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Portrait: Francis van Hoi - Leiter der Don Bosco Hotelfachschule in Vietnam

Schweinebraten auf Vietnamesisch

Francis van Hoi weiß, was Armut ist. Armut und Hunger prägten seinen Alltag als Kind in Vietnam. Als er nach Deutschland kam, jobbte er deshalb auch gerne in Restaurants." Das ist eine harte Arbeit, aber du hast immer genügend zu essen. Selbst Essensreste können gut schmecken ", so der 64 Jährige, der heute ein erfolgreicher Gastronom und Leiter der Don Bosco Hotelfachschule in Vietnam ist.

 

Der Vietnamese war der älteste von neun Geschwistern. Seine Familie war arm. Doch der junge Francis wollte sich diesem Schicksal nicht ergeben. "Armut ist kein Schicksal, sondern nur eine Phase, die irgendwann vorbei ist. Wenn du fleißig bist, dann kannst du auch erfolgreich sein", erklärt van Hoi überzeugt. 1976 floh er von Vietnam nach München. Dort begann er in Restaurants auszuhelfen. Erst als Tellerwäscher, dann machte er eine Ausbildung zum Koch bis er später ein erfolgreicher Gastronom wurde. " Als ich in Deutschland angekommen bin, hatte ich keinen Koffer dabei und besaß noch nicht mal einen Mantel. In meinen Dokumenten stand: Staatenlos, heimatlos", so der zweifache Vater. Deutschland hat mir die Chance gegeben, zur Schule zu gehen, einen Betrieb aufzubauen und meine Ideen zu verwirklichen. Dafür bin ich sehr dankbar."

 

 

"Armut ist kein Schicksal,sondern nur eine Phase, die irgendwann vorbei ist. Wenn du fleißig bist, dann kannst du auch erfolgreich sein."

Francis van Hoi

 

Gründung der Gastronomieschule in Vietnam

Das, was er erfahren hat, möchte er gerne an andere weitergeben. Deshalb hat er in Ho Chi Min City, ehemals Saigon, mit Unterstützung von Don Bosco Mission Bonn eine Gastronomieschule gegründet. Eine Schule, die einzigartig in dem asiatischen Land ist. 120 Jugendliche besuchen zurzeit die Einrichtung im Süden des Landes. Alle kommen aus armen Familien. Innerhalb von drei Jahren lernen sie die Gastronomie von der Pike auf. Mit acht sehr etablierten Hotels kooperiert die Schule bereits. Die Nachfrage nach den Schülerinnen und Schülern ist riesig. Fachpersonal ist in Vietnam Mangelware.

 

Austausch und Ausbildung bei Fernsehköchin Cornelia Poletto

Wenn im nächsten Jahr der erste Jahrgang seinen Abschluss macht, dann werden zwei der 120 Absolventen die Chance erhalten, nach Hamburg zu gehen. Sie werden bei der bekannten Köchin und Restaurantbesitzerin Cornelia Poletto eine Ausbildung im Servicebereich und in der Küche machen. Nach sechs Monaten werden sie nach Vietnam zurückkehren und ihre Kenntnisse an die neuen Schüler vermitteln.

 

In der Don Bosco Schule wird international gekocht, auch herzhafte deutsche Gerichte stehen auf dem Lehrplan. Bayerischer Schweinebraten mit Knödeln und Blaukraut gehört dazu. Das Leibgericht von Francis van Hoi ist beliebt in den Restaurants. "Die Vietnamesen in Ho Chi Minh City lieben es essen zu gehen und fremde Gerichte auszuprobieren. Die Restaurants und Hotels sind immer ausgebucht."

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Die Schule arbeitet nach den Standards der deutschen Industrie-und Handelskammer. Professionalität und Qualität stehen ganz oben auf der Agenda - doch es gehört noch mehr dazu: "Es geht nicht nur um die Vermittlung von fachlichem Können, es geht auch um die soziale, menschliche Entwicklung. Die jungen Leute sollen zu guten und verantwortungsvollen Menschen erzogen werden. Der Glaube, die christliche Überzeugung spielt hierbei eine wichtige Rolle", so Francis van Hoi.

 

 

Francis van Hoi und ein Jugendlicher mit Handicap
Die Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Handicap liegt Francis van Hoi besonders am Herzen. ©Francis van Hoi/Don Bosco Mission Bonn

 

Mehr Selbstvertrauen für Kinder und Jugendliche aus armen Verhältnissen

Doch Francis van Hoi geht es nicht nur um die Vermittlung von Wissen und Professionalität. Er will den jungen Leuten aus armen Familien Zukunftsperspektiven bieten. Sie sollen sich nicht wegen ihrer Armut schämen, sondern selbstbewusst werden. Er will ihnen zeigen, dass sie keine Menschen zweiter Klasse sind. "Die meisten, Jungen oder Mädchen, die zu uns kommen, leiden an Minderwertigkeitskomplexen. Sie denken, weil sie arm sind, sind sie weniger wert. Ich möchte ihnen zeigen, dass sie ein wichtiges Glied der Gesellschaft sind und so viel wert sind, wie jeder andere Mensch auch", betont van Hoi. Und der sympathische und voller Energie sprühende van Hoi ist das beste Beispiel dafür, dass ein Weg aus der Armut möglich ist.

 

Die Gastronomieschule wird unterstützt von dem Hilfswerk Deutscher Zahnärzte (HDZ), Misereor und Don Bosco Mission Bonn.

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Mit Handicap auf der Straße leben

"Für die Jugendlichen ist das ein Schock! Sie waren immer gesund und plötzlich müssen sie mit einer Behinderung leben", erklärt Francis van Hoi, Don Bosco Mitarbeiter, der seit 2005 für junge Menschen mit Behinderung in Vietnam im Einsatz ist. Es wird davon ausgegangen, dass die Erkrankungen Folgeschäden des Vietnamkriegs sind. 

 

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Mehr Informationen zu Francis van Hoi und seinem Projekt finden Sie auch auf der Webseite von MISEREOR

 

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