Buena Vista!

Zwischen dem 10.11. und dem 12.11.10 habe ich mir mit ein paar anderen Volontären frei genommen um von Buena Vista aus en Nationalpark Amboró zubesuchen.

Mittwochmorgen um 9:00 sollte es losgehen.

Mit den Rucksäcken und ein bisschen Wegzehrung bepackt, brachen wir dann ca. um 10:00 mit dem Taxi auf zur Truffistation. Mit dem Truffi, die Sammeltaxis hier ging es dann für 20 Bolivianos (das sind umgerechnet ca. 2€) in 1 ½ Std. nach Buena Vista, ein kleines Städtchen südlich von Santa Cruz.

Dort angekommen verschmausten wir erstmal die vorbereiteten Sandwichs und machten uns dann auf die Suche nach einem günstigen Angebot um in den Park zu kommen und dort zu übernachten.

Mit dem Angebot waren wir noch nicht ganz einverstanden, wir haben uns aber kurzer Hand entschieden einfach mal loszustarten und im Park vor Ort noch einmal wegen dem Preis zu verhandeln. Mit dem Taxi ging es dann los bis zum nächsten Rio wo uns 6 Pferde erwarten sollten. Nach gut 40 Minuten Fahrt in die Pampa erfuhren wir dann, dass es keine Pferde für uns gibt. Okay, wir entschlossen uns die angekündigten 10 km zu Fuß zu gehen. Mehrmals mussten wir unsere Schuhe aus- und wieder anziehen, um Flüsse zu überqueren.

Die Strecke kam uns um einiges länger vor. Als wir dann um 18Uhr im Campamento „la Chonta“ ankamen, waren wir erschöpft und hungrig und stürzten uns zu sechst auf die eingepackten 4 Eier und 2 Äpfel, die wir brüderlich teilten.

Um 20 Uhr sollte es dann Abendessen geben. Die Zeit bis dahin, verbrachten wir mit Karten spielen. Es kühlte schnell ab im Urwald und wir, geplättet von der Anreise sind nach und nach ins Bett gegangen. Zum Schluss blieben wir 3 Mädels übrig, die mutig behaupteten noch etwas sitzen bleiben zu wollen. Aber nachdem wir vorher schon über „das Auge“ spekuliert hatten, was wir an unserem Campamento gesehen haben und dann das nächste Geräusch kam, verließ uns der Mut schlagartig und wir sind ganz schnell Richtung Bett gegangen.

Morgens um 6 Uhr ging es dann nach einer Dusche los um Vögel zu sehen.

Wie unser Führer sagte, „hatten wir kein Glück“, es hatte nicht geregnet und wir sahen nur wenig. Um 9 Uhr dann wieder zum Frühstück im Campamento, erfuhren wir, dass es die angekündigten Wasserfälle nicht geben würde. Lediglich ein Naturschwimmbad würden wir am Nachmittag besuchen. Danach ging es dann kreuz und quer durch den Wald, über Stock, Stein und Bach. Die Natur war sehr beeindruckend und immer häufiger kam die Machete im dichten Urwald zum Einsatz. Um 11 Uhr dann machten wir eine kleine Pause und aßen Platano frito (frittierte und gesalzene Banane) und Orangen.

Als wir um 14 Uhr fürs Mittagessen wieder ins Campamento zurückkehrten, waren wir ein bisschen enttäuscht, außer farbenfrohen Schmetterlingen, einer klitzekleinen (aber giftigen) Schlange, Pumaspuren und Riesenameisen haben wir nicht viel gesehen. Also änderten wir erneut unsere Pläne. Wir bezahlten die Frau im Camp sofort, packten unsere Rucksäcke, bestellten die Pferde auf den Nachmittag und wollten nur noch einmal zum Naturschwimmbad aufbrechen. Auf dem Weg dort hin, sahen wir dann zu unserer Freude Affen, die uns neugierig aus den Bäumen betrachteten, weitere Pumaspuren und letztendlich das mehr oder weniger klare Wasser des Naturschwimmbades. Um 16 Uhr ging es dann zu Pferde wieder zurück in die Zivilisation. Die Pferde waren super. Der Rucksack zwar nervig aber Ruck Zuck waren wir im Galopp an der vereinbarten Stelle angekommen. Das war so genial und einfach der krönende Abschluss. Vorher hatten wir in einem der Flüsse einen Taxifahrer getroffen, der dort sein Auto wusch (klar ließen wir es uns nicht nehmen und haben direkt mit ihm einen Ort und günstigen Preis vereinbart).

Zurück in Buena Vista dann erneut die Überlegung, eine Nacht mehr bezahlen um am nächsten Tag nur Fisch zu essen und dann nachhause zu fahren oder direkt an dem Abend noch zurückzukehren. Nachdem wir uns zwei Hostels angeschaut haben, entschieden wir uns dafür, noch gemütlich zu Abend zu essen und dann die Heimfahrt anzutreten.

Nach einem Hühnchen für 10 Bolivianos, also umgerechnet ein bisschen mehr als 1 € machten wir uns verzweifelt auf die Suche nach einem Truffi. Leider fuhren „so spät“ keine Truffis mehr in unsere Stadt und so mussten wir in kleineren Schritten nachhause fahren.

Um 23 Uhr kamen wir müde aber zufrieden im Volontärshaus an.

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