Nach Monaten des Schweigens… :)

Nun sind schon seit dem letzten Eintrag zweieinhalb Monate vergangen und in der Zwischenzeit ist sehr viel passiert. Ich fang einfach mal mit dem November an.

Der November war sehr ereignesreich, da das 20 jährige Bestehen des Projektes gefeiert wurde. Das heißt, es gab zwei große Feiern, der Hogar wurde aufgeputzt und es gab einiges zum Vorbereiten. So mussten einige Tänze mit den Kleinen vorbereitet werden und die Erzieher und Voluntäre haben ebenfalls getanzt. Davon gibt es auch peinlicherweise ein Video bei Youtube (für interessierte unter:  anniversarion proyecto don bosco ….).
Ende November haben dann die Ferien angefangen. Dabei hat sich die Anzahl der Kinder im Hogar strak minimiert, da diejenigen, die die Möglichkeit hatten zu Familienangehörigen zu gehen, dies auch taten. Es blieben dann im Hogar um die 40 Kinder.
Es gab 2 Tage, an denen die Kinder abgeholt wurden und einige traurige Momente. In  vielen Fällen wussten die Kinder nämlich bis zum letzten Moment nicht, ob sie abgeholt werde, oder nicht. Oder die Kinder haben gewartet, obwohl es eigentlich sicher war, dass sie niemand abholen kommt.
Zum Schluss blieben, dann die Kinder, die wirklich niemanden haben…
Einige Tage darauf ging es dann zum Campamento (Ferienfreizeit auf dem Land) nach San Carlos. Leider habe ich die ersten Tage verpasst und konnte nicht mit, da mich eine Grippe erwischt hat und eine hässliche Augeninfektion. Ich wollte zwar mit zum Campamento, aber der Arzt und der Padre haben es mir nicht erlaubt.
Erst nach 4 Tagen durfte ich nachkommen. Mir blieben somit noch 2,5 Wochen Campamento, die einfach unglaublich waren. Zwischen Spielen, Essen und Aufräumaktionen ging es immer wieder zum Vögel abschießen mit Steinschleudern. Das war im Grunde eine der Lieblingsbeschäfftigungen der Kinder. Danach kam das Mangopflücken. Magos gab es in allen Größen- vom Tenissbal bis zur Kokosnussgröße. Als Haustiere wurden Riesenkäfer gefangen, die aber auch als Flummis benutz wurden. Diese Mistkäfer, in der Größe von Pingpongbällen, haben es aber auch nicht anders verdient, da sie einem nachts immer gegen den Kopf geflogen sind. Obwohl ich mich nicht so sehr beschweren kann, da mein Schlafsaal fast jeden Abend ausgeräuchert wurde. In dem anderen sah das schon anders aus. Dort hatte man mit einer Insekteninvasion zu kämpfen. Dafür sind dann auch die meisten Kinder zu uns gezogen, so dass ich dann Teilweise mit 15 Kindern in einem Raum schlief. Einige unter meinem Bett, die dann einen heidenspaß hatten von unten gegen mein Bett zu treten und zu fragen, ob es wehtue… Ein anderer Grund wieso es eine Wanderbewegung zu unseren Schlafsäälen hin gab, war, dass bei uns ein riesen Getthoblaster stand, aus dem immer bis tief in die Nacht die selben 4 Lieder liefen.
Abere trotz dieser kleinen nervenraubenden Dinge, die ja eingentlich im nachhinein lustig sind, war die Zeit super, da man die Kinder viel besser kennengelernt hat und eine ganz andere Beziehung zu ihnen aufbauen konnte.
Nach 2,5 Wochen Campamento, haben wir dann 5 Tage freibekommen. Der Plan war dann an dem Tag an dem wir ankommen, direkt weiter zu fahren nach La Paz. Leider ging das nicht wie geplant, da wir in eine Blockade kamen.
Um 12:00 haben wir uns ungefähr auf den Rückweg gemacht und es war geplant, dass wir so um 15:00 in Santa Cruz ankommen. Aus 15:00 wurde dann 23:00 Uhr, da die Hauptsraße von Demonstranten blockiert wurde, die eine Straßenverlängerung forderten. So standen wir in brütender hitze mit 40 Kindern im Stau. Wir haben dann auch versucht mit den Demonstranten zu reden und sie zu überzeugen, wenigstens die Kinder durchzulassen, aber die andere Seite war nicht sehr kompromissbereit und als es dunkel wurde, wurden auch Reifen angezündet, wobei ich mich frage, wozu das gut gewesen sein sollte.
Als wir dann nachts ankamen gab es für die Jungs noch ein Abendessen und dann ab ins Bett. Wir haben abends noch unsere Sachen umgepackt für den nächsten Tag und sind schließlich Mittags los.
Wir haben uns dann wieder für die nächsten 17 Stunden in eine Bus gesetzt mit dem Ziel La Paz. Wir, das sind übrigens Sarah, Rebekka (auch Voluntäre aus Deutschland) und ich.
Zum Glück war der Bus ziemlich komfortabel, sodass man schlafen konnte, wobei ich dann gegen Ende immer wieder nach luftschnappend aufgewacht bin, da die Luft mit der Höhe immer dünner wurde. Außerdem war die Kälte auch etwas ungewohnt, da ich mich mittlerweile an die Dauerhitze in Santa Cruz gewöhnt habe.
Aber nach den anfänglichen Problemchen mit der Luft lief eigentlich alles gut.
La Paz ist eine unglaubliche Stadt. Sehr chaotisch, voll und faszinierend. Egal wo man hingeht, geht es immer hoch oder runter, sodass die eigene Kondition immer auf Probe gestellt wird.
Von La Paz ging es dann in einer Tagestour nach Tiwanaku, wo es Ruinen der Tiwanakukultur zu bestaunen gibt, wie zum Beispiel das Sonnentor. Diese Kultur enstand vor den Inkern und ist dann verschwunden.
Nach diesem Ausflug ging es weiter nach Copacabana an den Titikakasee. Das Städchen ist zwar sehr touristisch, aber die Lage ist wunderschön und mit dem Böötchen kommt man dann auch zur Isla del Sol, wo wir einen Tag wandernt verbracht haben. Nach 2 Tagen Copacabana ging es wieder nach La Paz um Einkäufe zu tätigen und am 23.12 kamen wir schließlich wieder in Santa Cruz an.
Weihnachten haben wir mit den Kindern verbracht, genauso wie Silvester, wobei dies sehr spektakulär war. Mit 50 Kindern, die alle Böller hatten und einen riesenspaß diese einem vor die Füße zu werfen, sodass wir (ungewollt) tanzend in das neue Jahr gekommen sind :) .
Seitdem geht es wieder relativ ruhig zu. Die Kinder haben immer noch Ferien. Die meisten sind wieder von ihren Familien zurück,es gibt einige Neue, die sich noch eingewöhnen müssen und wir denken uns immer Aktivitäten aus, damit sich die Kinder nicht langweilen.
Dieser Bericht ist zwar strak zusammengefasst, aber falls irgendwer Fragen hat, keine Scheu. Meine Schreibfaulheit ist, glaube ich, überwunden :) .

3 Responses to “Nach Monaten des Schweigens… :)”

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