Ambanja, meine neue Heimat

Ambanja hat ca. 30000 Einwohner, liegt umgeben von Hügeln, ist durchzogen von der geteerten Hauptstraße, von der Seitenstraßen oder eher gesagt Sandpisten abgehen. Die Hauptstraße ist ein einziger Markt, an jeder nur freien Stelle befinden sich Marktstände. Am Rand der Straßen (vorallem der Seitenstraßen) und wie sollte es anders sein, Müll. Müll liegt einfach überall verstreut oder wird am Straßenrand verbrand. Auch hier kleiden sich die Frauen mit bunten Tüchern und so manche laufen mit einer gelben Gesichtsmaske aus Tabakpflanzen (Tam-Tam) umher, was einerseits als Verzierung dient und andererseits vor der Hitze des Herdes und der Sonne schützt. Es gibt Bauten aus Stein (vorallem an der Hauptstraße), doch die meisten Menschen leben in kleinen Hütten aus Holz, die auf Holzpfähle gebaut sind und kochen draußen über offenem Feuern. Die Gemeinschaft hier der Fille de Marie Auxiliatrice (FMA), die Don Bosco Schwestern, in Ambanja (bei denen ich lebe) wurde am 5.Oktober 2010 zur Feier des 25-jährigen Bestehens der Schwestern auf Madagaskar gegründet. Dementsprechend ist das neue Haupthaus noch in Bau und momentan leben wir (4 madagassische Schwestern und ich) in einem ehemaligen Hotel, was aber nur zum Übernachten war und somit ist es sehr klein (einstöckig), sodass sich die Schwestern zu zweit ein Zimmer teilen. Ich habe ein eigenes Zimmer, es ist wirklich winzig, aber es reicht vollkommen. Es passen gerade mal ein Bett, ein Tisch und ein Schrank hier ins Zimmer und man muss sich am Bett vorbeiquetschen, um ins offen angrenzende Bad zu kommen. Leider gibt es keine Fensterscheibe, nur ein Fliegengitter und nebenan ist eine Bar, sodass jede Nacht noch lange laute Musik zu hören ist und die „Wände“ von meinem Zimmer sind so dünn, dass sie nur als Sichtschutz zu gebrauchen sind, manchmal fühle ich mich, als würde mein Bett in der Küche stehen. Im Moment, während ich das hier vorschreibe, bellen Hunde und die Nachbarn (mit der Bar) haben laut Musik laufen. Mal gucken, ob ich schlafen kann. Das neue Haupthaus wird viel größer und ist momentan im Bau, was auch einen ganz schönen Lärm mit sich bringt. In unserem Garten stehen Mango-, Orangen- und Zitronenbäume. Es gibt Ananas und 3 Fruchtarten, die ich noch nie gesehen habe und nicht benennen kann und natürlich Palmen, also Kokosnüsse ohne Ende. Zudem laufen hier zwei Hühner für unsere Eier herum. Außerdem soll es viele Chamäleons geben, doch ich habe bisher leider noch keins gesehen. Eine Schwester geht deshalb hier nicht in den Schatten unter den Bäumen, weil die Chamäleons manchmal einfach von den Bäumen „plumpsen“ und sie sollen so groß wie ein Unterarm sein. Vormittags, Abends und meistens die ganze Nacht andauernd ist Stromausfall, meine Taschenlampe war also eine sehr gute Investition. Und wenn gerade Strom da ist, ist kein Wasser da. Das Klima hier ist einfach unglaublich heiß und die wärmsten Monate (Oktober, November, Dezember) stehen uns noch bevor. Schon morgens um kurz vor acht, wenn ich das Haus verlasse, ist es so warm, dass man schon beim nichts tun anfängt zu schwitzen. Selbst nachts ist es nur in Top und kurzer Hose und ohne Decke so warm, dass man sich ein paar (zehn) Grad kälter wünscht. So wie man in Deutschland im Winter am liebsten den ganzen Tag unter der warmen Dusche stehen würde, würde ich hier am liebsten den ganzen Tag unter der kalten Dusche bleiben. Obwohl mir das Wasser hier noch nicht einmal richtig kalt vorkommt (in Antananarivo habe ich vom kalten Wasser morgens immer Kopfschmerzen bekommen). Die Schwestern hier sind einfach sehr fröhlich und nett und wir lachen viel gemeinsam. Mit der Sprache gibt es keine Probleme, weil wir französisch reden können und Soeur Alice bringt mir jeden Tag ein bisschen mehr malagassy bei. Doch manchmal rutschen die Schwester bei ihren Unterhaltungen ins madagassische und dann verliere ich den Faden, weil ich kein Wort verstehe. Die Schwestern stehen morgens schon um 4.45 Uhr zum Beten auf, doch ich habe hier ziemlich große Freiräume und darf so lange schlafen, wie ich will, wobei das meistens auch nur bis 6 Uhr ist auf Grund des Baulärms, der Hitze oder der Nachbarn, die auch schon wach sind. Im Moment sieht mein Tag so aus, dass ich um kurz vor 8 das Haus verlasse und das Fahrrad nehme, um um 8 Uhr in die Messe für die Ferienbetreuungskinder der Schwestern zu gehen (dazu später mehr). Die Messe ist leider auf malagassy, doch Samstagabend ist eine französische, vielleicht werde ich mir angewöhnen in die zu gehen, wobei die Sonntagmorgen (um 6 Uhr! sehr schön, mit viel Gesangt, aber auch sehr lang, sein soll). Danach ist die Betreuung der Kinder bis um 16.30 Uhr, um 17.30 Uhr sind wir nach dem Aufräumen dann meistens wieder zu Hause. Abends bete ich dann mit den Schwestern den Rosenkranz und das Abendgebet, was meist eine ¾ Stunde dauert. Montagmorgen ist hier eine hauseigene Messe um 6 Uhr morgens nur für die Schwestern und solange ich hier bin, wird sie jetzt auf französische gehalten. Danach essen wir gemeinsam: REIS. Reis gibt es hier morgens, mittags und abends. Doch zum Nachtisch gibt es Früchte der Saison, was momentan Papayas und Bananen sind und eine Frucht, die ich noch nie gesehen habe und unglaublich süß ist. Ab den nächsten Wochen bricht die Orangen- und Mangosaison an, was Orangen und Mangos im Überfluss bedeutet, ich freue mich drauf !

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One Response to “Ambanja, meine neue Heimat”

  1. Tasche sagt:

    Hoffe du überlebst die Hitze und den Lärm! Ohropax waren bisher meine beste Investition ;) Viel Erfolg beim Unterricht bzw Spielen oder was auch immer du mit denen anstellst <3

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