Hilfe für kranke Kinder in Bolivien

Armut und Hunger prägen das Leben in den ländlichen Regionen Boliviens. Besonders betroffen sind Babys und Kleinkinder, deren kleine Körper der Mangel- oder Unterernährung nichts entgegensetzen können. Im Don Bosco Zentrum in San Carlos bekommen Kinder Hilfe.

Gute Ernährung - gute Entwicklung

Noch vor wenigen Wochen war die kleine Julisa* ständig müde und zu entkräftet, ein Spielzeug festzuhalten. Schwere Mangelernährung hatte ihren kleinen Körper geschwächt. Heute ist das 18-monatige Mädchen schon frühmorgens putzmunter und folgt der Kinderpflegerin mit wachen Blicken. Ein paar Wochen noch, dann kann die Kleine wieder herumtollen, spielen und lachen.

Armut ist die Hauptursache

Julisas Mutter war zu arm, um ihr Kind regelmäßig ausreichend zu ernähren. Vor allem aber bekam das Kind eine einseitige Ernährung, die den Körper nicht ausreichend mit Vitaminen und Mineralstoffen versorgte. „Das Problem beginnt schon kurz nach der Geburt“, berichtet Schwester Hortencia, die Leiterin der Einrichtung. „Fast die Hälfte der Säuglinge wird nicht, oder nicht ausreichend lange gestillt.“ Deshalb ist neben der Sorge für die Kinder auch die Fortbildung der Mütter eine wichtige Aufgabe des Zentrums.

Julisa*

Nach zwei Monaten Therapie und gesunder Ernährung ist Julisa wieder zu Kräften gekommen. Ihre Mutter ist über die Unterstützung und Beratung in Ernährungsfragen sehr glücklich.

Lucio*

Lucio kam mit einer Gaumenspalte zur Welt. Trotz einer dreistündigen Anreise kommt seine Mutter wöchentlich ins Zentrum, um ihren Kleinen versorgen zu lassen.

Pablo*

Rund 180 Kinder wie Pablo werden pro Jahr im Zentrum „Padre Luis“ medizinisch versorgt und liebevoll betreut. Dabei wird eng mit den Familien der Kinder zusammengearbeitet.

Leben retten

Neben mangelernährten Kindern, denen man die Krankheit erst auf den zweiten Blick ansieht, kommen auch viele unterernährte Kinder in das Zentrum. Dünne Ärmchen, faltige Haut – ein Anblick, der unter die Haut geht. Doch auch in diesen Fällen kann das Zentrum mit seiner 30-jährigen Erfahrung meist helfen. Im Umkreis von 200 Kilometern ist das „Padre Luis“ die einzige Einrichtung für unterernährte Kinder. Seit seiner Gründung ging die Kindersterblichkeit in der Region stark zurück!

Für Mutter und Kind

Ein wesentlicher Faktor für die Genesung der Kinder ist die Zusammenarbeit mit ihren Eltern. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des „Padre Luis“ ermutigen die Mütter, so oft wie möglich ins Zentrum zu kommen und für ihre Kinder zu sorgen. Mütter, die eine lange Anreise haben, finden in der Wohnstätte eine Unterkunft, damit sie sich ganz auf ihr Kind konzentrieren können.

Gemeinsam gesund werden:

Eine starke Gemeinschaft

Unterstützung von den lokalen Behörden gibt es nicht – doch die Gemeinschaft hält zusammen. Das Brot wird selbst gebacken, es gibt ein paar Milchkühe, 80 Hühner und einen großen Nutzgarten, dessen Erträge auch bei den Kochkursen und der Ernährungsberatung eine wichtige Rolle spielen.

Danke, „Padre Luis“

Im Eingangsbereich des „Padre Luis“ hängt eine große Pinnwand mit Fotos und Grüßen von dankbaren Eltern und Kindern. Allein in diesem Jahr konnte 180 mangel- und unterernährten Kindern geholfen werden. Viele von ihnen bleiben dem Zentrum auch Jahre nach der Behandlung freundschaftlich verbunden. Auch Julisa und ihre Mutter werden bald ein Foto schicken – da sind Schwester Hortencia und ihr Team ziemlich sicher.

Noch Fragen?

Die meisten Straßenkinder kommen aus zerrütteten Familien. Sie fliehen vor Armut und Gewalt und leben deswegen auf der Straße. Viele Kinder laufen aber auch Gefahr, auf der Straße zu landen. Deswegen sind Straßenkinder für uns auch Kinder und Jugendliche, die öfter auf der Straße Zuflucht suchen oder auf der Straße arbeiten müssen, um zum Lebensunterhalt ihrer Familien einen Beitrag zu leisten. Auch Kinder, denen es an den wichtigsten Dingen wie Liebe, Geborgenheit, Essen und Schulbildung mangelt, laufen Gefahr, ganz auf der Straße zu landen. Dazu gehören zum Beispiel Schulschwänzer, missbrauchte Kinder oder Kindersklaven.

Weil Vorbeugen besser als Heilen ist, tun wir alles, was verhindert, dass junge Menschen auf der Straße landen. Unsere Aktivitäten sollen soziale Ungleichheiten überwinden und jungen Menschen neue Möglichkeiten eröffnen. Wir tun dies, indem wir benachteiligte Kinder und Jugendliche in Risikosituationen begleiten und ihnen Zugang zu Bildung und Ausbildung bieten. Dabei möchten wir jungen Menschen nicht nur Wissen vermitteln, sondern auch Werte.

Auf der ganzen Welt betreiben wir sogenannte Straßenkinder-Zentren, also Einrichtungen, in denen Straßenkinder Hilfe bekommen können. Der Besuch oder der Verbleib in den Straßenkinder-Zentren ist immer freiwillig. Für manche Kinder wird das Zentrum ein neues Zuhause, manche kommen nur ab und an zum Spielen vorbei oder um sich ein paar Stunden auszuruhen oder etwas zu essen.

Die Erstversorgung bspw. mit Kleidung und Essen ist notwendig, denn niederschwellige Angebote ermöglichen es uns, Kontakt zu Straßenkindern aufzubauen. Darüber hinaus ist uns langfristige, nachhaltige Hilfe ein besonderes Anliegen. Durch unsere Straßenkinder-Zentren gelingt es,

  • Kontakt zu Straßenkindern aufzunehmen und sie erstzuversorgen,
  • Straßenkindern ein Zuhause zu bieten mit Menschen, die sich um sie kümmern,
  • Kindern und Jugendlichen durch Bildung und Qualifikation neues Selbstvertrauen zu schenken,
  • Kinder und Jugendliche zu befähigen, ihr Leben eigenverantwortlich in die Hand zu nehmen und positiv in die Zukunft zu blicken.

Damit Straßenkinder von unseren Hilfsangeboten erfahren, suchen Streetworker die Straßenkinder direkt in ihrem Lebensumfeld auf, also auf der Straße. Sie sprechen sie an und versuchen, Kontakt aufzunehmen. So kann langsam und behutsam Vertrauen aufgebaut werden. Wenn das gelingt, bieten sie den Kindern Freizeit-, Lern- oder Gesundheitsangebote an. 

Für ein Leben jenseits der Straße