Jetzt bin ich schon seit fast 5 Monaten hier in Kenia. Genug Zeit um sich einige gute, wie auch schlechte kenianische Eigenschaften anzugewöhnen. Zu den guten Eigenschaften gehört, dass es keine Eile „hurry“ in Kenia/Afrika gibt. Aber das Doofe, für euch Blogleser ist, das ich dadurch meine Blogbeiträge vernachlässige.
Jetzt gibt es aber wieder ein Beitrag und außerdem habe ich auch noch mein Layout ein bisschen verändert!
Seit meinem letzten Beitrag ist hier viel geschehen.
Am 2.-3. Dezember war die Don-Bosco-Reliquie zu Besuch in Makuyu. Freitags um ca. 16 Uhr kam die Statue im Projekt an. Die zwei Tage, an denen Don-Bosco-Statue im Projekt war, waren völlig hektisch und verplant.
Ich musste mit ein paar Jungs ca. 1000 Bambusäste zurechtschneiden, damit Don Bosco Flaggen herstellen konnten.
Außerdem habe ich 6 Jungs an meine Seite bekommen. Mit ihnen haben wir noch bis Freitags 15 Uhr den Rasen gemäht (das kann man hier nicht Rasenmähen bezeichnen, da man mit einer Art Machete die Grashalme kürzer haut), die Kirche, den Kirchturm und die Toiletten angestrichen und, und, und.
Als das Relikt dann endlich angekommen ist und von ca. 1000 Menschen empfangen wurde habe ich dann mit einem Brother die Beschallung für die Prozession gemacht.

Während alle anderen freitags mit dem Bishop die Messe feierten und am Abendprogramm teilnahmen, habe ich bei den Vorbereitungen für den nächsten Tag geholfen. In dieser Nacht habe ich ca. 20 Frauen geholfen, für 3000 Menschen zugekocht, da am Samstag nach der Messe jeder ein Mittagessen bekommen sollte. Erst abends um 23 Uhr hatte ich ein bisschen Zeit gefunden, die Don-Bosco-Statue näher zu betrachten.
Der Samstag war dann genau so stressig wie der Freitag. Ich war froh, als es Abend war und die Statue weiter gezogen ist.
Aber es war ein tolles Erlebnis und einfach überwältigend, wie die Menschen sich hier über die Statue gefreut haben. Die Leute haben die Statue geküsst, sie haben geweint und lange Zeit vor der Reliquie innegehalten und gebetet.
Nach einer Woche erholsamen und schönen Urlaub in Mombasa begann der Alltag wieder im Projekt.
Meine Aufgaben hier in Makuyu
Beim Frühstück werden mir meine Tagesaufgaben mitgeteilt. In den Ferien bestanden diese darin, dass mir ein paar Boarding Boys zugeteilt werden, (in der Schulzeit mit den Schülern, die Agrikulturunterricht haben) um jegliche Aufgaben rund ums Projekt zuerledigen. Die Boarding Boys haben in den großen Ferien im August und Dezember 14 Tage frei, in denen sie nach Hause oder in andere Salesianer Projekte gehen. Den Rest von den Ferien helfen sie im Projekt. Ich spalte und schneide mit den Jungs Feuerholz, für die Schulküchen oder mähe mit ihnen Gras.
In der letzten Woche von den Ferien konnte man mich oft mit einem oder zwei Jungs in den Bäumen mit Macheten hängen sehen. Wir sollten ein paar Bäume fällen. Eigentlich eine einfache Aufgabe, aber die Bäume, die wir fällen sollten, standen so dicht an Gebäuden, dass wir auf die bis zu 15 Meter hohen Bäume klettern mussten und die Äste von oben bis unten mit Macheten abschlagen, sodass nur noch der Baumstamm übrig blieb. Dann wurde der Baum gefällt oder mit dem Traktor umgeschubst.
Manchmal bin ich auch der Fahrer für den Father oder für Gruppen der Gemeinde, wenn sie zu anderen Kirchen fahren. Falls ich morgens keine speziellen Aufgaben bekomme, helfe ich an der Printing-Press aus.Außerdem spiele ich mit den Jungs am Abend Fußball und betreue sie beim Supper und während der Studdytime. Jeden Samstagabend zeige ich mit einem Brother zusammen einen Film für die Jungs. Da man hier im Projekt lebt, hilft man überall mit und das heißt auch, das man eigentlich rund um die Uhr mit eingespannt ist, da irgendjemand irgendwo im Projekt immer deine Hilfe benötigt.
Weihnachten in Kenia war ein vollkommen anderes Erlebnis als in Deutschland.. Am 24 Dezember habe ich einen Priester in eine unserer 16 Outstation-Kirchen gefahren. Es ist eine kleine Kirche ohne Elektrizität, so fand die Mitternachtsmesse (schon um 19 Uhr) im Kerzenlicht statt. Danach hatten wir eine große Weihnachtsfeier mit den Sistern zusammen.
Am zweiten Weihnachtstag hatte ein Father mich in sein Heimatdorf in der Nähe der Grenze zu Uganda und des Lake Victoria eingeladen. Es war wieder einmal ein spannendes Erlebnis ein neues Stück von Kenia zu entdecken. Die Menschen lebendortin ihren Familien, die oft aus mehr als 3 Generationen und über 30 Menschen bestehen. Dort leben die Menschen ausschließlich von den Erträgen ihrer Ernte und vom Fisch aus den Seen und Flüssen.
Aber wie in ganz Kenia macht auch die „Westernisierung“ nicht vor solchen Landstücken halt. Die traditionellen Häuser müssen dann zum Beispiel westlichen Steinhäusern weichen. Aber das Schlimme ist, dass die Menschen dort nicht genügend Geld haben, um auf den Zug dieser Entwicklungaufzuspringen. Die Folge ist, dass die Menschen im Elend zurückbleiben und gucken müssen, wie sie klarkommen.
An Silvester war ich dann wieder in Makuyu und ich habe für die restlichen Boarding Boys, die nicht nach Hause gegangen sind, eine Filmnacht veranstaltet.
Klar hat man sich viel fürs neue Jahr vorgenommen, man will sich mehr für die Jungs einzubringen und versucht auch mehr für sie da zu sein. Aber man darf nie vergessen, man ist hier in Afrika und alles geht langsam.






