Junge, der im Unterricht sitzt und in ein Aufgabenbuch schreibt Junge, der im Unterricht sitzt und in ein Aufgabenbuch schreibt

Antonio* aus Peru

Antonios Vater musste alleine für die Kinder sorgen, deswegen war er nur selten Zuhause. Antonio und seinen Bruder trieb es immer häufiger auf die Straße.

Zwei Brüder auf der Straße

Antonio* ist in einer sehr armen Familie aufgewachsen. Seine Mutter hat immer dafür gesorgt, dass alle zusammen halten und die Kinder zur Schule gehen. Als sie an Krebs verstarb, war das für alle ein Schock. Der Vater konnte die Familie nur schwer versorgen und war selten da. Antonio und sein Bruder verbrachten immer mehr Zeit  auf der Straße.

Antonio und sein Bruder verbrachten viel Zeit auf der Straße

Antonio hat noch einen Bruder und eine Schwester. Für die Schwester brach eine Welt zusammen, als die Mutter starb. Der Vater konnte den Kindern nicht helfen, den Schmerz zu überwinden. Unter der Woche arbeitete er als Lastenträger, am Wochenende als Nachtwächter. Nur so konnte er die Familie über Wasser halten. Ohne Aufsicht verbrachten die beiden Brüder immer mehr Zeit auf der Straße. Hier trafen sie sich mit Freunden. Drogen und Diebstähle gehörten schließlich zu ihrem Alltag.

Antonios Tante sah einen Ausweg

Die Tante der Geschwister hat schließlich Kontakt mit dem Don Bosco Zentrum Ayacucho aufgenommen. Das Zentrum kümmert sich vor allem um Straßenkinder. Auch die Geschwister wurden dort aufgenommen. Beide gehen nun wieder zur Schule. Antonio findet das besonders toll, denn er liebt es, zu lesen.  

Antonio liebt es, zu lesen

Für Antonio gibt es nichts Schöneres, als zu lesen. Viele Bücher liest er auch mehrmals, z. B. auch Fünf Freunde von Enid Blyton. Sein Lieblingsfach ist Mathematik - auch wenn es ihm manchmal schwer fällt, den Anschluss zu finden. Zwei Jahre lang ist er schließlich selten oder gar nicht zur Schule gegangen. Manuel*, sein Bruder, ist eher praktischer veranlagt. Er mag vor allem Computer. Er träumt davon neue Computer aus alten Teilen zusammenzubauen. Damit will er später sein Geld verdienen. Die Brüder haben nun auch einen engeren Kontakt zu ihrem Vater und ihrer Schwester. 

*Name von Redaktion geändert

 

Noch Fragen?

Die meisten Straßenkinder kommen aus zerrütteten Familien. Sie fliehen vor Armut und Gewalt und leben deswegen auf der Straße. Viele Kinder laufen aber auch Gefahr, auf der Straße zu landen. Deswegen sind Straßenkinder für uns auch Kinder und Jugendliche, die öfter auf der Straße Zuflucht suchen oder auf der Straße arbeiten müssen, um zum Lebensunterhalt ihrer Familien einen Beitrag zu leisten. Auch Kinder, denen es an den wichtigsten Dingen wie Liebe, Geborgenheit, Essen und Schulbildung mangelt, laufen Gefahr, ganz auf der Straße zu landen. Dazu gehören zum Beispiel Schulschwänzer, missbrauchte Kinder oder Kindersklaven.

Weil Vorbeugen besser als Heilen ist, tun wir alles, was verhindert, dass junge Menschen auf der Straße landen. Unsere Aktivitäten sollen soziale Ungleichheiten überwinden und jungen Menschen neue Möglichkeiten eröffnen. Wir tun dies, indem wir benachteiligte Kinder und Jugendliche in Risikosituationen begleiten und ihnen Zugang zu Bildung und Ausbildung bieten. Dabei möchten wir jungen Menschen nicht nur Wissen vermitteln, sondern auch Werte.

Auf der ganzen Welt betreiben wir sogenannte Straßenkinder-Zentren, also Einrichtungen, in denen Straßenkinder Hilfe bekommen können. Der Besuch oder der Verbleib in den Straßenkinder-Zentren ist immer freiwillig. Für manche Kinder wird das Zentrum ein neues Zuhause, manche kommen nur ab und an zum Spielen vorbei oder um sich ein paar Stunden auszuruhen oder etwas zu essen.

Die Erstversorgung bspw. mit Kleidung und Essen ist notwendig, denn niederschwellige Angebote ermöglichen es uns, Kontakt zu Straßenkindern aufzubauen. Darüber hinaus ist uns langfristige, nachhaltige Hilfe ein besonderes Anliegen. Durch unsere Straßenkinder-Zentren gelingt es,

  • Kontakt zu Straßenkindern aufzunehmen und sie erstzuversorgen,
  • Straßenkindern ein Zuhause zu bieten mit Menschen, die sich um sie kümmern,
  • Kindern und Jugendlichen durch Bildung und Qualifikation neues Selbstvertrauen zu schenken,
  • Kinder und Jugendliche zu befähigen, ihr Leben eigenverantwortlich in die Hand zu nehmen und positiv in die Zukunft zu blicken.

Damit Straßenkinder von unseren Hilfsangeboten erfahren, suchen Streetworker die Straßenkinder direkt in ihrem Lebensumfeld auf, also auf der Straße. Sie sprechen sie an und versuchen, Kontakt aufzunehmen. So kann langsam und behutsam Vertrauen aufgebaut werden. Wenn das gelingt, bieten sie den Kindern Freizeit-, Lern- oder Gesundheitsangebote an. 

Für ein Leben jenseits der Straße