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Abschiednehmen???

Bis zu meinem Abflug fehlt nicht mehr viel. Es ist unglaublich wie schnell die Zeit vergeht.

Mit meiner Gruppe habe ich mich sehr gut arrangiert.

Manchmal kostet es mich sie zu begeistern aber letztendlich mögen sie dann doch die Aktivitäten die ich vorbereitet habe.

Und jetzt wo wir uns an einander gewöhnt haben heißt es Abschied nehmen?

Es gab einige Probleme in der letzten Zeit in meiner Gruppe und die Leitung des Hogars hat beschlossen, dass 2 meiner Jungs das Hogar verlassen müssen. Zusammen sind die beiden in ein anderes Heim geschickt wurden, aus dem sie dann aber schon 2 Tage später abgehauen sind. Der eine ist nun in einem anderen Haus des Projektes und der andere vermutlich in einem kleineren Hogar wo er mehr Aufmerksamkeit geschenkt bekommt.

Seid dem hat sich meine Gruppe sehr stark verändert und die Jungs nähern sich mir viel stärker an.

Morgen fängt hier nach den Winterferien die Schule wieder an. Ich bin einmal gespannt was die Kinder so von ihren Familien berichten werden.

Wir waren mit 26 Kindern aus dem Hogar, die nicht zu ihrer Familie gehen konnten für 10 Tage auf Ferienfahrt in einem kleinen Dorf namens Vallegrande.

Wir haben dort in einem Hogar übernachtet, während die Jungs aus Vallegrande zu unserem Hogar nach Santa Cruz gefahren sind. Die Fahrt verbrachten wir mehr als 7 Stunden auf der Ladefläche eines LKWs und es war richtig kalt. Die 30 Decken, die wir mitgenommen hatten, haben wir alle gebraucht. Angekommen im Hogar „Jesus Infante“, luden wir unsere Sachen ab und gingen ein bisschen auf die Plaza um das Dorf kennen zu lernen.

Einige der Jungs noch mit alten Fußbällen als Hüte auf dem Kopf.

Die 10 Tage haben wir richtig schön verbracht, mit 2 großen Ausflügen ebenfalls auf der Ladefläche von einem LKW. Der eine Ausflug ging zu einer Talsperre die wunderschön in der Landschaft lag, der zweite zu einem Fluss. Für den zweiten Ausflug sind einige von uns schon um 5:30 aufgestanden um zu Fuß vorzulaufen, später haben uns die anderen dann mit dem Auto eingeholt und aufgegabelt. Die Fahrt war sehr anstrengend, die Straße sehr schlecht so dass ich einen riesigen Blauenfleck an der Hüfte davon trage.

Aber es hat sich gelohnt, die Kinder hatten spaß sind immer mal wieder ins Wasser gehüpft haben gefischt und sich im Fluss gewaschen.

Auch am Morgen zu laufen war traumhaft schön, wir sahen die Berge Stück für Stück aus dem Nebelauftauchen und die Jungs waren fleißig dabei mit ihren kleinen Steinschleudern die Vögel zu jagen.

Sonst haben wir viele Ausflüge zu Fuß gemacht, wir sind durch das Gestrüpp gelaufen, haben Rallyes und Schatzsuchen gemacht, Talentnächte, Olympiaden und viele, viele Spiele mehr.

Auch wir Erzieher haben einen Traditionellen Tanz vorgeführt und unter den Jungs einige versteckte Talente entdeckt.

Die Rückfahrt war ähnlich gestaltet, nur leider hatten wir das Pech, dass einigen Jungs die Fahrt nicht ganz zu gut bekommen ist. Bestimmt 10 Jungs mussten Brechen, klar kein Problem. Sie haben die Fahrt dann im hinteren Teil verbracht und den Kopf raus gehalten, beim Fahrtwind nicht ganz so angenehm aber na ja. Ich habe die fahrt überwiegend damit verbracht den Jungs Klopapier zu geben um sich sauber zu machen und nervliche Unterstützung zu leisten. Mit denen die Pipi machen mussten war das ähnlich, weil wir dieses Mal mit den kleinen unterwegs waren, wurden die jenigen einfach nur festgehalten und laufen gelassen – meine erste Tat nachdem ich nach Hause gekommen war und als erstes unter die Dusche gegangen bin, war also mehr als gerechtfertigt. Glücklich, müde und ein zweites mal mit Läusen sind wir also am Samstag wieder in Santa Cruz angekommen.

Und auch wenn die Kinder nicht wirklich zeigen, dass sie zufrieden sind, weil sie immer mehr wollen oder am Anfang erst mal protestieren; glaube ich, dass es auch ihnen gut gefallen hat und das von allem etwas dabei war.

Der letzte Monat wird bestimmt noch viel schneller vergehen und der Abschied schwer fallen.

Mit einigen Erziehern aus dem Hogar verstehe ich mich sehr gut und ich fühle mich wie einer von ihnen. Den Status des Außenstehenden, weißen, besser Situierten habe ich zum Glück verloren und Freundschaften aufgebaut.

Einen Abend sind wir unter den  Erzieher weg gegangen, na ja von den  angekündigten 15 sind einschließlich uns sieben gekommen aber es war schön.

Wir haben viel gelacht und den ganzen Abend getanzt und zwar alle möglichen Tänze aus Bolivien.

Morgen also nach einem freien Sonntag breche ich den letzten Teil meines Bolivienaufenthaltes an und bin schon ein bisschen Wehmütig.

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Besuch aus der Heimat

Mai !!!!!

Nun arbeite ich schon im vierten Monat mit der Gruppe Bartolome Garelli als Erzieherin zusammen. Es ist immer noch sehr anstrengend, die Kinder probieren aus wie weit sie gehen können, dann muss was genäht werden, ihnen wurde der Kulli geklaut, haben Bauchschmerzen, brauchen Schuhe oder haben ihr T-Shirt von der Schuluniform verloren. Hauptschuldige und Verantwortliche dafür, dass die Sachen wieder auftauchen bin natürlich ich. Das ist ganz schön anstrengend. Nicht nur einmal ist es passiert das ich den Nachmittag danach unter Tränen verbracht habe, trotzdem gehe ich jeden Morgen wieder mit guter Laune ins Hogar um die Kinder zu wecken. Aber schon nach kurzer Zeit kann es sein, dass der eine nicht Aufstehen will oder einfach nur trödelt, während die anderen schon warten und das natürlich wieder mal meine Schuld ist. Aber na ja so ist es halt.

Meine Gruppe hat jetzt 26 Jungs und das macht die Sache nicht einfacher.

Aber man tut was man kann und es ist wirklich eine arbeit die mich erfüllt.

Entspannen konnte ich ein bisschen als meine Eltern über Osten zu Besuch kamen. Mit ihnen ganz viele liebe Grüße und Briefe aus der Heimat, Opas gutes Brot und der lecker Schinken.

Am Montagabend haben wir uns am Flughafen getroffen und schon am Dienstag ging es los. Um 10:00 ging unser Flieger nach Sucre. Von dort aus brachen wir schon kurze Zeit später  auf und kamen nach dem wir in Potosí zu Abend gegessen hatten um 2:00 in der Nacht in Uyuni an. Dort machten wir noch in der Nacht die Tour um den Salar fest. Bis Freitag waren wir also gut versorgt. Die Landschaft, der Salar, die unzähligen Lagunen und dieses wunderschöne Panorama der Berge ist ein Traum. Alle paar Minuten bot sich ein neuer atemberaubender Ausblick. Dir Tour verbrachten wir mit 2 deutschen Mädchen, einem Engländer, dem Fahrer Nektor und der Köchin Sandra. Die Unterbringungen waren einfach aber gut. Das erste wärmende Erlebnis, die Heißen Quellen am letzten Tag.

Aber trotz der Kälte und der Höhe die einigen von uns zu schaffen machte (mir nicht ganz so) haben wir eine super Zeit verbracht.

Am Freitagabend noch ging es dann im Bus nach La Paz, die Busfahrt war bis Oruro sehr holprig und die versprochenen und bezahlten Betten waren nicht ganz so effektiv wie wir uns vorgestellt hatten. Samstagmorgens um 6:00 in La Paz angekommen machten wir uns erstmal ein bisschen frisch und machten uns auf Grund von Streiks, die am Vortag in Sucre, Santa Cruz und Potosí waren direkt nach Copacabana auf. Dort kamen wir dann noch am Vormittag an. Fanden schnell eine schöne und günstige Bleibe und nahmen unsere erste Dusche seit Mittwochmorgen =)

Wir liefen ein bisschen durch das schöne Städtchen, kauften einige Mitbringsel  und machten schon den Ausflug für den Nächsten Tag fest. Wir aßen für umgerechnet 2 € ein leckeres Menü mit Forelle aus dem Titicacasee und schliefen anschließend gut in unseren Betten. Am nächsten Morgen hieß es dann schon wieder Rucksäcke packen, Frühstücken und ab auf die Sonneninsel (Isla del Sol) wo uns eine Führen der Ruinen und ein 3 Stündiger Marsch quer über die Insel und auf dem Rücken der Berge erwartete.

Knapp, geschafft in bisschen verbrannt erreichten wir das Boot, was uns wieder zurück nach Copacabana bringen sollte. Dort angekommen blieb uns schon gar nicht mehr so viel Zeit um unsere Flota nach Cuzco zu erreichen. Als wir knapp um 18:00 als der letzte Bus die Grenze nach Peru passierten, hieß es noch Puno zu erreichen und dort den Bus zu Wechseln.

Bereits um 6:00 kamen wir in Cuzco an und schon wieder wurden wir von den Touranbietern angesprochen, wir waren skeptisch und vorsichtig, ließen uns letztendlich auf einen Kompromiss ein und frühstückten in einem Hostel, die auch Touren nach Machu Picchu anbieten. Wir trafen es gut und sauber an, es kam eine Dame die uns alles Nähere erklärte und wir machten noch für den gleichen Tag aus nach Aguas Calientes aufzubrechen.

Wir verbrachten den Vormittag in der Stadt und um 13:00 hieß es dann; auf geht’s. Die Zugfahrt war super schön, die Landschaft erneut prächtig. In Aguas Calientes angekommen, bezogen wir unser Zimmer was ebenfalls gut war, ich nutzte es nach einem Jahr ohne Fernseher mal aus, ein bisschen zu schauen, wir duschten uns, hatten eine kurze Einweisung unseres Fremdenführers, aßen zu Abend und legten uns gegen 22:00 schlafen.

Um 6:00 standen wir auf und machten uns auf um mit dem Bus hoch auf den Berg zu fahren, der Aufstieg zu Fuß hätte um die 3 Stunden gedauert.

Es war noch sehr neblig als wir ankamen und Papa wurde schon nervös, dass es denn ganzen Tag so bleiben würde. Die Tour war gut, die Ruinen beeindruckend, wunderschön, spannend und mysteriös.

Noch am gleichen Tag machten wir uns auf den Rückweg nach Cuzco wo wir sehr gut zu Abend aßen und nun noch 1 ½ Tage vor Ort hatten. Wir bummelten ein bisschen, besuchten die Christusstatur und konnten die Sache erstmals ein bisschen ruhiger angehen lassen. Donnerstagmorgen dann ging es schon früh mit dem Flugzeug nach Santa Cruz zurück.

Ostern verbrachten wir im Projekt, nahmen am Kreuzweg vom Hogar teil, an der Messe aßen mit dem ganzen Projekt am Sonntagmittag, das legendäre Hühnchen und ruhten uns ein bisschen aus. Freitag, Samstag und Montag ging ich arbeiten und wurde heftig von den Jungs  begrüßt.

Montagabend machten wir uns dann auf nach Cochabamba, Mama und Papa flogen Dienstagmorgen nach und wir trafen uns am Flughafen. Das Hostal für die Nacht hatten wir schon gefunden, wir duschten uns und liefen ein bisschen über den Markt. Cochabamba ist noch mal eine andere Welt. Wir waren zum Mittagessen eingeladen und besichtigten danach die Christusstatur, leider konnten wir nicht rein, weil er geschlossen war aber wir hatten auch so eine schöne Aussicht über die Stadt und Umgebung. Den nächsten Tag, verbrachten wir erneut in Heißen Quellen und hatten eine sehr schöne Zeit und Fahrtzeit zu 10 Personen in einem Auto =).

Wieder in der Stadt angekommen, kauften wir das Ticket für die Nacht, aßen zu Abend und liefen noch ein bisschen über die Plazas, die wirklich sehr schön sind.

Die Nacht in der Flota war gut, am Morgen wurden wir mit einer Blockade in Santa Cruz begrüßt und mussten die letzten Meter laufen um ein Taxi zu dem Hotel von Mama und Papa und zum Haus zu bekommen.

Den letzten Abend haben wir traditionell cambisch gegessen, Spezialitäten aus Santa Cruz.

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Halbzeit ?!

Wie die Hälfte ist schon rum?  – Viel zu schnell verging die Zeit!

Und schon wieder ist viel Zeit vergangen seid dem ich mich das letzte Mal gemeldet habe.

Mh… Was ist seit Neujahr alles passiert?

Mein Volontärsstatus im Hogar hat sich ein bisschen verändert, da ich jetzt alleine als Erzieherin mit einer Gruppe arbeite. Von der guten Volontären, die immer für ein Späßchen zu haben ist, bin ich jetzt zur bösen Educadora geworden, die auch mal schimpfen muss.

Aber schon kurze Zeit später kommen sie an und sagen „Hermana, hermana me ayudas? , me das esto o esto?“ usw. (was so viel heißt wie Schwester, Schwester hilfst du mir oder Gibt’s du mir dies oder jenes? ). Bis jetzt hat mich diese neue Aufgabe schon ordentlich zum schwitzen gebracht und einige Nerven und Tränchen gekostet.

Plötzlich wird einem bewusst wie schnell man an seine Grenzen kommt und einfach nur noch Ratlos ist. Aber ich mag es auch meine eigenen Ideen einzubringen und ein bisschen mehr Verantwortung zu übernehmen.

Letzte Woche habe ich für alle Zahnbürsten gekauft, damit sie mir nicht mehr mit ihren kleinen Fingerchen ankommen um sich die Zähne putzen zu wollen. Nächste Woche haben wir dann auch als Gruppe ein Gespräch mit dem Zahnarzt und sie können sich dann ab jetzt für jedes Mal Zähneputzen einen Pluspunkt verdienen.

Meine Jungs aus der vorherigen Gruppe „Miguel Rua“, sind ein bisschen beleidigt, dass ich jetzt mit 25 Jungs im Alter zwischen 10 – 14 Jahren arbeite und nicht mehr bei ihnen bin.

“Meine neuen Jungs” besuchen die 5. Klasse und haben am Nachmittag Unterricht. Mein Arbeitstag mit der Gruppe Bartolome Garelli sieht also folgendermaßen aus:

Um 6:30 gehe ich ins Hogar in die beiden Schlafsäle der Kinder um sie zu Wecken, sie putzen sich im besten Fall die Zähne, machen ihr Bett und ziehen sich um, um 7:00 treffen wir dann in unserem Gruppenraum ein. Dann wird erstmal versucht Ruhe in die Gruppe zu bringen, was nicht immer einfach ist, aber ich habe mit der Zeit schon einige Tricks raus wie es schnellstmöglich zu schaffen ist. Wir sprechen zusammen ein Morgengebet und anschließend gibt es eine Aktivität, die ich vorher vorbereitet habe. Nicht immer sind die Kinder begeistert von meinen Ideen und es kostet mich noch viel Geduld und Kraft die Ruhe zu behalten und mich durchzusetzen. Um 8:00 klingelt es dann zum Frühstück, die Kinder stellen sich in einer Reihe auf, werden noch einmal von mir durchgezählt und treten dann einer nach dem andern in den Essensaal ein. Zum Frühstück gibt es dann nach dem Gebet meistens 2 Brötchen, ein bisschen Aufstrich und ein Becher heißen (viel zu süßen) Tee oder Milch. Danach müssen die Jungs ihre „Oficios“ machen, kleine Aufgaben im Hogar, sei es den Gruppenraum oder die Schlafsäle zu kehren und zu putzen oder im Garten den Müll aufzusammeln. Um 9:00 klingelt es dann zu betreuten Hausaufgabenhilfe im Hogar selbst. Ich habe dann bis 10:30 Zeit die Wäsche von den Kindern zu zählen, sie in die Wäscherei zu bringen oder wieder abzuholen, ihre Socken und Unterhosen zum trocknen aufzuhängen, ihre Uniformen nach Nummer zu sortieren und jedem Kind seine Uniform samt Unterhose und Socken auf die Betten zu legen.

Falls Schuhe oder Klamotten zu flicken gibt, bringe ich sie an die entsprechenden Orte und hohle sie später wieder ab. Viel Zeit bleibt mir dann bis 10:30 nicht mehr, dann muss ich in einer der 3 Kleingruppen meiner Kinder die Lehrerin unterstützen und eins zu eins mit Kindern üben, die besondere Probleme haben. Um 12:00 klingelt es dann und ich gehe mit den Kindern erneut in ihre Schlafsäle, die waschen sich, ziehen ihre Schuluniformen an und gehen dann um 12:30 zum Mittagessen. Danach werden sich nur noch die Zähne geputzt, die Trödler, die vorher nicht kommen wollten müssen sich dann richtig beeilen und um 13:30 sind wir dann wieder im Gruppenraum. Es dauert immer ein wenig, bis wirklich alle den komplizierten Weg vom Schlafsaal in den Gruppenraum gefunden haben, es wird das Abschlussgeben gemacht und zusammen mit der Erzieherin vom Nachmittag bringen wir die Jungs in die Schule. Wir sprechen kurz mit den Lehrerinnen und haben dann noch eine Stunde zusammen um liegen gebliebene Sachen zu erledigen oder die Woche und die Wochenenden zu organisieren. Am Wochenende rotieren wir immer, ich arbeite entweder samstagmorgens (wo eigentlich nur sauber gemacht wird) oder sonntags abends wo man viel Zeit, viel Spielraum und schöne Momente mit den Kindern hat.

Danach um 14:30 gehe ich dann ein bisschen entkräftet aber meistens zufrieden nach Hause und bereite meistens noch etwas für den nächsten Tag vor.

Jetzt in der Anfangszeit gibt es immer noch viel organisatorisches zutun, die Klamotten zu sortieren, die „Bestände“ zu prüfen und aufzufüllen, umzuräumen und zu besprechen, so dass ich immer später zu hause war. Die Kinder sind zum Glück so gut wie nie nachtragend und helfen mir somit immer, einen nicht ganz so perfekten Morgen zu vergessen und mit einem guten Gefühl nachhause zu gehen.

Mein Wunsch am Morgen zu arbeiten hat sich also endlich erfüllt und jetzt habe ich Zeit am Abend einen Tanzkurs zu machen. Eine Stunde hatte ich bis jetzt, die ich zusammen mit einer Italienerin aus dem Haus besucht habe, es macht mir großen Spaß und nächste Woche gehe ich gleich wieder 2-mal hin. =)

Das Leben im Haus wird sich sicherlich verändern, weil wir es bis März bis aufs letzte Bett füllen werden. Dann würden bis zu 27 Leute hier wohnen. Ein Mischung aus Bolivianern, Italienern, Spaniern, Holländern und Deutschen wir das Leben hier bunt und chaotisch machen. =)

Anderer Aspekt der „Halbzeit“, war der große Chefbesuch von unserem lieben Wolfgang und das Zwischenseminar in Buenos Aires.

Bevor wir nach Buenos Aires aufgebrochen sind, war der Verantwortliche für die Volontäre von „Don Bosco Volunteers“ in Bonn für 4 Tage bei uns im Projekt und hat auch bei uns im Haus übernachtet. An seiner Seite hatte er eine Ehemalige Volontärin, die ihn bei Sprachlichen Hindernissen unterstützt hat. Es gab einige organisatorische Dinge mit der Leitung über die zukünftige Entsendung und Quantität der Volontäre zu besprechen. Er hatte ein bisschen Zeit sich das Projekt anzuschauen und auch das Leben im Haus zu erfahren.

2-mal waren wir etwas mit ihm Essen und haben uns ausgetauscht wie es uns und den anderen Volontären in Indien und Afrika so ergeht und welche Erfahrungen sie machen und gemacht haben. Am letzten Abend für Wolfgang und Martina gab es ein großes Abschiedsessen.

An der Reihe waren die Bolivianer, die unserem Beispiel vom Deutschenabend gefolgt waren und ganz lecker, mit großer Vielfalt und in riesigen Mengen für uns gekocht haben.

Montagmorgen ging es nach Buenos Aires. Erschrocken über die teure Flughafensteuer und durch zahlreiche Sicherheitskontrollen geschickt (die dem Sprichwort, „mehr Schein als Sein“ gerecht werden) konnten wir dann in der letzten Minute ins Flugzeug einsteigen. Mit ca. 30 Minuten Verspätung sind wir dann los geflogen. Aber klar wir sind ja in Bolivien. =)

In Buneos Aires dann, sind wir um Geld zusparen mit dem Bus gefahren. Wir waren noch gute, ungeplante 3 Stunden unterwegs bis wir dann endlich in der „Calle Don Bosco“ in unserem Quartier angekommen sind. Wir wurden ganz herzlichen von dem Salesianer vor Ort empfangen und trafen dort gleichermaßen auf bekannte und neue Gesichter.

Das Seminar war nicht nur für uns Bonner – Volontäre sondern auch für die Süddeutschen aus Benediktbeuern organisiert.

Ich habe dort eine super Zeit verbracht. Die Stimmung war einzigartig und wir haben viel über die Erfahrungen und Problemchen der andern gehört uns gegenseitig Tipps gegeben, zugehört, Matetee getrunken, Spieleideen ausgetauscht und auch bis spät in die Nacht ausprobiert und zusammen gekocht. Mittwochs hatten eine Exkursion mit dem Kajak auf dem Tigre – Delta, es war total anstrengend, nass aber super lustig.

Ganz ungewohnt, europäisch und viele viele weiße Menschen, ganz anders wie hier in Santa Cruz.

Donnerstag hatten wir einen typisch argentinischen Grillabend, der von unserem lieben Salesianer organisiert wurde.

Freitagmittag nach der Messe und nach dem Mittagessen endete das Seminar dann und wir waren bis Sonntagmorgen „frei“.

Samstags haben wir dann ein bisschen die Stadt unsicher gemacht und die wichtigste Plätze erkundet. Abends saßen wir noch gemütlich beisammen  und Sonntagmorgens ging es dann wieder in unser zu Hause auf Zeit, nach Santa Cruz.

Mit neuer Motivation und vielen neuen Ideen bin ich in diese Woche gestartet und habe glaube ich auch schon ein bisschen mehr Gelassenheit den Problemchen gegenüber die mir täglich begegnen. Mal schauen wie ich das so meister…

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Auf dem Sprung ins neue Jahr!

Hallo meine lieben,

ich hoffe ihr habt Weihnachten alle gut verbracht und seid jetzt trotz den Unmengen an Schnee, gewappnet darauf ins neue Jahr zu starten.

Ich habe mir kurz für das Weihnachtsfest noch den Segen von ganz oben abgeholt und war in der 2. größten Christusstatur der Welt in  Cochabamba.

Heiligabend war Freitag also wie immer mein freier Tag. Wir haben um 17 Uhr angefangen zu Grillen und das Essen vorzubereiten, schon vorher hatte ich den Nachtisch gemacht.

Es gab leckeres Fleisch aus dem Mercado, Ofenkartoffeln und Salat zum Nachtisch gab’s dann Schoko- und Vanillepudding mit Smatis in Form vom Anfangsbuchstaben des jeden einzelnen. Es war super lecker und wir haben uns alle kugelrund gefuttert.

Danach ging es kurz unter die Dusche und ab in die Messe. Später dann waren wir noch im Hogar und wollten ein Spiel mit den Kindern spielen. Leider hat uns ein plötzlicher aber starker Regenschauer ein Strich durch die Rechung gemacht (und das nach dem wir den ganzen Tag so eine Hitze hatten).

Später sind wir dann noch ein bisschen Tanzen gegangen und haben so den Heiligabend ausklingen lassen. Einen Weihnachtsbaum hatten wir auch, die Jungs sind mittags los gezogen um am Fluß eine Palme zu klauen. Diese Palme haben wir dann schön hübsch-hässlich Geschmückt und sogar eine Lichterkette rein gehangen.

Immer noch gibt es zu tun im Hogar aber wir nähern uns langsam aber sicher dem Ende der Arbeit. Zurzeit bin ich mit 3 Jungs die Bäder am streichen. (Über die Vorgehensweise lässt sich streiten aber es geht mehr oder weniger =))

Von den 20 Leuten die hier bis vor kurzem noch im gleichen Haus gelebt haben bleiben uns über den Jahreswechsel nur 5.

Der Start ins neue Jahr am Freitagabend, wird ungefähr genau so ablaufen und wir versuchen unser Glück dann auch noch mal mit dem Spiel.

Euch wünsche ich Allen samt einen guten Start ins neue Jahr, viel Erfolg, Gesundheit, schöne Momente, viel Glück und viel Segen.

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Campamento – Samaipata

Seid Mitte November sind Schulferien und der Großteil der Kinder sind zu Verwandten gefahren. Nur ca. 70 der 190 Kinder sind zurzeit im Hogar. Die letzten 3 Wochen haben wir in zwei Gruppen nach Alter sortiert auf dem Land in einer Art Zeltlager verbracht.

Ich war mit einer Gruppe von 16 Jungs im Alter von 11 – 16 Jahren für 17 Tage in Samaipata, einem kleinen Dorf 4 Autostunden von Santa Cruz entfernt.

Die Anfahrt haben wir dicht gedrängt mit allem möglichen Kram an Lebensmittel, Gepäck und Geräten auf der Ladefläche eines LKW’s verbracht auf der ich mir direkt einen dicken Sonnenbrand im Gesicht zugezogen habe.

Ich kam quasi schon verbrannt im Campamento an =). Endlich angekommen, nach seiner wirklich abenteuerlichen Fahrt, gefährlichen Abhängen und einer ziemlich steilen Auffahrt auf ungeteerter Straße mit zahlreichen Löchern, Steinen und Geröll (wo wirklich keiner von uns mit seinem eigenem Auto hochgefahren wäre) haben wir hoch oben und weit ab vom Dorf in einem Haus gelebt, was aus drei Teilen besteht. Der erste Einruck war erstmal bescheiden und wir 3 Volontäre brauchten nur einen Blick zu wechseln um zu wissen, dass wir alle dasselbe denken =).

Der erste kleine Bungalow etwas weiter unterhalb gelegen, stell mit Toiletten, Duschen und Waschbecken zum Klamotten waschen, das Waschhaus da. In der Mitte liegt die Küche mit Vorratskammer und Esszimmer. Etwas oberhalb dann, das Haus mit den Betten.

Ich habe zusammen mit einer Erzieherin im gleichen Raum wie die Jungs aber in der zweiten Etage etwas höher gelegen geschlafen.

Wir konnten aber trotzdem alles Hören was unten vor sich ging und ich lag wirklich manchmal mit Tränen in den Augen vor Lachen im Bett weil die Jungs wirklich lustige Dinge erzählt haben. Zum Beispiel hat ein 11 jähriger Junge ganz selbstbewusst erklärt, dass die Mücken zwar die Bolivianer respektieren, gegenüber den Ausländern (besonders den Europäern) jedoch ohne Rücksicht auf Verluste los stechen und piesacken.

Die männlichen Mitvolontäre hingegen haben direkt mit den Jungs in Stockbetten und Strohmatratzen geschlafen. (Eine Strohmatzrate hatte ich übrigens auch, zu lasten meines Rückens=)).

Wir sind viel durch die Berge und das dichte Gestrüpp gewandert und die Jungs waren stets hilfsbereit und besorgt um mich. Nur am ersten Tag habe ich mich mit 5 anderen Kindern und Erziehern verlaufen und wir mussten uns ohne Machete einfach mal querfeldein durch den dichtesten und verdorntesten Wald kämpfen. Meine Beine, die sich gerade ein bisschen von den Mückenstichen erholt hatten und nicht mehr ganz so aussahen als hätte ich Windpocken, sahen danach wieder dem entsprechen wüst aus. Letzt endlich sind auch wir angekommen und haben uns am Fluß erstmal eine Runde Lutscher gegönnt.

Einen Tag haben wir einen Ausflug an die „Cuevas“ gemacht. Es ist ein Ort mit drei mehr oder weniger großen Wasserfällen, die wirklich wunderschön sind. Bepackt mit einem riesigen Topf  voll Reis, (der hier immer vor dem Kochen in viel Öl angebraten wird), Frikadellen und Rotebetesalat sind wir nach dem wir die ersten 21 km in der Micro hinter uns gelegt hatten in den Park eingetreten und zu den Wasserfällen gestiefelt. Ich bin mit ein paar Jungs oben auf dem letzten Wasserfall ganz weit den Fluß entlang gelaufen. Die Natur war echt atemberaubend und ich kam aus dem Staunen nicht mehr raus. Irgendwann war das Wasser so tief, das wir den Weg über die Berge einschlagen mussten und neben einem übelst stürmischen Wind, der uns fast umgeschmissen hätte eine traumhafte Aussicht hatten. Ich bin Barfuß durch die Berge geklettert und zusammen haben wir noch weitere klitzekleine Wasserfälle gefunden und die ein und die andere Orchidee gepflückt.

Einen anderen Tag, sind wir auf einen Berg gewandert und hatten eine schöne Aussicht, auch da haben wir mit Reis, Ei und Tomate unser Mittagessen hoch oben auf dem Berg zu uns genommen. Die Kinder waren nie begeistert den Topf durch die halbe Weltgeschichte zu tragen, aber auch ich habe immer für sie Trinkpäckchen, Plätzchen oder Brot mitgeschleppt was es dann halt zur Merienda gab.

Es war super schön da oben auf dem Berg, leider war ich so intelligent und habe alle Fotos gelöscht. =) Des Weiteren haben wir zusammen gekocht, Lagerfeuer gemacht und Stockbrot und Pizza gebacken. Am Lagerfeuer haben wir ganz nach meinem Geschmack gesungen Gitarre gespielt, Witze und Geschichten erzählt.

In den letzten drei Tagen haben wir angefangen ein Baumhaus zubauen, was uns großen Spaß und Stolz bereitet hat. Dabei haben wir keinen einzigen Hammer oder Nagel benötigt sondern alles mit einer Schlingpflanze aus dem Wald befestigt.

Auf der einen Seite war es echt anstrengend mit den Kindern 24 Stunden rund um die Uhr zusammen zu leben, das gleiche zu Essen wie sie, zur gleichen Zeit aufzustehen und ins Bett zu gehen. Aber trotzdem, war es eine super schöne Erfahrung, ich hatte die Gelegenheit die Kinder mal von einer ganz anderen, entspannten und persönlicheren Seite kennen zu lernen.

Ich habe Vogelspinnen gesehen, mit einem „cuerpo espin“ geschmust, eigentlich nur spanisch gesprochen, das ein oder andere Mal ernährungstechisch über meinen Schatten gesprungen (weil wir direkt von Anfang an eine Essensration für 2 Wochen mit hatten), war 4 Tage ohne Wasser, habe meine Wäsche im Fluß gewaschen, mich unter einem Wasserfall geduscht, ein paar Nächte ohne Strom (und wir hatten auch generell nur Abends für 2-3 Std. Strom) verbracht und vieles mehr…

Für das nächste Campamento, was Mitte nächsten Jahres sein wird, habe ich mir vorgenommen öfter Aktivitäten, Olympiaden, Schnitzeljagd oder andere Aktionen zu organisieren. Jetzt habe ich mich noch (vor allem in der ersten Hälfte) ein wenig zurück gehalten und erstmal beobachtet, wie die erfahrenen Erzieher sich verhalten. Ideen und Eigeninitiative sind jedoch gerne gesehen und dankbar angenommen. Vorausgesetzt, man bringt genug Spontanität und Geduld mit, denn bis eine Sache mal wirklich Umgesetzt ist, wurde sie vorher drei mal verschoben und verändert, bis sie dann am Ende doch mehr oder weniger genau so läuft wie geplant. Auch war es eine Erfahrung, mal aus der Stadt raus zu kommen, einen niedrigeren Geräuschpegel zu erleben, zu sehen wie die Leute, die Natur, die Kultur und das Leben auf dem Land so ist.

Ebenfalls habe ich in diesen 17 Tagen das erste Mal Zeit gehabt über alles nachzudenken was in den fast vier Monaten, die ich jetzt bereits hier bin alles passiert ist. Ich habe viel an zu Hause gedacht und meine Familie, mein Umfeld und meine Freunde wirklich schätzen gelernt. Es betrifft mich schon zu hören, zu sehen und zu erleben aus welchen Verhältnissen die Kinder teilweise kommen.

Zurück ging es dann am letzten Tag wieder mit dem Camion, angekommen bin ich dann kaputt, leider mit Läusen aber glücklich=).

Im Haus war die Stimmung die letzten Tage nicht so gut. Ich kann von meiner Seite zwar nichts sagen aber ich drei andere Volontäre wurden ohne vorher mit ihnen über angebliche Probleme oder Fehler gesprochen zu haben erst einmal vor vollendete Tatsachen gestellt. Sie hatten (so wurde uns im Nachhinein erklärt nur die Möglichkeit sich ein paar Tage frei zu nehmen um über ihre Motivation nachzudenken), anfangs hat sich das für die Betroffenen aber wie ein Zwangsurlaub mit anschließendem Rausschmiss angehört. Nach einigen Diskussionen bis spät in die Nacht hat sich jetzt plötzlich alles wieder relativiert.

Ein Mitvolontär bleibt zwar im Projekt hat aber vom Hogar ins Patio gewechselt. Die andere geht sowieso im Januar, weil ihr Dienst hier endet und die anderen zwei überlegen noch in ihrem Urlaub, den sie jetzt haben was sie tun werden.

Zurück im Hogar, werden im Moment das ganze Haus und der Garten wieder auf Vordermann gebracht. Wir sind die Wände am putzen, am schmirgeln, am Müll sammeln und das Gras mit der Machete am mähen (was mir schon die ein oder andere Blase plus Muskelkater beschert hat). Aber es macht Spaß mit den Kindern zusammen zu sein und den ganzen Tag an der frischen Luft zu sein.

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Buena Vista!

Zwischen dem 10.11. und dem 12.11.10 habe ich mir mit ein paar anderen Volontären frei genommen um von Buena Vista aus en Nationalpark Amboró zubesuchen.

Mittwochmorgen um 9:00 sollte es losgehen.

Mit den Rucksäcken und ein bisschen Wegzehrung bepackt, brachen wir dann ca. um 10:00 mit dem Taxi auf zur Truffistation. Mit dem Truffi, die Sammeltaxis hier ging es dann für 20 Bolivianos (das sind umgerechnet ca. 2€) in 1 ½ Std. nach Buena Vista, ein kleines Städtchen südlich von Santa Cruz.

Dort angekommen verschmausten wir erstmal die vorbereiteten Sandwichs und machten uns dann auf die Suche nach einem günstigen Angebot um in den Park zu kommen und dort zu übernachten.

Mit dem Angebot waren wir noch nicht ganz einverstanden, wir haben uns aber kurzer Hand entschieden einfach mal loszustarten und im Park vor Ort noch einmal wegen dem Preis zu verhandeln. Mit dem Taxi ging es dann los bis zum nächsten Rio wo uns 6 Pferde erwarten sollten. Nach gut 40 Minuten Fahrt in die Pampa erfuhren wir dann, dass es keine Pferde für uns gibt. Okay, wir entschlossen uns die angekündigten 10 km zu Fuß zu gehen. Mehrmals mussten wir unsere Schuhe aus- und wieder anziehen, um Flüsse zu überqueren.

Die Strecke kam uns um einiges länger vor. Als wir dann um 18Uhr im Campamento „la Chonta“ ankamen, waren wir erschöpft und hungrig und stürzten uns zu sechst auf die eingepackten 4 Eier und 2 Äpfel, die wir brüderlich teilten.

Um 20 Uhr sollte es dann Abendessen geben. Die Zeit bis dahin, verbrachten wir mit Karten spielen. Es kühlte schnell ab im Urwald und wir, geplättet von der Anreise sind nach und nach ins Bett gegangen. Zum Schluss blieben wir 3 Mädels übrig, die mutig behaupteten noch etwas sitzen bleiben zu wollen. Aber nachdem wir vorher schon über „das Auge“ spekuliert hatten, was wir an unserem Campamento gesehen haben und dann das nächste Geräusch kam, verließ uns der Mut schlagartig und wir sind ganz schnell Richtung Bett gegangen.

Morgens um 6 Uhr ging es dann nach einer Dusche los um Vögel zu sehen.

Wie unser Führer sagte, „hatten wir kein Glück“, es hatte nicht geregnet und wir sahen nur wenig. Um 9 Uhr dann wieder zum Frühstück im Campamento, erfuhren wir, dass es die angekündigten Wasserfälle nicht geben würde. Lediglich ein Naturschwimmbad würden wir am Nachmittag besuchen. Danach ging es dann kreuz und quer durch den Wald, über Stock, Stein und Bach. Die Natur war sehr beeindruckend und immer häufiger kam die Machete im dichten Urwald zum Einsatz. Um 11 Uhr dann machten wir eine kleine Pause und aßen Platano frito (frittierte und gesalzene Banane) und Orangen.

Als wir um 14 Uhr fürs Mittagessen wieder ins Campamento zurückkehrten, waren wir ein bisschen enttäuscht, außer farbenfrohen Schmetterlingen, einer klitzekleinen (aber giftigen) Schlange, Pumaspuren und Riesenameisen haben wir nicht viel gesehen. Also änderten wir erneut unsere Pläne. Wir bezahlten die Frau im Camp sofort, packten unsere Rucksäcke, bestellten die Pferde auf den Nachmittag und wollten nur noch einmal zum Naturschwimmbad aufbrechen. Auf dem Weg dort hin, sahen wir dann zu unserer Freude Affen, die uns neugierig aus den Bäumen betrachteten, weitere Pumaspuren und letztendlich das mehr oder weniger klare Wasser des Naturschwimmbades. Um 16 Uhr ging es dann zu Pferde wieder zurück in die Zivilisation. Die Pferde waren super. Der Rucksack zwar nervig aber Ruck Zuck waren wir im Galopp an der vereinbarten Stelle angekommen. Das war so genial und einfach der krönende Abschluss. Vorher hatten wir in einem der Flüsse einen Taxifahrer getroffen, der dort sein Auto wusch (klar ließen wir es uns nicht nehmen und haben direkt mit ihm einen Ort und günstigen Preis vereinbart).

Zurück in Buena Vista dann erneut die Überlegung, eine Nacht mehr bezahlen um am nächsten Tag nur Fisch zu essen und dann nachhause zu fahren oder direkt an dem Abend noch zurückzukehren. Nachdem wir uns zwei Hostels angeschaut haben, entschieden wir uns dafür, noch gemütlich zu Abend zu essen und dann die Heimfahrt anzutreten.

Nach einem Hühnchen für 10 Bolivianos, also umgerechnet ein bisschen mehr als 1 € machten wir uns verzweifelt auf die Suche nach einem Truffi. Leider fuhren „so spät“ keine Truffis mehr in unsere Stadt und so mussten wir in kleineren Schritten nachhause fahren.

Um 23 Uhr kamen wir müde aber zufrieden im Volontärshaus an.

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Bunt gemischt… die letzten Wochen

10 Wochen bin ich jetzt schon hier und es verbleiben weniger als 10 Monate.

Mittlerweile bin ich Taufpatin geworden. Die Taufe war am 24.10.

Mein Patensohn, der Darwin, war total aufgeregt und auch ich wusste nicht ganz was ich zu tun hatte.

Doch ich war zum Glück nicht die Einzige, in der Messe wurden insgesamt 32 Kinder getauft. Trotzdem war die Messe persönlich und bewegend.

Letztendlich musste ich ihm dann vor dem Taufbecken die Hände auf die Schulter legen und ihm nachher eine Kerze bringen.

Anschließend gab es für die Taufkinder und Taufpaten etwas Besonderes zu Essen im Schwimmbad. Mit Keksen, Süßigkeiten und Limonade.

Ich musste an diesem Tag von 6:45 bis 14:00 arbeiten.

Anschließend bin ich dann mit Darwin, zwei anderen Volontären und ihren Patenkindern in den Zoo gegangen.

Geplant war eigentlich, dass wir vorher Hähnchen essen gehen. Aber die Jungs haben es nicht ausgehalten und schon im Hogar mit den anderen Kindern mitgegessen.

Letzten Endes, war ich dann die einzige, die nichts gegessen hatte =)

Wir sind dann mit der Mircro, denn Kleinbussen hier, Richtung Zoo gefahren und haben uns von den zahlreichen bunten Papageien, den kleinen Äffchen, dem riesigen Kondor und den Pumas beeindrucken lassen.

Leider gibt es hier im Zoo nicht so viele große Tiere, wie Elefanten, Giraffen, Löwen usw. aber es war trotzdem super. Die Jungs hatten Spaß und das war schön zu sehen.

In der Woche drauf, war dann der Geburtstag von meiner Gruppe. – „Miguel Rua“ –

Ich habe mit den Kindern Pizza gebacken und es gab Wackelpudding und Eis.

Im Hogar gibt es eine kleine Bäckerei, die zurzeit nicht benutzt wird. Da konnten wir dann, bei spitzen Temperaturen und ohne Ventilator, zubereiten und backen. Es war zwar enorm heiß aber es hat super viel Spaß gemacht.

Die Kinder waren total happy, gesättigt und haben mich für meine Pizza gelobt.

Dann war auch ich glücklich. =)

Samstag, waren wir dann auf einer deutsch-bolivianischen Hochzeit eingeladen. Es war super schön, die Zeremonie total rührend. Die Trauung hat beim Brautpaar zu hause stattgefunden. Sie wohnen in einer Art WG, eine alte Hazienda ein bisschen außerhalb der Stadt.

Die Hinfahrt war schon der Hammer. Der Taxifahrer hatte eigentlich gar keinen Plan wo wir hin müssen. Das Taxi war total dreckig und wir hatten Alle schicke Klamotten an. Es hatte den ganzen Tag geregnet und die ungeteerte, schlammige Strasse, war nicht besonders gut zu befahren. Wir durch die Straßen geirrt und haben den Veranstaltungsort gesucht. Obwohl ich die ganze Zeit bedenken hatte, wir würden uns jeden Moment festfahren, sind wir dann tatsächlich um 17:15 angekommen.

Auf der Einladung stand für die bolivianischen Gäste 16:00 (das wussten wir vorher). Also waren wir noch lange nicht die letzten. =)

Es gab einen Pool und einen schönen Innenhof in dem wir gefeiert haben. Wir waren zu insgesamt 9 Leuten aus dem Haus da. Später haben es uns nicht nehmen lassen, noch in den Pool zu hüpfen bevor es dann mit dem Taxi wieder nachhause ging.

Sonntagmorgen kamen dann alle aus ihren Löchern gekrabbelt und wir haben überlegt wie man den angebrochen Tag so gestallten kann. Nachdem wir uns die Fotos vom Vorabend angeschaut haben sind wir in den guten, alten Mercado von nebenan gegangen und haben eingekauft. Zusammen haben wir dann so etwas Hamburger gemacht aber halt nicht mit Hackfleisch sondern mir ganzen Fleischstücken.

(Und wenn man dann beim Essen nicht darüber nachgedacht hat, wie das Fleisch gelagert wurde oder wie viele Fliegen darauf schon gesessen haben, dann hat es auch wirklich gut geschmeckt =))

Danach haben wir abgespült, uns noch für ein Stündchen ins Bett gelegt und sind dann nach bolivianischem Maßstab „pünktlich“ um 15:00 Richtung „Río Piraí“ aufgebrochen.

Am Fluss gibt es zahlreiche Hütten wo man traditionelle Gerichte und Getränke bekommt.

Davor haben sich die Cruzenos mit ihren Autos platziert um das Wochenende mit viel Alkohol und übertrieben lauter Musik ausklingen zu lassen.

Wir sind ein bisschen gelaufen und haben uns dann 3 Pferde gemietet, mit denen wir dann am Fluss entlang geritten sind. (Umgerechnet für 1,50€ pro ½ Std.) Mein Pferd war super, hat schön gehört und auch ordentlich getrabt.

Abends haben wir den Tag dann mit einer DVD und den Resten vom Mittagessen ausklingen lassen.

Am Montag waren wir dann mit allen Kindern des Hogares im „Parque de fantasía“, dort sind wir auf der Ladefläche von 2 LKW’s hingekommen.

- Der Padre spricht gerade den “letzten Segen” -

Schon die Anfahrt war spannend, im Park gab es dann zahlreiche Spielgeräte, Seilbahnen und ein Schwimmbad. Am Besten aber, waren die ganzen Früchte dort.

Obwohl wir ohnehin schon gut verpflegt waren, haben wir uns den ganzen Tag die Mangos von den Bäumen gepflückt und gegessen. Außerdem gab es noch eine andere Frucht mit dem Namen „Motolloe“ oder so ähnlich =) Sie schmeckt so ähnlich wie Litschi.

Auch die Jungs haben sich die Münder, Bäuche und Taschen voll gestopft und sind abends glücklich, satt und hundemüde in die Betten gefallen.

Gutenachtgeschichte und Zähneputzen sind ausnahmsweise usgefallen.

Nun geht es auf die Ferien und das Campamento zu. Ich bin mal gespannt wie es wird, wenn fast alle Kinder zu ihren Familien fahren, nur Wenige im Hogar bleiben und es Unmenge an Zeit für Aktivitäten und Spiele gibt.

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Auf der Straße…

Für den 25. Dezember, planen ein paar ältere Jungs des Hogars ein kleines Fest für Straßenkinder zumachen, damit sie an Weihnachten etwas zu essen haben und nicht alleine sind. Dazu wollen sie mit ein paar Kindern und Jugendlichen auf der Straße in Kontakt kommen und sie vorher schon besser kennen lernen.

Also waren wir letzten Freitag mit 3 anderen Volontären und 2 ältere Jungs des Hogars auf der Straße. Wir trugen alle T-Shirts vom Projekt. Unser erster Anlaufpunkt, waren die Kanäle, die hier an den Ringen um die Stadt herum liegen. Viele Kinder und Jugendliche suchen dort in den Kanälen selber oder unter Brücken Schutz. Dort waschen sie ihre Klamotten im dreckigen, vermüllten Wasser, machen Feuer, „kochen“, nehmen Drogen und verstecken sich vor der Polizei.

Viele Straßenkinder haben schlechte Erfahrungen mit der Polizei gemacht und haben Angst vor ihr. Sie wurden von ihnen geschlagen und verprügelt. Nur Hilfe haben sie von ihnen noch nicht angeboten bekommen. Das Interesse der Stadt liegt viel mehr darin, ein schönes Bild aufrecht zu erhalten und da passen dreckige, stinkende Straßenkinder halt nicht rein.

Auch vor uns hatten manche Kinder Angst. Ein älterer Junge ist vorgegangen, hat uns viel erklärt und vorher die Kinder gefragt ob sie mit uns reden möchten. Schließlich haben wir mit 2 ca. 22 Jährigen jungen Männern gesprochen, die schon lange auf der Straße leben. Hinter ihnen tiefer im Kanal saßen auch noch andere Kinder und Frauen, die sich nicht getraut haben mit uns zu sprechen. Die beiden schlafen nicht im Kanal sie waren gerade dabei ihre einziges T-Shirt was sie haben zu waschen. Vom äußeren Erscheinungsbild sahen sie wirklich aus, als würden Sie auf der Straße leben. Die beiden waren sehr freundlich und erzählten uns, dass sie immer zusammen sind und alles Mögliche an Müll und Flaschen sammeln um sich ein bisschen Geld zu verdienen. Wir hatten mittlerweile 16:00 und die beiden hatten noch nichts gegessen. Von Nahem verrieten dann doch große Narben im Gesicht, das sie schon einiges Erlebt haben müssen. Später kamen noch andere Jungs dazu, die neben einem großen rostigen Messer noch Limo in einer abgeschnittenen Flasche mitgebracht hatten. Der Junge mit dem Messer blieb Gott sei Dank auf der anderen Seite des Kanals. Das Getränk wollten sie großzügiger Weise mit uns teilen. Mit einem mulmigen Gefühl, aber mit dem Bewusstsein, es annehmen zu müssen haben auch wir aus der Flasche getrunken (Und es überlebt =)). Für Sonntag haben wir uns dann mit ihnen in einem Park verabredet und wollten ihnen etwas zum Essen mitbringen. Dafür hatten wir Volontäre unter uns ein bisschen Geld gesammelt. Leider erschien aber keiner von den Jungs wie verabredet.

Diese Erfahrung war traurig und spannend zu gleich. Aber wenn man einfach nur das mitnimmt, was man am Körper trägt, in Gesellschaft von erfahrenen Personen ist und höflich fragt ob sie sich mit einem Unterhalten wollen, wird nichts passieren. Die Kinder und Jugendliche haben teilweise viel größere Angst vor einem selbst. Das wird bestimmt nicht das letzte Mal gewesen sein, dass ich mitgegangen bin.

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200 Jahre Santa Cruz und mehr…

September, der Monat Santa Cruz´. Nach dem schon den ganzen Monat hier eine Fiesta nach der anderen ging, erreichten wir in der Woche vom 20.09. bis zum 26.09. den Höhepunkt. Am 21. war Frühlingsanfang, Tag des Arztes und Tag der Studenten. Am Freitag, den 24. dann das große Jubiläum von 200 Jahren Autonomie Santa Cruz. An jeder Ecke, gab es Konzerte, kleine Theater, Feuerwerk und Musikkapellen. Außerdem gab es eine Messe, die „Expocruz“, auf der alle möglichen Länder und Firmen ihre Waren ausgestellt haben, es gab Diskotheken, zahlreiche kleine Stände und sogar einen deutschen Biergarten (an dem wir natürlich nicht ohne einen Abstecher vorbei gekommen sind =)).

An diesem Wochenende sind viele Kinder zu ihren Familien gefahren. Ihm Hogar war nicht viel los und ich hatte nur 6 Kinder aus meiner Gruppe. Also wurden alle älteren Jungs in einen Schlafsaal gesteckt und die Aktivitäten zusammen gemacht. Es war schön auch mal mit anderen Kindern in Kontakt zukommen. Am Freitag gab es ein großes Fußballturnier zwischen den Häusern im Barrio und dem Hogar Don Bosco. Das Barrio ist Teil des Don Bosco Projektes. Es ist viel kleiner als das Hogar und beherbergt nur ca. 50 Jugendliche. Es gibt eine Schreinerei und eine Bäckerei, in denen ehemalige Kinder des Hogars arbeiten und lernen können. Dort sollen die Jugendlichen auf ein Leben außerhalb des Projektes vorbereitet werden und lernen, selber Verantwortung zu tragen. Das Barrio liegt ein am Rande der Stadt. Angereist sind wir auf der Ladefläche eines Pickups, mit zahlreichen Kindern. 2 Voluntäre von uns hatten nicht mehr so wirklich Platz und mussten mit einem Schutzblech und einer Stange zum festhalten vorliebe nehmen. Trotz des verrückten Verkehrs und Überladung des Autos sind wir alle gut zuhause angekommen.

Aber zurück zum Fußballturnier. Wie immer, wurde aus allem hier ein riesen Ding gemacht. Und so brauchte jede Mannschaft eine Königin. Wie immer zog ich den schwarzen Peter und musste herhalten. Es war zwar super peinlich aber lustig. =)

Am Sonntag sind alle Kinder ins Hogar zurückgekehrt. Die Berichte waren total unterschiedlich. Einige kamen mit neuen Klamotten zurück und Süßigkeiten, andere erzählten von positiven Erlebnissen mit ihren Familien aber es gibt auch Kinder, die in dieser Zeit für ihre Eltern arbeiten mussten. Ein kleiner Junge zum Beispiel, musste in der Nacht Bier für seine Eltern verkaufen.

Die Verhältnisse, von denen man schon viel gehört hat, jetzt wirklich mitzuerleben, sind wirklich etwas anders. Fast alle Kinder haben riesige Narben am ganzen Körper. (Auch am Kopf) Bei einigen Kindern, weis man noch nicht mal den vollständigen Namen oder das genaue Alter. Diese Kinder haben dann an dem Tag Geburtstag, an dem sie ins Projekt gekommen sind. Ein Junge beispielsweise, wurde mit ca. 3 Jahren im Bus liegen gelassen und in ein Hogar gebracht. Ein andere musste jede Nacht für seine Mutter 30 Bolivianos verdienen (was unmöglich ist). Später hat er mit seinen 8-9 Jahren auf der Straße gelebt und auf Autos aufgepasst. Wobei man sich fragt, wen so ein kleiner Junge bei einem Raub überhaupt aufhalten kann. Zum schlafen hat er sich wohl immer einen Hund ans Bein gebunden, um aufzuwachen wenn jemand kommt.

Im Hogar existiert über jeden Jungen eine Akte in der seine Geschichte steht. Ich kann sie jeder Zeit lesen, habe aber für mich entschieden noch ein bisschen zuwarten.

Erlebnisse mit meiner Gruppe:

Nachdem die Kinder mir die letzte Woche wirklich nicht leicht gemacht haben, habe ich mit dem Padre gesprochen. Die Jungs testen halt aus, wie weit sie bei mir gehen können. Ich muss mir ihren Respekt erst noch verdienen. Klar, ihr letzter Freiwilliger ist eine Woche vor mir gegangen und mit dem war natürlich alles „viel cooler“. Aber Gott sei Dank hat sich etwas geändert. In der Zeit, in der die Kinder Hausaufgaben machen müssen habe ich jetzt jeden Tag 5 Kinder, für 1 Std., denen ich Flötenunterricht gebe. Auch wenn es aufgrund der unterschiedlichen Notensysteme und meiner Sprache nicht ganz einfach ist, macht es mir großen Spaß. Wenn sie ein bisschen besser gelernt haben, können wir ja vielleicht mal eine kleine Vorführung machen. Und auch die Beziehung mit den Kindern ist besser geworden. Auf der einen Seite muss ich lernen, konsequent und streng zu sein, was ich gar nicht gerne mag. Auf der anderen Seite, muss ich auch mit ihnen lachen, quatschen, spielen und ihnen Geschichten erzählen um ein vertrautes Verhältnis zu schaffen. Aber mit zahlreichen Tipps und der Unterstützung, die ich bis jetzt bekommen habe, glaube ich, dass es in Zukunft besser wird.

Außerdem haben uns ein paar ältere Jungs gefragt, ob wir in einem Theaterstück mitspielen möchten. Wieder konnte ich nicht „Nein“ sagen. Nun proben wir jeden Abend eine Stunde um es dann am Sonntag aufzuführen.

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Wie im Flug…

Morgen bin ich schon 4 Wochen hier und lebe mich zurzeit richtig gut ein.
Die Arbeit mit den Kindern läuft sehr gut. Sie sind zwar doch im alter von 11 – 15 Jahre aber ich komme gut mit ihnen zurecht. Klar haben sie mal ihre 5 Minuten oder ihre schlechten Tage aber das ist ja überall so. Einen Tag reden sie gar nicht mit Dir und Tag darauf weichen sie dir nicht von der Seite. Ihr Plan für den Nachmittag wird für dieses Jahr so bleiben. Von 14:00 – 16:00 arbeiten sie in Fünfergruppen in der Gärtnerei, der Schreinerei oder ähnliches mit. Dann gibt es eine Pause von 30 Minuten in der ein kleiner Snack und ein Getränkverteilt werden. Danach geht es mit Hausaufgaben weiter bis 18:30, darauf folgt eine Dusche (die wie ich jetzt gemerkt habe nicht nur bei kaltem Wetter von manchen verschmäht wird). Um 19:00 folgt das Abendessen mit anschließender Pause. Vor dem Schlafengehen gibt es dann noch mal ein knappes Stündchen Hausaufgaben. Einmal in der Woche gehen wir mit den Kindern in die Bibliothek, die danach immer aussieht als wäre eine Bombe eingeschlagen. (Natürlich müssen wir alles wieder aufräumen.)

Am schönsten ist es am Wochenende zu arbeiten. Die Kinder sind viel entspannter und man hat mehr Zeit mit ihnen einzeln zu reden oder Aktivitäten zu machen.

Auch die Pausen sind super. Man hat auch die Gelegenheit mit Kindern aus anderen Gruppen in Kontakt zu kommen. Zu Kindern, denen man nichts verbieten muss hat man ja doch noch immer eine andere Beziehung. =)

Auch die Arbeit während der Hausaufgaben macht mir mehr Spaß, da ich ihnen jetzt besser helfen kann. Sogar bei Mathe! ;) Meine Blockflöten die ich mitgebracht habe sind sehr begehrt.

Mit den anderen Volunteren ist es wirklich super. An meinem Geburtstag haben wir schön zusammen gegrillt. (Natürlich auf bolivianische Art in der das Fleisch im Ganzen gebraten wird. Und es war super lecker.) Und bei Gelegenheit kochen wir zusammen.

Auch das Nachtleben haben wir uns hier schon ein wenig angeschaut und den ein oder anderen Salsaschritt aufs Parket gelegt. Zu 10 Leuten plus Taxifahrer in einem Auto danach nachhause zu fahren ist hier kein Problem.

Mein Spanisch wird immer besser und ich lache jetzt schon über einige Wortwitze die mir hier passiert sind.

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