Freitag 23. Dezember 2010
Für Weihnachten haben sich Johannes und ich etwas ganz besonderes für dieKinder der Capilla im Villa ausgedacht. Wir wollen den Kids deutsche Weihnachtsbräuche näher bringen und ihnen mit Weihnachtsgeschichten auch ein paar christliche Werte mit auf den Weg geben.
Zu diesem Zweck haben wir uns gestern im Shoppingcenter ein ganzes Kilo Backschokolade, Cornflakes, Zimtstangen, Orangen, Apfelsaft, Limonen und Mandeln gekauft. Denn wir wollen die Kinder nicht langweilen, indem wir lediglich über unsere eigenen Bräuche reden sondern auch selbst mit ihnen einige praktizieren.
Mit den Zutaten, einer Gitarre, ein paar Liedern und Geschichten ausgerüstet machen wir uns auf die lange Busreise ins Villa 22 de enero, am Rande von Buenos Aires. Als wir dort ankommen sind fast keine Kinder da und wir etwas enttäuscht. Doch damit geben wir uns nicht zufrieden und schicken die Kinder, die bereits da sind los, um alle anderen mitzubringen. Nach einer halben Stunde sind zum Glück viel mehr Kids anwesend und es kann losgehen.
Mit dem Lied „In der Weihnachtsbäckerei“ das Johannes und ich aus voller Inbrunst schmettern, begehen wir unser Treffen und begeistern bereits einige der Kleinen oder bringen sie zumindest zum Lachen (Was ja auch nichts Schlechtes ist).
Jetzt erzähle ich den Kindern die Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens über den fiesen Ebeneezer Scrooge, der seine Angestellten bis aufs Blut ausquetscht, zu jedem Menschen eiskalt ist und so einsam und allein mit seinen Reichtümern lebt, bis eines Tages zu Weihnachten drei Geister erscheinen. Diese zeigen ihm seine vergangenen Taten, sein aktuelles Leben und seine Zukunft. Da Scrooge das erste Mal zum Nachdenken über sich selber kommt und realisiert was für ein böser alter Mann er war, bricht er zunächst in Tränen aus. Als er am folgenden Morgen wiederum am Weihnachtstag in seinem Bett erwacht ist er überglücklich noch am Leben zu sein und will alles ändern. Schließlich wird so doch noch ein guter Mensch aus ihm und er verbringt das Weihnachtsfest zum ersten Mal seit Jahren nicht allein.
Den Kindern hat die Geschichte sehr gut gefallen und alle beteiligen sich an dem Gespräch darüber, was die Geschichte aussagen will.
Nun trägt Johannes ebenfalls eine Geschichte vor und im Anschluss berichten wir gemeinsam von den deutschen Weihnachtsbräuchen, die es hier in Argentinien so nicht gibt. Vom Nikolaus, den Weihnachtsmärkten und heißem Glühwein.
So richtig eingestimmt, machen wir uns daran mit den Kids selbst einmal Plätzchen zu backen. So lernen sie auch gleich ein neues Wort:
„Schokocrossis“

Beim Backen sind alle mit Feuer und Flamme dabei. Ein paar helfen beim Schokoladenbrechen und Schmelzen, andere beim Nüsseschneiden und wieder andere zerkleinern die Cornflakes. Als die Schokolade die richtige Konsistenz bekommen hat, beginnen wir mit dem Plätzchen aufschichten.
Es wird selbstverständlich auch viel genascht und gekleckert, was zeigt, dass alle begeistert sind und Spass haben. Als große Spezialzugabe machen wir uns am Ende an die Zubereitung von Kinderpunsch. Jeder will wieder mitmachen und auch der kleinste Arbeitschritt wird so verteilt.
Jetzt da alles fertig ist, setzen wir uns zum Essen an den Tisch und beten gemeinsam für unsere Familien, Weihnachten und wir bedanken uns für den tollen Tag. Während sich die Kidsa über Punsch und Plötzchen hermachen gibt es noch eine letzte Geschichte und das Lied „O Tannenbaum“.
Alles in allem ein perfektes Weihnachtsfest!



