Hilfe für Kinder mit Handicap

Menschen mit Behinderung erfahren leider oft nur sehr wenig Unterstützung. Förderschulen sowie Werkstätten für Kinder und Jugendliche mit Handicap gibt es in Chile kaum. In der Don Bosco Förderschule „Laura Vicuña“ in Puerto Montt erhalten betroffene junge Menschen Hilfe.

Engel für Tomás

Eine kleine Behausung aus Wellblech, Eierkartons als Isoliermaterial an den Wänden – das ist das Zuhause von José, dem alleinerziehenden Vater, und Tomás*, seinem Sohn. Trotz aller Widrigkeiten haben Vater und Sohn ein inniges Verhältnis. Und José ist überzeugt: „Es gab glücklicherweise Engel auf Tomás Weg.“

Schritt für Schritt

Zu diesen Engeln zählt für José auch Don Bosco. Seitdem sein Junge fünf Jahre alt ist, geht er jeden Tag in die Don Bosco Förderschule „Laura Vicuña“ in Puerto Montt, einer Hafenstadt in Chiles Süden. Tomás hat Fortschritte gemacht, freut sich sein Vater. „Er ist heute aufgeschlossener. Er spricht mittlerweile vollständige Sätze und kann auch handwerklich arbeiten.“ Vater José wünscht sich nichts mehr, als kleine Erfolgserlebnisse und ein Stück Eigenständigkeit für seinen Sohn.

Hintergrundinfos...

Kinder mit Handicap in Chile

In Chile werden Kinder und Jugendliche mit Handicap oft benachteiligt und gesellschaftlich ausgegrenzt. Es gibt nur wenige Einrichtungen und Programme zur Früherkennung und Behandlung von Behinderungen. Nur ein kleiner Bruchteil der betroffenen Kinder erhält je eine ärztliche Untersuchung. Aus Angst und Scham werden, vor allem im ländlichen Raum, viele Kinder mit Beeinträchtigungen versteckt und vernachlässigt.

Ausgezeichnete Schule

Die Don Bosco Förderschule „Laura Vicuña“ besteht seit 1995 und ist ein Leuchtturmprojekt für junge Menschen mit Behinderung im südlichen Chile. Besonderes Augenmerk legt die Einrichtung auf handwerliche Schulungen, um den Jugendlichen einen Einstieg in das Berufsleben zu ermöglichen. Die Schule wurde vom chilenischen Bildungsministerium ausgezeichnet.

Inklusion und Teilhabe

Neben Tomás besuchen noch rund 40 weitere Kinder und Jugendliche die Don Bosco Förderschule. Sie sind zwischen fünf und 26 Jahre alt und weisen Behinderungen wie bspw. das Down Syndrom, Asperger oder Autismus auf. Neben dem Schulunterricht erhalten die jungen Menschen bedarfsgerechte Förderung: Physiotherapie, logopädisches Training, Sport und psychologische Begleitung. Ein besonderes Merkmal der Schule ist die Stärkung handwerklicher Fähigkeiten, um den jungen Leute den Einstieg in einen Beruf zu ermöglichen.

Zukunft mit Handicap

Tomás soll demnächst ein Praktikum in einer örtlichen Bäckerei absolvieren. Zur Vorbereitung ist er nun einmal wöchentlich in der Backstube der Schule. Konzentriert setzt er kleine Teigkügelchen aufs Backblech, immer acht Stück in einer Reihe. Tomás weiß nicht recht, was er vom Praktikum halten soll. Ob er schafft, was dort von ihm erwartet wird? Er wird es versuchen. Und Don Bosco wird ihm dabei helfen!

*Name von Redaktion geändert

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Noch Fragen?

Die meisten Straßenkinder kommen aus zerrütteten Familien. Sie fliehen vor Armut und Gewalt und leben deswegen auf der Straße. Viele Kinder laufen aber auch Gefahr, auf der Straße zu landen. Deswegen sind Straßenkinder für uns auch Kinder und Jugendliche, die öfter auf der Straße Zuflucht suchen oder auf der Straße arbeiten müssen, um zum Lebensunterhalt ihrer Familien einen Beitrag zu leisten. Auch Kinder, denen es an den wichtigsten Dingen wie Liebe, Geborgenheit, Essen und Schulbildung mangelt, laufen Gefahr, ganz auf der Straße zu landen. Dazu gehören zum Beispiel Schulschwänzer, missbrauchte Kinder oder Kindersklaven.

Weil Vorbeugen besser als Heilen ist, tun wir alles, was verhindert, dass junge Menschen auf der Straße landen. Unsere Aktivitäten sollen soziale Ungleichheiten überwinden und jungen Menschen neue Möglichkeiten eröffnen. Wir tun dies, indem wir benachteiligte Kinder und Jugendliche in Risikosituationen begleiten und ihnen Zugang zu Bildung und Ausbildung bieten. Dabei möchten wir jungen Menschen nicht nur Wissen vermitteln, sondern auch Werte.

Auf der ganzen Welt betreiben wir sogenannte Straßenkinder-Zentren, also Einrichtungen, in denen Straßenkinder Hilfe bekommen können. Der Besuch oder der Verbleib in den Straßenkinder-Zentren ist immer freiwillig. Für manche Kinder wird das Zentrum ein neues Zuhause, manche kommen nur ab und an zum Spielen vorbei oder um sich ein paar Stunden auszuruhen oder etwas zu essen.

Die Erstversorgung bspw. mit Kleidung und Essen ist notwendig, denn niederschwellige Angebote ermöglichen es uns, Kontakt zu Straßenkindern aufzubauen. Darüber hinaus ist uns langfristige, nachhaltige Hilfe ein besonderes Anliegen. Durch unsere Straßenkinder-Zentren gelingt es,

  • Kontakt zu Straßenkindern aufzunehmen und sie erstzuversorgen,
  • Straßenkindern ein Zuhause zu bieten mit Menschen, die sich um sie kümmern,
  • Kindern und Jugendlichen durch Bildung und Qualifikation neues Selbstvertrauen zu schenken,
  • Kinder und Jugendliche zu befähigen, ihr Leben eigenverantwortlich in die Hand zu nehmen und positiv in die Zukunft zu blicken.

Damit Straßenkinder von unseren Hilfsangeboten erfahren, suchen Streetworker die Straßenkinder direkt in ihrem Lebensumfeld auf, also auf der Straße. Sie sprechen sie an und versuchen, Kontakt aufzunehmen. So kann langsam und behutsam Vertrauen aufgebaut werden. Wenn das gelingt, bieten sie den Kindern Freizeit-, Lern- oder Gesundheitsangebote an. 

Für ein Leben jenseits der Straße