Ca. 3000 Straßenkinder gibt es in dem vom Bürgerkrieg gezeichneten Monrovia, der Hauptstadt des west- afrikanischen Landes Liberia. Durch den Krieg haben viele von ihnen ihre Familien verloren und versuchen sich nun alleine auf der Straße durchzuschlagen. Einige von ihnen sind ehemalige Kindersoldaten, die sich aufgrund ihrer Taten im Krieg nicht zurück nach Hause wagen oder von ihren Dorfgemeinschaften nicht mehr aufgenommen werden wollen.
Das 1992 gegründete Straßenkinder- und Sozialzentrum Don Bosco Homes kümmert sich um die Straßenkinder. Sozialarbeiter nehmen Kontakt mit Straßenkindern auf und versorgen sie mit Nahrung, Kleidung und medizinischer Hilfe. Es gibt Notschlafstellen, in denen die Kinder und Jugendlichen die Nacht verbringen können. Hier können sie mit psychologischer Betreuung versuchen, die Erlebnisse der Vergangenheit zu verarbeiten. Sofern möglich, werden die Kinder wieder mit ihren Familien zusammengeführt. Don Bosco Homes hat viel Erfahrung auf diesem Gebiet. Als offizieller Partner der Regierung und der UN war die Organisation direkt am Prozess der Reintegration von Kindersoldaten in ihre Familien und Dorfgemeinschaften beteiligt.
Die Arbeit mit Straßenkindern ist dem sehr ähnlich. Wichtig ist insbesondere die Vermittlung zwischen den Familien, den Dorfgemeinschaften und den Kindern. Alle Seiten müssen sich bemühen, wieder aufeinander zuzugehen und einander wieder anzunehmen. Dies ist meist ein langer und schwerer Prozess. Es ist nicht einfach für die Kinder und Jugendlichen, die viele Jahre lang nur Hunger, Kälte und Gewalt kennengelernt haben, sich wieder an Regeln zu gewöhnen. Deshalb wird verstärkt Sport als Therapie eingesetzt. Beim Fußball können die Kinder sich auspowern und gleichzeitig spielerisch lernen, wieder Regeln zu befolgen.
In Schulen von Don Bosco Homes können die Kinder von der Straße lesen und schreiben lernen. Das Berufsbildungszentrum ermöglicht Jugendlichen über 14 Jahren, technische und handwerkliche Fähigkeiten einzuüben. Sie können eine Ausbildung als Automechaniker, Schneider oder Maurer machen. Nur so werden sie einmal in der Lage sein, auf eigenen Beinen zu stehen und beim Wiederaufbau ihres Landes mitzuwirken.
Einen weiteren Kern der Arbeit des Don Bosco Zentrums bilden die Besuche von Polizeistationen und Gefängnissen, wo sie für inhaftierte Jungendliche eintreten. Von staatlicher Seite gibt es keinerlei Betreuungsprogramme, die sich um Jugendliche in Gefängnissen kümmern, von speziellen Jugendhaftanstalten ganz zu schweigen. Don Bosco Homes kümmert sich um sie und zeigt ihnen, dass sie nicht von allen vergessen wurden.
Auch wenn Liberia seit 2005 unter der Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf zu einer gewissen Stabilität zurückgefunden hat, sind die staatlichen Strukturen immer noch zu schwach, um den vielen hilfsbedürftigen Kindern und Jugendlichen gerecht zu werden. Don Bosco Homes trägt als eines der führenden Kinderhilfswerke in Liberia dazu bei, dass die Kinder und Jugendlichen dennoch nicht allein gelassen werden und erreicht heute täglich über 500 Kinder zwischen 8 und 14 Jahren.
Lies die Geschichte von Grace Thompson, einem Mädchen dem die Organisation Don Bosco Homes geholfen hat, ein neues Leben zu beginnen. Mehr über das Projekt Don Bosco Homes gibt es hier.