch schon per Bus Richtung Sueden, nach Goa. Dort werden wir gemeisam mit den anderen Freiwilligen Don Boscos, die sich in Indien und Kambotscha rumtreiben, Silvester am Strand (yeah!) feiern, unsere bisherige Zeit analysieren und reflektieren. Wenn die Sonne am Abend ins Meer taucht, ich unter einer Palme sitze und die Seele baumeln lasse, dann werd ich an euch eingeschneiten Nasen in Deutschland denken! (Das musste jetzt mal sein ;) ).

Spass beiseite, feiert schoen rein in das Jahr 2011, indem ich auch schon wiederkomme, geniesst eure Nachweihnachtszeit und denkt ab und an mal an die Pappnase, die in Mumbai rumturnt,

Elias :)

Just dance


Ps: Ueber meinem Blog befindet sich jetzt eine neue Kategorie “About Me”. Dort habe ich vor allem fuer Leser, die mich kaum oder gar nicht kennen, mal ein paar Dinge ueber mein Jahr und ueber mich selbst zusammengefasst.

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‘BoscoBoscoBosco: Don Bosco’ hallt es durch die Straßen Indiens

Am 31. Oktober 2010 machen sich um 5 Uhr morgens 65 Jungs, 2 Mitarbeiter und 2 Bleichgesichter auf, um die Metropole Mumbai zu verlassen, dem Platz des Geschehens für 10 Tage den Rücken zu kehren. Sechs Stunden in einem Bimmelzug Richtung Gujarat, gen Norden. Sechs Stunden- eine Kurzstrecke in Indien, quasi einmal die Strecke Hamburg-München. Anstatt, wie in Deutschland ersteinmal rumzujammern, wird viel Blödsinn gemacht, gegessen, getrunken, gelacht. Schwups diwupps, sechs Stunden sind um.

Abenteuer ReisenAngekommen im Don Bosco Haus in Barroda werden wir erst einmal herzlich empfangen. Die Jungs dort sind ebenfalls wahnsinnig freundlich, man versteht sich auf Anhieb. Innerhalb von ein bis zwei Stunden sieht man sich dann aber auch mit 80 neuen Namen konfrontiert- zwecklos da überhaupt mit dem Gedächniseinschalten anzufangen. Abends wir noch zusammen Dr. Dolittle in Hindi geschaut, wir verstehen nicht alles, aber witzig ist es trotzdem :) .

Am nächsten Tag besuchen wir morgens die Schwestern vom Orden Mother Theresa, die uns dann anschließend durch ihre Einrichtung für Menschen mit geistiger Behinderung führen. Unsere Shelter Boys und wir werden still, sind ergriffen von  all den jungen und alten Menschen, die in dutzenden Betten aneinander gereiht liegen. Man merkt, hier fehlt viel Geld, vermutlich weil das Thema noch immer ein großes Tabu ist. Als eine Schwester uns freundlich begrüßt, eine Vase mit frischen Blumen auf den Tisch stellt und einen jungen Mann in seinem Bett mit einem strahlenden Lächeln hochhilft, bin ich auf das Tiefste beeindruckt. Beeindruckt von all der Liebe mit der sich Menschen wie diese Schwestern um ihre Mitmenschen kümmern. Wir gehen durch die vielen Räume, die Frauen und Männer lächeln uns oft zu, ein Jugendlicher kommt und nimmt einen unserer Jungen an die Hand.

Im Nebengebäude befindet sich noch eine kleinere Einrichtung für Waisenkinder, der wir auch noch einen kurzen Besuch abstatten. Die Kinder sind unglaublich süß, ein kleines Mädchen, ca. 6 Jahre alt, singt uns ein Lied auf Gujarati vor, ein paar andere kleine Jungs und Mädels steigen mit ein. Wir spenden tosenden Applaus und verabschieden uns herzlich. Nachdenklich steigen wir alle in den Truck ein, sogar die Kleinsten sind für eine Weile weniger aufgedreht.

Nach dem wir am Nachmittag noch eine Käsefabrik im Ort besichtigt haben, geht es dann mit einem Kleinbus und

Don Bosco Narukot. Irgendwo im Nirgendwo.

einem Truck mit Ladefläche ab nach Narukot, eine Don Bosco Schule mitten im Dschungel. Um die Fahrt ein wenig spannender zu gestalten wird gejubelt, gepfiffen, gegrölt und geklatscht. Fragende Blicke von Passanten, welche Trottel da denn so einen Radau machen, bleiben aus, da wir mit lauten `Bosco, Bosco, Bosco – Don Bosco` Rufen überall unsere Visitenkarte hinterlassen. Als wir in eine der wenigen Polizeikontrollen kommen, graut es uns schon, da einige der Jungs indientypisch auf dem Dach sitzen. Da der Polizist wohl gute Laune hat, geht es sogar ohne Bestechungsgeld weiter ;) . Raus aus der Stadt, zwei Stunden eine Straße entlang, an der jede halbe Stunde mal 3 Häuser stehen. Die Straße ist einigermaßen befahrbar, was hier definitiv nicht selbstverständlich ist.

Das Don Bosco Haus Narukot beheimatet eine Bording School, d.h. die Jungs kommen aus den umliegen Dörfern und wohnen dann, ausser in den Ferien, auch in der Schule, sowie eine Technichal School für die Älteren mit allem Drum und Dran. Auf dem riesigen Gelände sind ausserdem noch zwei Fussballplätze, eine kleine Farm und viele Felder, auf denen Chillis, Obst und Gemüse, Cotton,etc., angebaut werden. Was aber am meisten auffällt, als wir unseren Truck abladen, ist die Stille und die herrlich-frische Luft. Unvorstellbar für Alle, die den Lärm und den Smog Mumbais gewöhnt sind!

Die Tage setzen sich aus Hockey- und Fussballcoaching morgens und nachmittags, sowie kleinen Seminaren für die Größeren und witzigen Spielen für die Kleineren zusammen. Während Gayatree und Datta mit den Big Boys über verschiedene Themen wie Selbstbewusstsein, Lebensplanung, etc. reden, spielt Jonas mit den kleineren Shelter Boys verschiedene Spiele und unterrichtet ein wenig Englisch, während ich mit den sog. New Boys, d.h. mit den Jungs die noch nicht lange im Shelter und gerade erst von der Straße weg sind, verschiedene Spiele und Aktivitäten veranstalte.

Shelter-Shelter-Shelter: Don Bosco!Relativ schnell wird mir dann noch einmal der Unterschied zwischen den New Boys und den Jungs, die schon länger nicht mehr auf der Straße leben deutlich. Disziplin ist noch ein Fremdwort, die Kids sind schwerer zu motivieren und kaum in der Lage neue Spiele, die nicht extrem einfach sind, zu verstehen und zu spielen. Dazu kommen noch kleine Verständigungsschwierigkeiten, da die meisten New Boys sehr wenig Englisch sprechen. Nachdem sich nach der ersten Spieleeinheit Frustration bei mir eingeschlichen hat, klappt es doch von Tag zu Tag besser.

Ich habe gelernt, dass nicht die Kinder der Grund sind, warum und wann ein Spiel nicht klappt, sondern dass es extrem darauf ankommt mich richtig auf die Zielgruppe einzustellen, d.h. die Jungs in ihrer jeweiligen Situation zu verstehen und ihre Verhaltensweisen nachvollziehen zu können. Ist es erst einmal soweit, klappt der Rest meist ganz von allein und die Frustration verschwindet auch genauso schnell wieder, wie sie gekommen ist.

Weiterhin steht ab jetzt meditieren auf dem Tagesplan um die innere Wut, die einige Jungs immer mit sich herumtragen, loszuwerden und das persönliche Gleichgewicht zu stärken. Obwohl Meditation in Deutschland ja als Hippiesport belächelt wird, kann ich wirklich nur positives darüber berichten. Die verschiedenen Meditationsweisen lassen das ganze Drumherum und alle Gedanken für eine Weile vergessen. Ob das wirklich die Ausgeglichenheit fördert, mag jeder für sich selbst beantworten.

In Narukot gibt es aber immerhin Strom, wenn er nicht gerade ausfällt, und fließend Wasser. Wenn man allerdings morgens um sechs die Dusche aufsucht, den Hahn aufdreht und das eiskalte Wasser auf sich rieseln lässt- dann ist die Schläfrigkeit auf einmal vergessen. (In Mumbai ist unsere Dusche auch kalt, aber zwischen kalt und ar***kalt ist noch ein gewaltiger Unterschied ;) )

bitte lächeln!Eines Abends sitzen wir dann in einer herrlichen Runde, die Jungs schlafen endlich und wir Mitarbeiter haben uns eine kleine, gemütliche Auszeit mit Tee und Chips verdient. Als wir Witze über dies und das machen, fällt uns etwas auf. Zwei Hindus, zwei Christen, eine Buddhistin, ein Moslem- alle sitzen wir ganz selbstverständlich in einer Runde und verstehen uns super. Dass es in unserer Welt immer noch so viele Verblendete gibt, die aus religiöser Überzeugung hetzen, töten und lauter Dummes Zeug erzählen kommt uns irgendwie ziemlich irreal dämlich vor.

Die 10 Tage im Dschungel vergehen wie im Flug, nachdem wir noch einen Berg hochgeklettert sind, allerhand Blödsinn mit den Jungs veranstaltet  und Diwali, das Fest der vielen Lichter, mit eigens mitgebrachten Feuerwerkskörpern gefeiert haben. Auf dem Rückweg nach Mumbai machen wir noch Rast in zwei anderen Don Bosco Häusern und gehen in einem Fluss schwimmen.

Zusammenfassend kann ich über diesen Urlaub mit den Jungs sagen, dass es wahnsinnig viel Spaß gemacht hat und wir alle zusammen eine wunderschöne Zeit verbracht haben. Das Reisen an sich, das Leben im Dschungel und das Entdecken einer anderen Seite dieses wunderschönen Indiens ist wahnsinnig aufregend und lohnenswert. Ich bin wahnsinnig dankbar so Vieles erleben zu dürfen.

Zack- ohne Umleitung geht es direkt schon weiter mit meinen Erinnerungen an den Childrensday am 15. November 2010.

Um es kurz und knapp zu sagen: Es war spektakulär, bezaubert, einzigartig, gigantisch.

Childrensday 20102000 Kinder, so wird geschätzt, finden an diesem Tag den Weg zu Don Bosco um mit uns gemeinsam den Childrensday in Indien zu feiern. Unter den Kindern sind sowohl Straßenkinder als auch Kinder von den vielen Don Bosco Schulen in Mumbai.

Um all die kleinen und großen Kids bei Laune zu halten bietet der Tag ein umfangreiches Programm. Es sind dutzende Stände aufgebaut und es gibt viel zu sehen. Neben vielen Infoständen von NGO’s Zauberschow und Bühnenprogramm(Nichtregierungsorganisationen), einem Ärzteteam, einem bunten Bühnenprogramm mit Zauberer und einer Rede des indischen Cricket Nationalteam Trainers, gibt es viele verschiedene Aktionen. Dazu zählen ein Malwettbewerb mit coolen Preisen, ein Tanzkontest und verschiedene Spiele.

Ein paar Shelterboys, Jonas und ich sind fuer den Gesichtmalerei-stand eingeteilt und pinseln was das Zeug hält. Da ich ja bekanntermaßen der weltschlechteste Maler bin, sieht das alles gar nicht so doll aus- aber das ist schließlich Kunst. Es macht trotzdem einen Heidenspaß, die Kinder freuen sich riesig, auch wenn sie manchmal fast den Stand umreißen um von einem weißen Pseude-Maler das Gesicht vollgeschmiert zu kriegen. Entgegen kommt uns natürlich, dass es tierisch heiß ist und die Farbe so schnell weggeschwitzt wird, dass verlässliche Aussagen über die Qualität der Malerei im Gesicht nicht zustande kommen :) .

"2000 mal Reis, Dal, Gemüse und Brot. Zum Hieressen bitte"

Die Stimmung ist sehr gut, es wird viel gelacht, unglaublich viel getanzt und gesungen. Innerhalb von ein paar Stunden fragen mich ca. 500 Kinder nach meinem Namen und wollen ein Foto mit mir machen. In so viele lächelnde Gesichter an einem Tag zu blicken, so etwas habe ich noch nie erlebt!

Morgens, mittags und abends heisst es dann je einmal: Essenzeit! Was sich einfach anhört, ist ein riesen Akt und ein unvergessliches Erlebnis. Hut ab vor unseren Mitarbeitern, die es tatsächlich schaffen 2000 Kinder, die hungrig und ungeduldig sind, in endlos-langen Reihen hinzusetzen, einem jeden Kind einen Pappteller in die Hand zu drücken und dann zu organisieren, dass Reis, Brot, Dal und Gemüse ein jedes Kind in kurzer Zeit erreichen. Die Kochtöpfe, die mal gut und gerne doppelt so groß wie Maurerkübel sind, zeugen von dem was hier heute passiert!

Zusammen mit dutzenden anderen Freiwilligen, die sich für diesen Tag gemeldet haben, rennen wir mit Eimern voller Essen umher und teilen Kelle um Kelle an alle Kinder aus, die jeden Tag für ihre Mahlzeit betteln, sich prostituieren, stehlen oder sonst irgendwie Geld zusammenkratzen müssen. Motiviert von unzähligen lächelnden Gesichtern schaffen wir es auch relativ hurtig, jedes Kind mit Speis und Trank zu versorgen. Allein dieses Essenszenario ist schon das Erlebnis schlecht hin!

Um 8 Uhr abends ist Ende im Gelände, Schicht im Schacht. Der Childrensday ist nun offiziell zu Ende. Hunderte Hände berühren die meinigen zum Abschied und die meisten Kinder machen sich mit einem Lächeln langsam aber sicher von dannen. Als hätte der Himmel den Schlussakkord vernommen, öffnet er seine Schleusen und fängt an zu Weinen. Direkt nach der Schlussansage und dem letzten Tanz auf der Bühne, mit der das Programm geschlossen wird, reißt eine Sturmböe das riesige Childrensday Banner herunter und es fängt an zu gießen. Nun haben es alle verstanden, dieser herrliche Tag ist nun vorbei.

Dieser Tag für die Kinder Indiens war ein großer Erfolg und ein wunderschönes Erlebnis für mich persönlich. Niemals zuvor habe ich so viele lächelnde, lachende Gesichter und so viele strahlenden Augen versammelt gesehen. Die Kinder Mumbais hatten sehr viel Spaß, haben sich amüsiert, getanzt, gegessen, getrunken und gelacht. Für einen Tag lang mussten sich die vielen Strassenkinder die gekommen sind um nichts Sorgen machen, konnte einfach nur wie alle anderen Kinder spielen, herumtollen, glücklich sein. Zusammen mit den Kindern die zur Schule gehen, wurde viel erlebt und den Spaß an der Freude gefeiert. Ein bezaubernd schöner Tag!

Schlagartiger Themenwechsel: Die Zeit rennt auf Weihnachten zu. Wir haben Adventszeit. Witzig und irreal zu gleich. Deutschland und Mumbai trennen momentan ca. 40 Grad Celsius, richtige Weihnachtsstimmung kommt nicht gerade auf ;) . Silvester werden wir mit den anderen Freiwilligen von Don Bosco Volunteers, die in Indien und Kambodscha ihr Unwesen treiben, in Goa am Strand verbringen. Jipphie! Da wir vom 2.1. bis zum 7.1. dort ein Zwischenseminar haben um unsere bisherige Zeit und alles Drumherum zu reflektieren, haben wir einfach mal ein paar Tage verlängert um das neue Jahr mit schön gebräunter Plauze willkommen zu heissen.

Da wir Weihnachten natürlich auch im Shelter mit den Jungs groß feiern werden und der Platz unter dem Tannenbaum, vermutlich eine Weihnachtspalme ;) , nicht leer bleiben soll, kriegt jeder von den Jungs ein paar kleine Geschenke. Neben Kleidung, Schulranzen, Ausstattung für die Schule, etc. werden natürlich auch Süßigkeiten, Früchte und andere Leckereien an jeden von den Boys verteilt.

Für all diese Geschenke wird eine Menge Geld benötigt, da ja nicht nur ein Kind, sondern alle glücklich gemacht werden sollen. Sponsoren für einige Geschenke sind schon gefunden, doch es fehlt noch an Vielem.

Also habe ich mich entschlossen, mich auch um einen Anteil zu kümmern und dafür die Spenden aufzutreiben. Es geht nicht um Luxusartikel oder irgendeinen Schnickschnack. Es geht darum, Geld für die Unterwäsche der Jungs zu sammeln. Unterwäsche ist  für uns etwas Selbstverständliches, etwas Essenzielles.

Bitte unterstütze diese Kinder mit deiner Spende. Hilf dabei, den Kindern ein schönes Weihnachtsfest zu bescheren. Hilf dabei ein wunderschönes Lächeln auf jedes Gesicht zu zaubern und Kinderherzen glücklich zu machen. Jeder von euch kann helfen, jeder Euro kommt an, jeder Euro hilft.

Bitte überweise deine Spende an folgendes Konto:

BLZ: 120 300 00

Kontonr: 1011232509

Kontoinhaber: Elias Grondmann

Ich garantiere, dass all das gespendete Geld auch bei den Jungs ankommt und kein Spendengeld verschwendet wird. Betraegt der gesammelte Betrag mehr als die erforderlichen 5040 Rs (ca 80 Euro), wird das Geld fuer andere noch ausstehende Weihnachtsgeschenke verwendet oder langfristig in Bildung der Jungen angelegt. Hier auf meinem Blog werde ich den gesammelten Spendenbetrag veröffentlichen und natürlich nach Weihnachten auch das ein oder andere Foto hochladen.

Eine fröhliche und wunderschöne Adventszeit wünscht euch allen

Euer Elias aus dem wundervollen Indien

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Namastei, Mumbai rockt

Hallo da drueben!

Hier bin ich wieder, dieses Mal aber mangels Zeit nur kurz. (Noah wird es mir danken ;) )

Er ist gekommen ohne zu fragen, eingetreten ohne anzuklopfen und hat sich ausgebreitet, so ganz ohne Scham. Dass er nun dasitzt, jeden Tag, merke ich erst, als ich hier an diesem Computer sitzte und Faszinierendes, Bewegendes und vor allem etwas Neues schreiben will. Sein Name ist Alltag. Ich kenne ihn gut und ich ertappe mich immer seltener dabei ueber ihn zu staunen. Wenn ich aber abends dasizte und an Alltag denke, merke ich, dass er wunderschoen ist. Ich merke, dass fast alles an ihm faszinierend, schoen, bereichernd und einzigartig ist. Dann fange ich wieder an zu staunen, zu staunen darueber, wie schnell einem oft das Staunen vergeht.

Mit dem Alltag ist es aber auch morgen schon wieder vorbei, es geht mit den Jungs ab in ein Camp. Jipphie!

Wir werden morgen frueh zusammen mit den Jungs und zwei Mitarbeitern den Zug besteigen, zur wahrhaft christlichen Zeit- 5 Uhr morgens, und uns gen Norden aufmachen um dort mit den Jungs in zwei verschiedenen Don Bosco Hauesern im “Bundesstaat” Gujarat viel Spass zu haben. Dieses Camp wird teilweise Seminar- und teilweise Freizeitbezogen gestaltet werden, wie genau erklaere ich euch besser wenn ich nach 10 Tagen wieder da bin ;) .

Am 15.November ist hier in Mumbai Childrens Day und das Shelter Don Bosco laed wie jedes Jahr Strassenkinder ein um mit ihnen gemeisam zu feiern. Es werden mehr als 3000 Kinder erwartet und die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Der Tag wird bunt gestaltet und es wird viele Aktionen geben. Weiter auszuholen wuerde hier den Rahmen sprengen sowie meine zeitliche Kompetenz uebersteigen. Ihr koennt dieses Event entweder im indischen Fernsehen oder ein paar Tage spaeter auf meinem Blog, Fotos inclusive, verfolgen ;) .

An dieser Stelle koennte ich jetzt eine Rede halten zum Thema “Ich sage danke”. Da ich das aber immer aetzend finde, will ich nur mal kurz ein fettes Dankeschoen an alle richten, die meinen Blog verfolgen und an mich denken. Es ist immer schoen zu hoeren, dass euch meine Artikel gefallen. Vielen Dank auch fuer all eure Kommentare die mir ein Laecheln auf mein Gesicht zaubern. Es ist immer schoen ein Feedback zu haben und von euch zu hoeren. Bitte scheut euch nicht weiterhin kraeftig zu kommentieren! Danke J

Mir gehts er hervorragend und ich wuensche euch das selbe! Entschuldigt bitte, falls der Artikel nicht so doll geworden ist, ich bin heute wirklich etwas in Zeitnot ( Da ich natuerlich noch nicht meine Sachen gepackt habe etc. ;) ).

‘money comes, money goes,

Friendship stays alive’

Bis denne,

Elias

PS: Ich moechte kurz auf meinen Link rechts unten in der Leiste hinweisen: http://www.gemeinsam-helfen-online.de/

Dort koennt ihr Strassenkindern in Bolivien ganz einfach damit helfen, dass ihr fuer eueren Online Einkauf einfach den Umweg ueber die Seite nehmt. Keine Kosten fuer euch, kein Nachteil. Besucht einfach mal bitte die Seite, dort steht alles was man wissen muss. Die Kinder werden es euch danken!

King of the night

Bambusgeruest an "unserem" Haus

Gute Laune!

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Eine Geschichte von Rauebern und Ganoven, Gandhi und Friendensdemonstrationen, Taxifahrern, Ameisen, dem indischen Fernsehen und Tomatensandwiches

Eine Geschichte von Rauebern und Ganoven, Gandhi und Friendensdemonstrationen, Taxifahrern, Ameisen, dem indischen Fernsehen und Tomatensandwiches.

Hallo :)

In meinen wenigen Blogeintraegen bisher hat sich die Tradition ergeben, mich dafuer zu entschuldigen, mich eine lange Zeit nicht gemeldet zu haben. Ich haette mich natuerlich eher melden koennen, aber Traditionen find ich klasse ;) .

Ne, mal im Ernst, wir haben Ameisen im Zimmer die gerne mal Jonas Laptop befallen, daher koennen wir im Moment zur Vorsicht leider nicht auf ihn zurueckgreifen. Da bleibt nur der Computer im Shelter, der nur leider eine ziemliche Attraktion fuer alle Mitarbeiter und daher selten frei ist. Aber es gibt ja wohl schlimmeres!

Am 2. August war Mahatma Gandhi Day den wir ausgiebig im Shelter und auf der Strasse gefeiert haben. Ein Junge, namens Kailash, wurde als Gandhi auserwaehlt, dem er uebrigens mit geschorenem Kopf zum verwechseln aehnlich

Shelter Boys for international peace - M. Gandhi Day

sieht!, und durfte unsere kleine Shelter- Friedensdemonstration, die von 2 oder 3 Schulen begeleitet wurde, durch die Stadt anfuehren.

Mit vielen Plakaten, vom indischen Fernsehen und von einer indischen Bollywoodschauspielerin begleitet, erregte unser Engagement fuer mehr Frieden und Harmonie in der Welt doch einiges an Aufsehen. Zudem verteilten wir noch gemeinschaftlich hunderte von kleinen Blumen an alle Menschen die uns begegneten. Ein wirklich schoenes Erlebnis!

“ The world’s greatest religion is humanity”

Aber zurueck zum Ernst der Lage: Wir wurden bestohlen! Hinterruecks, feige, gemein und boesartig. Auf der Insel Elepahta mussten wir am eigenen Leib erfahren, wie schnell eine, auf den Boden gestellte Flasche Wasser, seinen Eigentuemer wechseln kann. Affen die Kokosnuesse klauen sind doch von gestern, der modern Affe klaut, verteidigt, oeffnet und trinkt aus Wasserflaschen! Raueber und Diebe, den man irgendwie noch nicht mal ein bisschen boese sein kann :) .

Räuber und Ganoven

Ob Indien oder Deutschland, um sechs Uhr morgens aufstehen ist in jedem Land frueh. Da unsere Jungs aber von Montag bis Freitag um 6.30 Fussballspielen gehen und es einen heiden Spass macht mitzumachen, man gleichzeitig ein gutes Vorbild sein kann und es auch einfach fuer mich persoenlich gut fuer Leib und Seele ist, bin ich nur kurz auf meinen Wecker sauer, wenn er zu dieser unmenschlichen Uhrzeit klingelt. Die meisten Inder pflegen einen Mittagsschlaf zu halten, ich seit dem auch- Mittagschlaf rockt!

Wenn ich dann schlafversunken in meinen Sportklamotten durch Mumbais Strassen zum Shelter schlurfe zeigt Mumbai sich von ihrer ganz anderen Seite. Die Sonne geht langsam auf, die Palmenblaetter sind noch leicht taubedeckt, die Strassen sind noch fast menschenleer. Fast kein gehupe ( hupen ist hier anders als in Deutschland nicht als “Ej du Idiot” sondern als “Achtung ich komme” zu verstehen), keine laute Bollywoodmusik- es ist ziemlich leise.

Auf der anderen Strassenseite der Taxifahrer mit grauem Bart, mitte 60 vielleicht, der alle paar Meter das Steuer loslaesst um zu dem Lied das er singt im Takt zu klatschen. Auf dem Rueckweg, hin zur Dusche, treffe ich, wie jeden Morgen, das kleine, suesse Maechen, vielleicht 5 Jahre alt, sie winkt mir zu, ich winke zurueck und entschuldige mich noch mehrmals still und Heimlich bei meinem Wecker, auf den ich heute morgen noch sauer war.

Computer Class

Vor ca. 2 Wochen wurde Jonas und mir die Ehre zu teil, life im indischen Fernsehen unseren Senf zu einer Debatte ueber Strassenkinder in Mumbai dazuzugeben. Das Fernsehteam vom Nachrichtenchannel Tv9 war inclusive dickem Uebertragungswagen zum Shelter gekommen um zu zeigen, dass nicht alle Strassenkinder vor Mc Donalds ( Scheissladen!) sitzen und vom Wachmann geschlagen und getreten werden (war den Tag vorher in den Medien) sondern dass es auch Institutionen gibt die sich ihrer annimmt. Per Lifeuebertragung wurden dann unser Direktor, Jonas und ich, inmitten von den Jungs, ueber die Arbeit und den Aufbau des Shelters befragt- ist auch mal ein Erlebnis. Zum Glueck hat uns der Moderator was in Englisch und nicht in Hindi gefragt  ;).

Uebrigens wer von euch vielleicht irgendwann mal nach Indien kommt und nicht das Essen auf der Strasse ausprobiert ist zu bemitleiden! Entgegen allen deutschen Aengsten von Hygiene, Bakterien und was auch immer- das Essen ist sensationell. Samosa, Tomatensandwiches,… einfach lecker (und dazu ist fast alles vegetarisch ;) )

Hier noch ein paar allgemeine Dinge ueber Indien, speziell ueber Mumbai (falls es euch interessiert ;) ) :

Elephanta Island

Indien hat momentan einen extremen wirtschaftlichen Boom und profitiert als Land mit ueber einer Milliarde Einwohnern in vielen Bereichen von der Globalisierung. Das ihr Land vom Weltmarkt nicht mehr wegzudenken ist und global gesehen immer bedeutender wird, macht die Inder  sehr stolz.

Von diesem wirtschaftlichen Boom profitieren aber nur wenige. So etwas wie Versicherungen gibt es in der Theorie schon, koennen sich aber nur sehr wenige Menschen leisten. Und an Sozialhilfe etc. ist hier noch lange nicht zu denken. Viele Menschen haben noch nicht einmal eine Identitaet, dh. Sie sind nirgends registriert oder gemeldet, haben selten Dokumente etc. Heute morgen stand in der Zeitung, dass immer noch 39 Prozent der indischen Kinder Unterernaehrt sind. Mehr als 8 Prozent ueber dem Durchschnitt Pakistans. Wirschaftlicher Boom hin oder her…

Die Grundstueckpreise in Mumbai sind durchschnittlich hoeher als in Berlin. Durch diesen Irrsinn kann sich niemand aus der Unterschicht ein Grundstueck leisten, illegale Slumbildungen sind vorprogrammiert. Hinzu kommt der ganze Muell der die Stadt immer mehr verdreckt. Es gibt zwar eine Muellabfuhr, aber nur fuer reiche Bezirke.

Mehr Muell -> mehr Ratten+ schmutziges Trinkwasser-> mehr Krankheit und Elend.

Es kommt vor, dass der Staat mit seinen Bulldozern

karna atschallaga- Essenszeit!

auftaucht und teilweise ohne Vorwarnung die Slums einfach abreisst. Das dabei regelmaessig Menschen schwer verletzt werden oder umkommen scheint egal zu sein. Sie leben ja schliesslich illegal dort! ….

Ein anderes Thema ist das Kastensystem. Offiziell ist diese Gliederung der Gesellschaft in niedere und hoehere Kasten abgeschafft, dh.gesetzlich verboten. Mir wurde schon oefters erzaehtlt, dass in den Doerfern die Kasten noch von entscheidener Bedeutung sind und faktisch als nicht abgeschafft gelten. In den Staedten sind sie jedoch zum Glueck nicht mehr von allzu grosser Bedeutung und wir kriegen davon kaum was mit.

Religioes und kulturell gesehen kann sich der Rest der Welt einiges von Indien, speziell von Mumbai abgucken. Dieses Land ist voll von verschiedenen Kulturen, Religionen und Menschen. Auch wenn es hier ein paar Fanatiker gibt und ab

Gandhi, Sinu und ich

und zu Konflikte entstehen sind die Menschen sehr tolerant und friedlich. Hindus, Moslems, Sikhs, Christen, usw. Leben dicht an dicht. Jeder lebt seine Religion warscheinlich intensiver als im Westen, jeder feiert seine Feste und seine Riten – und das ohne sich die Koepfe einzuschlagen!

Das wars auch schon wieder, evtl.kann ich das naechste Mal mit meiner Tradition brechen und mich frueher hier auf meiner Seite melden, aber versprechen will ich nichts ;) .

Ich hoffe, dass es euch allen gut geht und dass ihr gesund und munter seid.

Ich wuensche euch viel Glueck, Froehlichkeit und all the best,

Vielen Dank an meine Familie, meine Freunde und alle die mich und die ich gern hab, wenn ich den Jungs hier von euch erzaehle, merke ich wie stolz ich bin euch zu haben !

Froehliche Gruesse aus der Hemden- und Flipfloptraegernation

Elias

‘ You can not change great things in life,

You can only change small things with great love’.

Mother Theresa

PS:  Frau Merkel, selbst in Indien hoere ich nichts gutes!

Keine schmutzigen Kompromisse, Atomkraft abschalten!

Danke sehr, namastei!

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