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Sie befinden sich hier:   Home  > Interview - Für junge Menschen da sein

"Unsere Mission ist es, für junge Menschen da zu sein."

Seit 2003 war Pater Josef Grünner Provinzial der Deutschen Provinz der Salesianer Don Boscos. Nun wird er sein neues Amt als Missionsprokurator der Don Bosco Mission Bonn antreten.

 

Er tritt damit die Nachfolge von Pater Clemens Schliermann SDB an, der künftig Einrichtungsleiter im Jugendhilfezentrum in Sannerz bei Fulda sein wird.

 

Pater Grünner über Don Bosco und die Jugendarbeit im In- und Ausland

 

In einem Interview verrät Pater Josef Grünner, was die Don Bosco Familie für ihn ausmacht, wo er die Herausforderungen in der heutigen Jugendarbeit sieht und welches Erlebnis mit jungen Menschen ihn besonders berührt hat.

Pater Grünner im Gespräch mit Andrea Bayer und Kirsten Prestin von Don Bosco Mission Bonn. ©Don Bosco Mission Bonn/R.Kowolik

Was ist für Sie die Don Bosco Familie?

Pater Grünner: "Die Don Bosco Familie ist für mich ein Netzwerk von vielen Menschen aus unterschiedlichen Lebensbereichen, die das gleiche Anliegen verbindet. Egal, ob man als Lehrer, Erzieher arbeitet, sich im persönlichen, kirchlichen oder beruflichen Umfeld für junge Menschen engagiert oder ein Förderer und Stifter ist. Jeder leistet einen Beitrag auf individuelle Weise im Geist Don Boscos.

 

Es sind die Werte, die die Don Bosco Familie verbindet.

 

Nämlich, für junge Menschen da zu sein, sie zu fördern, ihnen Zugang zu Bildung zu verschaffen und für sie einzutreten. Die Don Bosco Familie setzt ein Zeichen der Solidarität für junge Menschen und ihre Belange – in Deutschland und weltweit."

Sie haben auch Don Bosco Häuser im Ausland besucht. Was hat sie besonders berührt?

Pater Grünner: "In Istanbul habe ich viele junge Flüchtlinge getroffen. Sie kamen aus dem Irak, Syrien oder auch aus Afrika. Die Stimmung war sehr offen und herzlich, obwohl sie alle ein schweres Schicksal tragen. Fern der Heimat und ohne Perspektiven. Manche Flüchtlinge leben in der Illegalität, das ist eine große Belastung. Die Don Bosco Einrichtung bietet diesen Flüchtlingen einen geschützten Rahmen. Die Salesianer und Mitarbeiter versuchen, den Menschen Mut zu machen.

 

Während meines Besuches sollte auch ich zu den jungen Flüchtlingen sprechen. Das war nicht leicht.

 

Was soll ich ihnen sagen? Wie kann ich ihnen Hoffnung und Mut machen, nie aufzugeben. Es war mir ganz wichtig, keine Worthülsen von mir zu geben. Ich hoffe, dass es mir gelungen ist, ihnen zu zeigen, dass wir für sie da sind. Wir können vor allem ein Gefühl der Nähe und Verbundenheit schaffen."

Worin bestehen denn heute die besonderen Herausforderungen in der Jugendarbeit?

Pater Grünner: "Unsere heutige Zeit ist sehr schnelllebig. Man kann sich aus dem Internet alles rausholen, was man will und läuft dann Gefahr, Trends nachzulaufen und sich auch so Meinungen zu bilden. Aber die Frage ist, wo stehe ich? Was will ich wirklich? Hier glaube ich besteht eine der größten Herausforderungen – genau wie in den oft brüchigen Beziehungen.

 

Junge Menschen sehnen sich nach verlässlichen Beziehungen.

 

Das betrifft ihr Elternhaus, aber auch ihr soziales Umfeld. Sie möchten ankommen unter den Gleichaltrigen und tun alles dafür. Wenn das nicht gelingt, fühlen sie sich ausgegrenzt und nicht angenommen.

 

Die Idee Don Boscos war Kindern und Jugendlichen weltweit zu helfen, ihre Talente zu entfalten, für sie da zu sein. Das ist das Anliegen der Salesianer Don Boscos und meine Mission, die ich auch in Bonn gerne fortführen möchte."