Mädchen in Schuluniform in einem kleinen Klassenraum Mädchen in Schuluniform in einem kleinen Klassenraum

Schulbildung auf Haiti

Etwa 300.000 Menschen leben in Cité Soleil, einem der größten Slums auf Haiti. Viele Kinder hier haben noch nie eine Schule besucht.  Die „Kleinen Schulen“ bringen Hoffnung in das Viertel. 

Kleine Schulen, große Wirkung

Etwa 300.000 Menschen leben in Cité Soleil, einem der der größten Slums der westlichen Hemisphäre - ohne Elektrizität, ohne Arbeit, ohne Perspektive. Besonders betroffen sind Kinder und Jugendliche. Ein Drittel der Kinder auf Haiti hat noch nie eine Schule besucht.

Kinder sind häufig auf sich allein gestellt

"Viele Kinder sind den ganzen Tag auf sich allein gestellt. Ihnen fehlt jegliche Möglichkeit, Fantasie, Neugierde und Lernkapazität zu entwickeln", sagt Pater Zucchi. „Diesen Mangel können sie später nur schwer ausgleichen. Deswegen wurden die „Kleinen Schulen“ gegründet. Orte, an denen Kinder sicher sind und Zuwendung erfahren.“

Hoffnung für ein ganzes Viertel

Die "Kleinen Schulen" der Salesianer bringen Hoffnung in das Viertel. In vielen Einzelgesprächen mit Kindern und ihren Eltern motivieren Don Bosco Mitarbeiter zum Schulbesuch. Die „Kleinen Schulen“ haben im Durchschnitt 2-3 „Klassenzimmer“. Hier werden jeweils etwa 30 Schülerinnen und Schüler unterrichtet.  Außerdem erhalten die Kinder eine warme Mahlzeit.  

Die Entstehung der "Kleinen Schulen"

Die Geschichte der Kleinen Schulen beginnt 1954. In diesem Jahr wird Pater Bohnen Leiter der Don Bosco Grundschule in La Saline.  Die Schule liegt in einem Slum in Portau- Prince. Schnell versteht Pater Bohnen, dass die unterernährten Kinder mindestens eine gesunde Mahlzeit pro Tag brauchen, wenn sie etwas lernen sollen. Mit wenigen Mitteln wird ein Klassenraum zur Mensa umfunktioniert. Die erste „Kleine Schule“ kann an den Start gehen. 

Noch Fragen?

Die meisten Straßenkinder kommen aus zerrütteten Familien. Sie fliehen vor Armut und Gewalt und leben deswegen auf der Straße. Viele Kinder laufen aber auch Gefahr, auf der Straße zu landen. Deswegen sind Straßenkinder für uns auch Kinder und Jugendliche, die öfter auf der Straße Zuflucht suchen oder auf der Straße arbeiten müssen, um zum Lebensunterhalt ihrer Familien einen Beitrag zu leisten. Auch Kinder, denen es an den wichtigsten Dingen wie Liebe, Geborgenheit, Essen und Schulbildung mangelt, laufen Gefahr, ganz auf der Straße zu landen. Dazu gehören zum Beispiel Schulschwänzer, missbrauchte Kinder oder Kindersklaven.

Weil Vorbeugen besser als Heilen ist, tun wir alles, was verhindert, dass junge Menschen auf der Straße landen. Unsere Aktivitäten sollen soziale Ungleichheiten überwinden und jungen Menschen neue Möglichkeiten eröffnen. Wir tun dies, indem wir benachteiligte Kinder und Jugendliche in Risikosituationen begleiten und ihnen Zugang zu Bildung und Ausbildung bieten. Dabei möchten wir jungen Menschen nicht nur Wissen vermitteln, sondern auch Werte.

Auf der ganzen Welt betreiben wir sogenannte Straßenkinder-Zentren, also Einrichtungen, in denen Straßenkinder Hilfe bekommen können. Der Besuch oder der Verbleib in den Straßenkinder-Zentren ist immer freiwillig. Für manche Kinder wird das Zentrum ein neues Zuhause, manche kommen nur ab und an zum Spielen vorbei oder um sich ein paar Stunden auszuruhen oder etwas zu essen.

Die Erstversorgung bspw. mit Kleidung und Essen ist notwendig, denn niederschwellige Angebote ermöglichen es uns, Kontakt zu Straßenkindern aufzubauen. Darüber hinaus ist uns langfristige, nachhaltige Hilfe ein besonderes Anliegen. Durch unsere Straßenkinder-Zentren gelingt es,

  • Kontakt zu Straßenkindern aufzunehmen und sie erstzuversorgen,
  • Straßenkindern ein Zuhause zu bieten mit Menschen, die sich um sie kümmern,
  • Kindern und Jugendlichen durch Bildung und Qualifikation neues Selbstvertrauen zu schenken,
  • Kinder und Jugendliche zu befähigen, ihr Leben eigenverantwortlich in die Hand zu nehmen und positiv in die Zukunft zu blicken.

Damit Straßenkinder von unseren Hilfsangeboten erfahren, suchen Streetworker die Straßenkinder direkt in ihrem Lebensumfeld auf, also auf der Straße. Sie sprechen sie an und versuchen, Kontakt aufzunehmen. So kann langsam und behutsam Vertrauen aufgebaut werden. Wenn das gelingt, bieten sie den Kindern Freizeit-, Lern- oder Gesundheitsangebote an. 

Für ein Leben jenseits der Straße