Himal* aus Indien

Himal ist 11 Jahre alt und lebt im Don Bosco Zentrum in Delhi. Seine Mutter konnte sich nicht ausreichend um ihn kümmern. Doch so oft es ihre Zeit erlaubt, kommt sie ihren Sohn besuchen.

Ein neues Zuhause für Himal

Himals Mutter war erst 13 Jahre alt, als ein Mann ihr Gewalt antat und sie schwanger wurde. Ihre Familie wollte nicht, dass sie das Baby zur Welt bringt und sie lief von zu Hause fort. Sie fand eine Unterkunft in einem Wohnheim, doch um Himal konnte sie sich nicht ausreichend kümmern. Inzwischen hat Himals Mutter eine Arbeitsstelle gefunden und macht nebenbei eine Ausbildung. So oft ihre Zeit es erlaubt, besucht sie ihren kleinen Sohn.

Der Traum von einer gemeinsamen Zukunft

Bis Himal und seine Mutter wieder zusammen leben können, kümmern sich Pater Swanoop Choudhury SDB, Direktor des Don Bosco Zentrums, und seine Mitarbeiter um Himal. Im Don Bosco Zentrum kann Himal zur Schule gehen und nachmittags mit anderen Kindern spielen. Wenn Himal an seine Mutter denkt, wird er manchmal traurig, weil er sie nicht jeden Tag sehen kann. Aber er freut sich auf die gemeinsame Zukunft mit seiner Mutter.

Hoffnung für Straßenkinder in Indien:

Ashalayam - ein Haus der Hoffnung

Im Don Bosco Zentrum in Delhi leben aktuell 79 Jungen im Alter von sechs bis 18 Jahren.  Manche Kinder sind Waisen, andere sind aus ihrem Elternhaus vor Gewalt und Hoffnungslosigkeit geflohen. Auch Kinderarbeiter und Opfer von Kinderhandel sind darunter. Ashalayam bedeutet „Haus der Hoffnung“ und für viele Kinder wird es zu einem neuen Zuhause.

Traumata überwinden

„Manche Jungen waren nie in einer Schule. Wir bereiten sie in Brückenkursen auf die reguläre Schule vor", so Pater Swanoop. "Fast alle Kinder sind traumatisiert, da sie Schlimmes erlebt haben. Wenn sie zu uns kommen, reden sie oft gar nicht. Erst langsam öffnen sie sich. Musik, Sport und Tanz helfen ihnen dabei. Die meisten Kinder, die zu uns gebracht worden sind, wollen auch hier bleiben. Wenn sie wirklich motiviert sind, lernen sie schnell.“

*Name von Redaktion geändert

Don Bosco als Vorbild:

Befreiung von Kinderarbeitern

Gefährliche Einsätze

Im Straßenkinderzentrum Ashalayam in Delhi leben rund 80 Straßenkinder. Auch Kinderarbeiter und Opfer von Kinderhandel sind darunter. In Delhi arbeiten viele Kinder in Teppichfabriken -  teilweise 18 Stunden am Tag. Die Kinder und Jugendlichen werden an die Fabriken verkauft. Don Bosco arbeitet eng mit der Polizei zusammen, um die Minderjährigen aus den Fabriken zu befreien.

 

"Ich habe keine Angst! Wenn Don Bosco in meiner Situation wäre, würde er genauso handeln. Auch er würde in die Fabriken gehen, um Kinderarbeiter zu retten."

Pater Swanoop Choudhury SDB, Direktor Ashalayam in Delhi

Noch Fragen?

Die meisten Straßenkinder kommen aus zerrütteten Familien. Sie fliehen vor Armut und Gewalt und leben deswegen auf der Straße. Viele Kinder laufen aber auch Gefahr, auf der Straße zu landen. Deswegen sind Straßenkinder für uns auch Kinder und Jugendliche, die öfter auf der Straße Zuflucht suchen oder auf der Straße arbeiten müssen, um zum Lebensunterhalt ihrer Familien einen Beitrag zu leisten. Auch Kinder, denen es an den wichtigsten Dingen wie Liebe, Geborgenheit, Essen und Schulbildung mangelt, laufen Gefahr, ganz auf der Straße zu landen. Dazu gehören zum Beispiel Schulschwänzer, missbrauchte Kinder oder Kindersklaven.

Weil Vorbeugen besser als Heilen ist, tun wir alles, was verhindert, dass junge Menschen auf der Straße landen. Unsere Aktivitäten sollen soziale Ungleichheiten überwinden und jungen Menschen neue Möglichkeiten eröffnen. Wir tun dies, indem wir benachteiligte Kinder und Jugendliche in Risikosituationen begleiten und ihnen Zugang zu Bildung und Ausbildung bieten. Dabei möchten wir jungen Menschen nicht nur Wissen vermitteln, sondern auch Werte.

Auf der ganzen Welt betreiben wir sogenannte Straßenkinder-Zentren, also Einrichtungen, in denen Straßenkinder Hilfe bekommen können. Der Besuch oder der Verbleib in den Straßenkinder-Zentren ist immer freiwillig. Für manche Kinder wird das Zentrum ein neues Zuhause, manche kommen nur ab und an zum Spielen vorbei oder um sich ein paar Stunden auszuruhen oder etwas zu essen.

Die Erstversorgung bspw. mit Kleidung und Essen ist notwendig, denn niederschwellige Angebote ermöglichen es uns, Kontakt zu Straßenkindern aufzubauen. Darüber hinaus ist uns langfristige, nachhaltige Hilfe ein besonderes Anliegen. Durch unsere Straßenkinder-Zentren gelingt es,

  • Kontakt zu Straßenkindern aufzunehmen und sie erstzuversorgen,
  • Straßenkindern ein Zuhause zu bieten mit Menschen, die sich um sie kümmern,
  • Kindern und Jugendlichen durch Bildung und Qualifikation neues Selbstvertrauen zu schenken,
  • Kinder und Jugendliche zu befähigen, ihr Leben eigenverantwortlich in die Hand zu nehmen und positiv in die Zukunft zu blicken.

Damit Straßenkinder von unseren Hilfsangeboten erfahren, suchen Streetworker die Straßenkinder direkt in ihrem Lebensumfeld auf, also auf der Straße. Sie sprechen sie an und versuchen, Kontakt aufzunehmen. So kann langsam und behutsam Vertrauen aufgebaut werden. Wenn das gelingt, bieten sie den Kindern Freizeit-, Lern- oder Gesundheitsangebote an. 

Für ein Leben jenseits der Straße