Drei Jugendliche in Tanzpose vor einem Graffiti Drei Jugendliche in Tanzpose vor einem Graffiti

Presse

Beethovens Fünfte begegnet urbaner Straßenkultur

Beethoven Orchester Bonn reist zu Don Bosco nach Kolumbien. Start von Beethoven Moves!

Bonn, 11. April 2019 – Dirk Kaftan, Generalmusikdirektor der Stadt Bonn, wird mit Musikerinnen und Musikern des Beethoven Orchester Bonn im Rahmen des Projektes „Beethoven Moves!“ vom 23.-30. April nach Kolumbien reisen. Unter seiner künstlerischen Leitung wird das Orchester gemeinsam mit Straßenkindern und ehemaligen Kindersoldaten in intensiven Workshops und Kleingruppen an Beethovens 5. Sinfonie zusammen mit einem pädagogischen Team und Künstlerinnen und Künstlern aus Medellín arbeiten. Neue urbane Interpretationen von Musik, Tanz, Rap oder Graffiti sind Ziel des Projektes. Die Reise ist Auftakt des Kunst- und Bildungsprojektes „Beethoven Moves!“ 

Beethoven Moves! beruht auf einer Idee von Kulturproduzentin Rita Baus und wurde von ihr gemeinsam mit dem Beethoven Orchester Bonn und Don Bosco Mission Bonn weiterentwickelt. 
Höhepunkte sind der dreiwöchige binationale Jugendaustausch mit jungen Menschen aus Bonn und Medellín sowie zwei gemeinsame große Aufführungen der 5. Sinfonie im Bonner Telekom Forum am 22. und 23.08.2020 (Regie: Anselm Dalferth).


Musik ist Kommunikation auf Augenhöhe. Beide Seiten, die Jugendlichen und die Musiker*innen, begeben sich auf eine Entdeckungsreise nach innen. Beethovens Inhalte wie Freiheit oder vom „Dunklen ins Licht“ werden ins heute transformiert. Auch wir werden Beethovens 5. Sinfonie sicherlich anders spielen, wenn wir zurück sind. (Dirk Kaftan)

Wir wollen Jugendlichen eine Stimme geben und sie in ihrer urbanen Kultur und ihrem kreativen Ausdruck bestärken. Musik und Bewegung verändert die Wahrnehmung. Sie geben den Jugendlichen einen wichtigen Impuls, der in ihrem Leben zu einer entscheidenden Wendung führen kann. In Medellín mitzuerleben, wie dieser Ansatz bereits wirkt, hat mich sehr berührt und mich noch mehr motiviert, mein Herz für Beethoven Moves! einzusetzen. (Rita Baus)

Unsere Jugendlichen in Medellín lieben Beethoven Moves! Für sie ist es mehr als die Faszination der Musik, des Tanzes und der Bilder. Sie drücken darin aus, dass sie an sich und an ihre Zukunft glauben. Es bietet ihnen die Möglichkeit, Gewalt und Ausgrenzung zu überwinden und ihre Zukunft wertvoll zu gestalten. Die Vorfreude auf die Gäste aus Deutschland ist riesengroß! (Dr. Nelson Penedo)

 

Die Ciudad Don Bosco ist Zuhause und Ausbildungsstätte für über 1000 junge Menschen in Medellín. Die Einrichtung der Salesianer Don Boscos kooperiert seit mehr als 30 Jahren eng mit der Bonner Don Bosco Mission, die weltweit Kinder und Jugendliche unterstützt.  

Die Projektwoche des Beethoven Orchester Bonn wird mit Mitteln von der Beethoven Jubiläums Gesellschaft mbH gefördert. Auch das Gesamtprojekt Beethoven Moves! wird durch die anteilige Förderung der BTHVN2020 ermöglicht.

 

Kurzlebensläufe:

Dirk Kaftan ist seit 2017 Generalmusikdirektor des Beethoven Orchester Bonn und der Oper Bonn. Zuvor arbeitete er als Chefdirigent der Oper und des Philharmonischen Orchesters in Graz. Zu Kaftans breitem Repertoire gehören auch interkulturelle Projekte, die ihn mit Musikern und Musik aus dem Balkan, der Türkei, Israel und dem Irak zusammenführten.

Zu seinen Neu-Produktionen der letzten Jahre zählen u.a. der Figaro an der Volksoper in Wien, der Freischütz an der königlichen Oper in Kopenhagen, die Bohème an der Oper Frankfurt, sowie Vorstellungs Serien an der Deutschen und der Komischen Oper Berlin und der Semperoper in Dresden.

www.dirk-kaftan.de

www.beethoven-orchester.de

Kurzlebenslauf [PDF]

Rita Baus ist die ehemalige Geschäftsführerin und künstlerische Leitung des Pantheon-Theaters in Bonn. Fast 20 Jahre leitete sie das Pantheon Theater und rief u.a. den "Prix Pantheon" ins Leben. Baus entwickelte im September 2003 die Reihe Quatsch keine Oper! Daneben organisierte sie kulturelle Veranstaltungen, gründete 1999 die Rita Baus Kulturproduktionen GmbH und war zwei Jahre die künstlerische Leitung des Admiralspalast Berlin. Darüber hinaus ist sie seit 2009 als systemischer Coach bundesweit tätig.

www.ritabaus.de

Kurzlebenslauf [PDF]

Dr. Nelson Penedo ist seit 2011 Geschäftsführer von Don Bosco Mission Bonn. Von 2006 bis 2011 war Penedo Projekt-Referent für Afrika und bereiste zahlreiche afrikanische Länder. Im Rahmen seines sozialwissenschaftlichen Studiums befasste sich der heute 46jährige mit der Kultur und Politik Mosambiks.

www.donboscomission.de

Kurzlebenslauf [PDF]

Pressefotos:

Wir bitten um Verständnis, dass einige der Jugendlichen bei Don Bosco in Medellín nicht im Bild gezeigt werden dürfen. Als ehemalige Kindersoldaten leben sie teilweise mit neuer Identität und müssen sich vor Racheakten schützen.

Video: Beethoven Moves!

 

 

Das Projekt Beethoven Moves! wird anteilig gefördert durch die Beethoven Jubiläumsgesellschaft BTHVN2020 aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, des Landes Nordrhein-Westfalen, der Stadt Bonn und des Rhein-Sieg-Kreises.

Noch Fragen?

Don Bosco ist der Name des italienischen Priesters und Seelsorger Johannes Bosco, der sich schon vor mehr als 150 Jahren für Straßenkinder einsetzte. Die Jugendlichen zu Zeiten Don Boscos haben zwar unter anderen Umständen gelebt als die heutige Jugend, doch viele Probleme und Herausforderungen sind die gleichen geblieben. Auch heute noch leben viele junge Menschen am Rande der Gesellschaft. Sie haben es schwer gesellschaftlich teilzuhaben und sich eine Zukunft aufzubauen. Deswegen steht der Name Don Bosco heute für ein weltweit tätiges Netzwerk mit einem erfolgreichen und bewährten pädagogischen Ansatz, das sich für die Anliegen von Kindern und Jugendlichen einsetzt.

Die Ordensgemeinschaft der Salesianer Don Boscos sowie die Don Bosco Schwestern haben es sich zum Ziel gesetzt, weltweit benachteiligten jungen Menschen in Risikosituationen zu helfen. Sie setzen sich für eine bessere Welt mit mehr Zukunftschancen für Kinder und Jugendliche an sozialen Brennpunkten ein. Don Boscos Werk gilt als die wohl größte kirchliche Schöpfung des 19. und 20. Jahrhunderts. Heute sind rund 15.000 Salesianer Don Boscos in über 1.800 Niederlassungen in 132 Ländern hauptsächlich in der Jugendarbeit tätig. 

Auf der Basis des christlichen Menschenbildes war es für Don Bosco das Ziel all seines Wirkens, junge Menschen zu „aufrichtigen Bürgern und guten Christen" heranzubilden. Ihm ging es um eine ganzheitliche Erziehung, die von Spaß, Nähe und Herzlichkeit geprägt war. Don Bosco verstand sich als Erzieher und Seelsorger zugleich. Seine Pädagogik der Vorsorge ist vor allem eine „Beziehungspädagogik". Don Bosco selbst prägte dafür den Ausdruck „Assistenz". Er sieht den Erzieher vor allem als „Assistenten", der interessiert und aufmerksam, ermutigend und unterstützend, mal fördernd und mal fordernd dem jungen Menschen zur Seite steht.