Die knapp 3 Millionen Einwohner zählende Stadt Kapstadt ist eines der wichtigsten Industriezentren Südafrikas. Während das Geschäftsviertel der Stadt einen sehr entwickelten und wohlhabenden Eindruck macht, der Armut kaum sichtbar werden lässt, ist sie in den dicht aneinandergedrängten Hütten der Vororten allgegenwärtig.
Die Stadt gibt sich alle Mühe Bettler und vor allem Straßenkinder aus den Stadtzentren fern zu halten. In dem Geschäftszentrum gibt es auffällig wenige Straßenkinder. Da sie als störend empfunden werden, sammeln Sicherheitsdienste die Kinder auf und bringen sie fort.
Viele der Straßenkinder sind von Erwachsenen vergewaltigt und missbraucht worden. Auf der Straße bleibt vielen schließlich nur noch die Möglichkeit sich zu prostituieren. Misstrauen und Angst gegenüber Erwachsenen sind die Folge. Weit verbreitet unter Jugendlichen auf der Straße ist der Drogenkonsum, der ihnen für eine gewisse Zeit ihr hartes Leben erträglicher machen soll. Auch eine Schule besuchen sie nicht, was langfristig ihre Situation verbessern würde.
Im Salesian Institut in Kapstadt geben die Salesianer Don Boscos diesen Kindern und Jugendlichen der Straße die Möglichkeit auf einen Neustart und ein Leben fern von der Straße. Mehrere miteinander verzahnte Programme bietet die Einrichtung an:
Die „Learn to Live School“ bereitet Kinder unter 16 Jahren, die nie zuvor oder nur für kurze Zeit eine Schule besucht haben, auf den Besuch einer regulären Schule vor. Wenn Kinder etwa zwei Jahre oder mehr auf der Straße gelebt haben, besteht eine wesentliche Aufgabe darin, ihnen soziale Verhaltensweisen zu vermitteln, so dass sie wieder aktiv an der Gesellschaft teilhaben können. Zudem muss ihr Selbstwertgefühl erneut aufgebaut werden. Eine zentrale Herausforderung besteht darin, den Kindern einen vertrauensvollen Umgang mit Erwachsenen zu ermöglichen. Das Salesian Institute vermittelt ihnen auch Kompetenzen für den Umgang mit Aggression und Frustration, für Entscheidungsfindung und Problemlösung. Hinzu kommen die schulpädagogische Fertigkeiten Lesen, Schreiben und Rechnen.
Das „Technical Skills Centre“ richtet sich an Jugendliche zwischen 16 und 25 Jahren. Sie können dort eine Ausbildung in den Bereichen Metallverarbeitung, Lederverarbeitung, Schreinerei, Maurerhandwerk und Karosseriebau machen. Neben den technischen Fähigkeiten werden im Technical Skills Centre vor allem soziale Kompetenzen vermittelt, die die Jugendlichen befähigen, ein geregeltes Leben mit anderen zu führen. Hierzu zählen etwa die Gewöhnung an den Arbeitsalltag, die Zusammenarbeit mit leitenden Erwachsenen, das Arbeiten in engen sozialen und räumlichen Zusammenhängen. Lernen müssen die Jugendlichen auch, wie man mit Frust klar kommt, ohne direkt zuzuschlagen. Entsprechend sind die Werkstattleiter nicht nur handwerklich kompetent, sondern auch Ansprechpartner in allen Fragen. In den Ausbildungslehrgängen produzieren die Jugendlichen Dinge, die sie selbst auf dem Markt verkaufen können wie z.B. Handtaschen, Bücherrücken, Portemonnaies. Der Jugendliche darf den Gewinn nach Abzug der Materialkosten für sich behalten.
Das „Don Bosco Hostel School of Life“ ist ein Wohnheim für Jugendliche, sie zuvor auf der Straße lebten. Den ersten Kontakt bauen zunächst Streetworker auf, die die Jungs auf der Straße ansprechen. Ein vierwöchiges Einführungscamp bereitet sie auf ihr Leben im Wohnheim vor. Schule und Ausbildung während ihrer Zeit im Hostel, reintegrieren sie langsam wieder in die Gesellschaft.
Die vielfältigen Programme des Salesian Institutes geben Straßenkindern eine wirkliche Chance auf ein Leben fernab von der Straße, auf eine Schul- und Berufsbildung und einen späteren Arbeitsplatz. Hier lernen junge Menschen für sich und andere Verantwortung zu übernehmen und ihr Leben selbst zu meistern.
Du willst mehr über dieses Projekt wissen? Dann klick hier und erfahre alles über den neuen Skatepark für Straßenkinder am Salesian Institute!