Abschiednehmen???
Bis zu meinem Abflug fehlt nicht mehr viel. Es ist unglaublich wie schnell die Zeit vergeht.
Mit meiner Gruppe habe ich mich sehr gut arrangiert.
Manchmal kostet es mich sie zu begeistern aber letztendlich mögen sie dann doch die Aktivitäten die ich vorbereitet habe.
Und jetzt wo wir uns an einander gewöhnt haben heißt es Abschied nehmen?
Es gab einige Probleme in der letzten Zeit in meiner Gruppe und die Leitung des Hogars hat beschlossen, dass 2 meiner Jungs das Hogar verlassen müssen. Zusammen sind die beiden in ein anderes Heim geschickt wurden, aus dem sie dann aber schon 2 Tage später abgehauen sind. Der eine ist nun in einem anderen Haus des Projektes und der andere vermutlich in einem kleineren Hogar wo er mehr Aufmerksamkeit geschenkt bekommt.
Seid dem hat sich meine Gruppe sehr stark verändert und die Jungs nähern sich mir viel stärker an.
Morgen fängt hier nach den Winterferien die Schule wieder an. Ich bin einmal gespannt was die Kinder so von ihren Familien berichten werden.
Wir waren mit 26 Kindern aus dem Hogar, die nicht zu ihrer Familie gehen konnten für 10 Tage auf Ferienfahrt in einem kleinen Dorf namens Vallegrande.
Wir haben dort in einem Hogar übernachtet, während die Jungs aus Vallegrande zu unserem Hogar nach Santa Cruz gefahren sind. Die Fahrt verbrachten wir mehr als 7 Stunden auf der Ladefläche eines LKWs und es war richtig kalt. Die 30 Decken, die wir mitgenommen hatten, haben wir alle gebraucht. Angekommen im Hogar „Jesus Infante“, luden wir unsere Sachen ab und gingen ein bisschen auf die Plaza um das Dorf kennen zu lernen.
Einige der Jungs noch mit alten Fußbällen als Hüte auf dem Kopf.
Die 10 Tage haben wir richtig schön verbracht, mit 2 großen Ausflügen ebenfalls auf der Ladefläche von einem LKW. Der eine Ausflug ging zu einer Talsperre die wunderschön in der Landschaft lag, der zweite zu einem Fluss. Für den zweiten Ausflug sind einige von uns schon um 5:30 aufgestanden um zu Fuß vorzulaufen, später haben uns die anderen dann mit dem Auto eingeholt und aufgegabelt. Die Fahrt war sehr anstrengend, die Straße sehr schlecht so dass ich einen riesigen Blauenfleck an der Hüfte davon trage.
Aber es hat sich gelohnt, die Kinder hatten spaß sind immer mal wieder ins Wasser gehüpft haben gefischt und sich im Fluss gewaschen.
Auch am Morgen zu laufen war traumhaft schön, wir sahen die Berge Stück für Stück aus dem Nebelauftauchen und die Jungs waren fleißig dabei mit ihren kleinen Steinschleudern die Vögel zu jagen.
Sonst haben wir viele Ausflüge zu Fuß gemacht, wir sind durch das Gestrüpp gelaufen, haben Rallyes und Schatzsuchen gemacht, Talentnächte, Olympiaden und viele, viele Spiele mehr.
Auch wir Erzieher haben einen Traditionellen Tanz vorgeführt und unter den Jungs einige versteckte Talente entdeckt.
Die Rückfahrt war ähnlich gestaltet, nur leider hatten wir das Pech, dass einigen Jungs die Fahrt nicht ganz zu gut bekommen ist. Bestimmt 10 Jungs mussten Brechen, klar kein Problem. Sie haben die Fahrt dann im hinteren Teil verbracht und den Kopf raus gehalten, beim Fahrtwind nicht ganz so angenehm aber na ja. Ich habe die fahrt überwiegend damit verbracht den Jungs Klopapier zu geben um sich sauber zu machen und nervliche Unterstützung zu leisten. Mit denen die Pipi machen mussten war das ähnlich, weil wir dieses Mal mit den kleinen unterwegs waren, wurden die jenigen einfach nur festgehalten und laufen gelassen – meine erste Tat nachdem ich nach Hause gekommen war und als erstes unter die Dusche gegangen bin, war also mehr als gerechtfertigt. Glücklich, müde und ein zweites mal mit Läusen sind wir also am Samstag wieder in Santa Cruz angekommen.
Und auch wenn die Kinder nicht wirklich zeigen, dass sie zufrieden sind, weil sie immer mehr wollen oder am Anfang erst mal protestieren; glaube ich, dass es auch ihnen gut gefallen hat und das von allem etwas dabei war.
Der letzte Monat wird bestimmt noch viel schneller vergehen und der Abschied schwer fallen.
Mit einigen Erziehern aus dem Hogar verstehe ich mich sehr gut und ich fühle mich wie einer von ihnen. Den Status des Außenstehenden, weißen, besser Situierten habe ich zum Glück verloren und Freundschaften aufgebaut.
Einen Abend sind wir unter den Erzieher weg gegangen, na ja von den angekündigten 15 sind einschließlich uns sieben gekommen aber es war schön.
Wir haben viel gelacht und den ganzen Abend getanzt und zwar alle möglichen Tänze aus Bolivien.
Morgen also nach einem freien Sonntag breche ich den letzten Teil meines Bolivienaufenthaltes an und bin schon ein bisschen Wehmütig.















































