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Alltag lässt grüßen, doch Herausforderung bleibt !

27 Jan

Hallöchen,

juhu, mir geht es wieder besser. Vielleicht ist es echt besser ich gehe eine Zeit lang mal nicht mehr schwimmen, weil ich mir jedes Mal irgendeine Infektion zuziehe.

Seit einer Woche bin ich wieder in Venilale. Ich hatte ja gehofft eine andere Aufgabe zu bekommen als Mathematik zu unterrichten, mit den Kids zu spielen, usw., doch daraus ist nichts geworden. Nach einem Gespräch mit der Oberschwester in meiner Kommunität wurde mir mal wieder klar, dass es hier einfach so gut wie gar nichts zu tun gibt. Das heißt ich unterrichte nachmittags weiter Mathematik von 3 bis halb 5 u. Von 6 bis sieben. Dies stellt manchmal schon eine Herausforderung für mich da. Vor allem so ganz ohne Lehrplan oder Stoff, der durchgenommen werden muss, ist mir so ziemlich frei überlassen, was ich den Kids beibringe.

Gestern habe ich mit Mal rechnen angefangen. Anfangs war es ein wenig schwer, doch mit der Zeit haben es schon einige raus bekommen. Das Schwierigste war einfach alle Kids bei Laune zu halten. Es sind immer so viele Kids, die gleichzeitig auf mich zu stürmen u. Mir die Antwort auf ihr Rechenaufgabe zuschreien u. Meinen ich könnte mir jede Aufgabe merken u. Ohne das Heft anzuschauen Bescheid geben ob die Antwort richtig ist.

Dann gibt es Mädels, die gleich sauer werden, wenn man sich nicht DIREKT um die Korrektur ihrer Aufgaben kümmert. Na ja, irgendwie kriege ich das dann doch immer gehandelt, aber einfach ist es nicht.

Bevor es daran geht die Mathe aufgaben von der Tafel zu schreiben kommt bestimmt jeden Tag ein Mädchen zu mir und sagt: `Ha’u nia lapis la iha. (Mein Bleistift ist nicht da) Das heißt es geht erst mal darum irgendwo einen Bleistift von einem anderen Mädchen aufzutreiben.

Mein Vormittag ist immer noch frei, da der Tetunkurs nicht mehr statt findet u. Ich auch freitags die Pré-Aspirantinnen nicht mehr im Gitarrenspiel unterrichten darf. Deshalb habe ich mir ein paar neue Dinge ausgedacht um meine Zeit sinnvoll zu nutzen. ZB: Holz hacken, französisch lernen, Basketball spielen, deutsche Spiele in tetun übersetzen, Montags immer Wäsche waschen, Zimmer aufräumen, Müll verbrennen,…..

Bald werde ich auch mal anfangen den Pré-Aspirantinnen deutsche Nachtische (Kuchen) beizubringen u. Sie mir dafür timoresische Spezialitäten. Mal schauen wie das wird. Mit Holz u. Feuer habe ich zu Hause noch nie gekocht u. Auch die Zutaten sind unterschiedlich.

Meinen ganzen Nachmittag verbringe ich mit den Mädchen, erzähle ihnen von meinem Zuhause,springe Gummitwist, bete mit ihnen u. Singe fleißig High School Musical Songs, Baby von Justin Bieber oder Jar of hearts vor. Davon sind sie nämlich richtige Fans.

Zu meiner Gesundheit: Mir geht es wieder richtig gut gesundheitlich, außer die paar Schürfwunden am Fuß, die mir noch ein wenig Schmerzen bereiten. Aber keinen Grund zur Sorge !

Bald ist der 31.01. (Don Bosco Feiertag). Deshalb gibt es jetzt jeden Tag eine Novena, in der gebetet wird u. Kurz ein Aspekt von seinem Wesen beleuchtet wird. Ganz nett !

Ansonsten gibt es eigentlich nicht viel neues ….

Ich lasse von mir hören, falls sich was tut.

Ganz liebe Grüße aus Venilale (einem Fleck am Ende der Welt)

Magdalena

ps: Sonntags geht es jetzt übrigens immer zum Oratorium nach Bercoli. Das ist meine Möglichkeit mit den Kids dort zu singen u. Ihnen ein wenig Gitarre bei zu bringen. Das gefällt mir ganz gut.

 
2 Kommentare

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  1. Christian

    30. Januar 2012 um 23:27 Uhr

    Hey Magdalena,
    ich bin Christian und war im letzten Jahrgang an der Elfenbeinküste. Hin und wieder stille ich mein Fernweh mit einem Blick auf Strassenkinder.de. So bin ich auf deinen Blog gestoßen.

    Ich wollte dir nur schreiben, dass ich glaube, dass du das genau richtig machst. Wenn es scheint, dass du keine Arbeit hast, dann such so lange, bist du eine gefunde hast, die dich vollkommen erfüllt.

    Ach und zum Don Bosco Fest noch ein Tipp : Genieße jede Sekunde, die du in diesem Land und mit den Kids hast… das alles geht unglaublich schnell vorbei und später wünscht man sich, dass man das Jahr noch viel intensiver hätte genießen sollen…

    Bis bald irgendwann, vielleicht beim Ehemaligentreffen in Berlin!

    Christian

     
  2. Josef

    30. Januar 2012 um 11:56 Uhr

    Hallo Magdalena,
    ich freue mich sehr für dich, daß es nun nach der Ferien-Auszeit und diversen gesundheitlichen und visa-technischen Herausforderungen wieder mehr um die Arbeit, die Kinder etc. geht.
    Es ist ja einerseits schade, daß du nicht so viel bei den Salesianern machen kannst, wie du gerne würdest, aber offensichtlich hast du so viele kreative Ideen, daß es dir wohl gelingen wird, die Zeit dennoch gut zu nutzen. Vielleicht ergeben sich ja auch über das Oratorium noch neue Möglichkeiten, Kontakte zu knüpfen und dich andernorts hilfreich einzubringen…
    Mit Sicherheit ist es ein sehr guter Ansatz, etwas von den Menschen lernen zu wollen und sich für deren Kompetenzen und Kenntnisse zu interessieren. Dann auch das kann sehr hilfreich sein in dem Sinn, daß die Menschen sich respektiert und \gut\ fühlen, wenn du wirklich etwas von ihnen lernen willst!
    Alles Gute weiterhin, große Tochter in der Ferne!

    P.S. Wie steht`s mit deiner Foto-Aktion? Vielleicht kannst du ja ein paar Fotos machen, wenn du die Fotos übergibst…

    Josef

    Alles