Wir sind nun beide schon 3 Wochen in Buenos Aires und haben schon allerhand erlebt.
Die Eindrücke sind in jeder Hinsicht gigantisch, im positiven wie auch im negativen Sinne. Vor ein paar Tagen zum Beispiel haben wir uns mit einem Padre der Druckerei Don Bosco, die nur ein paar Blocks entfernt ist, getroffen und wurden zur Begrüßung gleich zu typisch argentinischem Asado eingeladen. Ich spreche hier vom leckersten Grillfleisch, das ich je gegessen habe. All you can eat! Dieser Gastfreundlichkeit ist wirklich nichts hinzuzufügen. Die Kehrseite der Medaille wurde mir jedoch bereits auf dem Weg zum Restaurant bewusst, als wir von der Stadtautobahn aus auf eines der „Villas“ blickten, eines der Elendsviertel am Rande der Hauptstadt, ein Meer von wahllos zusammengeschusterten Baracken. Mit den Wolkenkratzern des schicken Hafenviertels Puerto Madero im Hintergrund bot sich uns ein allzu surreales Bild.
Zum Oratorio (täglicher Freizeittreff mit Tee, Gebäck und Spielen) kamen an diesem Nachmittag besonders viele Kinder, die Phillip und mir die Kräfte des Mittagessens wieder raubten.
An einem anderen Tag waren wir mit Javier laufen, zuerst durch den Großstadtdunst entlang breiter Avenidas, Seite an Seite mit dem rasenden Verkehr, bis wir schließlich das „Naturschutzgebiet“ am Ufer des Rio de la Plata erreichten. Die Freude über ein Fleckchen Natur war schnell verflogen, als wir an der Küste neben Müllbergen verweilen und, mit Blick auf das lediglich von Plastikprodukten bewohnte Wasser, den Duft von alten Socken genießen durften.
Gestern jedoch waren wir mit Carlos im „Bosque de Palermo“ , einem großen Park im schicken Vorzeigeviertel Palermo. Hier ließ es sich schon besser aushalten. Zwar muss man sich die Wiese mit Tausend anderen Leuten teilen, aber was will man machen, Grün ist eben einfach besser als Grau.
