Ziegelkinder in Indien

Kinderarbeit ist in Indien verboten. Dennoch müssen viele Kinder in Ziegelfabriken arbeiten, um ihre Familie zu unterstützen. Zehn bis elf  Stunden am Tag , 14 Tage ohne Pause.

Ein Leben hart wie Stein

Mit Sonnenaufgang beginnt die Knochenarbeit in den indischen Ziegelfabriken von Passor. Schon die Kleinsten müssen mit anpacken, um das Akkordziel zu erreichen. Jeder Lehmziegel wiegt zwei Kilogramm. 1.000 dieser Steine muss eine Familie pro Tag herstellen.  Eine halbe Rupie bekommen die Menschen pro Ziegel - weniger als einen Cent. Die harte Arbeit drückt die Kinder nieder. Mit leerem Blick sehen sie auf eine endlose Kette von Steinen.

Wieviel kann ein Kind ertragen?

Besonders berührend ist das Leben der kleineren Kinder. Sie sind sich selbst überlassen, sitzen auf der staubigen Erde und tragen vielfach noch ihre kleinen Geschwister mit sich herum. Fast alle Kinder sind unterernährt und anfällig für Krankheiten. Ohne Hilfe von außen haben sie keine Chance auf ein menschenwürdiges Leben. 

Porträt eines indischen Mädchen mit ihrem kleinen Bruder

Zukunft statt Ziegel

Ein Tag im Leben von Rania*

Kinderarbeit ist in Indien verboten. Trotzdem müssen zahlreiche Jungen und Mädchen arbeiten. Die meisten müssen ihre Familien unterstützen. Armut ist die Hauptursache. Die Familien leben im tiefen Elend - zwischen endlosen Ziegelreihen, Behausungen ohne Fenster, Hoffnungslosigkeit.

Auch Rania* lebt mit ihrer Familie in einer Ziegelfabrik in Passor. Heute hat sie Glück. Sie darf mit ihren zwei kleineren Geschwistern zur Don Bosco Schule. In einem schmutzigen Getreidebeutel aus Plastik  hat sie ein paar Stifte, ihre Schulhefte und die Teller für das Mittagessen verstaut. Der Don Bus holt sie ab. Freudig steigt sie ein.

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Kinderarbeit in Indien...

Tarun* ist eines von vielen Kindern, die in den Ziegelfabriken schuften müssen. Die Arbeit ist anstrengend, den ganzen Tag sitzt der Zehnjährige in der Hocke. Immer wieder der gleiche Ablauf: Er reibt die Ziegel mit Sand trocken, dann befüllt er sie mit dem schwerem, nassen Lehm. Schließlich wird der überschüssige Lehm abgestreift und die Oberfläche geglättet. Dann ist der Ziegel fertig und kann gebrannt werden. Zehntausende von Ziegeln werden so täglich für Delhi und die Umgebung produziert. Für die Besitzer der Ziegelfabriken ein lukratives Geschäft.  

Junge, der Lehmziegel herstellt

1.000 Ziegel am Tag

1.000 Ziegel müssen am Abend zur Abholung in den Ziegelfabriken bereit stehen. Um das zu schaffen, wird in der Familie jede Hand gebraucht. Bis zu 200 Ziegel formt Tarun täglich mit seinen kleinen Händen. 400 bis 500 Rupien- das entspricht fünf bis sechs  Euro - erhält die Familie dafür.

Mann und Frau sitzen vor einer Ziegelhütte

Armut ist die Ursache

Taruns Familie kommt aus dem benachbarten Bihar. Einer der ärmsten Bundesstaaten Indiens.  Seine Familie besitzt dort ein kleines Stück Land. Die Erträge reichen aber nicht, um die ganze Familie zu ernähren.  Für acht bis zehn Monate müssen deshalb alle in den Ziegelfabriken arbeiten.

Luftaufnahme einer Ziegelreihe

Moderne Sklaverei

Eine halbe Rupie bekommen die Menschen pro Ziegel - weniger als einen Cent. Acht Monate dauert die Saison, dann kommt die Regenzeit in der keine Ziegel hergestellt werden können. Doch die Menschen konnten nichts zurücklegen und es bleibt ihnen nur ein Weg: Neue Schulden zu hohem Zinssatz.

Hitze und Staub

Die Kleinsten sitzen im Sand oder auf dem Arm eines größeren Geschwisterkindes. Ihre Kleider sind verstaubt und dreckig, viele haben verfilztes Haar. Ihre Haut ist dunkel, die Sonne hat sich in die Kindergesichter gebrannt. Im Sommer wird es mehr als 40 Grad heiß.  

Zwei Mädchen auf dem Gelände der Ziegelfabrik

Kein Strom, kein Wasser

Die Familien wohnen in Hütten bei den Ziegelfeldern. Nur eine Stunde am Tag haben sie Strom, fließendes Wasser gibt es nicht. An einem Brunnen werden die Kleider gewaschen oder auch Töpfe und Teller gereinigt. Das Wasser ist sehr schlecht. Die Gefahr von Krankheiten ist sehr hoch.

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Alle Kinder haben Talente und sollten die Chance erhalten, sie zu entfalten. Damit dies auch benachteiligten Jugendlichen und Straßenkindern gelingt sind wir für sie da: mit einem schützenden Haus, einer starken Gemeinschaft und einem Ort zum Lernen und Spielen. 

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Kinder und Jugendliche in Not, ohne Chance auf Bildung und ohne Perspektive brauchen unsere Hilfe. Dafür steht Don Bosco seit über 150 Jahren. Das Vertrauen unserer Spenderinnen und Spender ver­pflichtet uns zu einem gewissenhaften, sorgsamen und wirkungsvollen Einsatz unserer Finanzmittel. 

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Noch Fragen?

Weil Vorbeugen besser als Heilen ist, tun wir alles, was verhindert, dass junge Menschen auf der Straße landen. Unsere Aktivitäten sollen soziale Ungleichheiten überwinden und jungen Menschen neue Möglichkeiten eröffnen. Wir tun dies, indem wir benachteiligte Kinder und Jugendliche in Risikosituationen begleiten und ihnen Zugang zu Bildung und Ausbildung bieten. Dabei möchten wir jungen Menschen nicht nur Wissen vermitteln, sondern auch Werte.

Die Erstversorgung bspw. mit Kleidung und Essen ist notwendig, denn niederschwellige Angebote ermöglichen es uns, Kontakt zu Straßenkindern aufzubauen. Darüber hinaus ist uns langfristige, nachhaltige Hilfe ein besonderes Anliegen. Durch unsere Straßenkinder-Zentren gelingt es,

  • Kontakt zu Straßenkindern aufzunehmen und sie erstzuversorgen,
  • Straßenkindern ein Zuhause zu bieten mit Menschen, die sich um sie kümmern,
  • Kindern und Jugendlichen durch Bildung und Qualifikation neues Selbstvertrauen zu schenken,
  • Kinder und Jugendliche zu befähigen, ihr Leben eigenverantwortlich in die Hand zu nehmen und positiv in die Zukunft zu blicken.

Don Bosco ist der Name des italienischen Priesters und Seelsorger Johannes Bosco, der sich schon vor mehr als 150 Jahren für Straßenkinder einsetzte. Die Jugendlichen zu Zeiten Don Boscos haben zwar unter anderen Umständen gelebt als die heutige Jugend, doch viele Probleme und Herausforderungen sind die gleichen geblieben. Auch heute noch leben viele junge Menschen am Rande der Gesellschaft. Sie haben es schwer gesellschaftlich teilzuhaben und sich eine Zukunft aufzubauen. Deswegen steht der Name Don Bosco heute für ein weltweit tätiges Netzwerk mit einem erfolgreichen und bewährten pädagogischen Ansatz, das sich für die Anliegen von Kindern und Jugendlichen einsetzt.

Spenden braucht Vertrauen. Don Bosco Mission Bonn ist daher Träger des besonders vertrauenswürdigen Spenden-Siegels des Deutschen Zentralinstituts für Soziale Fragen (Don Bosco Mission Bonn auf der Website des DZI). Das DZI verleiht uns für die satzungsmäßige Verwendung aller Spenden und Patenschaftsbeiträge regelmäßig das Spendensiegel. Die hierfür erforderliche Prüfung erfolgt jährlich. Don Bosco Mission Bonn hat seit Jahren zudem eine jährliche externe Prüfung einschließlich Belegprüfung.

Ob klassisch mit einer Spende oder lieber mit einer persönlichen Aktion: Du kannst dich auf ganz unterschiedliche Weise für benachteiligte Kinder und Jugendliche einsetzen. Klick dich doch einfach durch unsere Engagement-Möglichkeiten oder kontaktier uns einfach per Telefon unter 0228-53965-20 oder per E-Mail an info@strassenkinder.de. Wir freuen uns über dein Interesse.