Straßenkinder in Bangalore

Jeden Tag kommen 20 bis 30 Kinder an den Bahnhöfen von Bangalore an. Sie fliehen vor Armut, Vernachlässigung oder Gewalt. Don Bosco Streetworker versuchen sie vor einem Leben auf der Straße zu bewahren.

Zuversicht und Neubeginn

Die Zahl der Einwohner von Bangalore hat sich in den letzten zehn Jahren verdoppelt und täglich werden es mehr. Auf der Suche nach Arbeit und einem besseren Leben zieht es die Menschen in die Stadt. Unter den Neuankömmlingen sind auch viele Kinder, die den familiären Halt verloren haben oder vor Gewalt, Missbrauch und Armut geflohen sind.

Rat und Hilfe

„Jeden Tag kommen 20 bis 30 Straßenkinder an den Bahnhöfen an“, berichtet Pater Nedumparambil, der Leiter der Don Bosco Einrichtungen von Bangalore. „Viele von ihnen können unsere Streetworker bereits bei ihrer Ankunft ansprechen und ihnen Rat und Hilfe anbieten. So können wir viele Kinder vor einem Leben auf der Straße bewahren.“

An den Bahnhöfen von Bangalore:

Ein neues Zuhause

In den ersten Tagen versuchen die Don Bosco Mitarbeiter zunächst, Kontakt zu den Familien der Kinder zu bekommen – oft mit Erfolg! Besonders die jüngeren Kinder freuen sich über diese Begleitung, die ihnen die Rückkehr in die Familie erleichtert. In vielen Fällen aber ist eine Zusammenführung der Familie nicht möglich. Dann werden diese Kinder dauerhaft bei Don Bosco aufgenommen.

Neues Vertrauen wächst

Die meisten ehemaligen Straßenkinder haben in ihrem jungen Leben bereits schlimme Erfahrungen gemacht. Es braucht Zeit, um Themen wie Vernachlässigung, Angst, Gewalt und Missbrauch in vielen Einzelgesprächen aufzuarbeiten. Bei Don Bosco finden diese Kinder Menschen, auf die sie sich verlassen können und die ihnen Mut machen. Nach und nach wächst neues Vertrauen.

Lernen für die Zukunft

Anfangs sind die Kinder mit einem geregelten Tagesablauf häufig überfordert. Bei Don Bosco lernen sie, dem Tag wieder eine Struktur zu geben. Regelmäßige Mahlzeiten, Stunden für Sport und Gemeinschaft und natürlich Bildung helfen ihnen dabei. Pater Nedumparambil und die 140 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind stolz darauf, dass viele Kinder den Schulabschluss schaffen und durch eine beruflich Ausbildung eine Zukunftschance finden.

Noch Fragen?

Die meisten Straßenkinder kommen aus zerrütteten Familien. Sie fliehen vor Armut und Gewalt und leben deswegen auf der Straße. Viele Kinder laufen aber auch Gefahr, auf der Straße zu landen. Deswegen sind Straßenkinder für uns auch Kinder und Jugendliche, die öfter auf der Straße Zuflucht suchen oder auf der Straße arbeiten müssen, um zum Lebensunterhalt ihrer Familien einen Beitrag zu leisten. Auch Kinder, denen es an den wichtigsten Dingen wie Liebe, Geborgenheit, Essen und Schulbildung mangelt, laufen Gefahr, ganz auf der Straße zu landen. Dazu gehören zum Beispiel Schulschwänzer, missbrauchte Kinder oder Kindersklaven.

Weil Vorbeugen besser als Heilen ist, tun wir alles, was verhindert, dass junge Menschen auf der Straße landen. Unsere Aktivitäten sollen soziale Ungleichheiten überwinden und jungen Menschen neue Möglichkeiten eröffnen. Wir tun dies, indem wir benachteiligte Kinder und Jugendliche in Risikosituationen begleiten und ihnen Zugang zu Bildung und Ausbildung bieten. Dabei möchten wir jungen Menschen nicht nur Wissen vermitteln, sondern auch Werte.

Auf der ganzen Welt betreiben wir sogenannte Straßenkinder-Zentren, also Einrichtungen, in denen Straßenkinder Hilfe bekommen können. Der Besuch oder der Verbleib in den Straßenkinder-Zentren ist immer freiwillig. Für manche Kinder wird das Zentrum ein neues Zuhause, manche kommen nur ab und an zum Spielen vorbei oder um sich ein paar Stunden auszuruhen oder etwas zu essen.

Die Erstversorgung bspw. mit Kleidung und Essen ist notwendig, denn niederschwellige Angebote ermöglichen es uns, Kontakt zu Straßenkindern aufzubauen. Darüber hinaus ist uns langfristige, nachhaltige Hilfe ein besonderes Anliegen. Durch unsere Straßenkinder-Zentren gelingt es,

  • Kontakt zu Straßenkindern aufzunehmen und sie erstzuversorgen,
  • Straßenkindern ein Zuhause zu bieten mit Menschen, die sich um sie kümmern,
  • Kindern und Jugendlichen durch Bildung und Qualifikation neues Selbstvertrauen zu schenken,
  • Kinder und Jugendliche zu befähigen, ihr Leben eigenverantwortlich in die Hand zu nehmen und positiv in die Zukunft zu blicken.

Damit Straßenkinder von unseren Hilfsangeboten erfahren, suchen Streetworker die Straßenkinder direkt in ihrem Lebensumfeld auf, also auf der Straße. Sie sprechen sie an und versuchen, Kontakt aufzunehmen. So kann langsam und behutsam Vertrauen aufgebaut werden. Wenn das gelingt, bieten sie den Kindern Freizeit-, Lern- oder Gesundheitsangebote an. 

Für ein Leben jenseits der Straße