Eine Gruppe von Kindern und Jugendlichen, die auf der Straße abhängen Eine Gruppe von Kindern und Jugendlichen, die auf der Straße abhängen

Straßenkinder in Madagaskar

60 Prozent der Einwohner von Madagaskar sind jünger als 20 Jahre. Durch die zunehmende Landflucht sind viele Familien zerrüttet. Die Kinder treibt es oft auf die Straßen der Städte. 

In den Gassen von Fianarantsoa

Fianarantsoa ist mit rund 170.000 Einwohnern eine der größten Städte von Madagaskar. In den Gassen wimmelt es von Kindern und Jugendlichen, die sich ohne ein Dach über dem Kopf und ohne die Hilfe ihrer Eltern durchs Leben kämpfen.  In der Gegend gibt es kein einziges Unternehmen, keine Industrie und keinen Tourismus. Die Armut ist in der ganzen Stadt sichtbar. Die Salesianer Don Boscos kümmern sich um diese Kinder und Jugendlichen – insbesondere im Armenviertel Ankofafa. 

Mit Bildung aus der Armut

„Die Straßenkinder können nicht zur Schule gehen und bleiben dann ihr Leben lang Analphabeten“, erzählt Pater Jannot. Er kümmert sich um Straßenkinder und sucht sie häufig an öffentlichen Plätzen auf. „Wir möchten ihnen Auswege aus dem Teufelskreis der Armut aufzeigen“, betont er. Mit Bildungsprogrammen, Schulen und Stipendien verschaffen die Salesianer Kindern und Jugendlichen aus armen Familien Zugang zu Bildung. 

Gleiche Chancen für Jungen und Mädchen

Seit ihrer Ankunft auf Madagaskar 1981 haben die Salesianer Don Boscos vier Berufsbildungszentren für benachteiligte Jugendliche aufgebaut. Die beiden größten befinden sich in Majunga und Tulear. Hier werden bis zu 250 Auszubildende pro Einrichtung unterrichtet. Das Besondere an dem Berufsbildungszentrum in Tulear ist, dass hier auch Mädchen unterrichtet werden. Eine Ausnahme in Madagaskar.
 

Noch Fragen?

Die meisten Straßenkinder kommen aus zerrütteten Familien. Sie fliehen vor Armut und Gewalt und leben deswegen auf der Straße. Viele Kinder laufen aber auch Gefahr, auf der Straße zu landen. Deswegen sind Straßenkinder für uns auch Kinder und Jugendliche, die öfter auf der Straße Zuflucht suchen oder auf der Straße arbeiten müssen, um zum Lebensunterhalt ihrer Familien einen Beitrag zu leisten. Auch Kinder, denen es an den wichtigsten Dingen wie Liebe, Geborgenheit, Essen und Schulbildung mangelt, laufen Gefahr, ganz auf der Straße zu landen. Dazu gehören zum Beispiel Schulschwänzer, missbrauchte Kinder oder Kindersklaven.

Weil Vorbeugen besser als Heilen ist, tun wir alles, was verhindert, dass junge Menschen auf der Straße landen. Unsere Aktivitäten sollen soziale Ungleichheiten überwinden und jungen Menschen neue Möglichkeiten eröffnen. Wir tun dies, indem wir benachteiligte Kinder und Jugendliche in Risikosituationen begleiten und ihnen Zugang zu Bildung und Ausbildung bieten. Dabei möchten wir jungen Menschen nicht nur Wissen vermitteln, sondern auch Werte.

Auf der ganzen Welt betreiben wir sogenannte Straßenkinder-Zentren, also Einrichtungen, in denen Straßenkinder Hilfe bekommen können. Der Besuch oder der Verbleib in den Straßenkinder-Zentren ist immer freiwillig. Für manche Kinder wird das Zentrum ein neues Zuhause, manche kommen nur ab und an zum Spielen vorbei oder um sich ein paar Stunden auszuruhen oder etwas zu essen.

Die Erstversorgung bspw. mit Kleidung und Essen ist notwendig, denn niederschwellige Angebote ermöglichen es uns, Kontakt zu Straßenkindern aufzubauen. Darüber hinaus ist uns langfristige, nachhaltige Hilfe ein besonderes Anliegen. Durch unsere Straßenkinder-Zentren gelingt es,

  • Kontakt zu Straßenkindern aufzunehmen und sie erstzuversorgen,
  • Straßenkindern ein Zuhause zu bieten mit Menschen, die sich um sie kümmern,
  • Kindern und Jugendlichen durch Bildung und Qualifikation neues Selbstvertrauen zu schenken,
  • Kinder und Jugendliche zu befähigen, ihr Leben eigenverantwortlich in die Hand zu nehmen und positiv in die Zukunft zu blicken.

Damit Straßenkinder von unseren Hilfsangeboten erfahren, suchen Streetworker die Straßenkinder direkt in ihrem Lebensumfeld auf, also auf der Straße. Sie sprechen sie an und versuchen, Kontakt aufzunehmen. So kann langsam und behutsam Vertrauen aufgebaut werden. Wenn das gelingt, bieten sie den Kindern Freizeit-, Lern- oder Gesundheitsangebote an. 

Für ein Leben jenseits der Straße