Angekommen bin ich in Ambanja am 21.09.2011 nach 15 ½ Stunden „taxi-brousse“ (Buschtaxi) -Fahrt. Um 14 Uhr am 20.09. saßen Soeur Alice und ich schon im taxi-brousse, doch erst gegen 17 Uhr fuhren wir dann mit 24 Menschen bestückt los. Bis dahin wurde unser Gepäck auf dem Dach festgezurrt (darauf kamen dann noch Ersatzreifen und ein Fahrrad) und gewartet, bis das taxibrousse voll war. Eigentlich sah es ganz gut aus, außer dass vier riesige Löcher in der Windschutzscheibe klafften und das Glas so von einer Seite zur anderen von vielen Rissen durchzogen war. Geklebt waren die Risse mit Tesafilm. Die Fahrt ging also los und um 20.15 Uhr gab es den ersten und einzigen Halt (außer wenn wir an einer der zahlreichen Kontrollen halten mussten, bei der kurz mit einer Taschenlampe ins Fahrzeug geleuchtet wurde, der Zielort genannt wurde und wir dann durchgewunken wurden) in einem Dorf, das wohl nur darauf ausgelegt war, hungrige Fahrgäste auf ihrer Durchreise zu beköstigen. Also lief man schnell in eine Art Gaststätte, bekam einen riesen Berg trockenen Reis mit ein bisschen Hühnchen und einer Schüssel warmes Wasser für 2500 Ariary (88 Eurocent) vorgesetzt, schaufelte das so schnell man konnte in sich rein, und lief wieder zum Bus zurück. Aß man nicht schnell genug, fing der Fahrer ungeduldig an zu hupen. Das passt nun so gar nicht zum sonstigen „mora mora“ („langsam langsam“) der Madagassen. Den Rest der Nacht fuhren wir mit lauter Musik einfach durch. Zum Glück hatte der Fahrer einen guten Musikgeschmack. Die Straße war geteert und zählt zu den besten Madagaskars und in der Tat gab es nur wenige Schlaglöcher, dafür waren sie umso tiefer und größer. Die Straße schlängelte sich über Berge durch die Landschaft und die Landschaft ist hier einfach atemberaubend schön. Besonders der Sonnenuntergang hinter den Bergen hat es mir angetan (um 18 Uhr ist es hier bereits dunkel und um 6 Uhr morgens wieder hell). Wir fuhren durch einige Buschfeuer, die rechts und links von der Straße brannten, doch die Madagassen schien das nicht zu beunruhigen. Am nächsten Morgen (und nach einer schlaflosen Nacht) war die Landschaft sehr verändert. Wir hatten die Großstadt hinter uns gelassen und wir kamen durch viele Dörfer, die nur aus Lehmhütten bestanden. Die Frauen trugen bunte Tücher als Kleider, ein weiteres Tuch oft als Schulterbedeckung oder Kopfbedeckung und einen Korb auf dem Kopf. Zebu- und Ziegenherden wurden durch die Gegend getrieben und Hühner und Hunde liefen frei herum. Schon mit den ersten Sonnenstrahlen liefen die Einwohner durch die Gegend und bauten ihre Verkaufsstände (die es einfach überall gibt) auf. Da das Klima, hier im Norden, eher tropisch ist, wurde die Landschaft immer grüner und wir fuhren durch so manche Täler, die von allen mögliche Palmenarten und Baumarten, die ich noch nie zuvor gesehen hatte, bewachsen waren. Gegen halb neun am Morgen erreichten wir endlich Ambanja. Und das erste, was mir schon so früh entgegen schlug war Hitze.
Okt 03
Buschtaxifahrt
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