Voererst letzte Mal Hauptstadt…

Jetzt bin ich schon fast eine Woche in der Hauptstadt Antananarivo, meine Papiere fuers Visum liegen endlich bei der Polizei, das war ein Auwand!

An das Taxi-Be fahren gewoehnt man sich, doch gestern gab es kurz eine etwas aufregende Situaton: ich war mal wieder mit Soer Alice wegen meinen Papieren unterwegs, wir stiegen in ein Taxi-Be, oder man wurde eher gesagt reingeschoben. Plaetze gab es ungefaehr fuer 16 Leute, wir waren mindestens 22. So hatte ich eher einen halb Steh-, halb Sitzplatz auf einem fremden Schoss. Bei der naechsten Station wollte jemand aussteige, ich bekam einen Sitzplatz. Bei der naechsten “Station” wollte wieder jeman raus, ich stieg aus, Soeur Alice wurde weiter hineingeschoben. Das Taxi fuhr weiter, ich rannte hinterher, das Taxi hielt wieder,weitere Menschen wollten mitfahren, irgendwie quetschte ich mich wieder in das Taxi, schliesslich wuerde ich mich in dieser Stadt nie im Leben alleine zurechtfinden. Ploetzlich ein Streit um mich rum zwischen dem Schaffner und einer Mutter mit zwei Kindern. Die Tochter rief waehrend fast 5 Minuten immer das gleiche neben mir. Das einzige, was ich verstand war “vazaha” (“Weisse”, so werde ich hier von den Menschen auf der Strasse angsprochen). Hinterher liess ich mir erklaeren, was denn passiert war. Soer Alice erklaerte mir, dass der Schaffner den Platz, den ich hatte, bevor ich ausstieg, fuer mich “reserviert” hatte, als sich dann die Mutter mit den Kindern dort hinsetzte, sagte er, dass das mein Platz sei, die Tochter regte sich daraufhin auf, dass ich ja nur bevorzugt werden wuerde, weil ich “Weisse” bin. Zum Schluss teilten wir uns einfach 2 Plaetze zu viert und alles war gut =)

Wenn ich mal wieder durch die Stadt fahre und die Werbeplakate mit den strahlenden Menschen sehe, die irgendwelche Sachen schmackhaft machen wollen und dann die Menschen in schmutzigen Sachen und barfuss am Strassenrand sehe, frage ich mich immer, wer das bitte kaufen soll?! Doch es gibt in der Tat manch wirklich schicke, teure und grosse Autos, die so durch die Gegend fahren. Die Kluft zwischen arm und reich ist hier extrem gross.

Heute soll es endlich nach Ambanja los gehen. Eigentlich war das schon fuer gestern angekuendigt, ich sass den ganzen Tag auf gepackten Koffern und als ich gegen Abend fragt, wann wir endlich fahren, war die Antwort “morgen”. Heute ist morgen und ich bin wirklich gespannt, wann wir fahren. Die Koffer sind auch heute gepackt. Es wird Zeit, denn die Kinder sind noch in den Ferien, am 4. Oktober beginnt die Schule erst wieder, und so bleibt hier in der Ordensgemeinschaft nicht viel ausser schlafen, essen, beten, schlafen… es sind alle sehr nett zu mir, aber so einfach die Zeit tot schlagen ist nach einer Woche wirklich genug und in Ambanja lauft gerade das Ferienprogramm, also hoffentlich etwas zu tun fuer mich.

Ich hoffe dann aus Ambanja ein paar Bilder auf meinen Blog stellen zu koennen. Internet gibt es nur begrenzt und nach Guthaben, wie bei einer Handykarte.

Alles Liebe, Louisa

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