Ja – das schöne Ferienleben ist vorbei und die erste richtige Schulwoche liegt sogar schon hinter uns. Ich schreibe “richtig”, da die Schule eigentlich ja schon vor vierzehn Tagen anfing. Diese “erste” Woche vom 05. bis zum 09.09. kann man jedoch wirklich nicht als Schulwoche bezeichnen. Während der ersten Tage waren jeweils nur gut zwei Drittel der Schüler anwesend, die anderen hatten den Anfang des Schuljahres einfach verpennt. Die Unterrichtszeiten waren kürzer, die Pausen und Spielphasen dafür länger. Schluss war auch schon bereits immer kurz vor Zwei Uhr, und nicht wie eigentlich gedacht um Drei.
Die letzte Woche war jedoch wieder vom normalen Timetable geprägt:
Morgen-Assembly — zwei mal 60 Minuten Unterricht — kurze Pause — eine dritte Stunde Unterricht — Mittagessen — Hausaufgabenzeit (nicht zum machen der Hausaufgaben, sondern nur zum anschreiben und erklären dieser..) — “Activities” (das kann quasi alles sein
) — Schluss-Assembly
Als Fächer stehen folgende auf dem Plan: Englisch, Mathe und Science. Letzteres ist wie “Heimat- und Sachkunde” in deutschen Grundschulen. Alles, was nicht in Englisch oder Mathe reinpasst, wird hier unterrichtet.
In Pauls und meiner Klasse sind acht Kinder, zwei Jungen und sechs Mädchen. Mittlerweile können wir sogar schon die Namen! (Felicia, Grace, Forgive, Betta, Elizabeth, Perfect und Kwame, Karim) [Und ja, die Namen lauten wirklich so. In einer anderen Klasse gibt es auch einen Jungen mit dem Namen Whoknows..] Die ersten zwei Tage sind wir quasi unvorbereitet in die Klasse getaumelt, was keine sehr gute Idee war. Wenn man sich nur zehn Sekunden von der Klasse abwändet um zu klären, was man denn jetzt machen solle, bricht das Chaos aus. Am Dienstag Abend haben wir uns dann aber mal zusammen gesetzt und einen Plan für die restlichen drei Tage ausgearbeitet. Dann hat das mit dem Unterrichten aber erstaunlich gut geklappt. (D.h. so gut, dass ich selbst ein bisschen überrascht war
) Das Niveau der Klasse entspricht dabei (je nach Person / Fach / Tagesform / Art der Aufgabe) einer deutschen Grundschule, teilweise sogar einer 5. Klasse. Die Unterschiede sind allerdings wirklich groß.
Ab Montag sind drei (fragt bitte nicht wer..) der Mädchen allerdings nicht mehr da, da sie auf eine öffentliche Schule wechseln. Unsere Einrichtung ist ja keine Schule, sondern nur ein “Alphabetisierungs-Programm”.
Zu den Plänen für dieses Wochenende sage ich nur: Strom? gecheckt! W-Lan? gecheckt! Internet? gecheckt! (Es steht wirklich nicht viel an. Wir haben uns je ein Exemplar der vorhanden Schulbücher mitgenommen und werden für die nächste Woche einen Plan ausarbeiten, Klamotten waschen, Wohnung putzen..)
Zum Schluss noch zwei Bilder: meine zwei maßgeschneiderten, aus handgefärbten Stoffen gefertigten Hemden. (Stoff plus Schneider kosten weniger als ein durchschnittliches weißes Hemd von der Stange in Deutschland
)


Viele Grüße, diesmal sogar aus meinem eigenen Zimmer und nicht etwa dem Computerraum!