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Ein Award für die Marimbajungs von Manzini

Endlich mal wieder ein Blogeintrag, werden die Meisten wahrscheinlich jetzt sagen. Ich bin jedoch nicht Schreibfaul geworden. Seit dem ich aus dem Urlaub zurückgekommen bin habe einfach ziemlich viel zu tun. Unter anderem habe ich in der Projekteigenen Grundschule in einer vierten Klasse Mathe zu unterrichten. Zudem habe ich ein Projekt in der Musikschule unserer Grundschule gestartet. Von diesen superspannenden neuen Eindrücken werde ich auch in Kürze berichten. Heute liegt der Fokus jedoch auf einem anderen sehr freudigen Ereignis.

Im November 2011 habe ich mich mit der Marimbaband beim nationalen Musik Award in Swasiland beworben. Hier läuft es so, dass man seine Bewerbung mit Videos Photos und vielleicht einer Broschüre einschickt. Nachdem wir seit November nichts mehr von den Organisatoren gehört haben war die Stimmung in der gesamten Band ein wenig geknickt und der Award war eigentlich schon abgeschrieben. Vor zwei Wochen hat dann plötzlich Mduduzi der Lehrer der Marimbaband eine Einladung zu einem Dinner bekommen. Bei diesem Dinner wurde ihm mitgeteilt, dass die Marimbaband den Award gewonnen hat! Es hatte sich wahrscheinlich einfach um die allgemeine Swazitime gehandelt. Da wie ich schon berichtete, die Uhr hier etwas langsamer läuft.Als die Nachricht die Jungs und mich erreichte sind wir natürlich alle total ausgeflippt. Es wurde bei einer Probe dann erstmal eine ordentliche Marimbaparty veranstaltet. Die Probe war ein Traum. Man konnte richtig spüren wie die Jungs realisierten, dass das ihr Erfolg war. Sie etwas geschafft hatten worauf sie sehr stolz sein können. Zuvor hatte ich Euch schon in dem letzten Artikel von Mfundo erzählt. Er kam an diesem Tag zu mir und sagte: „Marius jetzt sind wir ja echt berühmt!“ Man hat einfach spüren können das diese Erfolge Kindern mit einer so harten Vergangenheit unheimlich viel Power geben können.
Nach der Probe haben wir alle zusammen Chips gegessen und CocaCola getrunken. Ich hatte zu der Probe unsere Auftrittsshirts mitgebracht die wir natürlich für die folgende Fotosession anziehen mussten. Sobald alle Photos im Kasten waren wurde sich noch ein bisschen ausgetauscht und dann ging es für mich auch nach Hause. Alles in Allem ein Ereignis was ich nicht vergessen werde.
Es gibt auch noch weitere Neuigkeiten über die Marimbaband. Ich habe mit den Jungs einen Namen für die Band gefunden: MYC – Rocking Africa – Marimbaband
Bald wird es die Marimbajungs von Mazini auch online auf Facebook geben. Die Seite ist in arbeit und wird natürlich auch hier veröffentlicht.
Ich melde mich bald wieder mit mehr Eindrücken aus meinem Alltag.
Bis bald der Marius

Die Trommler in Aktion

Chips und Cola ein Traum

Bei einer marimbaparty koennen sich selbst die Kleinsten nicht zurueckhalten

Wir haben den Pokal!!!

Ausgellasene Stimmung vor dem Fotoshoot

Man beachte die Plastiktuete

Ein Award fuer die Marimbajungs von Manzini

Geschrieben von Marius Heimlich am 22. Februar 2012 | Abgelegt unter Allgemein | 2 Kommentare

Ein voller Dezember und Weihnachten auf Siswati!

Ein Frohes Neues Jahr wünsche ich allen Bloglesern. Es ist nun eine Weile her, dass ich mich gemeldet habe. Das liegt wahrscheinlich an dem „Vollen Dezember“ sowie an der Tatsache, dass ich gerade frisch aus dem Urlaub aus Südafrika zurückgekommen bin.

Nun war der Dezember wirklich ein Monat hier mit vielen neuen Eindrücken, Erfahrungen und Veranstaltungen. Ich möchte mich jedoch auf zwei Ereignisse beschränken. Einmal eine Marimba Party und zum Anderen mein etwas anderes Weihnachtsfest in Swasiland.

Nachdem ich mich in den ersten drei Monaten gut einarbeiten konnte, wurde natürlich schon das ein oder andere deutlich, dass man verändern möchte, oder zumindest in eine gewisse Richtung lenken will. Die Marimbaband, eine meiner Hauptaufgaben, steht da natürlich im Fokus. Die Band bekommt für jeden Auftritt Geld. Damit die die für dieses Geld verantwortlich sind, also die Jungs, auch merken können, dass sie den wichtigsten Anteil daran haben, habe ich eine Jahresparty organisiert. Die Party wurde von einem Teil des Geldes aus der Marimbakasse finanziert. Eine Dame aus dem Office unseres Projektes hatte mir den wichtigen Tipp gegeben, dass es im Lowvield von Swasiland ein Nationalpark gibt in dem man sehr günstig in einer Art Jugendherberge übernachten könnte. Das war dann auch der Plan. Am vierzehnten Dezember ging es dann mit zwei Pickups und der gesamten Marimbacrew in den Nationalpark Mlawula. Zuvor hatte ich mit meinem Helfer einem 23 Jährigen Volontär aus den Staaten, Ryan, alles für ein schönes Grillfest und Frühstück eingekauft. Somit ging es dann um punkt zwölf auf ins neue Abenteuer.

Da sich Swasiland auf der Südhalbkugel befindet haben wir ja gerade Sommer. Sommer in Afrika stellt sich jeder in Europa sehr heiß und schwitzig vor. Viele vergessen jedoch die Stunden der Regenzeit. Es passiert sogar, dass Menschen die schon immer hier leben sie manchmal vergessen. Somit sind wir auf der Fahrt schön in das Regengebiet geraten und erst mal alle mit ordentlich nass geworden. Die Straßen waren so überflutet, dass es besonders Spaß gemacht hat die Jungs hinten auf dem Pickup durch scharfe Manöver in Pfützen nass zu machen. Im Nationalpark angekommen wurde sofort der in der Nähe gelegene Fußballplatz ausfindig gemacht. Nun musste wir zunächst eine Schildkrötenfamilie von dem Feld entfernen um das Geschehen selber in die Hand nehmen zu können. Nach dem Fußballspiel fing es selbstverständlich wieder an zu schütten. Zu allem Überfluss ist die Wasserleitung auch ausgefallen, sodass die Regenrinne als Dusche dienen musste. Der sportliche Part war also abgedeckt und die Jungs widmeten sich somit ihrer weiteren Begabung der Musik, oder suchten eifrig Feuerholz für das geplante Lagerfeuer. Der Regen lies nach einiger Zeit zum Glück nach, so dass ich mit der Kochcrew das Abendessen vorbereiten konnte. Auf dem Speiseplan stand Pap der hier traditionell beliebte Maisbrei, Salat und Würstchen. Da die Jungs in den Häusern sonst kein Fleisch bekommen bildete das gemeinsame Essen natürlich eine Art Höhepunkt. Wir ließen den Tag dann noch gemütlich am Lagerfeuer ausklingen. Ich erkannte schnell das sich eine perfekte Runde bot um ein pädagogisches Mittel Don Boscos einzubringen. Daher beendete ich den Tag mit einer Guten Nacht. Ich reflektierte ein wenig mit den Jungs über die Stärken und Schwächen der Gemeinschaft in der Marimbaband und schloss den Abend mit einer Geschichte. Die Geschichte handelt von fünf Blinden die auf einen Elefanten treffen und anfangen durch betasten herauszufinden um welches Tier es sich handelt. Sie betasten jedoch alle ein anderes Körperteil und interpretieren es das Tier auch unterschiedlich. Alles endet in einem großen Streit. In der Gesprächsrunde nach meiner Geschichte wurde ich absolut überrascht. Die Jungs kamen mit ein paar kleinen Tips selber darauf, dass die Blinden zusammen arbeiten müssen um es zu schaffen. Und wir waren uns alle einig, dass das auch auf unser Zusammenleben zutrifft. Zu sehen wie es jeder einzelne langsam verstanden hat, war ein einzigartiges Erlebnis.

Am nächsten Morgen wurde ich von den Jungs, die anscheinend zu gut in den schönen Einzelbetten geschlafen haben, um fünf Uhr morgens geweckt, da eine Gruppe von Affen uns einen Besuch abstattete. Wir frühstückten und unternahmen noch eine Wanderung zu einem wunderschönen Aussichtspunkt bevor dann alle geschafft die Rückreise antraten.

Dieser Ausflug hat mir einmal mehr gezeigt, dass die Jungs im Projekt jeder für sich etwas ganz besonderes sind.

Auf ins Abenteuer

Ein Weg mit Hindernissen

Unser Haus in Mlawula

Unerwarteter Zaungast beim Fussballspielen

Fragt sich wer hier wem zeigt wie es gemacht wird?!

Auch die Musik kam nicht zu kurz

Wenn die Wasserrinne zur Dusche wird!

Die Chefköche beim Salatschnibbeln

Grillen auf afrikanische Art ;)

Der Aussichtspunkt am nächsten Morgen

Am 23 Dezember wird mit der Familie der Tannenbaum geschmückt und Abends zusammen ein Film angeschaut, am 24 wird dann morgens ein Wildgehege besucht und am Nachmittag geht es dann in die Kirche. Nach der Kirche ist Bescherung und ein schönes gemeinsames Essen folgt. An einem der beiden Weihnachtstage wird dann gebruncht.

So sah mein Weihnachten ungefähr in den letzten Jahren aus. Dieses Jahr war natürlich alles anders. Der erste Unterschied lag natürlich in der Temperatur, aber auch die Tatsache das wir als Volontäre uns vorgenommen hatten eine Weihnachtsparty für die Jungs zu organisieren hatte ich um einiges mehr zu organisieren als sonst. Zu Hause beschenkt man vielleicht eine Handvoll Leute. Hier als Volontär mussten, durch Spendengelder finanziert, um die 90 Geschenke organisiert werden. Aber fangen wir von vorne an. Wie gesagt organisierten wir eine Weihnachtsparty. Gegen Mittag fanden sich die meisten Jungs in dem zentralsten Home Enjabulweni zusammen. Wir starteten mit einem bunten Nachmittag, der aus musizieren, malen, Fußball, tanzen und vielem mehr bestand. Nachdem wir uns alle ordentlich mit Weihnachtsliedern eingestimmt hatten, wurde zusammen mit dem Direktor und dem Provinzial, sozusagen der Chef aller salesianischen Direktoren in seiner Provinz, eine Weihnachtsmesse gefeiert. Weihnachtsmesse in Deutschland ist nicht mit hier zu vergleichen. Man könnte eher von einer Party mit den Strukturen einer Messe sprechen. Alle singen, klatschen und habe einfach Spaß. Während der Messe war es dann mein Job das Essen vorzubereiten. Nach der Messe hieß es dann Khisimusi Lomuhle Frohe Weihnachten auf Siswati und das Buffet mit großer Auswahl machte erstens jeden satt und die Kinder überglücklich. Nachdem wir die Kids dann wieder zu ihren Homes gefahren hatten, da es schon Dunkel war, vielen wir alle nach einem Feierabend Drink auf dem Balkon unserer Wohnung ins Bett.

Am nächsten Morgen ging es dann direkt weiter. Bei Manzini Youth Care werden traditionell am ersten Weihnachtsfeiertag immer die Geschenke an die Jungs verteilt. Generell kriegt jedes Kind eine Tüte mit Zahnpasta, Zahnbürste, Seife und etwas zum Anziehen. Normalerweise bereiten die Volontäre auch noch etwas Kleines vor. Man muss jedoch immer aufpassen, dass die Kids so komisch das auch klingt nicht zu viele Geschenke bekommen, da sonst die nächsten Volontäre evtl. nicht so viele Geschenke haben und dann natürlich erst einmal vor einer riesen Diskussion stehen. Da wir viele Spendengelder für die Weihnachtsgeschenke bekommen haben, haben uns dazu entschieden allen Kids neue Paar Schuhe zu kaufen. Für alle die zur Schule gehen waren das dann Schulschuhe, und für die die unsere Ausbildungsstätte hier in Manzini besuchen Arbeitsschuhe. Bei den Schuhen muss ich etwas aushohlen. Meine Aufgabe war es, die Schuhe mit Ryan zu kaufen. Nun kennen mich ja die meisten und wissen, dass ich auch gerne mal Dinge kurz vor Ende erledige. Da Ryan ein wenig die selbe Schwäche hat, fanden wir uns am 22.12. in der Innenstadt von Manzini wieder und suchten verzweifelt nach den günstigsten Schulschuhen. Nun ist es in Deutschland schon nicht unbedingt ratsam in der letzten Woche vor Weihnachten alle Geschenke zu besorgen. Hier in Swasiland sollte man eher sagen, dass man sich nicht in die Nähe der Innenstadt wagen sollte da alles überfüllt ist und ein totales Chaos herrscht. Dennoch haben wir am Ende unseren Charme bei der Verkäuferin spielen lassen und jede einzelne Größe bekommen, so dass dem Weihnachtsfest nichts mehr im Weg stand. Zu den Geschenken bekommen die einzelnen Homes auch noch etwas Besonderes zu Essen. Dieses Jahr gab es Eiscreme, Schokotorten, Chicken und Reis.

Wir haben uns also mit allen Volontären einen Pickup geschnappt und sind morgens voll beladen von Home zu Home gefahren. Mit im Gepäck war auch ein Weihnachtsbaum. Zwar kein echter, aber die Plastikvariante tut es auch, und gibt dem ganzen Prozedere dann auch etwas Ambiente. Angekommen in den Homes wurde das Essen an die Hauseltern gegeben. Danach wurden die Schuhe verteilt. Und zu guter Letzt hat dann jedes Kind seine Geschenke bekommen. In Sikhunyana, dem Home mit den kleinsten Jungs, haben wir den Tannenbaum aufgestellt und eine richtige Bescherung gehabt. Das leuchten in den Augen der Jungs war ehrlich gesagt unbeschreiblich.

Am Ende des Tages haben wir noch ein wenig unser Weihnachten mit ein paar Freunden hier aus Swasiland gefeiert. Mir ist im Laufe dieses Weihnachtsfestes klar geworden, dass es eine der schönsten und bereichernsten Dinge ist Kindern eine Freude zu machen. Zudem ist es trotz des ganzen Stresses auch sehr einfach diese Aufgaben im Projekt zu bewältigen, bei denen man geben darf und nicht auf Disziplin und andere Details achten muss. Ich kann auf jeden Fall sagen, dass mein Weihnachten hier in Swasiland eine unvergessliche Erfahrung war, wobei ich mich auch schon wieder auf ein kaltes Weihnachten 2012 freue.

In diesem Sinne wünsche ich allen einen guten Start in das neue Jahr und melde mich so schnell es wieder Artikelanlässe gibt.

Die Musik - Crew bei der Weihnachtsparty

Micha beim Grafiti zeichnen

Natürlich wurde auch gezockt

Nach der Messe wurde erst einmal geschlemmert

Schuhe für alle!

ausgelassene Stimmung nach der Bescherung

Unser Tannenbaum in Sikhunyana

Bei der Bescherung

Bis dahin

Marius

Geschrieben von Marius Heimlich am 12. Januar 2012 | Abgelegt unter Allgemein | Ein Kommentar

Von Wasserbomben, afrikanischen Liedern und einfach coolen Kids!

Da melde ich mich mal wieder. Hier in Swasiland war in den letzten Wochen der gesamte Fokus auf die im November stattfindenden Abschlussprüfungen in der Schule gesetzt. In Swasiland haben die Schüler jedes Jahrgangs in Grundschule und Gymnasium am Ende eines Schuljahres Abschlussprüfungen in allen Kursen. Für diese Abschluss Prüfungen bereiten wir die Jungs seit unserer Ankunft täglich im Nachhilfeunterricht vor. Dies ist, wie warscheinlich jeder nachvollziehen kann, eine mühselige Angelegenheit, da Kinder in diesem Alter selbstverständlich lieber den ganzen Tag spielen würden.

Aus diesem Grund habe ich mit den anderen Volontären beschlossen an Wochenenden in die Häuser zu fahren und dort Aktionstage durchzuführen. Wir fingen also an vor zwei Wochen nach Sikhunyana zu fahren. Bewaffnet mit einigen Paketen Wasserbomben, wurde alles für die alles entscheidende Wasserschlacht vorbereitet. Schon beim erblicken der Wasserbomben war die Vorfreude bei allen Kids zu sehen. Nach ca. 20 Minuten waren dann alle Wasserbomben aufgefüllt und wir waren gewidmet für die große Schlacht. Das bei unsern Kriegern der Fokus nur noch auf die Wasserbomben gerichtet war, hätten wir uns auch eigentlich denken müssen. Somit waren geschätzte 80 Wasserbomben innerhalb von 5 Minuten Geschichte. Aber auch gefüllte Flaschen lassen sich als Waffe im Mann gegen Mann Kampf sehr gut benutzen.

Nach diesem Wort wörtlichen nassen Erlebnis wurde sich schnell in der Sonne getrocknet. Nach verschiedenen Spielen von Fußball über Murmeln bis hin zu knallhartem Wrestling;) beendeten wir den Tag mit einem Film und ein paar Knabbereien.

Die Kids waren einfach nur super glücklich. Das selbe Szenario sollte sich dann letztes Wochenende mit den etwas älteren Jungs abspielen. Hier mussten wir die Wasserschlacht jedoch schon geplanter durchführen. Es wurden zwei Teams gebildet und diesmal füllten wir die Wasserbomben vorher. Anstatt des Film haben wir verschiedene kleine Events mit den Jungs durchgeführt. Ich habe zum Beispiel mit einigen afrikanische Lieder auf der Gitarre improvisiert.

Diese beiden Ereignisse haben mir nochmals verdeutlicht, dass es diese kleinen Dinge sind, die die Jungs einfach nur glücklich machen. Ein Wochenlanger Nachhilfeunterricht ist nötig und auch sehr wichtig. Aber eine Wasserschlacht, ein kleiner Film oder auch einfach mal ein selbst kreierter Afrikanischer Song lassen die Kids eine harte Realität kurz vergessen. Dieses verhaltene Grinsen oder auch mal ausgiebige Lachen in den kleinen Situationen zeigt mir täglich, dass hier in Manzini täglich was ganz tolles passiert.

Sala Kahle (auf Wiedersehen in Siswati)

Der Marius

Die Kids in Sikhunyana bei der Vorbereitung

Lagebesprechung vor der Schlacht

Wer ist der Schnellste?

Das Gruppenfoto nach erbittlichen Minuten blieb nicht aus

Nach getahener Arbeit muss man sich natürlich Stärken

Vor dem Film gibts was zu Knabbern

Micha (mein Mitstreiter) beim vorbereiten des Films

Bei größeren Jungs brauch man auch mehr Wasserbomben

Auf in den Kampf!

Ein afrikanischer Song unterm Mangobaum

Geschrieben von Marius Heimlich am 17. November 2011 | Abgelegt unter Allgemein | 5 Kommentare

Siyahamba ekukhanyeni kwe nkhosi!

Nach einer längeren Pause melde ich mich heute wieder. Ich komme von Tag zu Tag besser in meine Aufgaben rein. Zudem wird der Umgang mit den Jungs im Projekt vertrauter. Ich möchte Euch heute vom letzten Freitagabend berichten.

Wie ich im Spendenaufruf schon geschildert habe befindet sich MYC wie viele andere Projekte in der ganzen Welt durch die Weltwirtschaftskrise in Schwierigkeiten. Da auch Swasiland finanzielle Probleme hat, wurde die Situation in den letzten Monaten nicht dramatisch aber auch nicht entspannt. Aus diesem Grund ist Father John im August nach Amerika gereist um dort nach Spenden und Spendengeldern zu suchen. Dieser Besuch sollte sich dann am Freitag bezahlt machen. Angekündigt war ein Container aus den Vereinigten Staaten mit Spenden, der um 12 Uhr hier in Manzini ankommen sollte. Aber wie ich schon in den anderen Berichten von der Swasi zeit berichtet habe, kam der Container erst gegen 17 Uhr an. Nun muss man sich folgende Situation vorstellen: Ein Container von ca. 13 Metern Länge und guten 2 Metern Höhe steht auf dem Gelände der Salesianer hier in Manzini. Bis oben hin voll mit Reis! Diese riesige Menge an Reis muss natürlich abgepackt werden. Also wurden die Hausväter der Häuser, in denen die älteren Jungs untergebracht sind, angerufen, um ein paar von ihnen hierhin zu bringen. Ich bin dann so gegen sieben Uhr mit einem weiteren Volontär zu der Gruppe hinzugestoßen.

Was ich vorfand war eine Gruppe von ca. 35 Jungs die mit so viel Elan und Ausdauer diese riesige Menge an Kartons abpackte. Um das ganze einfacher zu machen bildeten wir eine Kette vom Container in den Lagerkeller. Nun denkt man sich das Jugendliche zwischen 15 und 20 nach einer Weile Arbeit ziemlich erschöpft oder lustlos sind. Mit diesem Gefühl bin auch ich zu der Gruppe gestoßen. Doch als ich langsam selber an meine Konditionsgrenzen gekommen bin, fingen die Jungs die sich im Container befanden an Lieder in Siswati zu singen und dabei im Takt mit den Füssen auf dem Boden zu stampfen. Prompt verbreitete sich das Lied über die Ketten bis in den Lagerkeller. Somit war die Motivation wieder hergestellt. Nach einer weiteren Pause merkte ich, dass die Gesangschöre nachließen. Somit war es nur eine Frage der Zeit bis der erste anfing zu nörgeln. Also überlegte ich mit wie ich wieder Stimmung in die Situation bringen konnte. Die Schlange hatte sich inzwischen aufgelöst. In meiner kurzen Zeit habe ich jedoch eins gelernt. Mit Musik kann man viele Situationen aufpeppen und die Kids durch neuen Spaß motivieren. Der einzige Song den ich bisher auf Siswati beherrsche ist ein Lied in dem es darum geht das man gemeinsam im Lichte Gottes läuft, und dadurch nicht müde wird. Auf Siswati Siyahamba ekukhanyeni kwe nkhosi. Der Song war also schon da. Nur machte es wenig Sinn von laufen zu singen wenn man eine Reihe bildet. Also nahm ich mir mit einem ehemaligen MYC Jungen, der auch zu der Truppe von eifrigen Helfern gehörte, einen der Kartons. Wir legten sie auf unseren Kopf so wie die Frauen hier quasi alles Transportieren fingen an zum Lagerkeller zu laufen. In kürzester Zeit halfen wieder alle mit und wir trällerten in allen Stimmlagen das Lied in die Welt.

Nachdem wir die Ladung verladet hatten, bekam jeder noch genug zu trinken und etwas Schokolade. Die Kids und auch alle anderen waren überglücklich und die Stimmung war sehr ausgelassen. Alle Kinder wurden wieder in die Pick Ups geladen. Ich sollte eine Gruppe nach Hause fahren. Ausgiebig sangen wir alle zusammen auf dem Weg nach Hause das Lied weiter. Angekommen am Haus sah ich wie die Hausmutter Tränen in den Augen hatte. Es waren Freudentränen, da so viel Essen angekommen war.

Mit diesen Eindrücken bin ich dann so gegen halb 10 nach Hause gefahren. Ein Abend mit Eindrücken die ich nicht vergessen werde. Ein Abend mit einer so erfüllten Stimmung die einmalig war. Ich hoffe, dass die Kids auch witerhin so motiviert im Lichte Gottes arbeiten.

Bis Bald

Der Marius

Hand in Hand

Die Jungs und ich im Lagerkeller

Ich mit einem der fleißigen Helfer

Der Container nach guten 3 Stunden Arbeit

Ein gefüllter Lagerkeller, der Traum jedes Strassenkinderprojekts!

Die Jungs vor der Abfahrt

Geschrieben von Marius Heimlich am 18. Oktober 2011 | Abgelegt unter Allgemein | Keine Kommentare

Marimba – Rhythmus im Blut!

Marimba – Rhythmus im Blut

Don Bosco sagte einmal: „Fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen.“

Mit diesem Zitat möchte ich mich heute nach einer etwas längeren Zeit der Abwesenheit zurückmelden. Die Worte des Zitats passen sehr gut zu dem Erlebnis von dem ich euch heute berichten werde.

Letzten Samstag hat der Rotary Club, ein Verein dem engagierte Spender aus Swasiland, sowie einige der Salesianer Don Boscos hier vor Ort angehören, ein Grillfest in einem der Häuser, in denen die Jungs wohnen, veranstaltet. Zu diesem Anlass sollte die Marimbaband auch auftreten. Da ich für das nächste Jahr die Marimbaband managen werde, und mich bisher immer noch eine ehemalige deutsche Voluntärin (Anna), die jetzt nur für einen einmonatigen Besuch zurückgekehrt ist, eingearbeitet hat, war es jedoch am Samstag soweit: Ich musste alles mit den Marimbas alleine organisieren.

Vorab jedoch erst einmal eine kurze Erklärung zur Marimbaband. Marimba ist ein Instrument das ursprünglich aus Mosambik kommt. Mann kann es mit einem Xylophon in XXL Format vergleichen. Manzini Youth Care bietet seit einigen Jahren für interessierte Jungs aus den Häusern eine Band an. Diese kommt zweimal in der Woche zum Proben mit ihrem Lehrer sowie dem betreuenden Volontär zusammen, und hat meistens an Wochenenden Auftritte auf Hochzeiten, in manchen Supermärkten oder in Touristen Locations. Über diese Auftritte finanziert sich die Band größtenteils selber, und bringt dem Projekt noch etwas zusätzliches Geld ein. Für die Jungs bietet es die Chance sich kreativ auszulassen, sowie spannende Erlebnisse auf den Auftritten im ganzen Land zu sammeln.

Zurück zum letzten Samstag. Vor jedem Auftritt muss ich nach Enjalbuweni, einem anderen Haus in dem Jungen untergebracht sind, fahren, um die sich dort im Marimbaraum befindenden Marimbas mit den Jungs auseinander zu bauen. Die auseinandergebauten Marimbas werden schließlich in einen Pickup geladen. Die Jungs finden Platz in einem zweiten Pickup und ab geht’s zum Auftritt. Nachdem ich also alle, unmotiviert wie Jungs halt im Alter zwischen 14 und 18 Jahren sind, um 11.30 Uhr zusammengetrommelt hatte und wir eine gute Stunde später fertig waren, ging es los zum Auftritt. Da der Auftritt jedoch in einem der anderen Häuser stattfinden sollte, und wie oben schon erwähnt ein großes Grillfest bevorstand, kamen alle anderen Volontäre aus der WG auch mit.

Auto voll und ab gehts!

Abbau der Marimbas in Enjalbuweni

20 Minuten später kamen wir in McCorcindales, dem Ort des Geschehens, an. Nach 6 Wochen hier in Swasiland ist man jedoch schon an die Unpünktlichkeit der Swasi gewöhnt, so dass wir verschiedenste Bälle schon im Gepäck hatten. Nach ausgiebigen Spieleinheiten kamen dann die Mitglieder des Rotary Clubs gegen halb 2 an. Sofort wurde mit den Vorbereitungen für das Grillfest begonnen. Während die Kinder einmal mehr in ihre Fußball-, Rugby- und Volleyballspiele vertieft waren begann ich zusammen mit den Marimbajungs alles aufzubauen.

Die anderen Volontaere beim Volleyballspiel (im weissen Shirt i.d. Mitte Micha mein Mitstreiter)

Aufbau der Marimbas

Alles aufgebaut fingen natürlich sofort alle anderen Kinder an sich auf die Marimbas zu stürzen um die Gelegenheit zu nutzen und etwas auf ihnen herumzutrommeln. Besonders die jüngeren Jungs die im Moment immer öfter die größeren zu den Auftritten begleiten dürfen, um später in ihre Fußstapfen zu treten, sind absolut begeister und mit Stolz erfüllt, wenn sie den anderen etwas beibringen können. Beim einspielen hatte ich doch besonders Freude. Mfundu einer der älteren Jungs aus Enjalbuweni kommt manchmal zu den Proben um zu der Musik zu tanzen. Für Samstag ist er dann zum ersten Mal mitgekommen. Beim einspielen war die Stimmung noch ganz entspannt. Nach dem einspielen zogen die Jungs sich schnell um und der Direktor des Projektes und Salesianer Don Boscos, Father John, hielt ein kurzes aber schönes Gebet. Hiernach war dann Showtime angesagt. Doch Mfundo traute sich auf einmal nicht mehr. Er guckte mich nur noch mit großen Augen an und sagte: „Marius fühl mal mein Herz, ich bin zu aufgeregt.“ Also haben wir einfach ein bisschen am Rand für uns getanzt. Es ist einzigartig wie sehr man den Jungs Mut machen kann, wenn man ihnen nur klar macht, dass sie auf sich selbst Vertrauen muessen, weil sie ganz viel Potenzial haben.

Die Jungs beim Auftritt

Mfundo und ich

Kurz darauf gab es dann auch schon Essen. Alle waren überglücklich mit ihren üppig gefüllten Tellern. Nach dem Essen spielten die Jungs noch zwei Songs und einer der Mitglieder des Rotary Clubs hielt eine Rede, wonach die Marimbas auch schon wieder eingepackt wurden und der Heimweg angetreten wurde. Gegen halb 6 war dann alles wieder im Marimbaraum verstaut.

Essensausgabe

Father John mit den Mitgliedern des Rotary Clubs

Mit glücklichen Gesichten konnte ich mich von den Marimbajungs an diesem Tag verabschieden, und auf dem Rückweg einmal mehr bemerken: „Wir haben die Spatzen Pfeifen lassen!!!“

Gruppenfoto in MacCorcindales

Bis bald

der Marius



Geschrieben von Marius Heimlich am 28. September 2011 | Abgelegt unter Allgemein | 5 Kommentare

Wenn Bilder Wirklichkeit werden!

Wenn Bilder Wirklichkeit werden!

Nachdem das Holiday Programm vorbei ist, waren die letzten beiden Wochen etwas ruhiger. Wir waren in allen 5 Häusern in denen die Jungs nach Jahrgängen untergebracht sind, um uns vorzustellen und um sie besser kennenzulernen. Da jedoch in den Häusern immer um die 20 – 30 Kids leben, war es nicht mit den 170 Kinder an einem Tag beim Holiday – Programm zu vergleichen.

Dienstag vor einer Woche sollte jedoch ein Tag mit einer großen Überraschung werden. Nachdem wir Morgens im Office waren um auf den aktuellen Stand der Dinge arbeiten im Prpojekt zu kommen, fragte uns Kathrin, die als erste Voluntären in dieses Projekt gegangen ist mittlerweile ihr Studium für Soziale Arbeit beendet hat, und nun hier als Sozialarbeiterin arbeitet, ob wir nicht Lust hätten mit ihr und Bravo, einem weiteren Sozialarbeiter und Housefather, Mit zu einem Homevisit zu kommen. Beim Begriff Homevisit musste ich jedoch erst einmal nachhaken. Es stellte sich dann heraus, dass nicht alle der Jungs im Projekt Waisen sind, sondern viele in sehr armen Verhältnissen auf dem Land leben. Ein Ziel von MYC ist es die Kinder hier im Prozess des Selbstständig werdens zu unterstützen, so dass sie dann Ihre Familie unterstützen können. Hierzu gehört ein geregelter Tagesablauf, das aufklären über richtigen Umgang mit Mitmenschen sowie Wertevermittlung. In den Ferien werden dann manche der Jungs zu ihren Eltern gebracht, um zu sehen ob sie schon so weit sind wieder nach Hause zu kommen. Beim o.g. Homevisit werden die Jungs dann wieder abgeholt und die Sozialarbeiter halten Rücksprache mit den Eltern über das Verhalten des Jungen und in wie weit es Probleme gab.

Ehe Micha und ich uns versahen, saßen wir also auf der Tragefläche eines MYC Pick – Ups und fuhren aufs Land um die Jungs zu holen. Die Fahrt sollte sich länger herausstellen als geplant. Nach dem wir anderthalb Stunden auf der asphaltierten Landstrasse immer geradeaus Richtung Norden fuhren, und bei nahe eine sehr mutige Kuh, die sich entschieden hatte vergeblich auf der Strasse nach Gras zu suchen, umgefahren hatten. Bogen wir ab auf einen Lehmweg. Hier sollten wir weitere 30 Minuten verbringen. Die einmalige Landschaft in Verbindung mit dem frischen Fahrtwind übertraf schon unsere Erwartungen. Doch als wir plötzlich auf einen Weg den ich vorher definitif nicht als solchen identifiziert hätte einbogen wurde uns klar das dieser Tag etwas besonderes werden sollte. Offroad gelangten wir dann in etwa 10 Minuten zu unserem ersten Homevisit.

Hier sollten wir Sitendiswe abholen. Er kam vor 3 Jahren ins Projekt da sein Vater an Aids erkrankt ist und er aufgrund seiner Krankheit nicht mehr den Lebensunterhalt für seine ganze Familie verdienen konnte. In den letzten beiden Jahren war die gesundheitliche Situation des Vaters so schlecht, dass MYC Sitendiswe auch nicht in den Ferien nach Hause lassen konnte. Jetzt hat sich die physische Verfassung des Vaters jedoch verbessert, und Sitendiswe konnte in den Ferien nach Hause. Sein zu Hause lieg mitten in den Hügeln Swasilands. Weit und breit kein weiteres Haus in Sicht. Die Familie lebt in einer nicht größer als 15 qm. Hier gibt es einen Raum in dem gekocht wird und einen anderen in dem Sitendiswe mit seinen Eltern und seinen 3 Geschwistern lebt und schläft. Zu dem Haus gehört ausserdem noch eine weitere Hütte in der 2 Zigen und ein paar Hühner   untergebracht sind. Nachdem wir angekommen waren empfing uns der Vater sehr erfreut. Er wiederholte etliche male, dass er so dankbar sei und er seinen Sohn vor lauter Energie nicht wiedererkannt hatte. Dann dankte er nochmals uns allen und dem Projekt. Bevor wir weiter fuhren, kam jedoch Sitendiswe noch zu uns um uns etwas hinter dem Haus zu zeigen. Hier sah ich nur ein an einer seite offenes Rechteck aus Metall. Sitendiswe erklärte uns jedoch, dass in dieses Rechteck Strom fließt und sie Körner darüber streuen würden. Wenn dann ein Vogel angeflogen kommen würde, wäre er ziemlich schnell Tod. Ich musste etwas Schmunzeln, da es so simpel war und der Familie wenigstens manchmal eine fleischhaltige Mahlzeit brachte. Das Gespräch mit Sitendiswes Vater zeigte, dass er sich sehr gut vorstellen kann seinen Sohn wieder zu Hause aufzunehmen. Da dies jedoch eine sehr große Entscheidung ist, einigten sich die Sozialarbeiter mit dem Vater darauf, Sitendiswe zunächst an den Wochenenden nach Hause zu lassen und nach einer weiteren Probezeit ihm eventuell in der Nähe seines Hauses eine Schule zu suchen.

Die nächste Station war ein Homestad. Das ist eine kleine Gruppierung von mehreren Hütten, deren Besitzer gemeinsam Bananen Mangos oder auch Zuckerrohr anbauen. Die Mutter der beiden Brüder Sakele und Sebenele war wieder unendlich dankbar und schenkte uns prompt eine Bananenstaude und etwas Zuckerrohr. Auf dem Weg zu unserem letzten Homevisit versuchte ich krampfhaft das Zuckerrohr zu knacken um es zu essen. Nachdem die Jungs sich etwas amüsiert hatten, zeigten sie mir jedoch die anzuwendende Technik, so dass auch ich an den einmaligen Geschmack des Zuckerrohrs kam. Xolani holten wir als letzten ab. Diesmal blieben Micha und ich jedoch im Pick Up und unterhielten uns mit den Jungs.

Auf dem Rückweg lehrten uns die Jungs einen traditionellen Song aus Swasiland. Beim Versuch der richtigen Aussprache musste ich jedoch feststellen, dass es noch etwas Zeit in Anspruch nehmen wird bis ich besser mit der Sprache klarkomme.

Am Ende des Tages ließen Micha und ich uns in die Sessel auf dem Balkon der Volunteers-WG fallen und stellten einmal mehr fest, dass diese Kinder mit ihren echt harten Geschichten trotzdem glückliche Momente erleben.

Ich für mich persönlich bin an diesem Tag den Menschen und der Landschaft  Swasilands, sowie der Arbeit des Projekts ein großes Stück näher gekommen, zudem sind Bilder die man sonst nur aus Dokumentationen kaennt ploetzlich Wirklichkeitgeworden.

Jetzt freue ich mich schon riesig auf den Beginn der Schule nächste Woche, und darauf alle Kids im Alltag zu erleben.

Bis bald

der Marius

Eine einsame Kuh in Swasiland!

Das Haus der Familie von Sitendiswe

Soitendiswes Vater Bravo und Kathrin (v.l.n.r.)

Die Kueche der Familie von Sitendiswe

Die Kueche der Familie von Sitendiswe

Das Homestad von Sakele und Sebenele

Das Homestad von Sakele und Sebenele

Die Jungs mit den frischen Bananen im Pick Up

Auf der Rueckfahrt

Geschrieben von Marius Heimlich am 9. September 2011 | Abgelegt unter Allgemein | Ein Kommentar

Hallo Welt!

Die ersten Eindrücke und Erlebnisse

Nach meinen ersten zwei Wochen Afrika ist es nun so weit: Zwei M`s (Micha und Marius) in M (Manzini) und ganz bestimmt tausende Eindrücke von einer neuen Kultur, neuen klimatischen Rahmenbedingungen und einem neuen bisher noch nicht zuvor erlebten Job mit vielen wunderbaren Kindern.

Nachdem Micha und ich am 16. August gegen 23.00 Uhr den europäischen Boden für ca. ein Jahr verließen wurde das, was in den letzten Wochen oft genug besprochen, durch gedacht und vor allem vorbereitet wurde auf einmal Realität. Der nächste Zwischenstopp war Johannesburg. Der erste Eindruck Afrikas: „Ist die Klimaanlage kaputt oder warum ist es so kalt hier?“. Nach einer Wartezeit von 3 Stunden und dem einpacken mit warmen Anziehsachen war jedoch klar, dass es wirklich so kalt ist. Die Maschine nach Swasiland startete etwa gegen 13.00 Uhr, so dass wir gute 40 Minuten später zum ersten mal den Boden unserer neuen Heimat betreten konnten. Problemlos kamen wir durch einen der Social Worker des Projekts, der schon auf uns wartete in unserem Projekt an.

Dieser Weg zeigte jedoch sofort die sehr erschreckenden Gegensätze, welche einmal mehr die akute Situation vieler Menschen hier in Swasiland unterstreichen sollte. Unser Weg führte zunächst an einem der zahlreichen Townships vorbei. In Khakosa (dem Township) waren Hunger, Not, und Elend die Eindrücke die mich noch etwas beschäftigen sollten. Als wir jedoch kurz danach an einer neu erbauten Shoppingcenter vorbeifuhren wurde mir immer mehr klar, dass die Schere zwischen Arm und Reich in Ländern der Dritten Welt extrem auseinanderdriftet.

Mit diesem ersten Packen an Eindrücken, die unterschiedlicher nicht hätten seien können, kamen wir im Projekt der Salesianer an und betraten kurz darauf das „Volunteers-House“, welches eine internationale Wohngemeinschaft der bei MYC arbeitenden Volunteers ist. Hier leben wir jetzt schon seit zwei Wochen und fühlen uns in unseren Zimmern eindeutig wohl.

Unsere erste Aufgabe begann am nächsten Tag. Wir sollten die momentan hier arbeitenden Volontäre beim Holiday Programm unterstützen. Das Holiday Programm ist ein Programm für die MYC Kinder wie für die Kinder aus den Townships. Alle können täglich von 10 bis 16 Uhr zur „Hall“, der DonBosco Sporthalle des Projektes kommen, und den ganzen Tag Fußball, Badminton, Tischtennis und vielen anderen sportlichen wie kreativen Aktivitäten nachgehen. Mittags gibt es dann für alle einen Lunch, der meistens aus Brot und Saft besteht. Mit Saft ist jedoch nicht der Saft den wir aus Deutschland kennen zu verstehen sondern Kranwasser mit einer sehr süßen geschmackbildenden Flüssigkeit. Mittagessen wird dann entweder weiter gespielt, oder in einem kleinen Anbau ein Film üder den Beamer, der den Volontären zur Verfügung steht gezeigt. Das wichtigste an diesem Programm ist jedoch, dass die Kinder von der Straße geholt werden und somit nicht irgendwelchen Kleinkriminellen Aktionen nachgehen können, sondern ihrem Alter entsprechen behandelt werden. Die Tatsache, dass auch die Kinder aus den Townships herzlich eingeladen sind und somit in manchen Fällen zumindest einmal am Tag satt werden können, bestätigte bei mir ganz klar wieder, dass die Don Bosco Projekte wirklich etwas zur Verbesserung der örtlichen Situationen beitragen.

Mit dem Holiday Programm waren wir dann bis zum letzten Freitag beschäftigt. Den letzten Tag wollten wir für die Kinder dann auch ganz besonders gestalten. Es gab in jeder der sonst möglichen Sportarten Turniere. Beim Mittagessen besorgten wir für die Kids zum Brot eine Scheibe Fleischwurst. Darüber hinaus gab es zum Nachtisch Wackelpudding. Nachdem Mittagessen war die Stimmung der Kids so gut wie auf dem Höhepunkt. Eine Steigerung war quasie undenkbar. Die Finalspiele des Fußballturnieres sollten jedoch die Stimmung nochmals steigern, ausgelassen wurde jedes Tor und jeder Treffer gefeiert. Diese Stimmung zu erleben war für mich einmalig. Keine aggressiven Sprechchöre, sondern einfach nur aufrichtige Freude am Sport in dieser optimalen Situation. Mit dem Abpfiff des letzten Finalspiels bereiteten wir alles für die Siegerehrung vor. Bevor jedoch die Preise (Süßigkeiten und Schlüsselbänder sowie Medaillen für die ersten Plätze) ausgeben konnten, bemerkte Anna, eine deutsche Volontärin die hier schon ein Jahr ihren Freiwilligendienst absolviert hat und nun nochmals zu Besuch ist, dass ein Fußball fehlte. Einige Minuten später sollte sich herausstellen, dass der Ball geklaut wurde. Damit die Kinder jedoch verstehen, dass das nicht geht war es für uns klar die Preise nicht auszugeben, und alle mussten ohne Ihre Preise nach Hause gehen. Somit nahm der eigentlich perfekte Abschluss des Holiday-Programm eine unerwartete Wendung. Doch das Kinder so wenig besitzen, dass sie durch Gruppenzwang oder Verzweiflung solche Situationen nutzen um zu stehlen zeigte mir wiedermal wie akut die Situation vieler junger Menschen in der Welt ist.

Die Quintessenz des Holiday-Programms bleibt dennoch: Spaß, Freude und viele viele glückliche Kinder!

Soviel zunächst von mir aus Manzini.

Bis bald

der Marius

PS: Ich brauche noch ein wenig Zeit um mich in meine Aufgaben einzuarbeiten und das Projekt genau zu überblicken, sodass bald auch auf jeden Fall eine Projekt- und Aufgabenbeschreibung erscheinen wird.

Geschrieben von Marius Heimlich am 1. September 2011 | Abgelegt unter Allgemein | 7 Kommentare