Archive for August, 2010

Uta eita?

Montag, August 30th, 2010

Wie ihr seht, bin ich schon die reinste Kannada-Expertin. Uta eita heisst so viel wie “hast du schon gegessen?” und ersetzt hier die Frage wie es einem geht. Das ist nur einer von vielen, vielen Unterschieden zwischen meinem Leben in Deutschland und meinem Leben hier.

Seit meinem letzten Artikel ist sehr viel passiert. Die Fahrt nach Ajjanahalli war wie bis jetzt jede Autofahrt sehr interessant. Zuerst ging es ueber eine Stunde lang im Stop and Go durch Bangalore. Die anschliessende Fahrt ueber die Doerfer hat gezeigt, dass die hygienischen Bedingungen dort auch nicht unbedingt besser als in der Stadt sind. Ueber 70 Prozent der Menschen in Indien leben mit ihrer ganzen Familie inklusiv Grosseltern in nur einem Raum. Das merkt man hier ueberall. Das Leben findet auf der Strasse statt, wo anders ist einfach kein Platz dafuer.

Nach ueber 2 Stunden Fahrt sind wir dann in Ajjanahalli angekommen. Das grosse Haus ist von einem noch groesseren Gelaende umgeben, auf dem sehr viel Gemuese fuer den Eigenbedarf angebaut wird. Ajjanahalli liegt wirklich total idyllisch, ganz viele exotische Baeume und Felsen, die einfach so aus der Landschaft ragen.

Kaum haben wir dieAutotueren geoeffnet, hat uns eine ganze Horde kleiner Jungen schreiend und schubsend in empfang genommen. Das war wirklich ein toller Empfang. Ganz stolz haben sie dann unser Gepaeck in unser Zimmer getragen. Ein Junge ist dabei mit meinem grossen Rucksack auf dem Kopf umgekippt. Helfen lassen wollte er sich aber auch nicht.

Wir haben ein grosses gemeinsames Zimmer mit Bad und die beiden deutschen Voluntaere vor uns haben uns viel Nuetzliches ueberlassen. So konnten wir schon ein paar Teppiche auf dem kahlen Boden ausbreiten und laufen mittlerweile schon mit indischen Kurtas (kleidaehnliche Oberteile) herum. Auch haben wir uns schon einigermassen daran gewoehnt, keine Dusche sondern nur einen Eimer mit kaltem Wasser zu besitzen, ab und zu auch mal Strom zu haben und jeden Tag per Hand zu waschen. Das Essen mit der rechten Hand klappt mittlerweile auch ganz gut und wir trauen uns inzwischen auch an das schaerfere Essen dran. Handyempfang gibt es nur an bestimmten Stellen im Haus, am besten steigt man zum Telefonieren auf das Flachdach vom Haus.

Wobei wir gleich beim Thema sind: wir sind nun stolze Besitzer von indischen Sim-Karten und koennen endlich Anrufe empfangen. Meine Nummer ist : 00917760273927. Es gibt wohl irgendeine Vorwahl mit der man fuer ein bisschen mehr als 1 Cent pro Minute nach Indien telefonieren kann. Am besten erreichbar bin ich nach der Arbeit, also so ab 18h eurer Zeit. Allerdings habe ich im Zimmer nur ganz schlechten Empfang, weshalb ich dann erstmal auf das Dach gehen muss. Also einfach nach 5 Minuten nochmal anrufen, dann muesste das gehen. Probiert es einfach aus :)

Aber nun zu den Hauptpersonen: den Jungs. Zur Zeit leben in Ajjanahalli ca. 90 ehemalige Strassenkinder und Kinderarbeiter. Der juengste Junge ist 8, der aelteste 17. Auf den ersten Blick sehen sie alles aus wie ganz normale indische Jungen, ausser dass die meisten wahnsinnig duenn sind. Beobachtet man sie aber genauer, kann man wenigstens ein bisschen erahnen, was sie alles hinter sich haben muessen. Viele haben Narben, einem fehlt ein Finger und alle werden unglaublich schnell agressiv und brauchen besonders viel Aufmerksamkeit. Auch wenn sich das alles jetzt nicht so nett anhoert, sind das ganz tolle Jungen, die sich im Projekt sichtlich wohlfuehlen.

Der Gund, weshalb ich jetzt schon wieder in Bangalore und damit im Internet bin, ist folgender:  wenn man laenger als 3 Monate in Indien ist, muss man sich innerhalb der ersten 14 Tage bei der Polizei registrieren lassen. Wer glaubt, die deutsche Buerokratie sei schlimm, hat die indische noch nicht kennengelernt. Wir brauchen gefuehlte eine Million Dokumente und mindestens ebensoviele Kopien davon. Da man in Ajjanahalli aber nichts kopieren kann, sind Anna-Lena und ich heute morgen um 5.45h in den einzigen Bus Richtung Bangalore gestiegen. Als Stadtplan muss eine Skizze eines Fathers herhalten. Bis jetzt ist alles gut gegangen, mal sehen ob wir heute Abend auch wieder zurueck kommen ;)

Morgen haben wir dann hoffentlich alles zusammen und koennen uns in Ramanagaram registrieren. Sonst muessen wir naemlich eine Strafe zahlen. Also Daumen druecken!

Wenn das erstmal hinter uns liegt, koennen wir richtig anfangen. Fussball spielen im Monsun, von den Kindern Kannada lernen, endlich alle Namen lernen (90 mal Namen wie Cadjadit oder Vignesh) und so weiter.

Ich hoffe, ich bin naechsten Montag wieder im Internet, montags ist naemlich unser freier Tag.

Ganz viele liebe Gruesse und vielen Dank fuer die vielen Kommentare. 

Eure Miri

P.S. Ich hatte ganz viele Fotos fuer euch vorbereitet, aber der PC wollte meinen USB-Stick nicht akzeptieren. Bei Anna-Lena hat es allerdings geklappt, also einfach da gucken: www.strassenkinder.de/annalenainindien 

Und nun ab in die Pampa!

Dienstag, August 24th, 2010

Und wieder gibt es viel zu erzaehlen. Wir dachten ja eigentlich, dass wir gestern ein bisschen Zeit zum Entspannen haetten. Aber nichts da! Schliesslich war Onam (ich hoffe, das ist richtig geschrieben…). Wir hatten natuerlich keine Ahnung davon, erst als im Esszimmer Bluetenblaetter wunderschoen auf dem Boden angeordnet wurden, kam uns alles ein bisschen komisch vor.

Wir haben dann aber schnell herausgefunden, was es damit auf sich hat. Onam ist vergleichbar mit dem Erntedankfest oder dem amerikanischen Thanksgiving. Eigentlich wird das nur im Staat Kerala gefeiert, der etwas suedlicher liegt. Da aber viele Kinder und Fathers hier aus Kerala kommen, wurde das Fest einfach trotzdem begangen. Viele Maenner hatten die fuer Kerala typischen Roecke an und zum Mittagessen mussten wir eine ganz besondere Herausforderung meistern: das Essen haben wir von Bananenblaettern gegessen. Auf die Blaetter wurden superviele getrocknete Fruechte, ein Haufen Reis und ganz viele Sossen verteilt. Das alles musste man dann moeglichst stilvoll zusammenmatschen und  dann mit der Hand irgendwie in den Mund transportieren. Es haben sich natuerlich alle ueber uns Europaeer lustig gemacht und so war das Essen dann recht unterhaltsam. Ab und zu gab es dann natuerlich wieder den mittlerweile bekannten Hinweis “It is spicy”. Dann lassen wir meistens die Finger davon, aber manchmal testen wir heimlich ein bisschen. Meistens aber nur, um dann festzustellen, dass das Essen wirklich wahnsinnig scharf ist;).

Der Nachmittag war dann aber doch ganz ruhig und so hatten wir Zeit, unsere Waesche zu waschen. Natuerlich per Hand. Klappt aber alles total super, die Inder verwenden hier ein unglaublich agressives Waschmittel. Die Waesche wird total sauber, nur zweifele ich noch ein wenig daran, ob das alles so gesund ist.

Mit Anne, der amerikanischen Voluntaerin, haben wir dann noch ein bisschen Musik gehoert (klar, dass sie sich die Wise Guys anhoren musste) und Karten gespielt. Wir kennen jetzt ein paar amerikanische Kartenspiele, wer weiss, wozu das mal gut ist.

Nach dem Abendessen gab es dann noch “bullsheart”. Das ist eine Frucht, die unglaublich merkwuerdig aussieht, aber superlecker schmeckt. Man braucht dafuer ziemlich viel Geduld, weil in der Frucht mehr Kerne als Fruchtfleisch ist. Eh man das voneinander getrennt hat, dauert es eine Ewigkeit.

Zum Onam-Fest gehoert auch, dass abends Spiele gespielt werden. Also gab es Eierlaufen und noch ein paar indische Gruppenspiele fuer die Jugendlichen. Dann sind wir mal wieder totmuede unter das Moskitonetz gekrochen.

Nach ein paar Stunden Schlaf ging es dann frueh am Morgen weiter: 5.30h austehen und unter die kalte Dusche, 6.45h Messe, 7.45h Fruehstueck. 

Um 10h hatten wir heute die “orientation”. Das Gespraech war sehr interessant, wir haben viele Verhaltensregeln mit auf den Weg bekommen und sind somit wieder ein bisschen besser vorbereitet auf unsere Aufgaben. 

Was mir am deutlichsten im Kopf geblieben ist: Ajjanahalli ist ein wunderbares Projekt… nur es ist in der absoluten Einoede. Ausser dem Projekt gibt es dort wohl nur noch ein paar andere Haeuser. Internet gibt es dort auch nicht, wahrscheinlich werden wir aber die Gelegenheit haben, ca. einmal die Woche in die naechstgelegene Stadt (15km entfernt!) zu fahren und in ein Internetcafe zu gehen. Wie das mit Strom ist, werden wir sehen, angeblich hat man den da meistens nur ein paar Stunden am Tag.     

Meine genaue Anschrift habe ich jetzt, ich darf sie nur nicht im Internet veroeffentlichen. Wenn ihr mir also was schicken wollt, dann fragt meine Eltern danach.

Damit wir aus der Einoede auch mal herauskommen, werden wir versuchen, ein paar unserer woechentlichen freien Tage aufzusparen und dann ca. einmal im Moment fuer 2-3 Tage zurueck nach Bangalore zu kommen. Aber auch da wird man sehen muessen, wie sich alles entwickelt.

Auch wenn es jetzt etwas merkwuerdig klingt: wir freuen uns auf Ajjanahalli. Dort werden wir  endlich ankommen, dieser riesigen und anstrengenden Stadt den Ruecken zukehren und endlich das beginnen, worueber wir in den letzten Monaten so viel gehoert haben.

So bald ich wieder die Moeglichkeit habe, euch zu schreiben, werde ich das tun. Fraglich ist nur, wann das sein wird ;)   

Bis dahin alles Liebe und Gute fuer euch!

Eure absolut gesunde Miri

P.S. Die Tiere in meinem Rucksack waren uebrigens Kakerlaken… was fuer eine wunderbare Aussicht auf das naechste Jahr!

unglaubliches Indien

Sonntag, August 22nd, 2010

Ihr Lieben! Ich hab so viel erlebt, ich weiss gar nicht, wo ich anfangen soll. Am besten der Reihe nach, es wird sowieso alles ein bisschen komplizierter.

Nachdem ich gestern den Artikel geschrieben habe, bin ich sofort ins Bett gegangen. Wir haben so ungefaehr 4 Stunden felsenfest geschlafen und damit das Mittagessen verpasst. Nachdem wir dann aufgestanden sind und uns wie geraedert gefuehlt haben, hat Father Joy uns ein kleines Mittagessen bereitet: Toast mit Marmelade. Das scharfe Essen ist uns naemlich immer noch strengstens untersagt, wir essen also immer nur Reis und dann ein bisschen Mohrrueben und Bohnen. Das ist mir im Moment aber total Recht, schliesslich wird unser Magen noch frueh genug strapaziert werden und das Essen ist trotzdem lecker. Zum Nachtisch gibt es immer kleine Bananen und andere Fruechte und  manchmal auch irgendeinen suessen indischen Brei. Ich kann mich also wirklich nicht beklagen.

Nach dem Mittagessen haben wir uns dann wieder ein bisschen ausgeruht und dabei die erste Lektion gelernt: lass niemals deine Taschen offen im Zimmer stehen. Mein Rucksack wurde von merkwuerdig aussehenden riesigen Kaefern in Besitz genommen. Nachdem ich die dann endlich wieder los war, halten wir uns jetzt streng daran, alles immer wieder gut zu verschliessen und auch sonst nicht so viel rumliegen zu lassen. 

Direkt nach dem Abendessen ging es dann auch schon wieder ins Bett. Haette der Wecker nicht geklingelt, waeren wir wohl erst mittags wieder aufgestanden, aber so mussten wir uns um 7, also um halb 4 deutscher Zeit, aus dem Bett quaelen. Nach der Dusche (natuerlich kalt) ging es dann gleich zur Messe. Die Messe war ein reiner Wortgottesdienst und wir haben uns mit den ganzen Gebeten auf Englisch ziemlich schwer getan. Ich denke, dass es noch ein bisschen dauern wird, bis wir komplett mitsprechen koennen, vor allem weil die Fathers und Brothers die Texte so undeutlich sprechen. Theoretisch kann man hier jeden Morgen zur Messe gehen, was auch sehr gern gesehen wird, aber wir muessen mal sehen, ob wir uns immer um kurz vor 6 aus dem Bett quaelen koennen. Mal sehen, wie das in Ajjanahalli wird.

Heute Vormittag sind wir dann mit Father Joseph, dem Direktor von BREADS, zum Seminary gefahren. Das ist ein riesiges College, an dem die zukuenftigen Priester Theologie studieren und ausgebildet werden. Das Gebaeude war sehr schoen, aber das eigentlich interessante war die Fahrt. Zum ersten Mal haben wir ein bisschen was von Bangalore gesehen und man wusste nicht, wo man zuerst hinschauen sollte. Ueberall gab es fremde Dinge zu entdecken. Der Verkehr ist hier das reinste Chaos, ueberall ist es dreckig, die Frauen tragen alle kunstvolle Kleidung und und und. Gegen das, was wir am Nachmittag erlebt haben, war das aber der reinste Spaziergang.

Am Nachmittag stand naemlich ein Ausflug mit den Schuelern hier an. Wir wollten zum Botanischen Garten in Bangalore. Wir, die wir uns gerade mal trauen, die mittlerweile bekannte Strecke zwischen dem BREADS-Buero und dem Provincial House zu gehen, mussten auf einmal in diesem ganzen indischen Chaos Anschluss an unsere Gruppe halten, in den richtigen Bus steigen, das richtige Tickt kaufen, an der richtigen Haltestelle aussteigen und so weiter. Zum Glueck haben sich die Maedchen um uns gekuemmert, uns  an die Hand genommen und ueber die Strasse gezogen und uns das richtige Ticket besorgt.

Unterwegs gab es wieder mal so viel zu sehen. Wahnsinnig viele Menschen, aber auch Tiere leben hier. Die beruehmten indischen Kuehe (die sich ausschliesslich von Muell, also Plastik und Papier, ernaehren), Esel, Huehner, Schweine und natuerlich Hunde. Die naechste Lektion, die wir gelernt haben, war, sich ueber absolut nichts zu wundern und auf alles vorbereitet zu sein. Hier ist einfach alles moeglich, man kann gar nicht alles erfassen.

Der botanische Garten war sehr schoen, nur sind Anna-Lena und ich mit unseren blonden Haaren total aufgefallen. Wir sollten einmal sogar ein Foto mit einer Familie machen, die meisten Inder haben aber einfach ihre Handykamera gezueckt und uns mehr oder weniger heimlich fotografiert. Es waren zwar noch ein paar andere Europaeer im Garten, aber wir waren die einzigen, die mit Indern unterwegs waren. Das scheint scheinbar nicht so oft zu passieren. Wir halten uns im Moment einfach an den guten Rat, einfach alles zu ignorieren, aendern koennen wir das sowieso nicht. Ich denke auch, dass das in Ajjanahalli anders sein wird. Und wenn wir erst indisch gekleidet sind, erkennt uns keiner mehr ;)

Wir waren auf jeden Fall froh, als wir endlich wieder bei BREADS waren. Wir muessen alle Eindruecke erstmal verdauen. Trotzdem war der Ausflug schoen und wir haben die Maedchen und Jungen ein bisschen kennenlernen koennen. Fuer die ganzen Bustickets und den Eintritt in den Garden haben wir uebrigens umgerechnet je ca. 1Euro bezahlt! 

Der Masterplan fuer unseren naechsten Tage sieht so aus: Mittwoch werden wir nach Ajjanahalli gebracht, am Dienstag werden wir mit Father Joseph ein bisschen “orientation” machen, also ueber unsere Rolle im Projekt sprechen. Morgen werden wir uns scheinbar noch ein wenig ausruhen koennen. Aber mal sehen was wird, hier aendern sich die Plaene schnell. Ich bin aber beruhigt, dass wir nach Ajjanahalli gebracht werden und nicht mit dem Bus fahren muessen.       

So, ich glaube, jetzt seid ihr auf dem neuesten Stand der Dinge. Es ist ein ziemlich langer Text geworden, aber wir muessen das Internet nutzen, so lange wir es noch regelmaessig zur Verfuegung haben.

Ach ja, das allerwichtigste am Schluss: trotz Anti-Brumm, heller Klamotten und Moskitonetz hab ich mittlerweile schon 5 Moskitostiche… fuehlt sich nicht anders an, als Mueckenstiche, ist aber trotzdem bloed. Sich mit irgendwelchen Krankheiten anzustecken, waere schliesslich auch nicht so toll.

Vielen Dank fuer eure lieben Kommentare. Das tut gut!

Eure Miri

Alles halb so schlimm

Samstag, August 21st, 2010

Mein erster Artikel aus Indien.

Ich kann kaum noch meine Augen offen halten, aber bevor ich endlich schlafen gehe, muss ich euch noch einen kleinen Einblick geben.Seit mittlerweile mehr als 24 Stunden bin ich unterwegs. Von Braunschweig nach Hannover nach Paris nach Bangalore und nach 5 Stunden Aufenthalt am Flughafen dann endlich mit dem Bus weiter zum BREADS-Buero. Mit den Fluegen hat alles super geklappt, im Bus ist uns trotz der etwas merkwuerdigen Fahrweise des Busfahrers auch nichts passiert und mittlerweile haben wir schon ein echtes indisches Fruehstueck hinter uns. Mit den Fingern (natuerlich nur der rechten Hand) haben wir schon gegessen, aber von der scharfen Sosse zum Reis hat man uns augenzwinkernd abgeraten. Die duerften wir wegen der Schaerfe fruehestens in ein paar Tagen probieren.

Wir sind hier bei BREADS also sehr herzlich aufgenommen worden. Alle bemuehen sich darum, dass wir uns wohlfuehlen. Nach Ajjanahalli werden wir aufbrechen, wenn wir selbst meinen, dass wir dazu bereit sind. Also wahrscheinlich so in 2-3 Tagen.

Im Moment sind hier im Haus auch 24 Schueler einer Schule fuer Computertechnologie. Mit der Hilfe von Anne, einer Voluntaerin aus den USA,sollen sie ihr Englisch verbessern. Gerade haben wir uns mit einer der Schuelerinnen unterhalten und dieses Gespraech hat letzte Zweifel an meinem Freiwilligendienst beseitigt. Das Maedchen traeumt davon, Aerztin zu werden und hat uns mit strahlendem Laecheln erzaehlt, welche Unterrichtsfaecher ihr am meisten gefallen. Bis vor kurzem war sie eine Kinderarbeiterin im Umland von Bangalore. Das Maedchen war so aufrichtig gluecklich und dankbar, dass es sich schon allein deswegen lohnt,ein Jahr lang unter eher schlechten Umstaenden fern von zu Hause zu leben.

Alles in allem ist Indien also halb so schlimm wie erwartet. Es stinkt nur ein ganz kleines bisschen, unsere Umgebung hier ist ziemlich nett und es ist auch nicht uebertrieben heiss. Heute Nacht waren es 22 Grad und jetzt sind es geschaetzte 25 Grad. Vom Monsun haben wir noch nichts mitbekommen, in 2 Wochen ist der in Bangalore und Umgebung sowieso vorbei.

Ich werde euch auf dem Laufenden halten, aber jetzt gehe ich erstmal ins Bett. Wir werden den Vormittag ueber schlafen und am Nachmittag vielleicht noch ein bisschen die Umgebung angucken. Morgen sprechen wir dann mit Father Joseph ueber Ajjanahalli.

Eure Miri

Und immer rundherum auf dem Gefühlskarussell

Donnerstag, August 19th, 2010

Morgen geht es los.

Je näher der Abflug rückt, umso schwerer fallen mir die Abschiede und umso bewusster wird mir, dass ich ein ganzes langes Jahr nicht zu Hause sein werde. Gleichzeitig steigt aber auch die Aufregung und die Vorfreude und so passiert es mir häufig, dass meine Stimmung innerhalb von Sekunden schwankt. Es wird also dringend Zeit, dass ich ins Flugzeug steige und endlich losdüse!

Die letzten Tage waren geprägt von diversen Abschiedspartys und eindeutig zu vielen Vorbereitungen. Jetzt, da mein Rucksack gepackt ist, bleibt kurz Zeit für einen Rückblick auf meine Abschiedsfeier.

Auch wenn das Wetter einen Strich durch meinen ursprünglichen Plan gemacht hat, habe ich die Zeit mit meinen Freunden sehr genossen. Die vielen lieben Worte, Fotos, Trostschokoladen und andere Geschenke haben mir gezeigt, dass ich Leute um mich herum habe, die für mich da sind und mich aus der Ferne auf meinem Weg begleiten. Das ist ein schönes Gefühl und deswegen ist es auch kein Wunder, dass der Inhalt meines Rucksacks zur Hälfte aus Abschiedsgeschenken und Erinnerungen besteht.  Vielen Dank euch allen!

Jetzt wird es Zeit, den letzten Abend in Braunschweig mit meiner Familie zu genießen.

Die nächste Nachricht dann so bald wie möglich aus Indien!

Eure Miri

Vom lachenden und vom weinenden Auge

Freitag, August 13th, 2010

Übung macht den Meister. Hoffe ich zumindest, denn so richtig bin ich durch meinen Blog noch nicht durchgestiegen…

Aber das wird schon, schließlich will ich euch alle auf diesem Wege über meine Erlebnisse in Ajjanahalli, Indien, informieren.

Mir bleiben nun nur noch exakt 7 Tage in Braunschweig, die allesamt bis zum Rand angefüllt sein werden mit den restlichen Vorbereitungen, der Vorfreude und dem Abschied. Schon die ganzen letzten Wochen war der Abschied mein treuer Begleiter. Immer wieder sieht  man Freunde, Verwandte und Bekannte ein vorerst letztes Mal oder steht zum letzten Mal an genau dieser Kasse im Supermarkt.

Doch in allem Ende liegt auch ein Neubeginn und ich freue mich schon wahnsinnig auf meine Zeit in Indien. Gemeinsam mit Anna-Lena (http://www.strassenkinder.de/annalenainindien, da gibt es auch tolle Fotos von den Vorbereitungsseminaren!) werde ich Indien erkunden, durch Bangalore schwirren und versuchen, in Ajjanahalli unser Bestes zu geben, damit unser Freiwilligendienst Früchte trägt.

Ihr werdet also von mir lesen und vielleicht hat ja dann der eine oder der andere Lust, ein Kommentar, eine Mail oder eine Spende für unser Projekt nach Indien zu schicken :)

Eure Miri