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Kindersoldaten in Kolumbien

Der Weg zurück ins Leben

Mehr als ein halbes Jahrhundert dauerte der blutige Bürgerkrieg in Kolumbien, in dem Zehntausende von Jungen und Mädchen als Kindersoldaten missbraucht wurden. Im Zuge des neuen Friedensabkommens zwischen der kolumbianischen Regierung und der Rebellengruppe FARC im November 2016 wurden auch zahlreiche Kindersoldaten frei gelassen. Dies stellt das südamerikanische Land vor enorme Herausforderungen. Die Jungen und Mädchen haben Gewalt und Krieg erlebt. Alle sind von ihrer Vergangenheit traumatisiert und brauchen professionelle Hilfe. Selbst ihre Familien wollen oft nichts mehr mit ihnen zu tun haben.

 

"Die Jungen wurden ausgebildet, um Schmerzen zu zufügen, zu töten und Leichen zu zerstückeln. Die Mädchen wurden von den Offizieren missbraucht und viele hatten Abtreibungen. Sie wissen, wie es sich anfühlt, nur noch sterben zu wollen. Diese Traumata müssen sie erst bewältigen, bevor sie die Chance auf ein neues Leben haben", betont Pater Rafael Bejarano, Direktor der Ciudad Don Bosco in Medellín.

 

 

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Catalina und Manuel*, die Protagonisten des Films "Alto el fuego" (Waffenstillstand), beschreiben eindrücklich ihr Leben als Kindersoldaten. Catalina leidet noch heute unter dem gewaltsamen Tod ihres Freundes. Sie hat viele Kinder und Jugendliche sterben sehen. Mit 13 Jahren lief sie von zu Hause weg, floh vor ihrem gewalttätigen Stiefvater und schloss sich einer bewaffneten Gruppe an. Erst mit 16 Jahren schaffte sie es, sich von ihrer Truppe abzusetzen und gelangte zu der Einrichtung der Salesianer in Medellín. Ihr größter Wunsch ist es, dass der Frieden anhält und sie später vielleicht als Krankenschwester arbeiten kann.

 

 

 

Der 19jährige Manuel ist bis heute durch den Tod seines Bruders traumatisiert. Dieser wurde wegen Ungehorsam erschossen. Die Brüder liefen von zu Hause weg, als Manuel gerade mal acht Jahre alt war. Als Kinder lebten sie in bitterer Armut und hatten kaum etwas zu essen.

 

 

©Misiones Salesianas Madrid

 

Nach dem gewaltsamen Tod seines größeren Bruders fühlte sich Manuel vollkommen allein und hilflos – bis er floh und bei den Salesianern aufgenommen wurde. Er hat Lesen und Schreiben gelernt und dann eine Berufsausbildung absolviert. Auch heute wird er noch von Alpträumen heimgesucht. Seine Hoffnung ist in Frieden zu leben, eine Arbeit zu finden und eine Familie zu haben.

 

„Die Jugendlichen haben den Großteil ihres Lebens damit verbracht, Befehle zu befolgen, ohne sie in Frage zu stellen oder gar zu widersprechen. Jetzt müssen sie wieder ganz alltägliche Formen des Zusammenlebens lernen und sie müssen Verantwortung für ihr Verhalten und ihre Mitmenschen übernehmen“ so James Areiza, Koordinator des Schutzprogrammes der Ciudad Don Bosco.

 

Vor 15 Jahren haben die Salesianer Don Boscos ein Schutzprogramm für Kindersoldaten initiiert. Ziel ist es, die Kindersoldaten wieder in die Gesellschaft zu integrieren. Hierzu wird eng mit den Familien der Betroffenen zusammen gearbeitet. Bei Don Bosco erfahren die Jungen und Mädchen professionelle Hilfe und werden psychologisch betreut. 2300 Jugendliche wurden seitdem betreut und 85 Prozent fanden den Weg in ein neues Leben.

 

 *Namen geändert

 

 


Bilder: Kindersoldaten in Kolumbien

Ciudad Don Bosco

Die Ciudad Don Bosco in der kolumbianischen Stadt Medellín ist eine Einrichtung der Salesianer Don Boscos (SDB) für benachteiligte Kinder und Jugendliche.

 

Jungen und Mädchen können in der „Stadt“ Don Bosco, lernen, Sport treiben, an Workshops und Freizeitaktivitäten teilnehmen oder auch eine Berufsausbildung absolvieren. In der 1965 gegründeten Einrichtung werden aktuell tausende Jugendliche betreut.

 

Seit 15 Jahren betreiben die Salesianer Don Bosco zudem ein Schutzprogramm für Kindersoldaten. Ziel ist es, die minderjährigen Kämpfer wieder in die Gesellschaft zu integrieren.

 

Weitere Informationen

 

 

 

©Misiones Salesianas Madrid