Bunt gemischt… die letzten Wochen
10 Wochen bin ich jetzt schon hier und es verbleiben weniger als 10 Monate.
Mittlerweile bin ich Taufpatin geworden. Die Taufe war am 24.10.
Mein Patensohn, der Darwin, war total aufgeregt und auch ich wusste nicht ganz was ich zu tun hatte.
Doch ich war zum Glück nicht die Einzige, in der Messe wurden insgesamt 32 Kinder getauft. Trotzdem war die Messe persönlich und bewegend.
Letztendlich musste ich ihm dann vor dem Taufbecken die Hände auf die Schulter legen und ihm nachher eine Kerze bringen.
Anschließend gab es für die Taufkinder und Taufpaten etwas Besonderes zu Essen im Schwimmbad. Mit Keksen, Süßigkeiten und Limonade.
Ich musste an diesem Tag von 6:45 bis 14:00 arbeiten.
Anschließend bin ich dann mit Darwin, zwei anderen Volontären und ihren Patenkindern in den Zoo gegangen.
Geplant war eigentlich, dass wir vorher Hähnchen essen gehen. Aber die Jungs haben es nicht ausgehalten und schon im Hogar mit den anderen Kindern mitgegessen.
Letzten Endes, war ich dann die einzige, die nichts gegessen hatte =)
Wir sind dann mit der Mircro, denn Kleinbussen hier, Richtung Zoo gefahren und haben uns von den zahlreichen bunten Papageien, den kleinen Äffchen, dem riesigen Kondor und den Pumas beeindrucken lassen.
Leider gibt es hier im Zoo nicht so viele große Tiere, wie Elefanten, Giraffen, Löwen usw. aber es war trotzdem super. Die Jungs hatten Spaß und das war schön zu sehen.
In der Woche drauf, war dann der Geburtstag von meiner Gruppe. – „Miguel Rua“ –
Ich habe mit den Kindern Pizza gebacken und es gab Wackelpudding und Eis.
Im Hogar gibt es eine kleine Bäckerei, die zurzeit nicht benutzt wird. Da konnten wir dann, bei spitzen Temperaturen und ohne Ventilator, zubereiten und backen. Es war zwar enorm heiß aber es hat super viel Spaß gemacht.
Die Kinder waren total happy, gesättigt und haben mich für meine Pizza gelobt.
Dann war auch ich glücklich. =)
Samstag, waren wir dann auf einer deutsch-bolivianischen Hochzeit eingeladen. Es war super schön, die Zeremonie total rührend. Die Trauung hat beim Brautpaar zu hause stattgefunden. Sie wohnen in einer Art WG, eine alte Hazienda ein bisschen außerhalb der Stadt.
Die Hinfahrt war schon der Hammer. Der Taxifahrer hatte eigentlich gar keinen Plan wo wir hin müssen. Das Taxi war total dreckig und wir hatten Alle schicke Klamotten an. Es hatte den ganzen Tag geregnet und die ungeteerte, schlammige Strasse, war nicht besonders gut zu befahren. Wir durch die Straßen geirrt und haben den Veranstaltungsort gesucht. Obwohl ich die ganze Zeit bedenken hatte, wir würden uns jeden Moment festfahren, sind wir dann tatsächlich um 17:15 angekommen.
Auf der Einladung stand für die bolivianischen Gäste 16:00 (das wussten wir vorher). Also waren wir noch lange nicht die letzten. =)
Es gab einen Pool und einen schönen Innenhof in dem wir gefeiert haben. Wir waren zu insgesamt 9 Leuten aus dem Haus da. Später haben es uns nicht nehmen lassen, noch in den Pool zu hüpfen bevor es dann mit dem Taxi wieder nachhause ging.
Sonntagmorgen kamen dann alle aus ihren Löchern gekrabbelt und wir haben überlegt wie man den angebrochen Tag so gestallten kann. Nachdem wir uns die Fotos vom Vorabend angeschaut haben sind wir in den guten, alten Mercado von nebenan gegangen und haben eingekauft. Zusammen haben wir dann so etwas Hamburger gemacht aber halt nicht mit Hackfleisch sondern mir ganzen Fleischstücken.
(Und wenn man dann beim Essen nicht darüber nachgedacht hat, wie das Fleisch gelagert wurde oder wie viele Fliegen darauf schon gesessen haben, dann hat es auch wirklich gut geschmeckt =))
Danach haben wir abgespült, uns noch für ein Stündchen ins Bett gelegt und sind dann nach bolivianischem Maßstab „pünktlich“ um 15:00 Richtung „Río Piraí“ aufgebrochen.
Am Fluss gibt es zahlreiche Hütten wo man traditionelle Gerichte und Getränke bekommt.
Davor haben sich die Cruzenos mit ihren Autos platziert um das Wochenende mit viel Alkohol und übertrieben lauter Musik ausklingen zu lassen.
Wir sind ein bisschen gelaufen und haben uns dann 3 Pferde gemietet, mit denen wir dann am Fluss entlang geritten sind. (Umgerechnet für 1,50€ pro ½ Std.) Mein Pferd war super, hat schön gehört und auch ordentlich getrabt.
Abends haben wir den Tag dann mit einer DVD und den Resten vom Mittagessen ausklingen lassen.
Am Montag waren wir dann mit allen Kindern des Hogares im „Parque de fantasía“, dort sind wir auf der Ladefläche von 2 LKW’s hingekommen.
- Der Padre spricht gerade den “letzten Segen” -
Schon die Anfahrt war spannend, im Park gab es dann zahlreiche Spielgeräte, Seilbahnen und ein Schwimmbad. Am Besten aber, waren die ganzen Früchte dort.
Obwohl wir ohnehin schon gut verpflegt waren, haben wir uns den ganzen Tag die Mangos von den Bäumen gepflückt und gegessen. Außerdem gab es noch eine andere Frucht mit dem Namen „Motolloe“ oder so ähnlich =) Sie schmeckt so ähnlich wie Litschi.
Auch die Jungs haben sich die Münder, Bäuche und Taschen voll gestopft und sind abends glücklich, satt und hundemüde in die Betten gefallen.
Gutenachtgeschichte und Zähneputzen sind ausnahmsweise usgefallen.
Nun geht es auf die Ferien und das Campamento zu. Ich bin mal gespannt wie es wird, wenn fast alle Kinder zu ihren Familien fahren, nur Wenige im Hogar bleiben und es Unmenge an Zeit für Aktivitäten und Spiele gibt.

