<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Miri in Indien</title>
	<atom:link href="http://strassenkinder.de/miriinindien/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://strassenkinder.de/miriinindien</link>
	<description>Just another strassenkinder.de weblog</description>
	<lastBuildDate>Mon, 22 Aug 2011 12:03:19 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.0.4</generator>
		<item>
		<title>Ob sich ein Weg lohnt, erkennst du erst, wenn du losgegangen bist</title>
		<link>http://strassenkinder.de/miriinindien/2011/08/01/ob-sich-ein-weg-lohnt-erkennst-du-erst-wenn-du-losgegangen-bist/</link>
		<comments>http://strassenkinder.de/miriinindien/2011/08/01/ob-sich-ein-weg-lohnt-erkennst-du-erst-wenn-du-losgegangen-bist/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 01 Aug 2011 04:36:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>miriamjonscher</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://strassenkinder.de/miriinindien/?p=166</guid>
		<description><![CDATA[Gerade komme ich vom Fußball mit unseren Kleinen, da Anna heute mit Medicine dran ist, habe ich noch ein wenig Zeit bis die Computer Class anfängt. Draußen regnet es mal wieder, der Strom lässt noch auf sich warten und das Wasser ist wie immer einen Tuck zu kalt. Das ist er, mein indischer Alltag. Unvorstellbar, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gerade komme ich vom Fußball mit unseren Kleinen, da Anna heute mit Medicine dran ist, habe ich noch ein wenig Zeit bis die Computer Class anfängt. Draußen regnet es mal wieder, der Strom lässt noch auf sich warten und das Wasser ist wie immer einen Tuck zu kalt.</p>
<p>Das ist er, mein indischer Alltag. Unvorstellbar, dass ich in ein paar Tagen wieder in Deutschland sein werde. Ein Land, in dem auf einmal wieder alle Menschen größer sein werden als ich, in dem man seine Wäsche einfach so in die Waschmaschine steckt und in dem man problemlos auf die Straße gehen kann, ohne groß angestarrt zu werden. So sehr ich mich auf meine Familie und Freunde freue, der Abschied von den Jungen und den Salesianern wird mir sehr schwer fallen. Ein Jahr lang durften Anna und ich ganz selbstverständlich Teil dieser großen Familie sein und wunderbare Erfahrungen machen. Ob ich diese mir sehr lieb gewordenen Menschen allerdings wiedersehen werde, weiß ich nicht. Schließlich werden die Kinder irgendwann das Center verlassen und auch die Salesianer wechseln regelmäßig die Projekte.</p>
<p>An dieser Stelle möchte ich, obwohl es vielleicht etwas ausgelatscht klingen mag, mehrere Danksagungen aussprechen.</p>
<p>Da wären die Salesianer in Indien, die eine so unglaublich schwierige und aufopfernde Arbeit leisten und trotzdem noch die Geduld hatten, uns mal wieder irgendwas zu erklären. Dabei nicht zu vergessen die Salesianer in Deutschland und Don Bosco Volunteers in Bonn, die uns diesen Dienst überhaupt ermöglicht, uns darauf vorbereitet  und aus der Ferne begleitet haben. Wo wir schon in Deutschland sind: ein herzliches Dankeschön allen Menschen, die meine Erlebnisse geteilt haben, aufmunternde E-Mails oder haufenweise Briefe und Pakete geschickt haben. Sich einer so großen Unterstützung sicher sein zu können, macht Mut und gibt Zuversicht.</p>
<p>Das größte Dankeschön allerdings geht an Anna. Ein Jahr lang haben wir wirklich alles geteilt, waren niemals weiter voneinander entfernt als ein paar hundert Meter und haben uns gemeinsam durch indische Wälder, Städte oder Bürokratie gekämpft. Tapfer hat sie meine Schimpftiraden ertragen, wenn mich mal wieder irgendetwas aufgeregt hat, stundenlang haben wir über Gott und die Welt geredet, sodass sie mich wahrscheinlich jetzt besser kennt als ich mich selbst. Ohne ihre Unterstützung und manchmal sehr nötigen Tritt in den Allerwertesten hätte ich diesen Freiwilligendienst wohl nicht so reibungslos über die Bühne bringen können. Anna-Aunty, tumba chennagide matthe tumba thanks!</p>
<p>Heute haben unsere Pfadfinder gezeigt, was in ihnen steckt und hunderte von Pfannkuchen (die hier absolut keiner kennt…) für alle Jungen gebacken. Auch in den nächsten Tagen läuft alles auf Hochtouren weiter: das von euren Spenden ermöglichte Medical Camp werden wir am Donnerstag durchführen und noch viele Programmpunkte für den Unabhängigkeitstag vorbereiten. Am Unabhängigkeitstag selbst allerdings werde ich wieder in Deutschland sein und unseren Jungs aus der Ferne die Daumen drücken.</p>
<p>Bis Bald!</p>
<p>Eure Miri</p>
<p>P.S. Von nun an werde ich euch Neues aus meinem Leben wieder persönlich mitteilen können. Daher hole ich nun den imaginären Schlüssel heraus und schließe meinen Blog endgültig. Vielen, vielen Dank an alle meine fleißigen Leser!</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://strassenkinder.de/miriinindien/2011/08/01/ob-sich-ein-weg-lohnt-erkennst-du-erst-wenn-du-losgegangen-bist/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Hättest du das gedacht?</title>
		<link>http://strassenkinder.de/miriinindien/2011/07/25/hattest-du-das-gedacht/</link>
		<comments>http://strassenkinder.de/miriinindien/2011/07/25/hattest-du-das-gedacht/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 25 Jul 2011 04:56:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>miriamjonscher</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://strassenkinder.de/miriinindien/?p=164</guid>
		<description><![CDATA[1. Jedes 5. Kind der Welt wohnt in Indien. 2. Im Zug oder im Bus schmeißt man den Müll einfach aus dem Fenster. Mülleimer gibt es nicht. 3. Die Frage „ Hast du zugenommen?“ gilt in Indien als Kompliment. 4. Inder benutzen kein Toilettenpapier. 5. Eine Dusche ist ein absolutes Luxusgut. So etwas unnützes wie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>1. Jedes 5. Kind der Welt wohnt in Indien.</p>
<p>2. Im Zug oder im Bus schmeißt man den Müll einfach aus dem Fenster. Mülleimer gibt es nicht.</p>
<p>3. Die Frage „ Hast du zugenommen?“ gilt in Indien als Kompliment.</p>
<p>4. Inder benutzen kein Toilettenpapier.</p>
<p>5. Eine Dusche ist ein absolutes Luxusgut. So etwas unnützes wie Duschgel geradezu undenkbar.</p>
<p>6. In Karnataka, einem südindischen Bundesstaat, gehen jede Stunde 5 Kinder verloren. Viele finden   sich auf den Straßen Bangalores, der Hauptstadt Karnatakas, wieder.</p>
<p>7. Indien ist Kricketweltmeister 2011.</p>
<p>8. Mit der Hochzeit geht die Frau in die Familie ihres Mannes über. Das kann durchaus bedeuten, dass sie ihre eigene Familie nie mehr wieder sieht.</p>
<p>9. Der britische Einfluss macht sich bemerkbar: die nachmittägliche Teatime ist nur ein Beispiel dafür.</p>
<p>10. Die Kindersterblichkeit liegt bei 5%.</p>
<p>11. Die rechte Hand wird zum Essen benutzt. Die Linke ist für alles unterhalb der Gürtellinie zuständig.</p>
<p>12. In Indien gibt es 22 Nationalsprachen. Alle haben eigene Schriftzeichen.</p>
<p>13. Vor dem Unterricht wird die Nationalhymne gesungen. Vor einem Kinofilm auch.</p>
<p>14. Die Kuh ist heilig. Und dazu in den Städten äußerst nützlich. Sie frisst die riesigen Müllberge und wird von den Armen gemolken.</p>
<p>15. Arrangierte Ehen sind Normalität.</p>
<p>16. Dass der traditionelle Sari ohne jegliche Hilfsmittel getragen werden kann, ist korrekt. Damit der Sari aber den ganzen Tag über gut sitzt, benutzt jede Frau  mindestens eine Sicherheitsnadel.</p>
<p>17. Die Mango ist die Nationalfrucht Indiens.</p>
<p>18. Nach 18h laufen alle Erwachsenen in Ajjanahalli mit Taschenlampe herum. Schließlich weiß man nie, wann der Strom ausfällt.</p>
<p>19. Indisches Essen ist entweder extrem süß oder extrem scharf.</p>
<p>20. Der Bus ist das Verkehrsmittel Nr. 1 . Ein eigenes Motorrad oder Auto kann sich kaum jemand leisten.</p>
<p>21. Der größte Slum Asiens befindet sich in Mumbai. Dort leben 500.000 Menschen auf engstem Raum.</p>
<p>22. Die Kinderdarsteller des Films „Slumdog Millionär“ kommen aus dem Slum. Und wohnen dort immer noch.</p>
<p>23. Ein Kaffee in Indien kostet ca. 15 Cent.</p>
<p>24. Dass sich ein (Ehe-)Paar händchenhaltend in der Öffentlichkeit zeigt, ist unvorstellbar. Männer, die rein freundschaftlich Händchen halten, sieht man dagegen überall.</p>
<p>25. Die Durchschnittsgeschwindigkeit eines indischen Zuges beträgt 40 km/h. Um Indien mit dem Zug von Norden nach Süden komplett zu durchqueren, braucht man mehr als 3 Tage und 3 Nächte.</p>
<p>26.Männer in Röcken? Kein Problem, überall sieht man Männer, die sich ihren „Lungi“ (ein großes quadratisches Tuch) um die Hüften schlingen. Wollen sie damit laufen, halbieren sie dieses Tuch auf die Länge eines Minirockes.</p>
<p>27. Geht man in Indien essen, muss man nicht sehr tief in die Tasche  greifen. Mehr als 1 Euro pro Person braucht man selten.</p>
<p>28. 10…9…8… Hinter dieser Rufnummer verbirgt sich die landesweite „Childline“, eine kostenlose Telefonnummer die Kinder in Notsituationen anrufen können.  Viele der Childlinebüros werden von den Salesianern Don Boscos unterhalten.</p>
<p>29. Besucher in Ajjanahalli: Schlangen, Skorpione, Ratten, Spinnen.</p>
<p>30. Die Metrolinie in Bangalore sollte letzten Dezember eingeweiht werden. Bis jetzt sieht man aber immer noch nicht mehr als riesige Baustellen und kein einziges Gleis.</p>
<p>31. Wie auf ein unsichtbares Signal hin gehen alle Menschen im Zug um 21.45h ins Bett.</p>
<p>32. Anna und ich werden noch exakt 14 Tage in Indien sein.</p>
<p>Namaskara!</p>
<p>Eure Miri</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://strassenkinder.de/miriinindien/2011/07/25/hattest-du-das-gedacht/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Manchmal reicht ein „Danke“ nicht aus</title>
		<link>http://strassenkinder.de/miriinindien/2011/07/11/manchmal-reicht-ein-%e2%80%9edanke%e2%80%9c-nicht-aus/</link>
		<comments>http://strassenkinder.de/miriinindien/2011/07/11/manchmal-reicht-ein-%e2%80%9edanke%e2%80%9c-nicht-aus/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 11 Jul 2011 05:00:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>miriamjonscher</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://strassenkinder.de/miriinindien/?p=161</guid>
		<description><![CDATA[Die letzten Wochen haben wir alle uns ordentlich den Kopf zerbrochen, geht es doch nun darum, das gespendete Geld möglichst effektiv einzusetzen. Dabei waren vor allem Anna und ich häufig am Grübeln, Abwägen von Kosten und Nutzen und auf der Suche nach weiteren Ideen. Schließlich kennen wir die vielen berührenden Geschichten hinter den Spendengeldern und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die letzten Wochen haben wir alle uns ordentlich den Kopf zerbrochen, geht es doch nun darum, das gespendete Geld möglichst effektiv einzusetzen. Dabei waren vor allem Anna und ich häufig am Grübeln, Abwägen von Kosten und Nutzen und auf der Suche nach weiteren Ideen. Schließlich kennen wir die vielen berührenden Geschichten hinter den Spendengeldern und wollen daher das Geld bestmöglich und zur Zufriedenheit aller einsetzen.</p>
<p>Wir sind einfach sprachlos angesichts einer Summe von über 6000 Euro, die hunderte (ungelogen!) Freunde, Bekannte und Verwandte von Anna und mir für Ajjanahalli gespendet haben – und immer noch gibt es Hoffnung auf weitere Spenden. Ein ganz großes, von tiefstem Herzen kommendes Dankeschön dafür an euch alle!</p>
<p>Anna und mir ist es wichtig, dass mit dem Geld nicht nur ein Bereich des Projektes unterstützt wird, sondern an möglichst vielen Stellen etwas vorangebracht werden kann. Über allem steht natürlich das Ziel, dass das Geld direkt den Jungen zugute kommt.</p>
<p>1.       Gesundheit</p>
<p>In den nächsten Wochen werden wir hier in Ajjanahalli ein „Medical Camp“ veranstalten. Das bedeutet, dass Ärzte und Krankenschwestern einen Tag lang zu uns kommen, einige Unterrichtsstunden über Hygiene und Erste Hilfe halten und alle Jungen einzeln untersuchen. Für sehr wichtig halten wir, dass die Jungen auch zahnärztlich untersucht werden und dass gegebenenfalls Bluttests durchgeführt werden können. Inklusiv eventueller Nachbehandlungen wird dieses „Medical Camp“ etwa 425 Euro kosten.</p>
<p>2.       Spiel, Spaß und Freizeit</p>
<p>Auf dem Gelände befindet sich ein Spielplatz. Dieser wird nicht nur von unseren Jungen benutzt, sondern auch von Kindern aus dem Dorf, für die dieser Ort wohl der einzige ist, an dem sie einfach nur Kind sein dürfen. Die Spielgeräte sind allerdings schon ziemlich abgenutzt und bei manchen grenzt es schon fast an ein Wunder, dass sie noch keine Kinder unter sich begraben haben. Deswegen werden wir die alten Spielgeräte reparieren und neu streichen sowie ein neues Spielgerät konstruieren und aufstellen lassen.</p>
<p>Was wäre eine Kindheit in Indien ohne indische Filme? Filme sind das Gesprächsthema Nr.1 auf dem Pausenhof, der Soundtrack immer hitverdächtig und die Tänze werden fleißig kopiert. Jeden Samstagabend dürfen unsere Jungen einen Film sehen-das absolute Highlight der Woche. Dafür steht ein kleiner Fernseher zur Verfügung, um den sich alle Jungen drängen müssen, um etwas sehen zu können. Außerdem ist dieser mittlerweile etwas mitgenommen, denn auf der rechten Seite befindet sich ein breiter Farbstreifen, weswegen die Jungen immer nur die Hälfte des Bildes sehen. Um den Jungen wieder „ganze“ Filme und die abendlichen Nachrichten zeigen zu können, werden wir einen neuen, größeren Fernseher sowie einen passenden (abschließbaren) Fernsehschrank kaufen.</p>
<p>Zusammengerechnet werden wir für den Bereich „Spiel, Spaß und Freizeit“ etwa 2000 Euro zur Verfügung stellen.</p>
<p>3.       Lebensqualität</p>
<p>Ein Leben in der indischen Einsamkeit bringt vor allem einen Nachteil mit sich – man weiß nie, wann man mal wieder Strom hat und wie lange er bleibt. Das ist vor allem dann problematisch, wenn die Jungen im Dunkeln ihre Hausaufgaben machen müssen. Die Schule hört erst am späten Nachmittag auf und die Sonne geht pünktlich um kurz nach 6 unter. Auf dem Dach sind kleine Solarzellen angebracht, die jeweils eine Batterie aufladen, von der aus dann jeweils eine Lampe mit Strom versorgt werden kann. Diese Batterien halten 5 Jahre, dann müssen sie ausgetauscht werden. Seit wir hier sind, haben wir diese Lampen nie leuchten sehen, es war nie Geld für die Wartung und neue Batterien da. Wir wollen das Solarsystem wieder in Gang setzen, damit die Klassenräume, der Essensraum und andere Gemeinschaftsräume zuverlässig mit Licht versorgt sind. Außerdem werden wir im Badezimmer der kleinen Jungen ein neues System einrichten. Die Kleinen haben sich nachts im Dunkeln nämlich nicht auf Toilette getraut und lieber ins Bett gemacht. Bei 60 Kindern in einem Raum nicht ganz so lecker. Für die nächsten 5 Jahre wird das hoffentlich kein Problem mehr sein. Diese große Maßnahme wird ca. 2100 Euro kosten.</p>
<p>4.       Bildung</p>
<p>Nicht nur die Jungen, die momentan im Projekt leben und hier zur Schule gehen, brauchen Bücher, Schulgebühren und Uniformen,  sondern auch viele ehemalige Jungen, die nun an anderen Orten auf ein College gehen. Wir werden den Rest der Spendengelder auf ein „Bildungskonto“  einzahlen. Für die jährliche Anschaffung von Schulmaterialien für unsere Jungen dürfen die Patres von diesem Konto Geld abheben. Auch wenn ehemalige Jungen Collegegebühren, bestimmte Bücher oder andere Dinge brauchen, die sie nicht sofort selbst finanzieren können, so können die Patres ihnen mit diesem Geld aushelfen. Hat der Junge seine Ausbildung beendet und verdient eigenes Geld, so soll er diese Summe dann zurückzahlen.</p>
<p>So schnell wie möglich werden wir diese Dinge nun in Gang bringen, damit wir erste Ergebnisse sehen, bevor wir Ajjanahalli im August wieder verlassen.  Wir hoffen, dass euch unsere Auswahl gefällt!</p>
<p>Viele Grüße aus unserem letzten indischen Monat,</p>
<p>Eure Miri</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://strassenkinder.de/miriinindien/2011/07/11/manchmal-reicht-ein-%e2%80%9edanke%e2%80%9c-nicht-aus/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Be prepared &#8211; Allzeit bereit!</title>
		<link>http://strassenkinder.de/miriinindien/2011/06/20/be-prepared-allzeit-bereit/</link>
		<comments>http://strassenkinder.de/miriinindien/2011/06/20/be-prepared-allzeit-bereit/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 20 Jun 2011 06:22:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>miriamjonscher</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://strassenkinder.de/miriinindien/?p=157</guid>
		<description><![CDATA[25.08.2010: Unsere ersten Stunden in Ajjanahalli. Auf einem großen Schild am Eingang fällt mir ein  Schriftzug auf: „Pfadfinder“. Als ich unseren Chef darauf anspreche, erzählt er mir, dass es die Pfadfinder in Ajjanahalli seit ein paar Jahren nicht mehr gibt, aber versucht wird, das Pfadfinderprogramm wieder aufleben zu lassen. Begeistert erzähle ich ihm, dass ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>25.08.2010: Unsere ersten Stunden in Ajjanahalli. Auf einem großen Schild am Eingang fällt mir ein  Schriftzug auf: „Pfadfinder“. Als ich unseren Chef darauf anspreche, erzählt er mir, dass es die Pfadfinder in Ajjanahalli seit ein paar Jahren nicht mehr gibt, aber versucht wird, das Pfadfinderprogramm wieder aufleben zu lassen. Begeistert erzähle ich ihm, dass ich Pfadfinderin bin… seine Antwort: „ Dann fangen wir auf jeden Fall wieder damit an!“</p>
<p>September, Oktober, November, Dezember: Alles ist so neu, stressig, anders. Bei unseren ganzen Aktivitäten bleibt keine Zeit, auch nur einen kleinen Gedanken an das Pfadfinderprogramm zu wagen. Nur wenn wir die Kleidung unserer Bandjungen aus dem Schrank kramen, werfe ich einen sehnsüchtigen Blick auf die darüber liegenden verstaubten Pfadfinderkluften.</p>
<p>Januar: Meine Tante und mein Onkel wollen wissen, was sie mir aus Deutschland mitbringen sollen. Na, was wohl? Meine Pfadfinderkluft!</p>
<p>Februar: Ein Meeting mit unserem Chef. Ich erzähle ihm von meinen Plänen mit den Pfadfindern. Er hört interessiert zu, bringt mir aber schonend bei, dass die Jungs so kurz vor den Sommerferien vor allem eines machen sollen: für ihre Abschlussprüfungen lernen.</p>
<p>März: Irgendwelche komischen Insekten finden heraus, dass man an meiner Pfadfinderkluft hervorragende Nester bauen kann. Ich verteidige die Kluft mit allen Mitteln. Trotzdem hat sie jetzt immer noch komische braune Flecken.</p>
<p>April: Die Sommerferien fangen an. Ich spreche mit meinem Chef ab, dass wir während des Summercamps ein paar Pfadfinderaktionen für alle Jungs anbieten und nach den Sommerferien mit einer festen Gruppe richtig durchstarten. Aber es kommt natürlich mal wieder alles anders als man denkt: der fürs Summercamp zuständige Brother findet Pfadfinder ziemlich uncool und lässt meine Programmpunkte wie durch Zufall wegfallen.</p>
<p>Mai: So langsam gebe ich die Hoffnung auf, sobald ich das Thema anspreche, habe ich das Gefühl, dass alle meine Vorschläge kategorisch abgelehnt werden.</p>
<p>Juni: Das jährliche Treffen aller Mitarbeiter findet statt. Und ganz plötzlich wird dort in meiner Abwesenheit beschlossen, dass das Pfadfinderprogramm so schnell wie möglich aufgenommen werden soll. Bis Ende Juli werde ich die Gruppe leiten, in dieser Zeit werde ich auch Brother Sanjay ein wenig einweisen. Der wird die Leitung dann nach meiner Abreise übernehmen. Innerhalb von 3 Tagen muss ich alles vorbereiten, schließlich darf ich jetzt keine Zeit mehr verlieren.</p>
<p>19.06.2011: Die erste Gruppenstunde findet mit 16 Jungen statt. In einer Mischung aus Kannada und Englisch erzählen wir den Jungen, dass es überall auf der Welt Pfadfinder gibt und dass bei den Pfadfindern vor allem eines wichtig ist: Freundschaft. <a href="http://strassenkinder.de/miriinindien/files/2011/06/SSL20302.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-158" src="http://strassenkinder.de/miriinindien/files/2011/06/SSL20302-300x224.jpg" alt="" width="300" height="224" /></a></p>
<p>Ihren Teamgeist müssen sie daraufhin bei einem Spiel unter Beweis stellen, bevor sie dann ihre Pfadfinderkluften überreicht bekommen. Dass sie dabei auch gleich den Freundschaftsknoten lernen müssen, steht natürlich außer Frage. Nach dieser ersten Gruppenstunde findet abends eine Eröffnung des neuen Schuljahres und unseres Pfadfinderprogramms statt. Unser Chef hält eine Rede, die Lampe (die darf bei keiner Eröffnung fehlen) wird angezündet, unsere Scouts treten nach vorne und zwei von ihnen halten eine kleine Rede. Einfach nur schön!</p>
<p><a href="http://strassenkinder.de/miriinindien/files/2011/06/Anna-Lena-und-Miriam-5.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-159" src="http://strassenkinder.de/miriinindien/files/2011/06/Anna-Lena-und-Miriam-5-300x224.jpg" alt="" width="300" height="224" /></a></p>
<p>Gut Pfad!</p>
<p>Eure Miri</p>
<p>P.S. Gerade sind wir in der Endplanung was die Verwendung der Spenden angeht. Wenn die endgültige Entscheidung gefallen ist, werdet ihr natürlich als Erste davon erfahren! Das wird allerdings nach unserer letzten indischen Reise sein: wir besichtigen den Kaiserpalast in Mysore, wandeln auf Mutter Teresas Spuren in Kolkata, besuchen Hannah, Michael und Ferdinand in Vijayawada und Olli und Maurits in Hospet. Spätestens am 11.7. dann ein weiterer Blogartikel!</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://strassenkinder.de/miriinindien/2011/06/20/be-prepared-allzeit-bereit/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Frischer Wind</title>
		<link>http://strassenkinder.de/miriinindien/2011/06/06/frischer-wind/</link>
		<comments>http://strassenkinder.de/miriinindien/2011/06/06/frischer-wind/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 06 Jun 2011 05:15:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>miriamjonscher</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://strassenkinder.de/miriinindien/?p=153</guid>
		<description><![CDATA[In der letzten Woche wurden wir ganz schön durchgepustet und unser riesiges Haus ist ordentlich ins Schwanken geraten. Der Monsun hat seine ersten Ausläufer zu uns geschickt und mit kühlem Wind, grauen Wolken und Gewittern dafür gesorgt, dass sich der Sommer in Luft aufgelöst hat. Wir waren überrascht wie schnell sich das Wetter und die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In der letzten Woche wurden wir ganz schön durchgepustet und unser riesiges Haus ist ordentlich ins Schwanken geraten.</p>
<p>Der Monsun hat seine ersten Ausläufer zu uns geschickt und mit kühlem Wind, grauen Wolken und Gewittern dafür gesorgt, dass sich der Sommer in Luft aufgelöst hat. Wir waren überrascht wie schnell sich das Wetter und die Natur umgestellt haben. Jetzt müssen wir in Windeseile die Mangos pflücken, sonst fallen sie dem Regen zum Opfer. Dafür sind wir alle nun von einer absolut lästigen Aufgabe befreit: monatelang sämtliche Pflanzen auf unserem großen Gelände vor dem Vertrocknen zu bewahren.</p>
<p>Doch mit dem Monsun ist Anna und mir auch schmerzlich bewusst geworden, dass wir uns jetzt wieder in der gleichen Jahreszeit befinden, in der wir angekommen sind. Unser Indienkalender besitzt nur noch 2 leere Seiten, in 9 Wochen werden wir  im Flieger nach Deutschland sitzen.</p>
<p>Obwohl sich bei Anna und mir langsam aber sicher eine leise Abschiedsstimmung in den Alltag schleicht, ist das restliche Haus auf Neuanfang eingestellt. Unsere Schulkinder gehen seit einer Woche wieder in die Schule und unsere ehemaligen Centerboys dürfen jetzt auch das Projektgelände Richtung Schule verlassen. Man merkt ihnen an, wie gut es ihnen tut, jetzt zu den Großen dazu zu gehören. Man könnte fast eine kleine Glücksträne vergießen, wenn man sie voller neuer Energie zurück kommen sieht.</p>
<p>Und trotzdem kommt das Haus tagsüber nicht zur Ruhe, vielmehr wird es aus allen Angeln gehoben. Grund dafür sind die rund 15 neuen Jungen (und noch viele weitere dürften folgen), die von unseren Regeln hier im Haus meist noch nicht ganz so viel halten. So probieren sie alles aus, ärgern unsere Tiere, kämpfen um die Bälle oder weigern sich, ihre Kleidung zu wechseln. Gleichzeitig kommen aber fast alle von ihnen regelmäßig zu uns in den Medicine-Raum, um sich eine Extraportion Aufmerksamkeit abzuholen. Komischerweise klagen sie alle über Schmerzen im Oberschenkel, eine bei den anderen Jungen überhaupt nicht verbreitete Krankheit.</p>
<p>Wir werden also diese Jungen in ihren ersten Wochen hier begleiten und hoffentlich die ersten Erfolge der Arbeit der Salesianer und der Mitarbeiter miterleben dürfen.</p>
<p>Mit dem nächsten Windstoß sende ich euch einen kühlen Gruß in die Anfänge des deutschen Sommers.</p>
<p>Eure Miri</p>
<p>P.S. Nächsten Montag arbeiten wir durch – also keine Neuigkeiten aus dem indischen Wald. Die Woche danach dann aber hoffentlich wieder ein Lebenszeichen.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://strassenkinder.de/miriinindien/2011/06/06/frischer-wind/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Der Moment, auf den sie ihr ganzes Leben gewartet hat</title>
		<link>http://strassenkinder.de/miriinindien/2011/05/30/der-moment-auf-den-sie-ihr-ganzes-leben-gewartet-hat/</link>
		<comments>http://strassenkinder.de/miriinindien/2011/05/30/der-moment-auf-den-sie-ihr-ganzes-leben-gewartet-hat/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 30 May 2011 05:25:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>miriamjonscher</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://strassenkinder.de/miriinindien/?p=151</guid>
		<description><![CDATA[Verträumt lächelnd sieht sie uns an, zeigt stolz ihren goldenen Hochzeitsschmuck. Sie ist bildschön und in einem prächtigen Sari gekleidet. Hinter ihr steht ihr Bräutigam, ein ebenso gutaussehender  junger Mann. Der Slogan dieses Werbeplakats, das uns auf dem Weg nach Bangalore immer wieder von Neuem auffällt: Der Moment, auf den sie ihr ganzes Leben gewartet [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Verträumt lächelnd sieht sie uns an, zeigt stolz ihren goldenen Hochzeitsschmuck. Sie ist bildschön und in einem prächtigen Sari gekleidet. Hinter ihr steht ihr Bräutigam, ein ebenso gutaussehender  junger Mann. Der Slogan dieses Werbeplakats, das uns auf dem Weg nach Bangalore immer wieder von Neuem auffällt: Der Moment, auf den sie ihr ganzes Leben gewartet hat.</p>
<p>Wohl kein Thema beherrscht die indische Gesellschaft so umfassend wie das Thema Hochzeit. Dabei geht es um unendlich viele Rituale, kitschigen Schmuck, teure Saris und ein riesiges und mehrtägiges Hochzeitsfest. Um das alles zu finanzieren, müssen sich die Brauteltern nicht selten verschulden und ihr ganzes Leben lang den Schuldenberg abtragen.</p>
<p>Während die indische Filmindustrie in von Kitsch überlaufenden Filmen die Liebesheirat propagiert, sieht die Realität etwas anders aus: hier muss man nicht dem Schicksal vertrauen, sondern seinen Eltern. Und die Suche des richtigen Partners ist in Indien gar nicht mal so einfach, denn er muss einen umfassenden Kriterienkatalog erfüllen. Wohl am wichtigsten: die Religion, die Kaste, das Einkommen. Schließlich geht es bei einer Hochzeit auch darum, den Status der Familie zu erhalten. So wird strikt darauf geachtet, dass der in Frage kommende Kandidat mindestens dem eigenen Status entspricht.</p>
<p>Haben die Eltern mithilfe befreundeter Familien einen geeigneten Bräutigam gefunden, so fangen die Verhandlungen an: Was will er haben, damit er unsere Tochter heiratet? Meist geht es dabei um Gold sowie Motorräder, neben der Ausrichtung der Hochzeitsfeier eine weitere finanzielle Last für die Brauteltern. Dass Mitgiftzahlungen in Indien eigentlich verboten sind, interessiert dabei keinen. Mit der Hochzeit geht die Frau in die Familie des Mannes über, was durchaus bedeuten kann, dass sie ihre eigene Familie nie mehr wieder sieht.</p>
<p>Doch dieses Verfahren geht noch eine Spur heftiger: nämlich dann, wenn es sich bei der Braut (und manchmal zusätzlich auch dem Bräutigam) um ein Kind handelt. Auch das ist verboten, wird aber  weiterhin praktiziert. Der Grund ist meist Armut der Familie des Mädchens. Hat sie kein Geld, das Kind bis zur Volljährigkeit zu erziehen, so ist die einfachste Lösung eine schnelle Verheiratung  des Mädchens. Auch wenn das erstmal Geld kostet, so muss die Familie nach der Hochzeit nicht mehr für das Mädchen aufkommen. Im Norden Karnatakas, dem Bundesstaat, in dem ich lebe, wurden zwischen Februar und Mai diesen Jahres nicht weniger als 61 Kinderehen verhindert. Da will man sich lieber gar nicht vorstellen, wie viele Kinderehen nicht verhindert werden konnten. Die Kinder waren teilweise unter 10 Jahre alt und waren sich gar nicht bewusst, dass sie verheiratet werden sollten.</p>
<p>Mut bewiesen hat die Highschoolschülerin Punitha, die an einen 25-jährigen Analphabeten verheiratet werden sollte. Statt zu Heiraten, was das Ende ihrer Schullaufbahn bedeutet haette, wollte sie lieber erst ihren Abschluss machen. Ihre Eltern haben alle ihre Einwände ignoriert und mit der Vorbereitung der Hochzeit begonnen. Daraufhin hat sich die Schülerin an eine Hilfsorganisation gewendet, die allerdings die Eltern nicht überzeugen konnte. Stattdessen übergaben die Eltern dem Bräutigam die Mitgift: 15 000 Rupien (ca. 250 Euro) und 5 Gramm Gold. Verzweifelt rief Punitha den Kindernotruf ihrer Stadt an. Der zuständige Beamte nahm sich der Geschichte persönlich an und stattete der Familie einen Besuch ab.  Die Androhung, dass eine Verheiratung ihrer Tochter illegal wäre und zu einer Strafe führen könnte, hat die Eltern dann schließlich einlenken lassen. Die Hochzeit wurde verschoben und die Mitgift zurückgezahlt.</p>
<p>Der Grund für diese Hochzeit: die Eltern konnten die täglichen 10 Rupien (15 Cent) für den Schulweg ihrer Tochter nicht aufbringen.</p>
<p>Eure Miri</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://strassenkinder.de/miriinindien/2011/05/30/der-moment-auf-den-sie-ihr-ganzes-leben-gewartet-hat/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Schikschanaweh Schakti!</title>
		<link>http://strassenkinder.de/miriinindien/2011/05/23/schikschanaweh-schakti/</link>
		<comments>http://strassenkinder.de/miriinindien/2011/05/23/schikschanaweh-schakti/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 23 May 2011 05:00:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>miriamjonscher</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://strassenkinder.de/miriinindien/?p=146</guid>
		<description><![CDATA[Das Sommercamp ist vorbei &#8211; und wir vermissen es jetzt, weniger als eine Woche nach dem großen Abschlussfest, schon ganz stark. Um die 5 Wochen haben wir mit den Jungen spannende Dinge erlebt. Wir waren auf Schatzsuche, sind schwimmen gegangen, haben im Wald über dem Feuer gekocht. Außerdem haben Anna und ich uns erlaubt, die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Sommercamp ist vorbei &#8211; und wir vermissen es jetzt, weniger als eine Woche nach dem großen Abschlussfest, schon ganz stark. Um die 5 Wochen haben wir mit den Jungen spannende Dinge erlebt. Wir waren auf Schatzsuche, sind schwimmen gegangen, haben im Wald über dem Feuer gekocht. Außerdem haben Anna und ich uns erlaubt, die Jungs ins Kino einzuladen. Wer wollte nicht immer schon mal 80 Jungs gleichzeitig ins Kino ausführen?!</p>
<p>Doch das absolute Highlight war das „Yuvaspandana 2011“ in Bangalore. Unter dem Motto „Schikschanaweh schakti!“ also „Bildung ist Stärke!“ haben sich dort 500 Jugendliche aus vielen Don Bosco Projekten Karnatakas versammelt und 3 Tage lang gemeinsam Stärke gezeigt. Unsere Band hatte außerdem dort ihren großen Auftritt, musste sie doch jeden Ehrengast einzeln mit einem Ständchen begrüßen und dann mit einem Marschlied zur Festhalle bringen. Einer dieser Ehrengäste war der für die Eisenbahn zuständige Minister. Der hatte sogar ein kleines Geschenk für die Salesianer dabei: von diesem Jahr an müssen die Salesianer für ihre Hilfsstation am Hauptbahnhof (mehr dazu in meinem Blogartikel „Wilde Kerle“) keine Miete mehr bezahlen.</p>
<p><a href="http://strassenkinder.de/miriinindien/files/2011/05/Bild-2.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-147" src="http://strassenkinder.de/miriinindien/files/2011/05/Bild-2-300x224.jpg" alt="" width="300" height="224" /></a></p>
<p>Nach der großen Eröffnung ging es dann sofort raus auf die Straße. Mit Plakaten, T-Shirts und Fahnen bewaffnet haben sich alle Jugendlichen in das Getümmel der indischen Großstadtstraßen geschmissen und lautstark ein Recht auf Bildung gefordert. Ganz vorne mit dabei: mal wieder unsere Band, die vielen nervenzerreißenden Proben im Vorfeld waren aller Mühe wert.</p>
<p><a href="http://strassenkinder.de/miriinindien/files/2011/05/P5070206.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-148" src="http://strassenkinder.de/miriinindien/files/2011/05/P5070206-300x224.jpg" alt="" width="300" height="224" /></a></p>
<p>In den nächsten Tagen fanden dann viele Unterrichtseinheiten zu Themen wie „Kinderrechte“ und „Persönlichkeitsentwicklung“ statt. Und zwischendurch immer wieder Lieder, Tänze und Spiele.</p>
<p>Diese drei Tage waren wirklich spannend und Anna und ich haben uns sehr gefreut, viele bekannte Gesichter unter den Salesianern wieder zu sehen. Dabei ist uns erneut aufgefallen, wie lange wir eigentlich schon hier sind.</p>
<p>Gleichzeitig haben wir aber auch eine neue Erfahrung gemacht: eine indische Gemeinschaftsunterkunft. Schreckt uns das in Deutschland ganz und gar nicht, hatten wir hier als einzige Weiße ein kleines Problem: kaum betraten wir den Saal, waren alle Augen auf uns gerichtet. Wollten wir uns umziehen, saß immer eine Gruppe von Frauen und Mädchen im Kreis um uns herum und hat uns angestarrt oder sogar angefasst, um herauszufinden, wie wir uns anfühlen.</p>
<p>Um wenigstens für ein paar Minuten unsere Ruhe zu haben, hatten wir bald herausgefunden, an welchen Stellen man sich auf dem Gelände zu welcher Zeit am besten verstecken kann. Und außerdem haben unsere Jungs uns in der Öffentlichkeit meisterhaft beschützt.</p>
<p>In allem Ende steckt auch ein Neuanfang – und ändern wird sich bei uns in der nächsten Zeit ganz schön viel. Die beiden Brothers sowie ein Father, mit denen wir die letzten 9 Monate lang zusammen gearbeitet und gelebt haben, werden in andere Don Bosco Einrichtungen gehen. Dafür wird ein neuer Brother nach Ajjanahalli kommen. Außerdem verlassen uns unsere ehemaligen Zehntklässler (die übrigens alle ihren Abschluss geschafft haben!). Für sie geht es entweder zurück zu ihren Familien oder in Don Bosco Projekte nach Bangalore, wo sie auf ein College gehen werden. Und unsere „Center boys“, die das letzte Jahr über bei uns im Haus unterrichtet wurden, werden ab nächster Woche im nächsten Dorf zur Schule gehen. Ein ganz schön komisches Gefühl, unsere „Kleinen“ nicht mehr den ganzen Tag über um uns zu haben. Dafür kommen hier im Moment täglich neue Jungen an, sodass uns auch in unseren letzten 2 ½ indischen Monaten ganz bestimmt nicht langweilig werden wird.</p>
<p>In diesem Sinne: auf ein Neues!</p>
<p>Eure Miri</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://strassenkinder.de/miriinindien/2011/05/23/schikschanaweh-schakti/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>In 7 Tagen durch Kerala</title>
		<link>http://strassenkinder.de/miriinindien/2011/05/02/in-7-tagen-durch-kerala/</link>
		<comments>http://strassenkinder.de/miriinindien/2011/05/02/in-7-tagen-durch-kerala/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 02 May 2011 04:50:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>miriamjonscher</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://strassenkinder.de/miriinindien/?p=139</guid>
		<description><![CDATA[&#8220;God&#8217;s own country&#8221; &#8211; geschickte Werbung oder nichts als die Wahrheit? Tag 1 Ankunft in Trivandrum nach einer mehr als 17-stuendigen Busfahrt. Da in Indien grundsaeztlich in der Nacht gereist wird, koennen wir uns nach einer dringend benoetigten Dusche auf die Suche nach der Wahrheit ueber Kerala machen. Mit grossen Erwartungen sind wir nach Trivandrum [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;God&#8217;s own country&#8221; &#8211; geschickte Werbung oder nichts als die Wahrheit?</p>
<p>Tag 1</p>
<p>Ankunft in Trivandrum nach einer mehr als 17-stuendigen Busfahrt. Da in Indien grundsaeztlich in der Nacht gereist wird, koennen wir uns nach einer dringend benoetigten Dusche auf die Suche nach der Wahrheit ueber Kerala machen. Mit grossen Erwartungen sind wir nach Trivandrum gekommen, schliesslich ist diese Stadt 1. die Hauptstadt Keralas und 2. so ziemlich die suedlichste Stadt Indiens. Und an der Spitze Indiens gewesen zu sein ist ja schon ganz cool. Aber wir wurden enttauescht. Trivandrum ist nichts als eine volle, stinkende, indische Durchschnittsstadt. Von &#8220;God&#8217;s own country&#8221; keine Spur. Schade, aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.</p>
<p>Tag 2</p>
<p>Morgens schnell in den Bus nach Varkala, das bekannt fuer seinen tollen Strand ist. Und der Strand ist wirklich ein Traum, wir haben uns gleich an Goas Straende erinnert gefuehlt. Nur eine Sache stoert uns an diesem wunderschoenen Fleckchen Erde: es ist kein bisschen indisch. Varkala ist ein absoluter Touristenort, man sieht mehr leichtbekleidete Weisse als Durchschnittsinder, die Preise sind gepfeffert und alle paar Meter will uns ein Strassenhaendler seinen Ramsch andrehen. Zu unserem Glueck ist in Kerala gerade Nebensaison, sodass wir traumhafte Zimmer fuer 2,50 Euro pro Person bekommen haben. In unserem Vierergespann vorherrschende Meinung: alles ganz nett, aber nicht goettlich.</p>
<p>Tag 3</p>
<p>Um 2.45h aufstehen, um 4.30h in den Zug und um 8h Ausstieg in Allepey. In Allepey erwartet uns unser Hausboot, um uns auf eine 24-stuendige Fahrt durch die Backwaters zu nehmen. Die Backwaters sind ein riesiges System aus Seen, Kanaelen und Fluessen. Beim Betreten des traditionellen Bootes stockt uns allen der Atem: es uebertrifft alle unsere Erwartungen, ist unglaublich liebevoll eingerichtet und als uns dann auch noch unser Koch und unser Fahrer vorgestellt wurde, ist uns das Ganze schon fast peinlich. Vom Sonnendeck aus beobachten wir die Menschen in den Doerfern rechts und links der Fluesse, geniessen die ungewohnte Ruhe, schreiben endlich mal wieder Tagebuch, telefonieren lange mit Deutschland und reden bis die Moskitos uns zu laestig werden. Und zwischendurch werden wir immer wieder mit typischen Gerichten aus Kerala verwoehnt. Der Koch konnte uebrigens gar nicht fassen, dass Anna und ich richtig mit der Hand essen koennen <img src='http://strassenkinder.de/miriinindien/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' />  Auf der Goettlichkeitsskala klare 9 von 10 Punkten.</p>
<p><a href="http://strassenkinder.de/miriinindien/files/2011/05/IMG_1985.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-143" src="http://strassenkinder.de/miriinindien/files/2011/05/IMG_1985-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a></p>
<p>Tag 4</p>
<p>Nach diesem entspannten Teil der Reise folgt der anstrengenste: eine 8 -stuendige Busfahrt von Allepey nach Munnar. 143 km und ueber 1000 Hoehenmeter in unertraeglicher Hitze. Erst tun wir es den Indern gleich und schlafen seelenruhig, aber irgendwann wird uns die Fahrt dann doch zu kurvig. Abends sind wir dann froh, endlich in den Regen entlassen zu werden. Nach einer kurzen Verschnaufpause stellen wir aber ein paar kleine Probleme fest: es regnet, es ist wahnsinnig kalt, es ist dunkel und in ganz Munnar ist kein Zimmer mehr frei. Also heuern wir schnell einen Rikshafahrer an, der alle seine Beziehungen nutzt und uns letztendlich in einem Zimmer mit 3 Betten unterbringt. Wir  haben zwar keine Ahnung, wo wir uns ueberhaupt befinden und bezahlen vor allem noch einen unverschaemten Preis fuer das Zimmer, aber gemuetlich machen wir es uns dann trotzdem. Schliesslich haben wir noch deutsches Brot und Schokolade. Dass wir noch ein Zimmer gefunden haben, grenzt zwar an ein Wunder, aber einen Pluspunkt auf das &#8220;God&#8217;s own country&#8221;-Konto gibt es dafuer nicht.</p>
<p>Tag 5</p>
<p>Halb erfroren aus den Betten schaelen und dann so bald wie moeglich raus aus diesem Zimmer. Direkt im Stadtzentrum finden wir nach einem guten Fruehstueck ein schrilles Hostel, das 2 Zimmer frei hat. Die Zimmer sind gut, der Vermitter allerdings ziemlich durchgeknallt. Dafuer hat er uns mit Bananen und heissem Tee empfangen, ein Hoch auf die indische Gastfreundschaft. Das Problem: es regnet immer noch ohne Unterlass und unseren Plan, die Teeplantagen zu Fuss zu erkunden, muessen wir aufgeben. Stattdessen nehmen wir eine Riksha und sehen eine tolle Berglandschaft nach der anderen. Ausserdem besuchen wir noch einen Gewuerzgarten und sehen zum ersten Mal, wie eine Ananas waechst. Nachts dann der Besuch der Ostermesse. Die ist zwar auf Malayalam, der Sprache Keralas und noch dazu 3 Stunden lang, aber dafuer enthaelt sie ein absolutes Highlight: die Auferstehung Jesu mit Blitz und Donner und einer Jesusfigur nachgespielt. In dem Moment faellt es uns dann doch schwer, das Lachen zu verkneifen, aber immerhin sind wir deswegen nicht eingeschlafen. Und die Inder fanden es total toll, dass wir an der Messe teilgenommen haben und haben uns in der Messe extra auf Englisch Frohe Ostern gewuenscht. Die Auferstehung Jesu live miterleben zu koennen, das geht wohl wirklich nur in &#8220;God&#8217;s own Country&#8221;.</p>
<p>Tag 6 &amp; 7</p>
<p>Nach 2 Stunden Schlaf schnell weg von unserem Vermieter und in den Bus nach Cochin. Im gemuetlichen Fort Cochin gibt es alles, was unser Europaerherz erfreut: Meer, tolle Gassen in portugiesischem Stil, Cafes und Restaurants, die tolle internationale Gerichte anbieten. Und noch dazu treffen wir in Cochin die deutsche Voluntaerin Lena und ihre Eltern. Wir geniessen unsere letzten beiden Urlaubstage, besuchen das alte Grab von Vasco da Gama, der in Cochin gestorben ist, kaufen einen leckeren Plumcake fuer unsere lieben Mitbewohner in Ajjanahalli und sitzen dann viel zu frueh wieder im Nachtzug nach Bangalore.</p>
<p><a href="http://strassenkinder.de/miriinindien/files/2011/05/IMG_2315.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-144" src="http://strassenkinder.de/miriinindien/files/2011/05/IMG_2315-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a></p>
<p>Fazit: Wir hatten eine tolle Zeit, haben unfassbar viel gesehen und einige der schoensten Fleckchen der Erde besucht. Und, wohnt Gott  wirklich in Kerala?  Gute Frage. Betrachtet man das Problem rein statistisch, so kann ich mit gutem Gewissen mit &#8220;Ja&#8221; antworten. Schliesslich muessten von Indiens Hunderttausenden Goettern eine Handvoll auch in Kerala ihr Zuhause haben.</p>
<p>Ein erleuchteter Gruss aus Bangalore</p>
<p>eure Miri</p>
<p>P.S. Naechste Woche hat unsere Band einen grossen Auftritt in Bangalore &#8211; und wir deshalb keinen freien Tag. Und auch die Woche danach kann es sein, das wir nicht freibekommen, weil ein grosser Ausflug mit allen Kindern ansteht. Der naechste Blogeintrag also in spaetestens 3 Wochen.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://strassenkinder.de/miriinindien/2011/05/02/in-7-tagen-durch-kerala/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Auf nach God&#8217;s own country!</title>
		<link>http://strassenkinder.de/miriinindien/2011/04/17/auf-nach-gods-own-country/</link>
		<comments>http://strassenkinder.de/miriinindien/2011/04/17/auf-nach-gods-own-country/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 17 Apr 2011 04:15:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>miriamjonscher</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://strassenkinder.de/miriinindien/?p=136</guid>
		<description><![CDATA[Mein gepackter Rucksack steht neben mir, es geht endlich wieder raus auf die Suche nach einem weiteren Gesicht Indiens. Und dieses Mal erwarten wir ein ausgesprochen hübsches, denn Indiens Vorzeigestaat Kerala wird hier nur schlicht und ergreifend „God’s own country“, also Gottes eigenes Land, genannt. Versuchen wir uns dem Ganzen aber erst einmal etwas objektiver [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mein gepackter Rucksack steht neben mir, es geht endlich wieder raus auf die Suche nach einem weiteren Gesicht Indiens. Und dieses Mal erwarten wir ein ausgesprochen hübsches, denn Indiens Vorzeigestaat Kerala wird hier nur schlicht und ergreifend „God’s own country“, also Gottes eigenes Land, genannt.</p>
<p>Versuchen wir uns dem Ganzen aber erst einmal etwas objektiver zu nähern. Kerala ist wahrscheinlich  weltweit der einzige Staat, in dem sich Demokratie und Kommunismus wunderbar zu verstehen scheinen. Seit 1957 aus freien Wahlen eine kommunistische Regierung hervorging, wurde diese immer schön abwechselnd mit der Congress-Partei wiedergewählt. Eine Landreform und der Schwerpunkte auf Infrastruktur, Gesundheits- und Bildungswesen trug zu Keralas Erfolgen bei. Die Alphabetisierungsquote von 91% ist weltweit die höchste in einem Entwicklungsland , die Kindersterblichkeitsrate beträgt ein Fünftel des Landesdurchschnitts, die durchschnittliche Lebenserwartung von 73 Jahren liegt damit 10 Jahre über der des übrigen Landes.</p>
<p>Doch auch Kerala hat seine Probleme. Es gibt keinerlei industrielle Entwicklung, wodurch viele gut ausgebildete junge Menschen keine Beschäftigung finden. Kerala hat die höchste Suizidrate und dort wird mehr Alkohol konsumiert als sonstwo in Indien. Hoffnung legt die Wirtschaft in den Tourismusboom – wir werden unser Bestes geben.</p>
<p>Wir können uns dem Ganzen aber auch etwas subjektiver nähern, schließlich kommen von unseren gegenwärtig 7 Priestern und –anwärtern 6 aus Kerala. Und die erzählen uns beinahe täglich, dass in Kerala sowieso alles besser ist. Die Landschaft ist schöner, die Menschen christlicher, das Essen besser. Fährt einer unserer Mitbewohner zu seiner Familie nach Kerala, scheut er keine Mühen und kommt schwer bepackt mit vielen Köstlichkeiten wieder. 17 kg Bananen plus 4 kg Honig auf einer 15-stündigen Reise mitzuschleppen kann man für bescheuert halten, ist bei den Fathers und Brothers aber keine Seltenheit. Schließlich werden sie für ihre Anstrengungen dann ein paar Tage lang mit einem richtigen „Kerala-Frühstück“ belohnt.</p>
<p>Wir freuen uns also auf unsere kleine Auszeit, aber vor allem wohl darauf, danach endlich  so richtig mitreden zu können. Und als kleines Sahnehäubchen begleiten uns Annas Geschwister auf dieser Reise. Wir sind schon sehr gespannt, wie sie Indien erleben werden.</p>
<p>In zwei Wochen dann hoffentlich ein Blogartikel mit der Wahrheit über Kerala.</p>
<p>Ich bin dann mal weg!</p>
<p>Eure Miri</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://strassenkinder.de/miriinindien/2011/04/17/auf-nach-gods-own-country/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Nur weil sie Maedchen sind</title>
		<link>http://strassenkinder.de/miriinindien/2011/04/11/nur-weil-sie-maedchen-sind/</link>
		<comments>http://strassenkinder.de/miriinindien/2011/04/11/nur-weil-sie-maedchen-sind/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 11 Apr 2011 06:49:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>miriamjonscher</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://strassenkinder.de/miriinindien/?p=133</guid>
		<description><![CDATA[Die indischen Zeitungen kennen im Moment nur zwei Themen: den Sieg der Inder beim Cricket World Cup und die Ergebnisse einer groß angelegten Volkszählung. Da mich Cricket ja bekanntlich eher weniger interessiert, hatte ich beim Lesen der Zeitung kaum eine andere Wahl, als mich in die Statistiken über die zahlreichen Inder zu vertiefen. Und dabei  [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die indischen Zeitungen kennen im Moment nur zwei Themen: den Sieg der Inder beim Cricket World Cup und die Ergebnisse einer groß angelegten Volkszählung. Da mich Cricket ja bekanntlich eher weniger interessiert, hatte ich beim Lesen der Zeitung kaum eine andere Wahl, als mich in die Statistiken über die zahlreichen Inder zu vertiefen.</p>
<p>Und dabei  bin  ich auf erstaunliches, erfreuliches und schockierendes gestoßen.</p>
<p>Erstaunlich ist zum Beispiel, zumindest aus deutscher Sicht, dass die Bevölkerung Bangalores in den letzten zehn Jahren um sage und schreibe fast 50%, also mehr als 3 Millionen Menschen, gestiegen ist. Dass das natürlich böse Folgen hat, liegt auf der Hand: Ein solcher Bevölkerungszuwachs  in einer so kurzen Zeit bedeutet vor allem, dass die Infrastruktur der Stadt nicht schnell genug ausgebaut werden kann  und vor allem an den Stadträndern riesige Slums entstehen. Aber auch im Stadtzentrum merkt man: die Stadt platzt aus allen Nähten, die Straßen sind dauerhaft verstopft. Jeder realistisch denkende Einwohner Bangalores plant für Wege von A nach B eine Stunde ein. Egal wie weit A von B entfernt liegt.</p>
<p>Erfreulich ist, dass sich das Bevölkerungswachstum zum ersten Mal in der Geschichte Indiens verlangsamt hat. Auch wenn der Wert (immerhin noch 17,64%) sehr stark von den ehrgeizigen Zielen der Politiker abweicht, so ist das doch immerhin ein Anfang. Die Regierung strebt in Zukunft ein 0%-Wachstum an, will es also schaffen, dass die Geburtenrate mit der der Sterberate übereinstimmt. Ob das in einer Gesellschaft wie der indischen jemals möglich sein wird, wage ich allerdings zu bezweifeln. Kinder sind wichtig für den Status der Eltern und sichern diese vor allem im Alter ab. Da die Kindersterblichkeit sehr hoch ist, werden zur Sicherheit mehr Kinder gezeugt; hat ein Paar bisher nur Mädchen bekommen, so wird es so lange Kinder in die Welt setzen, bis ein Junge geboren wird.</p>
<p>Schockiert hat mich, was hier in den Zeitungen als Child Sex Ratio (CSR) bezeichnet wird. Dieser Wert beschreibt das Verhältnis von neugeborenen Mädchen zu neugeborenen Jungen. Während unter normalen Umständen ungefähr gleich viele Mädchen und Jungen geboren werden sollten, weichen die Werte in Indien stark ab. In Karnataka, dem Bundesstaat in dem ich lebe, kommen jedes Jahr auf 1000 neugeborene Jungen nur 926 Mädchen. Im Norden Indiens soll es sogar Regionen geben, in denen nur 700 Mädchen auf 1000 Jungen kommen. Die Gründe hierfür lassen sich auch dieses Mal in der Gesellschaftsstruktur finden.  Mädchen bedeuten für eine Familie vor allem eines: eine finanzielle Last. Mädchen muss man verheiraten und der Familie des Bräutigams eine hohe Mitgift bezahlen, auch wenn Mitgiftzahlungen längst für illegal erklärt wurden. Mit der Hochzeit verlassen sie das elterliche Haus und werden in die Familie des Mannes aufgenommen, was wiederum bedeutet, dass sie nicht für die Altersversorgung der eigenen Eltern aufkommen werden.</p>
<p>Um diese Last so früh wie möglich los zu werden, bedienen sich die Eltern grausamer Mittel. Auf dem Land werden Mädchen oft direkt nach der Geburt von den männlichen Verwandten lebendig begraben, manchmal werden sie vorher von ihren weiblichen Verwandten stranguliert. In den Städten bedient man sich lieber moderneren Methoden. Zeigt sich durch eine Fruchtwasseruntersuchung, dass der Fötus weiblich ist, wird für umgerechnet 2€  eine Abtreibung vorgenommen.</p>
<p>Auf diese Weise wird jedes Jahr etwa einer halbe Million Mädchen das Recht auf Leben genommen, angeklagt werden von diesen Morden gerade einmal 90.  Die Regierung hat jetzt eine Projektgruppe dazu ins Leben gerufen. Was diese Experten  bewirken werden, ist jedoch fraglich, der vorherige  zuständige Ausschuss hat sich in den letzten 4 Jahren kein einziges Mal zusammen gesetzt.</p>
<p>Eure Miri</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://strassenkinder.de/miriinindien/2011/04/11/nur-weil-sie-maedchen-sind/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>
