"2 month you going back, no problem"

So wurden wir am 22. Februar  in der Indian High Comission in Colombo verabschiedet, nachdem man unseren Antrag fuer eine direkte Wiedereinreise nach Indien abgelehnt hatte. Das ist fuer uns ein “big problem” ist, war natuerlich egal, Gruende fuer die Ablehnung wurden auch nicht genannt und unser Geld haben wir natuerlich auch nicht wieder bekommen, denn man hatte schliesslich Arbeit mit uns. Unsere Muehen mit Zugtickets, Einladung in das Projekt in Chennai, die der Direktor uns geschrieben hatte und eine fiktiv geplante Reise, waren umsonst und so muessen wir uns nun damit abfinden, dass wir 2 Monate nicht in unsere Projekt nach Chennai zurueckkommen.

Dabei fing die Zeit in Sri Lanka eigentlich recht gut an. Wir wussten, dass wir zur Indian High Comission mussten, um dort die entsprechenden Formulare auszufuellen, um die direkte Einreise nach Indien wenigstens zu versuchen. Man gab uns Formulare und sagte, wir sollen am naechsten Tag wiederkommen und alles mitbringen. Haben wir auch gemacht, am naechsten Tag wieder durch die Sicherheitskontrollen und zum Schalter, wo nur genervte Auslaender stehen, die Probleme mit der Einreise oder mit ihrem visum haben. Dann wollten wir unsere Formulare abgeben, sagen die uns doch tatsaechlich, dass die Formulare vom Vortag ungueltig sind und wir neue ausfuellen muessen. Ok geaergert haben wir uns schon, aber wir haben schliesslich alles ausgefuellt und konnten uns dann auf den Weg zum Bahnhof machen. Die Zeit, in der wir auf die Entscheidung der Behoerde warten mussten, wollte schliesslich sinnvoll genutzt werden und so sind wir wie von Anfang an geplant mit dem Zug vier Stunden Richtung Sueden gefahren und im schoenen Mirissa angekommen ( da ich gerade keine Fotos hochladen kann, es lohnt sich Mirissa zu googeln und die entsprechenden Bilder zu sehen). Wir hatten in Zimmer in einem kleinen Hotel, einfach, aber super schoen und vor allem billig. Der Name des Hotels war “sea view” und das war nicht gelogen, denn wir hatten eine ganz tolle Aussicht auf die Bucht, die wir jeden Morgen schon beim Fruehstueck (banana pancake war sehr beliebt) geniessen konnten. Wir koennen echt nicht klagen, wir hatten vier wirklich tolle Strandtage, bei sehr schoenem Wetter und dem tollen indischen Ozean. Bei diesem Urlaubsgefuehlen traten die ganzen Probleme mit Visum und Einreise schon etwas in den Hintergrund auch wenn sie staendig praesent waren und die Ganze Sache nicht ganz perfekt gemacht haben. Trotzdem hatten wir viel Zeit fuer uns selbst und vor allem auch zu lesen ( unser Hotel hatte ein Buecherregal mit relativ vielen deutschen Buecher,  sodass unsere Lesebedarf etwas gestillt wurde und wir sogar noch eins mitnehmen durften).

Nach unseren Tagen im Sueden ging es dann wieder nach Colombo, wo  wir, wie schon oben beschrieben die freundliche Ablehnung unserer Antrages entgegennehmen durften und realisieren musste, dass wirklich zwei Monate Sri Lanka auf uns Warten. Also mussten wir relativ schnell mit “Don Bosco Volunteers Bonn” in Kontakt treten, damit wir schnell irgendwo anders unterkommen konnten. Das hat auch gut geklappt und so haben Julia und ich uns wenige Tage spaeter mit dem Bus Richtung Norden aufgemacht, wo wir im Provincal House erwartet wurden. Im Provincal Haus  selber, haben wir aber nur schnell Tee getrunken, ein Father hat sich uns vorgestellt und dann hat uns der Driver zu unserer jetzigen Unterkunft gefahren, der “Boco Villa”. Die Bosco Villa, ist nicht wirklich eine Villa sondern ein ganz normales Haus, direkt am Meer (fuer alle die jetzt neidisch werden, man kann wegen der Felskueste nicht schwimmen) mit einem Palmengarten und einem Gartenhaeuschen. Genau in diesem Gartenhaeuschen wohnen wir jetzt, denn das ist das Gaestezimmer, ein Raum mit zwei Betten, einem Fan und einem Schrank.  Im Haupthaus wohnt zur Zeit ein italienisches Ehepaar (Silvia und Franco), aber nur noch bis zum 5. Maerz. ImMoment verwoehnt uns Silvia aber immer mit italienischem Essen, was fuer uns natuerlich mal eine echte Abwechslung ist. Der pure Luxus ist jedoch die Waschmaschine, da haben wir direkt mal alle Klamotten reingestopft und hatten nach 6 Monaten endlich einamal frisch gewaschene Maschinenwaesche. Waschen kann so einfach sein, wenn man einfach nur die richtigen Knoepfe druecken muss und die Waesche dann aufhaengt.

Da wir unsere Zeit aber nicht nur damit verbringen sollen in der Sonne zu liegen, brauchen wir natuerlich neue Aufgaben. Deshalb hatten wir ein 15 Minuten Gespraech mit dem Provincal Father Pintho, der uns dann gesagt hat, dass wir office work machen sollen und Englisch klassen unterrichten koennen. Jetzt haben wir drei Vormittage office work, wo wir bisher nichts zu tun haben, ausse rein par Reports zu lesen (ich habe gerade office Time und schreibe Blogartikel :D ). Zei Nachmittage unterrichten wir dann hier im grossen Don Bosco Center Englisch Klassen. Von Mittwoch bis Freitags arbeiten wir in einem Boys Home, was direkt neben an ist (im Vergleich dazu muessen wir zum Provincal Haus 45 Minuten Busfahren, fuer 10km). Dort sollen wir auch Englisch unterrichten und dann sehen wir mal, was es noch so zu tun gibt. Im Moment kann man jedenfalls nicht behaupten, dass wir uns ueberarbeiten.

Die Fluchtwege aus der Pampa sind auch schon gesichtet, denn es faehrt ein Direktbus nach Colombo (20 km = 1 h 15 min Fahrtweg), den wir am Samstag direkt mal ausprobiert haben, um uns mit unserer franzoesischen Volontaerin zu treffen, die dort untergekommen ist.

Nun ja so langsam muessen wir uns damit abfinden, dass man an der Situatuion nichts aendern kann, auch wenn wir uns alles ein bisschen anders vorgestellt haben. Jetzt heisst es das beste daraus zu machen, auch wenn ich etwas traurig bin, dass wir Ostern und meinen Geburtstag nicht zusammen mit unseren Jungs in Chennai feriern koennen. Aber der Rueckflug nach Chennai ist schon gebucht: Am 15. April geht es zurueck.

Bis bald und ich halte ich euch auf dem Laufenden

Liebe Gruesse aus Sri Lanka

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