Catalina schaut über die Stadt Catalina schaut über die Stadt

Catalina aus Kolumbien

Catalina tanzt gerne, am liebsten Flamenco und Tango. Der Tanz hilft ihr, die Vergangenheit als Kindersoldatin zu vergessen. 

Ein Leben als Kindersoldatin

Catalinas* Vergangenheit ist von Gewalt, Missbrauch und Unsicherheit geprägt. „Ich lief mit 13 Jahren von zu Hause weg, weil mein Stiefvater ständig betrunken war und mich verprügelte. Er versuchte sogar, mich zu vergewaltigen“, so Catalina. Doch ihre Mutter, der sie sich anvertraute, glaubte ihr nicht. Catalina fand Zuflucht bei einer bewaffneten Gruppe.

Catalina verlor ihren engsten Vertrauten

Dann begann sie, Drogen zu nehmen, und lebte fast nur noch auf der Straße. Auch ein Selbstmordversuch liegt hinter ihr. Als ihr Freund bei einem Militärangriff ums Leben kam, wollte sie nur noch weg von der Truppe. Er war der einzige, der ihr ein Stück Sicherheit und Geborgenheit geben konnte.

Video: Kindersoldaten in Kolumbien

Sie flieht vor der Truppe

Auf ihrer Flucht erzählte ihr jemand von Don Bosco und sie suchte das Zentrum für ehemalige Kindersoldaten in Medellin auf. Mit professioneller Hilfe kann sie nun daran arbeiten, ihre Vergangenheit zu überwinden. Die junge Frau blickt inzwischen zuversichtlich in die Zukunft. Um andere Kinder und Jugendliche vor diesem Schicksal bewahren, erzählt sie ihre Geschichte auf der ganzen Welt. 

Keine Angst mehr vor der Zukunft

Mit ihrer Mutter hat sie sich inzwischen auch wieder ausgesöhnt. Das macht sie sehr glücklich. Vor der Zukunft hat sie nun keine Angst mehr. „Ich möchte Krankenschwester werden und anderen Menschen helfen. Das habe ich auch meiner Mutter versprochen." Inzwischen hat Catalina intensiv an der Verwirklichung ihres Traumes gearbeitet – mit Erfolg. Als ausgebildete Fachkraft hilft sie heute im Gesundheitssektor.

*Name von Redaktion geändert

Noch Fragen?

Die meisten Straßenkinder kommen aus zerrütteten Familien. Sie fliehen vor Armut und Gewalt und leben deswegen auf der Straße. Viele Kinder laufen aber auch Gefahr, auf der Straße zu landen. Deswegen sind Straßenkinder für uns auch Kinder und Jugendliche, die öfter auf der Straße Zuflucht suchen oder auf der Straße arbeiten müssen, um zum Lebensunterhalt ihrer Familien einen Beitrag zu leisten. Auch Kinder, denen es an den wichtigsten Dingen wie Liebe, Geborgenheit, Essen und Schulbildung mangelt, laufen Gefahr, ganz auf der Straße zu landen. Dazu gehören zum Beispiel Schulschwänzer, missbrauchte Kinder oder Kindersklaven.

Weil Vorbeugen besser als Heilen ist, tun wir alles, was verhindert, dass junge Menschen auf der Straße landen. Unsere Aktivitäten sollen soziale Ungleichheiten überwinden und jungen Menschen neue Möglichkeiten eröffnen. Wir tun dies, indem wir benachteiligte Kinder und Jugendliche in Risikosituationen begleiten und ihnen Zugang zu Bildung und Ausbildung bieten. Dabei möchten wir jungen Menschen nicht nur Wissen vermitteln, sondern auch Werte.

Auf der ganzen Welt betreiben wir sogenannte Straßenkinder-Zentren, also Einrichtungen, in denen Straßenkinder Hilfe bekommen können. Der Besuch oder der Verbleib in den Straßenkinder-Zentren ist immer freiwillig. Für manche Kinder wird das Zentrum ein neues Zuhause, manche kommen nur ab und an zum Spielen vorbei oder um sich ein paar Stunden auszuruhen oder etwas zu essen.

Die Erstversorgung bspw. mit Kleidung und Essen ist notwendig, denn niederschwellige Angebote ermöglichen es uns, Kontakt zu Straßenkindern aufzubauen. Darüber hinaus ist uns langfristige, nachhaltige Hilfe ein besonderes Anliegen. Durch unsere Straßenkinder-Zentren gelingt es,

  • Kontakt zu Straßenkindern aufzunehmen und sie erstzuversorgen,
  • Straßenkindern ein Zuhause zu bieten mit Menschen, die sich um sie kümmern,
  • Kindern und Jugendlichen durch Bildung und Qualifikation neues Selbstvertrauen zu schenken,
  • Kinder und Jugendliche zu befähigen, ihr Leben eigenverantwortlich in die Hand zu nehmen und positiv in die Zukunft zu blicken.

Damit Straßenkinder von unseren Hilfsangeboten erfahren, suchen Streetworker die Straßenkinder direkt in ihrem Lebensumfeld auf, also auf der Straße. Sie sprechen sie an und versuchen, Kontakt aufzunehmen. So kann langsam und behutsam Vertrauen aufgebaut werden. Wenn das gelingt, bieten sie den Kindern Freizeit-, Lern- oder Gesundheitsangebote an. 

Für ein Leben jenseits der Straße