Die letzten Tage haben wir umso positiv gestimmter verbracht und sogar schon einiges erreicht. Unser Sprachkurs in Spanisch an der UBA hat angefangen und wir lernen jeden Tag etwas dazu. Jede Woche einen Monat lang haben wir von Dienstag bis Freitag von 10 bis 12.30 Uhr Mittag Sprachunterricht in Spanisch. Ausserdem war ich am Freitag in der Schule und habe mich dort mit den Englischlehrerinnen unterhalten, um evtl. die Moeglichkeit zu erhalten, Unterricht in Englisch geben zu duerfen. Ohne Probleme durfte ich den ganzen Nachmittag dem Unterricht beiwohnen und mitgestalten. Es war wirklich toll. Dabei schien alles so verdammt unmoeglich und jetzt gehts ja doch. Von um 14 bis 17 Uhr habe ich verschiedene Englischklassen besucht und mich vorgestellt, sowie mit den Kindern gespielt und direkt im Anschluss war auch schon Horatorio bis 19.30 Uhr. So gefiel mir der Tag schon eher. Schon Dienstag kann ich wieder kommen und mit den Grossen in Englisch arbeiten. Vlt. werde ich sogar eine Stufe uebernehmen duerfen. Ein Hoffnungsschimmer am Horizont.
Den Freitagabend sind wir dann noch mit Freunden ans Meer gefahren und haben Gegrilltes gegessen und viel gequatscht. Ein wirklich toller Tag. Der Samstag war genauso super.
Am Morgen von 9.00 bis 15.00 Uhr kommen jeden Samstag die Kids, die auch unter der Woch herkommen. Wir spielten, zeichneten und assen gemeinsam. Es war super! Mir gefaellt es total mit den Kindern zu zeichnen. Sie sind ganz verrueckt nach meinen Zeichnungen und jeder will etwas gemalt bekommen. Keine Frage, dass es riedige Freude macht, dies zu tun. Ganz besonders gefallen mir Erlebnisse mit den Problemkids. So gibt es immer ein paar Kiddies, die schlagen, schreien oder auch uns und die anderen Aufsichtspersonen beschimpfen oder einfach schlecht behandeln, weil sie in ihren Familien wohl nie Anerkennung, Liebe und Aufmerksamkeit erfahren.
Ein Beispiel, ist ein Junge, der uns von Anfang an abgelehnt hat und sich ueber uns amuesierte, da wir ihn wenn er sehr schnell sprach nicht verstehen konnten. Ausserdem schrie er mich oft an und liess sich nichts sagen. Als er dann am Freitag abermals diese Tour fuhr und mich anschrie, bin ich wirklich sauer geworden und hab ihn mal unter vier augen sehr ernst zurechtgewiesen. Ich habe ihm gesagt, dass er so nicht mit uns oder anderen umgehen koenne und das es mir jetzt endgueltig reiche.
Erst hat er natuerlich gar nicht gehoert und mit seinen Freunden Witze gerissen. Als ich ihn dann jedoch ignorierte und dies auch bis zum Ende des Horatorio durchzog, erkannte er meine Kraenkung. Als alle abgeholt wurden kam er zu mir und bat mir seine Hand mit einer Entschuldigung auf den Lippen an. Ich war wahrhaft perplex. Damit hatte ich nun wirklich nicht gerechnet. Das sind jedoch genau die Erlebnisse, die unsere Arbeit hier ausmachen.