Zwei kleine Mädchen zeigen ihre Hände Zwei kleine Mädchen zeigen ihre Hände

Alle Kinder haben Rechte

Vor 30 Jahren trat die UN-Kinderrechtskonvention in Kraft. Das Jubiläumsjahr soll uns daran erinnern, den Schutz von Kindern und die Wahrung der Kinderrechte weiter voranzutreiben.

30 Jahre Kinderrechte

Alle Kinder haben Rechte? Ja, doch das war nicht immer so. Vor 30 Jahren, am 20. November 1989, trat die UN-Kinderrechtskonvention in Kraft. Sie hat dazu geführt, dass sich das Leben vieler Jungen und Mädchen entscheidend verbessert hat. Dennoch gibt es auf der ganzen Welt Millionen Kinder, die von diesen Fortschritten noch immer ausgeschlossen sind und denen grundlegende Rechte verwehrt bleiben.

Straßenkindern eine Stimme geben

Mehr als 100 Millionen Jungen und Mädchen leben weltweit auf der Straße. Armut und Gewalt treiben sie in die großen Metropolen. Doch statt neuer Perspektiven erfahren sie vor allem Ablehnung, Ausgrenzung und Ausbeutung.  Die obdachlosen Kinder und Jugendlichen kämpfen nicht nur jeden Tag ums Überleben, sondern sind auch physischer und sexueller Gewalt ausgesetzt. Grundlegende Rechte wie Schutz vor Gewalt, Bildung oder Gesundheit scheinen für sie nicht zu gelten.

Alle Kinder haben Rechte:

Recht auf Bildung

Recht auf Schutz vor Gewalt

Ärztin Claire bei einer medizinischen Untersuchung des kleinen Sohns

Recht auf Gesundheit

Frau hält Jungen fest im Arm

Recht auf Fürsorge

ein Mädchen beim Schaukeln

Recht auf Freizeit

Eine gemeinsame Botschaft

Wir möchten Jungen und Mädchen, die weltweit auf der Straße leben, stärker in den Fokus der Öffentlichkeit rücken. Sie sollen besser geschützt werden und auch Zugang zu Bildung erhalten. Um dieses Ziel zu erreichen, sind Bündnisse und Netzwerke wichtig. So wie das internationale Netzwerk »Consortium for Street Children« (CSC), das Straßenkindern weltweit eine Stimme gibt. CSC fordert den Zugang zu Bildung und gesundheitlicher Vorsorge von Straßenkindern und einen besseren Schutz vor Gewalt, sexuellem Missbrauch und Ausbeutung.

Neue UN-Richtlinie: Besserer Schutz von Straßenkindern

Ein Fortschritt ist bereits zu verzeichnen. Die Vereinten Nationen (UN) wollen Straßenkinder in Zukunft besser schützen. In einem Generalkommentar zur Kinderrechtskonvention fordert der UN-Kinderrechtsausschuss in Genf bessere Präventionsmaßnahmen, bessere Fürsorge und Schutz vor Diskriminierung und Ausgrenzung. Alle Unterzeichnerstaaten werden in der neuen Richtlinie dazu angehalten, langfristige nationale Strategien zu entwickeln und finanzielle Ressourcen für Kinder und Jugendliche in Straßensituationen bereitzustellen. An der Erstellung der Richtlinie waren 327 Kinder und Jugendliche aus 32 Ländern beteiligt.

Noch Fragen?

Die meisten Straßenkinder kommen aus zerrütteten Familien. Sie fliehen vor Armut und Gewalt und leben deswegen auf der Straße. Viele Kinder laufen aber auch Gefahr, auf der Straße zu landen. Deswegen sind Straßenkinder für uns auch Kinder und Jugendliche, die öfter auf der Straße Zuflucht suchen oder auf der Straße arbeiten müssen, um zum Lebensunterhalt ihrer Familien einen Beitrag zu leisten. Auch Kinder, denen es an den wichtigsten Dingen wie Liebe, Geborgenheit, Essen und Schulbildung mangelt, laufen Gefahr, ganz auf der Straße zu landen. Dazu gehören zum Beispiel Schulschwänzer, missbrauchte Kinder oder Kindersklaven.

Weil Vorbeugen besser als Heilen ist, tun wir alles, was verhindert, dass junge Menschen auf der Straße landen. Unsere Aktivitäten sollen soziale Ungleichheiten überwinden und jungen Menschen neue Möglichkeiten eröffnen. Wir tun dies, indem wir benachteiligte Kinder und Jugendliche in Risikosituationen begleiten und ihnen Zugang zu Bildung und Ausbildung bieten. Dabei möchten wir jungen Menschen nicht nur Wissen vermitteln, sondern auch Werte.

Auf der ganzen Welt betreiben wir sogenannte Straßenkinder-Zentren, also Einrichtungen, in denen Straßenkinder Hilfe bekommen können. Der Besuch oder der Verbleib in den Straßenkinder-Zentren ist immer freiwillig. Für manche Kinder wird das Zentrum ein neues Zuhause, manche kommen nur ab und an zum Spielen vorbei oder um sich ein paar Stunden auszuruhen oder etwas zu essen.

Die Erstversorgung bspw. mit Kleidung und Essen ist notwendig, denn niederschwellige Angebote ermöglichen es uns, Kontakt zu Straßenkindern aufzubauen. Darüber hinaus ist uns langfristige, nachhaltige Hilfe ein besonderes Anliegen. Durch unsere Straßenkinder-Zentren gelingt es,

  • Kontakt zu Straßenkindern aufzunehmen und sie erstzuversorgen,
  • Straßenkindern ein Zuhause zu bieten mit Menschen, die sich um sie kümmern,
  • Kindern und Jugendlichen durch Bildung und Qualifikation neues Selbstvertrauen zu schenken,
  • Kinder und Jugendliche zu befähigen, ihr Leben eigenverantwortlich in die Hand zu nehmen und positiv in die Zukunft zu blicken.

Damit Straßenkinder von unseren Hilfsangeboten erfahren, suchen Streetworker die Straßenkinder direkt in ihrem Lebensumfeld auf, also auf der Straße. Sie sprechen sie an und versuchen, Kontakt aufzunehmen. So kann langsam und behutsam Vertrauen aufgebaut werden. Wenn das gelingt, bieten sie den Kindern Freizeit-, Lern- oder Gesundheitsangebote an. 

Für ein Leben jenseits der Straße