Angel* aus Peru

Lange lebte Angel auf den Straßen von Lima. Seine Mutter starb früh, seine Großmutter zog ihn alleine groß. Doch die Erziehung überforderte die betagte Frau. Angel flüchtete auf die Straße. Erst bei Don Bosco änderte sich das Leben von Angel: Dort hat er seine Leidenschaft fürs Kochen entdeckt.

Vom Straßenkind zum Profikoch

Angel kennt den Weg wie seine Westentasche. Jedes Wochenende macht er sich auf zu seiner Familie. Je weiter er sich vom Stadtzentrum Limas entfernt, desto trister wird die Umgebung. Das Armenviertel Rosa Luz befindet sich in einem Vorort der peruanischen Hauptstadt. Um zur Holzhütte seiner Familie zu gelangen, muss Angel eine steile Gasse erklimmen. Die letzten Meter legt er auf einer klapprigen Holzleiter zurück. Dann ist er zu Hause angekommen.

Angel* aus Peru:

Ein Leben in Armut

Die Hütte besteht aus einer Küche, einem kleinen Wohnraum und zwei winzigen Schlafzimmern. Angels Großmutter wohnt hier. Seit dem Tod der Mutter kümmert sie sich um ihre Enkel. Eine große Verantwortung für die betagte Frau, die immer noch arbeiten gehen muss. Mit ihrem kleinen Einkommen sichert sie das Überleben der Familie. Sie wünscht sich für ihre Enkel eine bessere Zukunft, weiß aber, dass die Chancen schlecht stehen. Viele Kinder und Jugendliche in Lima leben auf der Straße. Angel hat glücklicherweise den Absprung geschafft.

Flucht auf die Straße

Von seiner Kindheit spricht Angel nicht gern. Mit drei Jahren verlor er seine Mutter. Sie starb bei der Geburt seines jüngeren Bruders. Er lebte dann eine Zeit lang beim Vater. Eine Zeit, die geprägt war von Gewalt, Schlägen und Verwahrlosung und die er lieber vergessen möchte. Bei der Großmutter ging es ihm besser. Doch die drei Brüder waren oft allein. So verbrachte Angel viel Zeit auf der Straße. Da er kein Geld hatte, kamen bald kleinere Diebstähle dazu. Schließlich kam er auch in Berührung mit Drogen.

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Eine neue Chance

Seine Großmutter fasste schließlich einen Entschluss: Der Junge sollte in ein Internat gehen, die Schule besuchen und später eine Ausbildung machen. So kam er schließlich zu Don Bosco. „Seit Angel bei Don Bosco ist, kann ich wieder ruhig schlafen. Ich weiß, dass er jetzt Chancen bekommt, die ich ihm nicht bieten kann. Und ich bin sicher, dass er sie nutzen wird“, freut sich die Großmutter. Dreimal wurde Angel in der Grundschule wegen mangelnder Leistungen nicht versetzt. Heute lernt er motiviert und möchte seine Ausbildung zum Koch erfolgreich abschließen.

Kochen für eine bessere Zukunft

Angel fühlt sich wohl bei Don Bosco und hat auch schon Zukunftspläne: „Neben der Schule macht mir vor allem die Arbeit in der Küche Spaß. Ich koche regelmäßig zusammen mit anderen Jungs Mittagessen für ein benachbartes Schülerkolleg. Ich würde gerne meine Kochkünste erweitern und später als Koch arbeiten.“ Die Gemüsesuppe, die er heute zubereitet hat, kommt bei den Jungen jedenfalls sehr gut an. Bald will er weitere Rezepte  ausprobieren – auch zu Hause. Seine Großmutter freut sich über seine Kochkünste und vor allem über seine Chancen auf eine bessere Zukunft.

*Name geändert

Noch Fragen?

Die meisten Straßenkinder kommen aus zerrütteten Familien. Sie fliehen vor Armut und Gewalt und leben deswegen auf der Straße. Viele Kinder laufen aber auch Gefahr, auf der Straße zu landen. Deswegen sind Straßenkinder für uns auch Kinder und Jugendliche, die öfter auf der Straße Zuflucht suchen oder auf der Straße arbeiten müssen, um zum Lebensunterhalt ihrer Familien einen Beitrag zu leisten. Auch Kinder, denen es an den wichtigsten Dingen wie Liebe, Geborgenheit, Essen und Schulbildung mangelt, laufen Gefahr, ganz auf der Straße zu landen. Dazu gehören zum Beispiel Schulschwänzer, missbrauchte Kinder oder Kindersklaven.

Weil Vorbeugen besser als Heilen ist, tun wir alles, was verhindert, dass junge Menschen auf der Straße landen. Unsere Aktivitäten sollen soziale Ungleichheiten überwinden und jungen Menschen neue Möglichkeiten eröffnen. Wir tun dies, indem wir benachteiligte Kinder und Jugendliche in Risikosituationen begleiten und ihnen Zugang zu Bildung und Ausbildung bieten. Dabei möchten wir jungen Menschen nicht nur Wissen vermitteln, sondern auch Werte.

Auf der ganzen Welt betreiben wir sogenannte Straßenkinder-Zentren, also Einrichtungen, in denen Straßenkinder Hilfe bekommen können. Der Besuch oder der Verbleib in den Straßenkinder-Zentren ist immer freiwillig. Für manche Kinder wird das Zentrum ein neues Zuhause, manche kommen nur ab und an zum Spielen vorbei oder um sich ein paar Stunden auszuruhen oder etwas zu essen.

Die Erstversorgung bspw. mit Kleidung und Essen ist notwendig, denn niederschwellige Angebote ermöglichen es uns, Kontakt zu Straßenkindern aufzubauen. Darüber hinaus ist uns langfristige, nachhaltige Hilfe ein besonderes Anliegen. Durch unsere Straßenkinder-Zentren gelingt es,

  • Kontakt zu Straßenkindern aufzunehmen und sie erstzuversorgen,
  • Straßenkindern ein Zuhause zu bieten mit Menschen, die sich um sie kümmern,
  • Kindern und Jugendlichen durch Bildung und Qualifikation neues Selbstvertrauen zu schenken,
  • Kinder und Jugendliche zu befähigen, ihr Leben eigenverantwortlich in die Hand zu nehmen und positiv in die Zukunft zu blicken.

Damit Straßenkinder von unseren Hilfsangeboten erfahren, suchen Streetworker die Straßenkinder direkt in ihrem Lebensumfeld auf, also auf der Straße. Sie sprechen sie an und versuchen, Kontakt aufzunehmen. So kann langsam und behutsam Vertrauen aufgebaut werden. Wenn das gelingt, bieten sie den Kindern Freizeit-, Lern- oder Gesundheitsangebote an.