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Post aus Deutschland

„Wir haben so die Chance, sie besser kennenzulernen“

Die Corona Pandemie hat auch Kolumbien fest im Griff. Für die Jugendlichen von Beethoven Moves! in Medellín ist das eine schwierige Zeit. Sie können sich nicht mehr persönlich treffen oder gar proben. In den Beethoven Heften, die sie aus Deutschland bekamen, erhalten sie Ideen und Anregungen für Online-Formate und können ihre Sorgen ausdrücken. Rita Baus, Ideengeberin und Projektleiterin von Beethoven Moves! erklärt die Hintergründe.

Was ist die Idee des Beethoven-Heftes?

Durch Corona konnten die Aufführungen von Beethoven Moves! im Sommer 2020 nicht stattfinden. Was tun? Wir wollten den Jugendlichen eine Perspektive anbieten: Einerseits die Aufführungen in den August 2021 verlegen und andererseits ihnen weiter Möglichkeiten zum Proben ermöglichen. Durch den lokalen Corona-Lockdown waren zeitweise nur Online-Proben und keine persönlichen Treffen mehr möglich. Deshalb wünschte sich die Betreuerin und Tänzerin Laura, praktische und kreative Anregungen für die weitere Zusammenarbeit mit den Jugendlichen. Übungen, die online und in Präsenz umsetzbar sind. 

Unsere Coaches in Deutschland, also die Choreografin Kama, der Beatboxer Mando, die Musikpädagogin Eva Eschweiler vom Beethoven Orchester Bonn sowie unser Regisseur Anselm Dalferth und Maria Verdeguer, stellten deshalb kreative Übungen für das Heft zusammen. Neben den praktischen Anleitungen, wünschten wir uns auch, dass sie ihre Wünsche und Träume aufzeichnen. So haben wir die Chance, sie ein wenig besser kennen zu lernen bevor sie nächstes Jahr nach Deutschland kommen.

Wie haben die Jugendlichen in Kolumbien reagiert? 

Die Jugendlichen haben sich riesig über die Hefte gefreut. Das zeigen die Fotos und Videos, die ich kurz danach erhalten habe. Alle haben sofort versucht, die kreativen Anregungen und Ideen umzusetzen. Wir sind schon sehr gespannt, die Hefte im nächsten Jahr zu sehen. Die eine oder andere Idee kann sicher auch in die praktischen Übungen und später in die Show einfließen. Die Jugendlichen bringen die Hefte mit, wenn sie nach Deutschland kommen. Das Heft soll auch Begleiter sein. Das heißt es soll auch den Wünschen, Träumen, Sorgen und Nöten Raum gegeben werden. Die Jugendlichen können dabei ganz kreativ sein. So können sie kurze Texte formulieren, malen, fotografieren, einen Liedtext schreiben oder auch einen RAP-Song. 
 

Was sind die Träume der Jugendlichen? 

Die Träume sind so unterschiedlich wie die Jugendlichen selbst. Manche träumen davon, sich in Medellín endlich ohne Ängste frei bewegen zu können. Oder sie möchten sich als Tanzlehrer Geld verdienen. Eine junge Tänzerin etwa möchte gerne mit Kindern, die ein Handicap haben, kreativ arbeiten. Andere Jugendliche wünschen sich, möglichst viele Kinder für die Idee von Beethoven Moves! zu begeistern. Mein Eindruck ist, dass die jungen Menschen sich gegenseitig Halt und Orientierung geben. Dabei unterstützt Laura „die gute Seele“ von Beethoven Moves! die Jugendlichen durch spezielle Angebote, um den Kontakt untereinander weiter zu festigen. Die Jugendlichen wünschen sich so sehr den Menschen in Bonn zu zeigen, was sie bei Beethoven Moves! gelernt haben. Damit würde ein Traum für sie wahr!

Interview mit Rita Baus am 10. November 2020 
 

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Dirk Kaftan in einer Gruppe von Menschen

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Alle News zu Beethoven Moves!

In unserer News-Sektion erfährst du alle Neuigkeiten rund um unser Kunst- und Bildungsprojekt Beethoven Moves! Lerne die Teilnehmer, die Trainer und das Team kennen. Erfahre mehr über ihre Hintergründe, das Leben der Jugendlichen in Medellín und Bonn -  und natürlich über ihre Leidenschaft für Musik, Tanz und Kunst. 

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Das Projekt Beethoven Moves! wird anteilig gefördert durch die Beethoven Jubiläumsgesellschaft BTHVN2020 aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, des Landes Nordrhein-Westfalen, der Stadt Bonn und des Rhein-Sieg-Kreises.

Ein Projekt im Rahmen von:

Gefördert durch:

Noch Fragen?

Don Bosco ist der Name des italienischen Priesters und Seelsorger Johannes Bosco, der sich schon vor mehr als 150 Jahren für Straßenkinder einsetzte. Die Jugendlichen zu Zeiten Don Boscos haben zwar unter anderen Umständen gelebt als die heutige Jugend, doch viele Probleme und Herausforderungen sind die gleichen geblieben. Auch heute noch leben viele junge Menschen am Rande der Gesellschaft. Sie haben es schwer gesellschaftlich teilzuhaben und sich eine Zukunft aufzubauen. Deswegen steht der Name Don Bosco heute für ein weltweit tätiges Netzwerk mit einem erfolgreichen und bewährten pädagogischen Ansatz, das sich für die Anliegen von Kindern und Jugendlichen einsetzt.

Die Ordensgemeinschaft der Salesianer Don Boscos sowie die Don Bosco Schwestern haben es sich zum Ziel gesetzt, weltweit benachteiligten jungen Menschen in Risikosituationen zu helfen. Sie setzen sich für eine bessere Welt mit mehr Zukunftschancen für Kinder und Jugendliche an sozialen Brennpunkten ein. Don Boscos Werk gilt als die wohl größte kirchliche Schöpfung des 19. und 20. Jahrhunderts. Heute sind rund 15.000 Salesianer Don Boscos in über 1.800 Niederlassungen in 132 Ländern hauptsächlich in der Jugendarbeit tätig. 

Auf der Basis des christlichen Menschenbildes war es für Don Bosco das Ziel all seines Wirkens, junge Menschen zu „aufrichtigen Bürgern und guten Christen" heranzubilden. Ihm ging es um eine ganzheitliche Erziehung, die von Spaß, Nähe und Herzlichkeit geprägt war. Don Bosco verstand sich als Erzieher und Seelsorger zugleich. Seine Pädagogik der Vorsorge ist vor allem eine „Beziehungspädagogik". Don Bosco selbst prägte dafür den Ausdruck „Assistenz". Er sieht den Erzieher vor allem als „Assistenten", der interessiert und aufmerksam, ermutigend und unterstützend, mal fördernd und mal fordernd dem jungen Menschen zur Seite steht.