Hallo liebe Leser,
unglaublich, dass schon Anfang Dezember sein soll! Aber das zeigt mir, dass mal wieder höchste Zeit für einen neuen Bericht ist. Und eine noch unglaublichere Vorstellung: die Adventszeit ist angebrochen!? Schwitzend stand ich in Rock und T-Shirt Samstagabend in der Kirche und feierte den 1.Advent, danach ging es mit dem Fahrrad durch eine viel zu warme Nacht wieder zurück zur Gemeinschaft, um erst einmal kalt zu duschen. Advent? Im Sommer, bei über 30° Celsius im Schatten? Wenn ich an die Adventszeit denke, denke ich an die mit Lichterketten geschmückte Innenstadt in Marburg, den Weihnachtsmarkt, Adventskalender, Tee trinken und Spekulatius essen mit meiner lieben Tasche, an Weihnachtsbäume, die es bald überall zu kaufen geben wird, Sonntags eine Kerze mehr vom Adventskranz anzünden, mit eiskalten Händen Samstagmorgen Brot und Brötchen auf dem Markt verkaufen und an die jährlichen Plätzchenbackaktionen mit Lele. Hier wird es wohl nichts davon geben, keine Kälte, keine Plätzchen, keine gemütlichen Stunden mit Tee trinken, kein Weihnachtsbaum. Zwar bin ich fleißig dabei Weihnachtsmotive im Internet zu suchen, die ich dann mit den Kindern ausmalen kann und Weihnachtsmusik läuft hoch und runter, weil ich Tänze für die Kleinen fürs Weihnachtsfest auf überall bekannte Lieder wie „Jingle Bells“ vorbereite, aber ich glaube so richtig Weihnachtsstimmung wird bei mir dieses Jahr nicht aufkommen (auch wenn es vielleicht noch zu früh dafür ist, von Weihnachten zu schreiben, aber wer weiß, wann ich das nächste Mal wieder Zeit habe zu schreiben). Um in Weihnachtsstimmung zu kommen bin ich viel zu sehr auf die „deutsche“ Weihnachtszeit geprägt glaube ich, aber auf jeden Fall wird es eine spannende Erfahrung mal so anders Weihnachten und die Adventszeit zu erleben.
Was gibt es sonst so Neues bei mir?
Das Sonntagsoratorium hat endlich gestartet und so bedeutet es Sonntagnachmittag für die Kinder der Umgebung tanzen, singen, beten und vorallem viel spielen. Meine Grundschullehrerin hat mich an das Spiel „Olly-Ball“ erinnert, was wahrscheinlich noch viele kennen. Natürlich auch bei den Kindern hier ein wahrer Erfolg, die Anstellreihe zog sich einmal ums Spielfeld! Ab demnächst wird wohl auch ein Mittwochsoratorium beginnen, da Mittwochnachmittag keine Schule für die kleineren Kinder (Grundschule) ist und von einem anderen Projekt die Anfrage kam, ob „ihre“ Kinder sonntags und mittwochs zum Oratorium kommen könnten, damit sie Beschäftigung haben. Vielleicht erinnert sich der ein oder andere noch daran, dass ich einmal samstags mit einer italienischen Freiwilligen das Projekt „Begafo“ besuchen gegangen bin, was sie im Moment am Aufbauen sind. Das Projekt kümmert sich um Kinder, die nicht zur Schule gehen und in die Schule eingegliedert werden sollen. Als ich das letzte Mal im Projekt war, waren die Gebäude noch im Bau, doch mittlerweile ist alles soweit fertig und die ersten 40 Kinder wurden kontaktiert. Damit die Kinder also nicht wieder in ihr altes Leben „rutschen“ und eine Beschäftigung haben, wurden die Schwestern gefragt, ob sie nicht jetzt schon das Mittwochsoratorium starten könnten (normaler Weise machen die Schwestern mittwochs, samstags und sonntags, also an allen freien Tagen der Kinder, ein Oratorium). Zudem erfuhr ich, dass das Projekt „Begafo“ anfangs auf dem Gelände der Schwestern und mit den Schwestern geplant war, doch da die Vorstellung des Projekts zu unterschiedlich war (aus Italien kam die Anweisung dieses Projekt nur 3 Jahre lang laufen zu lassen, was die Schwestern nicht akzeptierten), wurde das Projekt abgelehnt. Aber wie man sieht werden die Schwestern und das Projekt jetzt doch zusammen finden.
Der Samstag gehört mittlerweile den Kindern des Waisenhauses. Morgens geht’s mit zwei Kleintransportern, voll beladen mit um die 40 Kindern um 8 Uhr, bei 30° Celsius im Schatten Richtung Strand. Ich finde immer ein Plätzchen zwischen den größeren Kindern auf der Ladefläche, während sich die Kleinsten im Fahrerhäuschen tummeln und so ihre Faxen machen. 8 Kinder auf der Rückbank, nicht schlecht! Nach ungefähr 30 Minuten Fahrt kommen wir am Strand an. Die Mangosaison ist in vollem Gange und so sitzen überall am Straßenrand Frauen hinter Bergen von Mangos, um diese zu verkaufen. Auch Ananas, Kakaoschoten, Bananen und Litschies werden an jeder Ecke angeboten. Am Strand angekommen wollen die Kinder natürlich schnell ins Wasser, doch das bedeutet ein ganz schön langer Fußmarsch für die Kleinen (ca. 10 Minuten), da bisher immer Ebbe war, als wir am Strand waren. Ungefähr 30 Kinder und Louisa machen sich dann auf den Weg Richtung Wasser. Die einzige andere Begleitung ist die „grande-mère“ („Großmutter“), sie ist natürlich nicht die leibliche Großmutter der Kinder, lebt aber mit ihnen zusammen im Waisenhaus und kümmert sich um sie. Die grande-mère bleibt in der Zeit mit den Kleinsten (die Kleinste ist gerade einmal 8 Monate alt!) am Strand und die Fahrer dösen im Schatten. Im Wasser beginnt der größte Spaß! Es wird getobt, geplanscht und die ganze Zeit sind Rufe zu hören wie: „Regarde-Louisa!“ („Schau her, Louisa!“), jeder will gelobt werden. Was die Kinder des Waisenhauses (wie alle Kinder) extrem brauchen ist Zuwendung und Aufmerksamkeit. Nach 2 Stunden Toben sammel ich die Kinder wieder ein (wenn es nach den Kinder ginge, würden wir den ganzen Tag im Wasser bleiben, danach wäre ich aber knallrot von der Sonne^^), singend, die müde kleine Irina auf dem Arm (sie ist gerade einmal 1 ½ Jahre alt) und Kinder an der Hand geht es dann wieder Richtung Strand. Woran ich bei dem ganzen Spektakel nicht denken darf ist, dass die ganzen Kinder nicht schwimmen können und ich die einzige Aufsichtsperson mit ihnen am/im Wasser bin. Die Kleinen wie Franco, Irina, Judio und Co. sind zum Glück zufrieden, wenn sie im Sand buddeln können und gehen nicht ins Wasser, doch es gibt immer noch genug Kinder, die sich im Wasser tummeln. Bleibt nur zu hoffen, dass auch beim nächsten Mal nichts passiert. Am Strand wird dann noch ein bisschen gespielt und im Schatten der Palmen ausgeruht, bevor es gegen Mittag wieder zurück nach Ambanja geht. Die
Kinder sind meist so kaputt, dass sie auf der Rückfahrt einschlafen. Was für ein niedlicher Anblick! Wer sich noch an Fanomezana, das kleine „Geschenk“ erinnert: er und sein Bruder sind natürlich auch dabei. Zurück zu Hause gibt es dann erst einmal Mittagessen und das normale Chaos und Gewusel beginnt. 40 Kinder, ein Wohnzimmer, an das drei überdachte Tische im Freien zum Essen angrenzen, zwei Schlafräume für die Kleinen (jeweils um die 15 Kinder) und ein Schlafzimmer für die Größeren. Es tut den Kinder wirklich jedes Mal gut ein bisschen raus, an den Strand zu kommen, und Luft zu schnappen von diesem engen, lauten Leben im Haus. Das einzige „Spiel“ im ganzen Haus: der Fernseher und der läuft den ganzen Tag. Die Kleinen wie die Großen sitzen also vor der Glotze und schauen die schlechtesten Filme, die ich je gesehen habe. Leider oft mit vielen Kampfszenen, die die Kleinen dann nach spielen. Diesen Anblick gefiel mir nicht wirklich und so will ich den Kindern Samstagnachmittag ein anderes Programm anbieten. Ein absoluter Renner wie immer bei
den Kindern ist UNO und darf an einem Samstagnachmittag auf keinen Fall fehlen, und auch Springseile müssen immer dabei sein. Letzten Samstag habe ich dann Buntstifte und Papier mitgebracht. Mit was für einer Freude die Kinder vor mir die Treppe hochgestürmt sind.
Hochkonzentriert waren so für 2 Stunden um die 30 Kinder beschäftigt, manche malten für sich zurück gezogen, andere in Gruppen, andere wie Fanomezanas Bruder Nabulain waren die ganze Zeit damit beschäftigt (schon angespitzte) Stifte zu spitzen, als wäre es das wichtigste der Welt und selbst die Jungs waren mit von der Partie. Auch hierbei verging natürlich nicht eine Minute, ohne, dass ein Kind gekommen wäre, um sich loben zu lassen. Jeder Strich sollte bewundert werden. =)
Auch ich genieße wirklich die Tage mit den Waisenkindern. Es ist so schön zu sehen, wie sie sich freuen, wenn man ihnen ein bisschen Aufmerksamkeit schenkt. Dazu ein paar Buntstifte und Papier und der Tag ist gerettet. Zudem ist es wirklich schön, nicht immer die Lehrerin sein zu müssen. In der Schule verhalten sich die Kinder sehr korrekt und respektvoll, sprechen mich mit „Madame Louisa“, „Mademoiselle“ oder „Maîtresse“ an, aber dadurch entsteht natürlich auch Distanz. Zwar war die Überraschung groß, als beim ersten Mal, als ich mit ihnen zum Strand gefahren bin, ihre „Maîtresse“ zu ihnen auf die Ladefläche geklettert kam und die Kinder begrüßten mich mit „Bonjour maîtresse“ (schließlich kenne ich alle Kinder aus dem Sportunterricht), doch mittlerweile haben sie verstanden, dass ich samstags einfach nur „Louisa“ bin, die „vazaha“, die zum Spielen und Spaß haben vorbei kommt. Auch ist es sehr schön die Chance zu haben mit den Kindern einen persönlicheren Kontakt aufbauen zu können, in der Schule fehlt dazu einfach die Zeit. Franco kenne ich schon aus der „maternelle“ und ich habe ihn in einem anderen Blogeintrag schon über diesen Strahlemann berichtet, dass er jedoch so verkuschelt ist, hätte ich nie gedacht =). Er hat übrigens noch 2 kleinere Schwestern. Sabrina ist gerade einmal 11 Monate alt und Irina 1 ½ Jahre. Die drei wurden im März im Waisenhaus abgegeben und alle drei sind so tolle süße Kinder, alle drei wie Franco total ausgeglichen und am Lachen. Manchmal klettern alle drei zur gleichen Zeit auf meinen Schoß und kuscheln sich an mich, ein schöner Augenblick. Lustigerweise sind es im Waisenhaus gerade die Jungs, die meinen Kontakt suchen, während in der Schule es meist die Mädchen sind, die in den Pausen zu mir kommen. Was mich mit den Kleinen aber immer besonders traurig macht ist, wenn ich sehe, wie sehr sie sich über so Kleinigkeiten wie Rumtoben oder Malen freuen und dass sie niemanden haben, der das mit ihnen macht. Keine Eltern, die sich Zeit für sie nehmen könnten und père Stefano (der tagsüber bei den Kind
ern ist) und die grande-mère, sind zwar bei den Kinder, kümmern sich aber eher ums leibliche Wohl. Ich habe sie leider noch nie mit den Kinder spielen sehen. Vorallem sind diese Kinder so toll, sie haben die besondere Fähigkeit sich umeinander zu kümmern. Es wird geteilt und geduldig abgewartet und sobald sich Kinder streiten geht ein drittes Kind (egal welchen Alters) dazwischen und vermittelt. Sie sind so lieb, hilfsbereit, aufmerksam, zutraulich und fröhlich und auch mit mir und meinen (noch nicht vorhandenen) madagassisch Kenntnissen sehr geduldig. Aber immerhin UNO spielen kann ich mittlerweile auf madagassisch.
In der Schule haben sich meine Aufgaben nicht groß verändert, nur, dass mir Stück für Stück mehr Verantwortung übertragen wird. So kommt es schon mal vor, dass ich alleine mit der „maternelle“ (den 3-jährigen) bleibe und den Unterricht machen muss. Gar nicht mal so einfach.
An dem Tag, als ich mit den Kleinen alleine war und den Unterricht übernahm, kam auch noch dazu, dass Sr. Alice nicht da war und sie hatte vergessen mir den Schlüssel fürs Büro da zulassen. Also strömten die großen Kinder während ihrer Pause in den Klassenraum der maternelle um nach den Spielsachen, die ich normalerweise austeile, zu fragen, während die Kleinsten um mich herumspangen, um beschäftigt zu werden. Andere Lehrer waren wie gewohnt weit und breit nicht zu sehen. Was für ein Chaos! Doch auch wenn die Lehrerinnen da sind, haben sie manchmal anscheinend keine Lust auf Unterricht. „Fang schon mal an!“ heißt es dann. Im Moment lernen die Kleinen die Gemüsenamen auf französisch. Um zu testen, ob sie auch wirklich verstehen, was sie da
an der Tafel lernen (mit angemalten Gemüse), brachte ich frisches Gemüse mit in den Unterricht. Wie zu erwarten war anfangs alles „Tomate“. Ich zeigte eine Kartoffel: „une tomate!“, ich zeigte eine Zwiebel: „une tomate!“, doch mittlerweile kriegen sie es ganz gut auf die Reihe. Ein absolutes Highlight für die kleinen Kinder: eine Ladung Puppen kam als
Geschenk aus Italien. Die meisten Kinder haben noch nie eine Puppe gesehen und nicht ein einziges Kind hat eine eigene zu Hause. Die Freude, die sie mit den Puppen haben, kann man sich vorstellen.
Manch einer fragte mich nach Fanomezana, mein Sorgenkind der ersten Tage hier. Mittlerweile hat er sich super gemacht! Er kommt zwar immer noch Freude strahlend auf mich zu gerannt, sobald er mich entdeckt und sucht meinen Kontakt, doch mittlerweile spielt er auch sehr schön alleine und weint nicht mehr und auch der Abschied, wenn ich wieder fahre, ist kein Problem mehr. An manchen Tagen ist er sogar genauso frech wie die anderen Kleinen, kreischt und rennt rum oder singt sogar der ganzen Klasse alleine ein Lied vor. Wenn ich mich so an die ersten Wochen erinnere, wo er weinend und wimmernd mit dem Daumen im Mund auf dem Boden hockte und dazu noch barfuß und in löchrigen Anziehsachen und mir auf Schritt und Tritt folgte, hätte ich nie gedacht, dass er mal zu so einem aufgeweckten Kerlchen werden würde. Besonders stolz
ist er auf seine marine blauen Hosen und sein weißes Hemdchen, was alle Kinder am Montag tragen müssen. Endlich nach 2 Monaten besitzt auch er die Schuluniform (auch wenn sie viel zu groß ist, muss ja noch für ein paar Jahre halten) und auch über sein neues SE.VE.MA. T-Shirt, was die Kinder freitags tragen müssen, ist er sehr glücklich. Zwar kommt er immer noch oft barfuß in die Schule und hat nichts zu essen und zu trinken dabei, und dass wobei er unterernährt ist, doch zum Glück isst Rodrigue, aus einer gut situierten Familie, sein Frühstück nie auf und schnell wird mit Hilfe der Lehrerinnen der Besitzer des einen oder anderen Frühstücksbaguettes gewechselt.
Die Arbeitsmoral von den Lehrern hier ist sehr interessant zu beobachten. Oft stehen sie während der Unterrichtszeit in Gruppen vor den Klassenräumen und unterhalten sich. Manchmal komme ich in eine Klasse, um die Kinder zum Sportunterricht abzuholen und die Lehrerin ist nicht da. Ein Lehrer schläft in der Zeit während ich Sport mit seiner Klasse mache. Die Kinder und ich machen uns dann immer einen Spaß daraus uns leise anzuschleichen und den Lehrer mit einem lauten „Bonjour!“ zu begrüßen. So will man doch geweckt werden, oder? Immerhin kam man an der Schule jetzt schon mal auf die Idee, dass man vielleicht ein paar Lehrer als Pausenaufsicht aufstellen sollte. Bisher war ich die einzige Aufsicht und bevor ich hier ankam, gab es für all die Kinder keine Aufsicht! Doch bis dieser Plan in die Tat umgesetzt wird, wird wohl noch wie sooft hier einige Zeit vergehen.
Manchmal ist es für mich immer noch komisch, dass ich an der SE.VE.MA. wirklich als Lehrerin anerkannt bin. Kinder wie manche (vorallem die jüngeren) Lehrer sprechen mich mit „Maîtresse“ an und wenn ich irgendwo im Unterricht
zuschaue holen sich die Kinder bei mir die Erlaubnis ein, um auf Toilette zu gehen. Auch im Lehrerkollegium fühle ich mich sehr wohl. Generell habe ich ein sehr gutes und zu machen Lehrern sogar ein freundschaftliches Verhältnis. Sie suchen das Gespräch (auch wenn es mit der Verständigung manchmal aufgrund der Französischkenntnisse etwas schwierig ist) und auch von ihnen werde ich wie von den Kindern mit einem freundlichen Lachen begrüßt und sie bedanken sich für den Sportunterricht bei mir. Wie ein Lauffeuer hat sich verbreitet, dass ich ab Januar den Englischunterricht übernehmen werde und ganz aufgeregt kommen nun die Lehrer zu mir, um zu fragen, ob das wirklich stimmt und manch einer will selber Unterricht bei mir haben. Der Umgang unter den Lehrern ist sehr herzlich, es wird viel gelacht und was für mich anfangs sehr ungewohnt war, man fasst sich viel an, als Zeichen, dass man es gut meint. So kommt es schon mal vor, dass Mme Irène meine Hand hält, während sie mir etwas erzählt oder erklärt, oder sie zieht mich an der Hand irgendwohin, wenn sie mir etwas zeigen will. Mit einer Lehrerin der 9ième habe ich ein sehr gutes Verhältnis, sie erzählt mir viel von sich und wir tauschen uns viel über unsere Kulturen aus. So kann es schon mal vorkommen, dass sie mir nachläuft und sich an meinem Arm festhält, um mir etwas zu erzählen.
Heute hatten wir wieder ein sehr interessantes Gespräch mit ihr. Sie deutete auf meine Sommersprossen und fragte mich, ob die von der Hitze kommen würden. Als ich ihr erzählte, dass sie von der Sonne kommen, fragte sie mich, ob sie wieder weggehen würden, wenn ich wieder in Deutschland wäre. Als ich ihr sagte, dass sie auch in Deutschland bleiben, schien sie ganz bestürzt. Danach kamen wir irgendwie auf das Thema Rentner. Rentner wie wir sie aus Deutschland kennen, gibt es hier natürlich nicht. Die Menschen müssen irgendwie weiterarbeiten, um sich ernähren zu können, oder ihre Familien kümmern sich um sie. Als wir uns also so unterhielten sagte sie „Kinder und Alte trinken Milch“. Ich war zunächst verdutzt, doch wurde mir klar, dass das hier die Realität ist. Ein Zahnarztbesuch ist für die meisten Menschen hier unbezahlbar, wenn also die Zähne schlecht werden oder ausfallen, bleibt den Menschen keine andere Möglichkeit als sich überwiegend von Milch zu ernähren.
Übrigens habe ich jetzt rausgefunden, dass man nur sein Abi braucht, um Kinder im Alter von 3 bis 10 Jahren (Grundschule) zu unterrichten. So erklärt sich auch, warum die Lehrer so schlecht französisch sprechen. Hätten sie studiert, wäre nämlich das ganze Studium auf französisch gewesen und so würden sie gut französisch sprechen.
Der Sportunterricht läuft immer besser und ich kann immer besser einschätzen, was ich von den Kindern erwarten kann. Doch vorallem ist Geduld gefragt und das ist manchmal wirklich eine Herausforderung. Wenn ich die Kinder frage, ob sie das Spiel verstanden hätten, wird immer mit „oui, oui“ geantwortet, doch sobald man anfangen will zu spielen, starren mich alle an, ohne sich zu bewegen. Man kann die Fähigkeiten der madagassischen Kinder auf keinen Fall mit denen der deutschen Kinder vergleichen. Gruppenspiele waren ihnen bisher völlig unbekannt. Das einzige, was sie kannten war Fußball und Sprints. So braucht es seine Zeit einen einfachen Staffellauf mit einem Stein in der Hand zu erklären und dass man den Stein an den nächsten weiter geben muss, für die Kinder eine völlig unverständliche Sache und für mich manchmal zum Haar raufen. Wie soll so Schwung ins Spiel kommen, wenn nach jedem Kind, das gelaufen ist, der Stein erst einmal gesucht werden muss? Doch wenn ich dann die Kinder anschaue, die mich wieder rum gespannt und konzentriert anschauen werde ich jedes Mal daran erinnert, dass sie sich wirklich bemühen das Spiel zu verstehen, es aber wirklich einfach nicht verstehen. Ich sehe ja auch, wie die Kinder eifrig versuchen meine Anweisungen auszuführen und zu übersetzten, doch manchmal wird ein Spiel eben falsch verstanden. Und so erkläre ich es eben noch einmal von vorne. Mit den Großen lassen sich schon anspruchsvollere Spiele spielen, auch wenn auch hier vieeeel Geduld gefragt ist. Mit französisch kommt man einfach nicht weit und so muss ich alles irgendwie pantomimisch oder mit Zeichnung im Sandboden erklären.
Was für mich unglaublich motivierend ist, ist zu sehen, wie sich die Kinder freuen Sport machen zu können. Sobald ich den Klassenraum betrete, um eine Klasse zum Sport abzuholen ziehen sich die Kinder in Windeseile um, strömen
teilweise vor Freude hüpfend aus dem Klassenraum und stellen sich brav in Zweier-Reihen auf. Im Gänsemarsch geht es dann zum Sportplatz. Manche Kinder kommen am Tag zuvor zu mir, um zu fragen, ob am nächsten Tag wirklich der Sportuntericht sei und auch die Lehrer berichten, dass die Schüler ständig fragen würden, wann denn endlich wieder Sport wäre. Dementsprechend motiviert sind dann natürlich auch die Kinder und es macht natürlich sehr viel mehr Spaß mit super motivierten Kinder Sport zu machen, als mit Kindern, die man erst animieren müsste. Nach den 30 Minuten Sport (die ja wirklich nicht viel sind pro Woche) sind die Kinder meist ganz enttäuscht, dass es schon vorbei ist und versuchen noch ein bisschen Zeit raus zuhandeln. Ich muss sie dann mit einem wirklich schlechten Gewissen auf die nächste Woche vertrösten.
Menschen und Leben
Was im Moment ein großes Problem ist, ist die Wasserversorgung in Ambanja. Da es sehr heiß ist und es wenig regnet haben viele Menschen nur sehr wenig und/oder sehr schmutziges Wasser zur Verfügung und viele Menschen werden dadurch krank. Trinkwasser kann sich hier kaum jemand leisten. Selbst die Lehrerin, mit der ich in der maternelle zusammen arbeite, kann sich kein Trinkwasser leisten, so trinkt sie bei mir mit.
Auch an der SE.VE.MA. gibt es kein Wasser (auch in den „Toiletten“ nicht) und das für über 700 Grundschüler, die fast den ganzen Tag in der Schule verbringen. (Wenn es gerade Regen gab, trinken die Kinder das Regenwasser. Ob das so gesund ist?) Ich hatte schon einmal vom unvorstellbar schlechten Zustand der Schule geschrieben, doch es stellen sich immer mehr Probleme raus. So hat sich herausgestellt, dass sich kaum ein Klassenraum ordentlich abschließen lässt, da die Schlösser kaputt sind und so wurden in einem Klassenraum Stromleitungen geklaut (wobei es nicht bedeutet, dass es Strom gibt, auch wenn es Stromleitungen gibt). Auch das muss man sich mal vorstellen. Selbst Stromleitungen werden hier geklaut! Auch die drei Räume, in denen die Decke heruntergekommen ist, wurden einfach bis jetzt so gelassen, da Geld für die Sanierung fehlt und die Klassen sind in noch winzigere Räume umgezogen.
An einem anderen Nachmittag regnete es für eine halbe Stunde und promt waren 4 Klassenräume komplett überflutet, sodass man mit Eimern das Wasser raustragen musste. Und wir sind noch nicht einmal in der Regenzeit! Wie das in der Regenzeit werden soll, will man sich am besten gar nicht vorstellen. Selbst für die nötigsten Reperaturen fehlt einfach das Geld und die Schwestern können nichts ausrichten, da sie zwar die Schule leiten, die Schule aber der Gemeinde gehört. Immer wieder sprechen sie mit den Verantworlichen, doch es tut sich nichts. Eines mittags kam der Bischof zu uns zum Essen und ich wurde vorgeschickt, um ihm zu sagen, was ich über die SE.VE.MA. denke und was man verändern müsste. Ich wusste gar nicht, wo ich anfangen sollte. Eigentlich müsste man alles komplett erneuern. Nicht eine Tafel ist in Takt, nicht ein Tisch ist ganz, die Wände bröckeln vor sich hin, die Dächer sind undicht, die Türen schließen nicht, es gibt keinen Strom, es gibt kein Wasser, es gibt keine Materialen und nicht einmal genug Tische für alle Schüler (was gibt es überhaupt mag man sich da fragen), die Klassenräume sind keine abgschlossene Räume, sodass man alles von den Nachbarklassen mitbekommt und vorallem sind Sr. Alice und ich uns einig, dass etwas an der Einstellung und Arbeitsmoral der Lehrer geändert werden muss. Oft erzähle ich den Schwestern von meinen Ansichten über die Schule, unter anderem wie bestürzt ich war, als ich gesehen habe, wie Kinder geschlagen wurden und wie ich die Arbeitsmoral und Arbeitsweisen der Lehrer hier sehe. Zum Glück haben die Schwestern hier die gleiche Sichtweise auf die Dinge wie ich. Im Lehrstoff wird einfach vorangeganen, ohne darauf zu achten, ob die Kinder folgen können oder nicht. Wenn in einem Mathetest nur 3 von 40 Kindern geschafft haben, die Aufgaben zu lösen, sind immer die Kinder Schuld. Als ich in einem Klassenraum Matheaufgaben an der Tafel sah, die mir viel zu schwer für die Kinder erschienen, sprach ich den Lehrer darauf an. Er war wirklich ganz überrascht und meinte zu mir: „Deshalb schaffen also nur 2 Kinder dem Unterricht zu folgen!“ Ihm war vorher im Ernst noch nicht in den Sinn gekommen, dass die Aufgaben einfach zu schwer sein könnten. Sr. Alice brachte die Situation einmal ganz gut auf den Punkt als sie sagte, dass die Lehrer hier einfach arbeiten, um zu arbeiten. Es wird geschrieben, um zu schreiben und nicht, weil es einen Sinn oder einen Lerneffekt haben könnte. Die Lehrer machen sich einfach keine großen Gedanken über die Schüler, sie ziehen ihren Unterrichtsstoff durch (übrigens jeder wie er will, weil es keinen Lehrplan gibt) und auf die Frage, ob die Lehrer Spaß an ihrer Arbeit hätten war die Antwort: „ Irgendwie muss man ja seine Familie ernähren!“. Für eine Art „Sozialkasse“ der Lehrer, verkaufen sie Donnerstags in der Pause immer Essen an die Kinder. Dieses Geld wird dann genutzt, wenn bei jemandem eingebrochen wurde oder dringend Geld für andere Dinge wie medizinische Versorgung gebraucht wird, oder einfach für einen gemeinsame Ausflug, wenn am Ende des Jahres noch genug Geld übrig bleibt. Voller stolz erzählte mir Mme Irène, dass sie 7000 Ariary eingenommen hätten, das entsrpicht etwa 2,45 Euro. Habe ich mich da schlecht gefühlt, als ich daran gedacht habe, dass wir mit unserem Kuchenverkauf für den Abiball an der Martin-Luther-Schule manchmal weniger als 100 Euro pro Pause eingenommen haben und deshalb enttäuscht waren. Ein Junge der 7ième (größte Klasse der Grundschule, etwa 10 Jahre alt) wurde neulich zu Sr. Alice ins Büro geschickt. Er konnte bis jetzt nicht lesen und schreiben und das, obwohl er seit 5 Jahren zu Schule geht und niemand hatte es bisher bemerkt. Das Fatale an dieser Arbeitsweise ist ja auch, dass die Kinder so selbst die Grundlagen nicht lernen. Wer addieren, subtrahieren oder das kleine Einmaleins nicht beherrscht hat eben Pech gehabt und es wird im Lehrstoff ohne weiteres Bemühen voran gegangen. Übringens beherrscht die Mehrzahl der Schüler die einfachen Rechenmethoden nicht und auch die Lehrer subtrahieren schriftlich bei einer Rechnung wie 30-16. Irgendwie schwer vorstellbar, oder?
Die SE.VE.MA. ist übrigens die angesehenste Schule hier in Ambanja. Bis jetzt gibt es täglich Anfragen, ob noch Schüler aufgenommen werden könnten (Schulanfang war schon Anfang Oktober), doch die Klassen quillen schon so völlig über. In der einen Abschlussklasse sind 98 Schüler, in einem Raum, mit einem Lehrer! Das muss man sich mal vorstellen! Auch die 3 besten Schüler Ambanjas (hier läuft alles über Platzierungen) kommen von der SE.VE.MA.. Wenn also schon der Zustand an der besten Schule so ist, wie ich es hier erlebe, will ich mir nicht vorstellen, wie es an den anderen Schulen zugeht. Für die Schwestern (die die Schule vor gerade einmal einem Jahr übernommen haben) bleibt nach wie vor viel, viel Arbeit. Manchmal sagt Sr. Alice zu mir, dass sie gar nicht weiß, wo sie anfangen soll. Das Motto bleibt also „peu à peu!“.
Leben
An einem Nachmittag sollte ich unerwartet Kontakt mit den schlechten Lebensbedingungen der Menschen hier haben. Ich hatte schon gehört und gesehen, dass die Menschen, die in diesen kleinen Hütten leben nachts von Ratten angeknabbert werden, da sie ungehindert in die Hütten krabbeln könne und die Menschen meist auf dem Boden schlafen, doch war ich bisher noch nicht wirklich in dem Viertel, indem die meisten dieser Hütten stehen. Es war also der Nachmittag, an dem es für nur 30 Minuten regnete und die Klassenräume dennoch überschwemmt waren. Nach der Schule begleitete ich Nabulain (Fanomezanas Bruder) nach Hause, um seiner „grandemère“ (seiner Ziehmutter) etwas vorbei zu bringen. Der Kleine trug wie so oft keine Schuhe und wegen dem Regen war alles überschwemmt. Nun verstehe ich auch, warum all die Hütten auf Holzpfähle gebaut sind. Der Weg führte zwischen all den kleinen Hütten durch und wir warteten die ganze Zeit durch knöcheltiefes, schlammig, schmutziges Wasser, an so manchen Stellen ragten Müllberge aus dem Wasser, die der Kleine dann als Trittfläche nutzte. Endlich angekommen sah ich zum ersten Mal die Unterkunft von Fanomezana und Nabulain: eine etwa 3 x 3 Meter große Holzhütte, inder die „grande-mère“ mit über 6 Kindern lebt. Was mich am meisten überraschte und beeindruckte war, dass die grande-mère dennoch einen fröhlichen und zufriedenen Eindruck machte. Bei so Lebensbedingungen würde es mich ganz und gar nicht wundern einer vergrämten und schlecht gelaunten Frau zu begegnen. Manch Deutscher ist mit soviel mehr so viel unzufriedener! Den Weg zurück ging es dann wieder durch diese stinkende Brühe, begleitet von den verwunderten Blicken der Madagassen, die sich wohl fragten, was ein „vazaha“ in dieser Gegend zu suchen habe.
Bei jedem Gewitter und starkem Regenfall muss ich an die vielen Menschen denken, die ohne Unterkunft oder nur in den kleinen Holzhüttchen hier leben. Was für schreckliche Nächte sie in ihren undichten Hütten durchstehen müssen! Am nächsten Tag erfährt man dann leider öfters, dass jemand im Gewitter umgekommen ist. Der Tod ist hier viel allgegenwärtiger und es wird ihm auch viel weniger Beachtung geschenkt, als in Deutschland. So starb ein 17-jähriger Junge, noch dazu der Bruder von einem Mädchen, dass ich kenne, weil er mit seinem Fahrrad gestürzt ist und sich so eine schwere Kopfverletzung zugezogen hatte. Er wurde zu Hause aufgebahrt, Freunde und Bekannte statteten ihm den letzten Totenbesuch ab, er wurde begraben und schon sprach niemand mehr davon und das Leben ging normal weiter. Sein Vater und seine Schwester habe ich kurz nach diesem Vorfall gesehen, doch beide machten den Eindruck, als wäre nichts passiert. Auch ist die Kindersterblichkeit viel höher. Ständig hört man von Frauen, die ihre Kinder verloren haben. Auch die Schwester von einer Schwester hier, verlor ihr Kind und ein kleines Geschwisterchen von einer anderen Schwester starb kurz nach der Geburt. Wirkliche Spezialisten für Kleinkinder und Babys gibt es hier einfach sehr wenig und so werden die Kinder zu den normalen „Ärzten“ gebracht, die aber die Krankheiten nicht erkennen. Zudem bringen die Frauen ihre Kinder zu Hause zur Welt, oft nur mit der Hilfe der Mutter und so ist nicht ausreichend medizinische Versorgung vorhanden. Sr. Alice erzählte, dass ihre Mutter alle 12 Kinder zu Hause alleine zur Welt gebracht hatte und das während die anderen Kinder im Nebenraum warteten.
Was ich aber sehr beeindruckend finde ist, wie viele Menschen Anteil nehmen, wenn jemand stirbt. In den meisten Familien ist zu wenig Geld da, um ihre Verwandten (Eltern, Geschwister) zu besuchen und so ist oft der Tod eines Elternteils der einzige Anlass, sich in die Heimatstadt der Eltern aufzumachen. So starb der Vater einer Lehrerin der SE.VE.MA.. Alle Lehrer legten Geld zusammen, damit sie sich die Reise zu ihrem toten Vater leisten konnte. An einem anderen Tag starb ein Mann, der am Markt verkaufte. Seine ganzen Kollegen ließen am darauf folgenden Tag die Arbeit ruhen, um ihn zu würdigen und es wurde Geld gesammelt, um die letzte Buschtaxifahrt des Toten in seine Geburtsstadt zu bezahlen. Der Tote wird übrigens einfach zum übrigen Gepäck aufs Dach des Buschtaxis geschnürt. Auch wird der Tod hier nicht so wie bei uns betrauert. Stirbt jemand, wird er mit Tänzen und lauten Rufen begleitet und gefeiert. So kann man schon mal die Freudenschreie einer Fußballmannschaft, die gewonnen hat und feiernd durch die Gegend zieht, mit einer Beerdigung verwechseln.
Noch zwei erschreckende Nachrichten zum Schluss: auf Madagaskar gibt es über 1 870 000 Kinder zwischen 5 und 15 Jahren, die nicht zur Schule gehen, da sie arbeiten (sprich Kinderarbeit) und deren Arbeit als sehr schwere und schädliche Arbeit eingestuft wird. Dazu gehört Prostitution, Kinder, die ganztags und oft sogar die ganze Woche als „Bonne“ arbeiten (eine “Bonne” ist eine Haushaltshilfe und sogut wie jeder mit ein bisschen Geld hat eine, sie kümmert sich um den Haushalt, putz, kocht, wäscht oder/und kümmert sich den ganzen Tag um Babys und Kleinkinder) , Kinder, die in der Fischerei oder Landwirtschaft arbeiten, Kinder, die Bausteine aus Lehm herstellen oder schwere Lasten tragen müssen. Diese Kinder arbeiten, um sich und seine Familien ernähren zu können und werden meist von ihren eigenen Eltern zur Arbeit geschickt und selbst zur Prostitution gezwungen. In Ambanja gibt es eine Arbeitsgemeinschaft, in der auch Sr. Alice mitarbeitet, die sich für diese Kinder in Ambanja einsetzen wollen.
Von einem Bekannten (Deutschen) aus der Hauptstadt bekam ich die Nachricht von einem blutigen Mord an einer Hausangestellten durch 12 Machetenhiebe, in dem Viertel Itaosy, indem auch er wohnt. Die Gewaltbereitschaft und Brutalität habe in den vergangenen Jahren in Madagaskar enorm zugenommen und die Hemmschwelle jemanden oftmals nur wegen ein paar Euro umzubringen sei sehr niedrig angesiedelt. Der mutmaßliche Täter, sei, wie bei vielen Raubzügen, der Wächter des Anwesens und ein Komplize. Die vierjährige Tochter des Hausbesitzers habe die Tat mit ansehen müssen, ihr wäre jedoch kein Haar gekrümmt worden. Auch bei ihm zu Hause (dem Bekannten) wären in den vergangenen Wochen gleich mehrere Einbruchsversuche zu nächtlicher Stunde zu verzeichnen gewesen. Da sich die Weihnachtszeit nähern würde, würden „traditionsgemäß“ solche Delikte auf der Insel steigen. Das Einschalten der Außenbeleuchtung hätte jedoch die Täter von ihrem Unternehmen abgehalten. Ein Polizist hätte zu den Einbruchsversuchen gesagt: „Monsieur, besorg Dir eine offzielle Genehmigung für eine Schusswaffe und wenn Einbrecher kommen erschießt Du einen, dann feuerst Du einen weiteren Schuss in die Luft ab. Bei der späteren Befragung sagst Du dann, der erste Schuss war der Warnschuss…“
In dem Sinne, denkt/ denken Sie besonders während der Vorbereitungen auf Weihnachten daran, wie gut es uns in Deutschland geht, was für eine Sicherheit und was für einen Lebensstandart wir genießen dürfen, was füer eine Schulbildung wir geniessen dürfen und dass wir auf jeden Fall genug Geld haben, um uns ernähren zu können. Was wir uns alles leisten können!
Liebe Grüße aus diesem so fremdartigen Leben in die kalte Heimat und natürlich eine gesegnete Adventszeit an alle, Louisa




Liebe Luisa, endlich hatte ich mal Zeit, mir Deinen langen und ausführlichen Eintrag durchzulesen. Ich finde es super interessant was du schreibst und will Dir auf diesem Wege nur alles Gute für 2012 und weitere spannende Monate wünschen!
Viele Grüße aus Bonn
Ulla